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Jeanne 24.11.2019 20:05

Eine gewagte These ....
 
Hallo,

was haltet Ihr von der These, dass in einem kleinen Dorf, sagen wir mal 270 Einwohner. alle Bewohner mit dem Familiennamen X auch miteinander verwandt sind?

Ich hoffe, dieses Thema gibt es nicht schon.

Gruß,
Jeanne

robinhood 24.11.2019 20:16

Das denke ich manchmal auch, es muss allerdings nicht auch zwingend so sein, die Grösse des Dorfes spielt dabei wohl keine Rolle.
Es gibt auch heute noch Dörfer, wo Menschen mit dem gleichen Nachnamen keine Verwandschaft zueinander haben.

Gruss Rocco

Xtine 24.11.2019 20:23

Hallo Jeanne,


das kann sein, muß aber nicht!


Ich suche seit Jahren nach einer Verbindug meiner mütterlichen mit der väterlichen Linie. Kleines bayr. Dorf, um 1880 ca. 600 Einw.(inkl. aller zugehörigen Weiler) bei nur ~100 Wohngebäuden. Inzwischen bin ich dort bei ca. 1690 angelangt und habe immer noch keine Verbindung der Familien gefunden. Obwohl bis dahin immer alle im Dorf "geblieben" sind.

AKocur 24.11.2019 20:50

Hallo,

je seltener der Name, umso höher ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich alle miteinander "verwandt" sind.

Bei meinem eigenen FN trifft es jedenfalls zu. Mittlerweile konnte ich jeden Namensträger, der einen Bezug zum mir bekannten "Ursprungsort" der Familie hat, auch innerhalb der Familie verorten.
Dahingegen ist der FN meiner Mutter regional moderat häufig und auch wenn es eine namensgleiche Familie in ihrem Heimatort gibt, ist "unsere" Familie erst seit ca. 1815 in diesem Dorf ansässig. Eine Verwandtschaft gibt es zwischen diesen beiden Familien (zumindest zu KB Zeiten) nicht.

LG,
Antje

focke13 24.11.2019 22:45

Hallo
 
Hallo
Selten gleich alle verwandt muss nicht stimmen
In skandinavien hat man bis ins 20 Jahrhundert neue Familiennamen erfunden. Da kamen seltene Nachnamen aus dem Süden ganz gelegen. Kann durch aus sein das AKocur
da auch noch mal eine Überraschung erlebt.
Mfg
Focke13

AKocur 24.11.2019 23:12

Hallo Focke13,

ich habe lediglich gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit bei Trägern eines seltenen FNs höher ist, als bei Trägern eines weiter verbreiteten FN. Ausnahmen bestätigen immer die Regel! :wink:

LG,
Antje

Juanita 25.11.2019 14:22

Manchmal gibt es auch bei einem "weltmännisch" häufigen Namen Überraschungen. Es handelt sich um den schönen deutschen Namen Preuß :D!
Es ist gleichzeitig eine späte Namensbildung. Mein 1. Preuß, Johann Michael, wurde in dem kleinen thür. Dorf Mülverstedt am 07. 04. 1740 geboren und zwar unehelich. Seine Mutter hieß Agnesa Abe. Folgender kirchl. Eintrag:
"Nachdem sie schwanger aus Mühlhausen kommend u. einen preußischen Leutnant zum Vater angegeben, wurde das Kind auf den Namen J. M. Preuß getauft."
Meine VFin Abe stammt aus der bekannten Familie Ab(b)e, Abé u.ä., der auch der Miterfinder des Jenaer Glases u. ein hessischer ehemaliger Ministerpräsident entstammen.


:) Juanita

hessischesteirerin 25.11.2019 16:44

ich kann da mehrere Beispiele nennen:

der Mädchenname meiner Uroma ist sehr selten und ohne Ahnenforschung zu betreiben, kann man sagen, dass alle, die diesen Nachnamen haben, miteinander verwandt sind - denn er entstand erst durch die Auswanderung meines Ahn aus Frankreich nach Deutschland.

der Mädchenname meiner Oma ist hier in der Gegend weit verbreitet, in einem Dorf hiess es, dass sie nichts mit dem Stamm der anderen zu tun hat - weit gewedelt, ich konnte nachweisen, dass es doch ein Stamm ist. halt nur über den Cousin 2.Grades

in einem Buch über die 1200 Jahr Feier eines Dorfes sagt man, dass ein sehr verbreiteter Nachname nicht von einem Stamm kommt.
weit gefehlt, denn es waren zwei Cousins, die zusammen nach dem 30-jährigen Krieg hierherkamen, dieses Detail versteckte sich aber in einem anderen Kirchenbuch eines anderes Ortes

meine These ist, die im Einzelfall immer überprüft werden muss, dass bei seltenen Nachnamen meist ein Zusammenhang besteht .

Jeanne 26.11.2019 13:20

Ich finde es spannend, wieviele Erfahrungen bezüglich dieses Themas habt.


Ich bin gerade dabei ortsbezogende Tabellen zu erstellen, Einfach, um mal zu sehen, wer zur gleichen Zeit im selben Ort lebte, wer sich gekannt haben muss.

Gruß,
Jeanne

Opa98 26.11.2019 16:04

Im Falle des Ahnen meiner Freundin klar zu bejahen. Czerny war als einziger der Familie ins Oderbruch gegangen und alle die heite noch vorhanden sind stammen hier zumindest von ihm ab.

Per se würd ich aber sagen, dass es diesbezüglich auf die allgemeine Häufigkeit des Namens ankommt.

LG

Alex

Ortschronist 27.11.2019 17:42

In meinem kleinen Heimatdorf gibt es mehrere Familien mit dem gleichen Nachnamen.
Durch Forschungen in den Kirchenbüchern, konnte ich feststellen, dass sie alle den gleichen Urahnen hatten. Der lebte um 1630 und viele seiner Nachfahren sind dem Ort treu geblieben. Natürlich zog es auch Vertreter dieses Namens in die weite Welt, so dass auch heute viele Nachkommen in Amerika leben.

Grüße aus dem Eichsfeld
Guido

Bergkellner 27.11.2019 20:00

Kann sein, muss nicht.

Ich hatte letztens einen Fall, als ich für einen Bekannten recherchierte, der fest davon überzeugt war, dass seine Familie - zumindest der betreffende FN - nur aus dem Ort stammen würde.:!
Er lag knapp daneben, denn sein Ahn hatte zwar den FN, kam aber aus einem Ort 20 km entfernt und heiratete im Ort eine Frau mit demselben FN...8o

Gestern wiederum hat mir eine Bekannte erzählt, die sich nebenberuflich mit Genealogie befasst, dass sie bei einem Auftrag herausgefunden hat, dass in einem kleinen Ort in der Nachbarschaft(ca. 250 Einwohner) alle jetzt noch dort lebenden Langers miteinander verwandt sind und sich auf eine Familie zurückverfolgen lassen.
Nur nebenbei, ich habe auch einen dieser Langer-Sippe in meinem portefeuille.


Lg, Claudia

hessischesteirerin 28.11.2019 00:54

Zitat:

Zitat von Bergkellner (Beitrag 1226269)
Kann sein, muss nicht.

Ich hatte letztens einen Fall, als ich für einen Bekannten recherchierte, der fest davon überzeugt war, dass seine Familie - zumindest der betreffende FN - nur aus dem Ort stammen würde.:!
Er lag knapp daneben, denn sein Ahn hatte zwar den FN, kam aber aus einem Ort 20 km entfernt und heiratete im Ort eine Frau mit demselben FN...8o

Gestern wiederum hat mir eine Bekannte erzählt, die sich nebenberuflich mit Genealogie befasst, dass sie bei einem Auftrag herausgefunden hat, dass in einem kleinen Ort in der Nachbarschaft(ca. 250 Einwohner) alle jetzt noch dort lebenden Langers miteinander verwandt sind und sich auf eine Familie zurückverfolgen lassen.
Nur nebenbei, ich habe auch einen dieser Langer-Sippe in meinem portefeuille.


Lg, Claudia

und wenn du ein paar Generationen zurückgehst, sind sie doch alle miteinander verwandt

den Fall hatte ich nämlich auch, gleicher Nachname, aber "mein" Ahn kam aus dem Nachbarort.
Sowas lässt mir dann keine Ruhe und siehe da, 3 Generationen davor kamen die dann doch von hier

Im Prinzip gibt es - laut meinen Erfahrungen - einen Stammvater, die Kinder verteilen sich auf mehrer Orte, es gibt Kinder und Kindeskinder und wenn man so weit wie möglich zurück geht, treffen sie sich wieder irgendwo - manchmal 3 oder 4 Generationen - aber ich glaube nicht mehr an Zufall ,

In einem Fall hiess es immer, die haben nichts miteinander zu tun- aber Detektiv spürsinn fand heraus, dass sie doch miteinander verwandt waren - das sind die Geschichten, die mir Spaß machen,

Jeanne 28.11.2019 13:18

das ist ein "Ahnenforscherträumchen", sigrungaerber!!


Gruß,
Jeanne

Garfield 28.11.2019 14:08

Hallo an alle

Ich hatte beide Fälle schon, denke aber auch, dass es eher ein Wunschtraum oder grosses Glück ist.

Einmal gibt es die Familie Freiburghaus. Den Familiennamen gibt es nur in 2 Heimatorten vor 1800 in der Schweiz, nämlich in Mühleberg und in Neuenegg. Die von Mühleberg stammen aber auch von denen in Neuenegg ab. Der Name kommt vom gleichnamigen Weiler in Neuenegg.
Leider gibt es da einen ganzen Familienzweig, der zwar ebenfalls aus Neuengg stammt und sehr sicher mit den anderen verwandt ist, aber mangels genauen Angaben in den Kirchenbüchern kann man den Zweig nicht an den restlichen Stammbaum anhängen. Die Datenlücke ist irgendwo Ende 18. oder Anfang 19. Jhd.
Von "nach 4 Generationen passt alles zusammen" kann hier aber keine Rede sein, bei allen meinen erforschten Schweizer Linien passen die vorhandenen Nachkommen erst um 1500 oder noch vorher zusammen. Einzige Ausnahme war ein Vorfahre, der im 18. Jhd als einziger seiner Familie in ein anderes Dorf auswanderte. Dort konnte ich mühelos den ganzen Stammbaum mit ihm als Stammvater zusammen bauen. Aber die weiteren Vorfahren und deren Nachkommen im Herkunfsort habe ich nicht erforscht, dort würde es dann ja noch weiter gehen.

Mein eigener Familienname hat mich überrascht, ich habe erst vor einigen Jahren erfahren, dass das in Italien ein ziemlich häufiger Name ist. Der Name soll ursprünglich in Napoli und Sizilien entstanden sein, so dachte ich, dass der Stammbaum irgendwann von unserem Dorf in einer anderen Region direkt in eine dieser beiden Regionen führen müsste. Nach 17 Jahren habe ich fast alle Namensträger in unserem Dorf erfasst, musste aber immer wieder feststellen, dass a) nicht alle Personen eindeutig einem Stammbaum zugeordnet werden können (mangelnde Daten) und b) immer wieder Personen aus anderen Dörfern neu hinzugewandert sind. Wenn ich mich nicht gerade irre, gibt es um 1700 niemanden mit diesem Namen mehr in unserem Dorf, alle sind irgendwann danach eingewandert.
Ich vermute zwar, dass man im Nachbardorf, wo mehrere Familien her kamen, noch einige Familien zusammen fügen könnte. Doch das weiss ich ohne weitere Forschung schlichtweg nicht.


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