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-   -   Alte Dokumente konservieren: Über den Sinn und Unsinn von Hüllen, Folien und Laminieren (https://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=4187)

Rüster 07.11.2006 14:07

Alte Dokumente konservieren: Über den Sinn und Unsinn von Hüllen, Folien und Laminieren
 
Moin Moin!

In meinen Unterlagen habe ich viele alte Original-Dokumente die - zum Teil - nicht sehr gut erhalten (angefressen - zerfallen) sind.

Hat Jemand Erfahrungen wie man diese Unterlagen (elektronisch sind sie natürlich alle erfaßt) - für die Nachwelt - konserviert.

Mir kam in den Sinn die Papiere "ein zu laminieren".
Spricht etwas dagegen - bzw. hat Jemand Erfahrungen damit.

Bis die Tage

Frank

dé.wé. 07.11.2006 14:34

RE: Dokumente erhalten (konservieren)
 
Hallo Frank,

knappe Infos dazu findest Du hier: http://wiki.genealogy.net/index.php/...2C_Kopien_usw.

Material, das für Deine Zwecke geeignet ist, kannst Du über Google finden, Suchwort "Archivbedarf": http://www.google.de/search?hl=de&q=...cr%3DcountryDE, das erste und das dritte Ergebnis sollte schon recht brauchbar sein.

Beste Grüße,
Dirk.

Siegfried Mühle 07.11.2006 16:54

RE: Dokumente erhalten (konservieren)
 
Guten Tag Fank,

ich würde mit den alten Dokumenten ins nächstgelegen Archiv fahren und mich dort beraten lassen. Da spielen sehr viele Faktoren mit, die man hier weder aufzählen noch berücksichtigen kann.
Wenn durch falsche Behandlung etwas zerstört wird (das kann sich erst nach Jahren bemerkbar machen) ist alles dahin.

Siegfried (Mühle)

Der_Preuße 07.11.2006 17:43

Allgemeine Aufbewahrung
 
Hallo Leute,

ich habe mir diesen Thread und den anderen "Klammern..." durchgelesen und hab gemerkt dass meine Aufbewahrung in Klarischthüllen wohl sehr ungünstig ist. Werd ich bei Zeiten gleich mal ändern.
Meine Sammlung der Feldpostbriefe meines Urgroßvaters aus dem 1. WK habe ich allerdings fein sortiert in so einem Album (auch Klarsichtfolie vorn) - ist dann wohl auch sehr ungünstig oder? Zumal die Feldpostkarten und Briefe alle mit Bleistift geschrieben sind. Habt ihr sonst ne Idee wo ich die sonst so gut sortiert (alle nach Datum geordnet) dauerhaft erhalten kann?

Viele Grüße,
Norman!

andyost 26.02.2007 10:08

Alte Dokumente konservieren: Über den Sinn und Unsinn von Hüllen, Folien und Laminieren
 
Hallo,
ich habe alte Unterlagen von meinem Vater übernommen. Diese würde ich jetzt gerne in Klarsichthüllen unterbringen, damit sie gut geschützt sind.
Da ich weiß, dass diese Schutzhüllen säurefrei etc. sein müssen, suche ich jetzt einen preiswerten Anbieter. Kann mir jemand dabei helfen? Evtl. auch Informationen, was für Klarsichthüllen sinnvoll sind, bzw. wie die genau heißen.
Danke in Voraus
Andy

Garfield 26.02.2007 11:33

Bitte korrigier mich einer, wenn ich falsch liege... aber es gibt doch keine säurefreien Plastikhüllen? Nur säurefreie Papier- bzw. Kartonhüllen. Ansonsten würd ich einfach normale, ungefärbte Papierhüllen (also Aktenmäppchen) nehmen.

Silanna 26.02.2007 11:58

RE: Hüllen für alte Unterlagen
 
Hallo Andy,

ich habe meine alten Dokumente in einem Bogenalbum, B3, (eigentlich für Briefmarkenbögen) aus dem Albenverlag Kobra, untergebracht. Da bekommt man nämlich die Garantie, daß die Folien absolut weichmacherfrei sind. Allerdings ist das Album nicht sooo preiswert, dafür kann ich bis zu 100 Dokumente unterbringen. Ich geb Dir mal die Website:

www.kobra.de

Das ist nur ein Vorschlag, Du kannst es Dir ja mal anschauen.

Grüße :)
Silanna

Florian 26.02.2007 22:09

Ich habe zu diesem Thema auch noch mal eine Frage.

Gehen wir davon aus, ich habe mich jetzt für eine Archivbox entschieden, es passen aber natürlich mehrere "Stücke" hinein.

Diese hier:

http://jeep.cfasp.de/upload/352651.jpg



Wie sollte man diese ablegen?

(Beispiel Urkunde)

Über einander legen bei mehreren?

Wenn ja, trennen? Wie? (evtl. mit einem normalem weißen Blattpapier)

Gruß

Garfield 26.02.2007 22:53

Wenn die Schachteln ganz voll sind, kann man sie stellen, ansonsten aber auf keinen Fall! Stellt man halbvolle Schachteln, gehen die Akten darin kaputt, weil sie sich biegen bzw rutschen. Trennen der Dokumente bringt nur was, wenn das Papier auch säurefrei ist, ein normales weisses Blatt macht also vielleicht nur noch was schlimmer. Fotos hingegen würde ich besser trennen, weil sich die mit der Zeit auflösen und dann aneinander kleben [können].

Eva64 27.02.2007 10:07

Und wenn man dann so sorgfältig lagert, nicht vergessen alle Metallklammern zu entfernen.

Grüßle
Eva

Der_Preuße 27.02.2007 10:56

Hallo Florian,

um ganz sicher zu gehn, kannst du die Dokumente in Klarsichthüllen und dann in den Karton geben :wink:...wenn du die klarsichthüllen weglässt, dann die Dokumente auf jedenfall voneinander trennen, auf keinen fall mit normalem papier sondern mit Pergamynpapier (findste beim Auktionshaus). Für Fotos gilt das gleiche, die jedoch am besten in Pergamynhüllen...da bin ich auch grad bei alles einzutüten :D...achso und am besten die wichtigen vorher einscannen dann hat man alles schon mal hinter sich. (Dokumente sicher auch)

Gruß,
Norman

Edit: Eigentlich klar, aber alles an einem dunklen, trockenen und einigermaßen konstant warmen ort lagern (18-20 °C)

GiselaR 27.02.2007 17:23

Hallo an euch alle,
habe den Thread mit Interesse verfolgt, weil ich demnächst vor genau dieser Frage stehe.
@Silanna: welche Größe haben diese Hüllen, die du benutzt? Habe mir die Seite angesehen, aber nur zu kleine gefunden. Vielleicht habe ich aber auch was wichtiges übersehen.

Was ich brauchen werde, sind Klarsichthüllen (natürlich ohne Weichmacher etc. also "dokumentenecht") bzw. Papierbögen, um Fotos dazwischen zu legen. Dabei meine ich hauptsächlich die ganz alten, die auf Pappkarton aufgeklebt sind und ganz unglaublich ungewöhnlich Formate haben.
Für Schriftdokumente habe ich das Problem, daß sie keinen heutigen Maßen entsprechen (Klarsichthüllenproblem). Also z.B. Gibt es Briefe, Anschreiben, u.ä. unter anderem aus den 30er Jahren, die von der Breite in etwa DIN A4 entsprechen, aber so viel höher sind, daß sie aus jeder Hülle oben rausgucken würden. Dann wieder gibt es solche, die zwar kürzer sind, dafür zu breit (und natürlich auch nicht gedreht reinplassen) :evil:

@Norman: falls das große Auktionshaus im Internet gemeint ist: mit dieser Technik komme ich nicht zurecht, kennt jemand noch andere Bezugsquellen für Privatpersonen?

Zum Schluß noch: ich habe schon in Foren und Listen Diskussionen über Geeignetheit von Klarsichtfolien verfolgt und möchte das hier nicht erneuern. Allerdings ist mir eins aufgefallen: gestern habe ich beim Fotosortieren einige Paßbilder aus den 50ern in damaligen Original-Plastikhüllen gefunden. Die waren intakt und frisch wie am ersten Tag, obwohl sie vermutlich seit 50 Jahren darin ruhten. Nach allem was ich bisher dazu gehört habe müßten sie eigentlich von Weichmachern gradezu zerfressen sein. :?

Viele Grüße
Gisela

Der_Preuße 27.02.2007 18:50

Hallo Gisela,

das mit dem Internetauktionshaus bezog sich nur auf die Pergamynhüllen. Falls Du diese suchst, dann gibts die hier beispielsweise:

http://www.lindner-falzlos.de/eshop2...6234_6296_6318

Oder Du fragst in guten Fotostudios, die haben sowas auch hin und wieder, jedoch nicht gerade günstig.

Grüße.

Silanna 27.02.2007 22:27

Hallo Gisela,

da meine Dokumente nicht so groß sind, reicht mein Bogenalbum in dem Format: 24,5 cm breit- 31,5 cm hoch. (B3)

Das Bogenalbum B6 hat das Format: 34 cm breit - 38 cm hoch. 50 Doppelhüllen für 100 Blätter!

Wenn man weichmacherfreie Klarsichthüllen im großen Format braucht, sind sie einzeln teuer, so um 2 Euro p.St. Oder man besorgt sie sich gebraucht, dann sind sie billiger, aber oftmals mit Schildchen beklebt, die man nicht mehr entfernen kann.

Um meine Fotos zu schützen, besorge ich mir absolut säurefreies Papier in der Buchbinderei oder über den Briefmarkenhändler.

Grüße :)
Silanna

Florian 27.02.2007 22:32

Ganz kurz.

Sind die Bogenalben säurefrei?

GiselaR 27.02.2007 22:56

Hallo Silanna,
danke für deine Nachricht, da hatte ich wohl mal wieder Tomaten auf den Augen. :roll:, das ist ja größer als ich eigentlich brauche. Einen Briefmarkenladen weiß ich auch in meiner Nähe, da kann ich nächste Woche mal vorbeigehen. Jetzt muß ich nur noch ein Zeitungsblatt mit einem Aufsatz über einen meiner Vorfahren verarzten, das Zeitungsblatt ist von 1911, ziemlich riesig und hat jahrzehnte zusammengefaltet in einem Karton verbracht zusammen mit anderem "Kram", entsprechend sieht es an den Knickstellen aus. Na ja, wenigstens ist es mir gelungen, es recht ordentlich fotokopieren zu lassen, der Rest wird sich auch noch finden.
jedenfalls danke
Gruß
Gisela

Silanna 27.02.2007 23:42

Hallo Florian,

da es sich um weichmacherfreie Kunststoff-Folie handelt, kann sie keine! Säure enthalten. Säurefrei betrifft in diesem Zusammenhang nur Papier.

Grüße :)
Silanna

Der_Preuße 28.02.2007 10:28

Wie siehts denn hiermit aus? Schon jmd. Erfahrung mit?

http://www.herlitz.de/webkatalog/her...03#05824008003

Bleibt bloß die umstrittene Frage ob dokumentenecht = weichmacherfrei?

GiselaR 28.02.2007 11:10

Hallo Norman,
ich war mal schnell auf der Seite und weiß jetzt nicht, ob du ein bestimmtes Produkt meinst. Falls es normale Klarsichthüllen betrifft, die kaufe ich im normalen Schreibwarenhandel, auch z.B. diese Marke, und dabei achte ich natürlich darauf, die dokumentenechte Version zu nehmen. Das steht dann drauf, ansonsten nehme ich es nicht. Trotzdem bin ich mir immer unsicher, ob Plastik das optimale ist. Ich habe einige alte Briefe, die in einem jämmerlichen Zustand sind. Es sind jetzt zwar nicht mehrere Umzugskisten voll, aber samt Fotos doch genug, daß ich gut beschäftigt bin (gelinde gesagt). Die dokumentenechten Plastikhüllen nehme ich hauptsächlich für Kopien vom Standesamt, (wegen häufiger Benutzung) die sind unter normalen Umständen wiederbeschaffbar, wenn auch aufwendig und teuer. Bei Fotos und Originalen stehe ich wie gesagt grade vor der Entscheidung..... Mal sehen, was die in dem Briefmarkenladen mir die Tage empfehlen.
Jedenfalls sind Dokumentenechte Klarsichthüllen glaube ich letztendlich eine gute Lösung, und ich bin überzeugt, auch Originale würden darin mindestens Jahrzehnte überdauern. Aber eine kleine Unsicherheit bleibt doch ...
freundliche Grüße
Gisela

Dieter Seeghitz 28.02.2007 12:33

Hüllen für Unterlagen
 
Hallo Betroffene,

soeben komme ich zurück von einem Termin, den ich bei einer Firma wg. Restaurierung und Konservierung von alten Dokumenten hatte.
In meinem Falle geht es um zwei Zeitungsmäntel von 1861 und 1889, auf die meine Ururgroßmutter unter dem Zeitungstitel handschriftliche Vermerke bezüglich ihres Sohnes (meinem Urgroßvater) hinterlassen hat. Diese möchte ich meinem Sohn und den Enkeln erhalten.
Das Unternehmen, bei dem ich um Rat gesucht habe, befasst sich mit der Entsäuerung von Papier. Säure ist ja am Zerfall von alten Schriftstücken schuld. Leider ist man dort für Behandlung von Lose-Blatt-Dokumenten technisch nicht eingerichtet, verwies mich aber an eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat. Papier wird dort entsäuert und mittels speziellem Verfahren wieder stabilisiert. Falls jemand parallel die Sache in Angriff nehmen möchte, kann er über PN die Adresse bei mir erfragen.
Von meinen Erfahrungen werde ich hier wieder berichten.
Abzuraten ist in jedem Fall auch von sog. dokumentenechten Plastikhüllen.
So sieht es jedenfalls der Fachmann.

Gruß

Dieter

GiselaR 28.02.2007 16:40

RE: Hüllen für Unterlagen
 
Hallo Dieter,
hat dein Gesprächspartner einen Grund angegeben, warum er von dokumentenechten Klarsichthüllen abrät? Ich bin nämlich auch grade nach Hause gekommen, nachdem ich 3 Gespräche über säurefreie bzw. weichmacherfreie Materialien geführt habe, und zwar jeweils in Papiergeschäften, bzw. Geschäft für Sammlerbedarf. Ich könnte mir denken, ein Grund für Mißtrauen gegenüber dokumentenechtem Kunststoff ist die Tatsache, daß diese Hüllen noch nicht so lange verbreitet sind, man weiß einfach nicht, wie die Unterlagen, die man darin aufhebt, nach 30 - 50 Jahren aussehen. Während es mit Papieren jeglicher Qualität ja hinreichend Erfahrungen bereits gibt (sone und solche halt).

Gruß
Gisela

Der_Preuße 01.03.2007 10:58

Hallo an Alle,

wenn die dolumentechten Hüllen nicht so empfehlenswert sind, stellt sich mir die Frage nach der Alternative ... in Pergamynhüllen? In Archivkartons und mit Pergamyn trennen? Find ich alles nicht so wahnsinnig toll, zumal man die Dokumente jedesmal anfassen müsste um sie zu präsentieren, lesen etc. Das würde ja bei Klarsichthüllen wegfallen.

Man man man, gar nicht so einfach ... mache im Mai nen Praktikum im Landesarchiv Berlin, mal schaune ob ich da was in Erfahrung bringen kann.

Grüße

Dieter Seeghitz 01.03.2007 19:04

Hüllen für die Ewigkeit
 
Guten Abend allerseits,

trotz aller Beteuerungen hinsichtlich weichmacherfrei etc. haben unsere Fachleute und solche, die sich dafür halten, eben keinerlei Langzeiterfahrung mit diesem Medium. Ich erinnere an das liebe Thermopapier der Faxgeräte oder das aktuelle Thema der Datensicherung auf CD-ROM. Jahrelang gepriesen dafür, Daten für die Dauer von 50 Jahren sichern zu können, erweist sich das Versprechen ganz plötzlich als Hirngespinst.
Wenn "unser Preuße" ein Praktikum im Archiv absolviert, ja dann hätten wir einen Späher an der Quelle und ich möchte Dich heute schon bittten, Deine dann dicken Erkenntnisse hier im Forum bekannt zu geben.

Gruß

Dieter

sommereiche111 01.03.2007 19:52

Hülle für alte Unterlagen
 
Hallo,
jetzt habe ich eine Frage zu einem verwandten Thema. Es betrifft ebenfalls den Bereich Archivierung. Ich las bislang, dass das Laminieren von Unterlagen ein hervorragender Weg sei, um diese dauerhaft zu erhalten? Stimmt das? Mittlerweile steht nämlich ein Laminiergerät in meinem Keller.

Freundliche Grüße

sommereiche111

Der_Preuße 01.03.2007 20:08

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Zitat:

Original von Dieter Seeghitz

"unser Preuße"
hehe...das haste ja schön ausgerdrückt :D

Ja klar ... also wenn ich jede Menge in Erfahrung bringe (und das werd ich ja...werd ja auch Archivwissenschaften studieren), werde ich hier alles mitteilen! :wink:

Gruß,
"euer Preuße" :)

Garfield 01.03.2007 20:48

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Zitat:

Original von sommereiche111
Ich las bislang, dass das Laminieren von Unterlagen ein hervorragender Weg sei, um diese dauerhaft zu erhalten? Stimmt das?
Ob das Plastik weichmacherfrei bzw sonst geeignet ist, weiss ich nicht. Aber andere Frage: Willst du [alte, wertvolle] Originale tatsächlich für immer "verschandeln"?

Zitat:

Original von Der_Preuße
Ja klar...also wenn ich jede Menge in Erfahrung bringe (und das werd ich ja...werd ja auch Archivwissenschaften studieren), werde ich hier alles mitteilen!
Tolle Entscheidung! :)

Ich sitze sozusagen auch an der Quelle, zumindest hat meine Ausbildung neben Bibliothekswesen auch das Archivwesen abgedeckt. Uns wurde halt immer gesagt, am besten vermeide man jeglichen Kontakt mit Plastik und Metall. Kann natürlich schon sein, dass es Spezialplastik gibt, doch mit normalem, unbedruckten (und bestenfalls säurefreiem) Papier, fährt man meiner Meinung nach immer noch am besten. Zumindest haben wir im Archiv Plastikmäppchen immer durch gefaltete normale Papiere ersetzt.

Diese Firma, die auch Einzeldokumente entsäuert: ist das nicht schweineteuer? :schock:

sommereiche111 01.03.2007 22:25

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Zitat:

Original von Garfield

Ob das Plastik weichmacherfrei bzw sonst geeignet ist, weiss ich nicht. Aber andere Frage: willst du [alte, wertvolle] Originale tatsächlich für immer "verschandeln"?
Lieber Garfield,
Du hast ja selbstverständlich recht! Du bringst in der Tat einen sehr ernst zunehmender Einwand! :)
Es soll ja mittlerweise Laminier-Fans geben, die ihren gesamten Schriftwechsel so konservieren. Ob es auch in unseren Reihen solche Individuen gibt? Dem gilt es doch entschieden vorzubeugen! :!

In der Tat stellt sich die Frage nach Alternativen, CDs verlieren Daten, Dokumentenhüllen sehen schön aus und lassen auch gut repräsentieren. Aber eine gewisse Unsicherheit bleibt. Papiertüten erschweren eine Präsentation und setzen die Dokumente Fingerschweiss, -fett und anderen Schmutzpartikeln aus.
Wie praxistauglich hältst Du folgende Lösung: alle Originale, ob alt oder neu, werden in Papiertüten aufgehoben. Kopien hiervon wandern in einen Ordner und werden dort in Plastikhüllen untergebracht. Mit diesen Kopien könnte dem Bedürfnis nach Präsentation entsprochen werden. Andererseits , und das erscheint mir noch wichtiger, ließen sich die Nachweise für Standesämter und kirchliche Stellen hiermit erstellen, ohne dass die Originale herangezogen und beansprucht werden müssen.

Was meinen eigentlich unsere "alten Hasen" hierzu? Diese müssten doch mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung haben. Insbesondere dann, wenn sie die Forschungsarbeit eines Vorfahren weiterführen. :?

Freundliche Grüße
sommereiche111

GiselaR 02.03.2007 13:12

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Hallo Sommereiche,
überhaupt und besonders zu deiner letzten Frage: schau mal meine Beiträge in diesem Thread vom 27.02., 16:23 und vom 28.02.15:04 (bin einfach zu faul das nochmal zu schreiben). Das gibt Hinweise zum Thema, aber ist keine endgültige Antwort.
Bisher mache ich es so wie oben vorgeschlagen: Kopien ("dokumentenecht", d.h. mit Laserdrucker nicht mit Tintenstrahl) in Klarsichthüllen, "dokumentenecht" bzw. "ohne Weichmacher" steht auf der Packung, wenn man sie kauft. Soweit kein Problem vorerst. Es gibt inzwischen Firmen, die schreiben nicht nur drauf, sondern garantieren gradezu, daß keine Weichmacher drin sind. Ich mach jetzt mal keine Schleichwerbung, hab hier irgendwo den Prospekt, wenn ich ihn finde gebe ich gerne Auskunft.

Bleibt die Frage der Originale, bzw. schwerzubeschaffender Kopien. (siehe frühere Beiträge auch von anderen)

Nach allen "Fachgesprächen", die ich bisher geführt habe, gibt es keine Lösung mit Garantie für die nächsten hundert Jahre. Mit der Idee Papier-/pergamyn-Hüllen habe ich das beste Gefühl. Gegen Schweiß- und Fettkontaminierung gibt es Handschuhe, wie sie auch in manchen Archiven angeblich schon Pflicht sein sollen, bzw. von Archivaren benutzt werden.

Es spricht auch nichts dagegen, Scans auf CD zu brennen (die nehmen fast keinen Platz weg) und gleichzeitig mit einem Laserdrucker auszudrucken (für den Ordner). Wenn dann Daten verloren gehen, bzw. Kopien gelitten haben, kann man 1. rechtzeitig ein Auge darauf haben und Kopien widerholen, 2. die Originale neu einscannen bzw. abfotografieren. Es gibt heute so hochwertige digitale Kameras mit Textmodus!! und für die Originale ist es sicher besser, alle 10 Jahre mal abfotografiert zu werden (ohne Blitz möglich) als 5-10 mal (oder wie oft auch immer) jedes Jahr angefaßt und aus ihrer Papier-/Pergamynhülle geholt zu werden. (wie gesagt, dem dokumentenechten Plastik traue ich auch noch nicht so recht, trotz Garantien). Abfotografieren ist den Originalen sicher auch lieber, als unter den Scanne-Deckel gewurschtelt zu werden. (Nach aller Erfahrung mit Elektronischen Geräten wird diese Technik besser werden, wenn möglich, und dabei eher preiswerter)

Grüße
Gisela

Carlton 02.03.2007 15:04

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Hallo Gisela,

so ähnlich verfahre ich auch. Nur scanne ich die Originale generell und dabei werden sie nicht unter den Scanner-Deckel gewurschelt, sondern nach hochklappen des Deckels ordentlich auf die Glasplatte gelegt usw.usw. :wink:.

Im übrigen habe ich die ältesten mit handgeschriebenen Dokumente aus dem Jahre 1898 - sie haben Deportationen Polen/Russland, Vertreibung Ostpolen/Westpolen und Vertreibung von Westpolen nach Westdeutschland mitgemacht. Sie lagen zumindest die letzten 60 Jahre zusammengerollt in einer Wohnung und sehen völlig korrekt aus und sind (wenn es nich t altrussisch wäre) problemlos lesbar.

Viele Grüße,
Ursula

sommereiche111 02.03.2007 19:11

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Hallo Gisela,
danke für Deine lange Antwort! Deine Threads habe ich durchaus gelesen und stimme mit Dir überein.

Zum Thema selbst bin ich noch am recherchieren und melde mich später noch einmal.

Viele Grüße
sommereiche111

GiselaR 02.03.2007 19:54

RE: Hüllen für die Ewigkeit
 
Hallo Ursula,
ja da hab ich mich wohl ein wenig provokativ ausgedrückt (grins). Ich erinnere mich an einem "Dreikampf! zwischen meinem Scanner, mir und einen reichlich angefressenen (im Wortsinn) Zeitungsblatt von 1911, der endete damit, daß ich in einen copy-Shop gefahren bin. Bei einem Artikel aus einem Personen-Lexikon (mit Bild) hab ich mir das nicht angetan (das wiegt mehrere Kilo und ist ca DIN A2). Seit ich eine digitale Kamera habe, erübrigen sich diese Grenzfälle. handlichere Originale lege ich ebenso gesittet und ungewurschtelt auf meinen Scanner wie du :wink:

Im übrigen kann ich ebenso zu alten Dokumenten sagen, daß sie erstaunlicherweise jahrzenhtelange Aufenthalte in Kellern und Schuppen (Dachboden ist meistens Luxus, weil trockener) und unzählige Umzüge (bei mir teilweise bis zu 5-7) in einem frischen Zustand überstehen, daß man sich nur wundern kann. Dabei möchte ich nochmal an das Foto, das ca 50 Jahre in einer Klarsichthülle überlebt hat, aus einer Zeit, als man noch garnicht wußte, was weichmacherfreie Folien sind.
Andererseits habe ich einige vollständig verdorbene Negative aus den 30-er Jahren, die mit ihren Plastikhüllen verklebt waren. sehr schade!
Gruß
Gisela

PS wenn du mal Hilfe mit deinen "altrussischen" Unterlagen brauchst, schick mir ne mail. Wenn es nicht grade zig Seiten sind, helf ich gerne mal aus.

Garfield 04.03.2007 21:17

Ich habe alle Fotos eingescannt, somit muss ich die nicht mehr anfassen und kann sie auch gleich ins Programm integrieren. Bei Dokumenten habe ich leider noch keine Originale (nur als Scans bekommen), doch da werde ich das wohl auch mit Arbeitskopien lösen. Die Kirchenbücher habe ich alle digital abfotografiert (hat auch Vorteile, wenn man den Pfarrer kennt 8-) ), kann ich sehr empfehlen, die Qualität ist viel besser als bei Fotokopien und wenn man einen billigeren Scanner als Kamera hat, ist auch da die Qualität besser.

Der_Preuße 31.05.2007 19:47

Hallo an Alle,

nachdem ich nun mein sehr interessantes Praktikum im LARCH Berlin hinter mir habe und umfassene Gespräche mit der Restauratorin führen konnte, bekommt ihr nun wie versprochen die Ergebnisse direkt von der Quelle:

1. Einigermaßen konstante Temperaturen halten, am besten eine Luftfeuchtigkeit von 50 % ... aber wer kann das schon gewährleisten. Und dunkel und trocken lagern ist ja alles klar.

2. Dokumente/Schriften und ähnliches in sogenannte "Jurismappen", "Archivmappen" oder dergleichen verpacken. Kann auch durchaus alles ungetrennt aufeinander liegen. (Es sei denn auf einem Dokument ist schon Schimmel oder ein Kaffeefleck oder so).

3. Bücher müssen nicht unbedingt extra in Archivkartons, nur wenn man will. Ansonsten reicht sachgerechte Lagerung.

4. Fotos nicht in Pergamynhüllen, sondern am besten in Fotoarchivkartons/-mappen und dann in Archivkartons. Die Pergamynhüllen enthalten Chemikalien damit das Papier durchsichtig wird, diese wirken nach längerer Zeit auf die Fotoschicht ein. Wenn man ein Foto nur um die 20 Jahre gut erhalten will reicht Pergamyn allerdings aus.
Postkarten mit buntem Druck werden genauso wie Fotos behandelt.

5. Wenn ein Dokument/Brief etc. geknickt/gefaltet ist, ist es ratsam es auseinander zu falten, allerdings nicht zu pressen. Das zieht sich von allein mit der Zeit. Briefe besser aus den Umschlägen nehmen (nur wenn diese farbig sind)

6. Vergesst jegliche Art von Klarsichthüllen! Ganz egal ob weichmacherfrei, dokumentenecht oder sonstwas. Das Problem ist folgendes: Alle Papiere enthalten Wasser, wenn sich die Luftfeuchtigkeit im Raum ändert, so tut es dies auch innnerhalb des Papiers - es passt sich an. In einer Klarsichthülle hat das Papier ein eigenes "Biotop" wenn man so will - es kann sich nicht anpassen und "schwitzt" eventuell. Auf jeden Fall nimmt das Dokument Schaden.

7. Für die, die es interessiert: Qualitative CDs und DVDs halten sich bis zu 50 Jahre, bei normalen CDs/DVDs sollte mindestens alle 10 Jahre eine neue Kopie erstellt werden.

Die Restauratorin empfahl mir für die Langzeitarchivierung folgende Firma bei der ihr die oben genannten Materialien nicht ganz günstig erwerben könnt:
http://www.klug-conservation.com/sit...a=1&seite=home

Wenn ihr noch Fragen habt oder irgendwas nicht verstanden habt, sagt bescheid.

Viele Grüße,
Norman

Ursula 31.05.2007 23:41

Zitat:

Original von Der_Preuße6. Vergesst jegliche Art von Klarsichthüllen! Ganz egal ob weichmacherfrei, dokumentenecht oder sonstwas. Das Problem ist folgendes: Alle Papiere enthalten Wasser, wenn sich die Luftfeuchtigkeit im Raum ändert, so tut es dies auch innnerhalb des Papiers - es passt sich an. In einer Klarsichthülle hat das Papier ein eigenes "Biotop" wenn man so will - es kann sich nicht anpassen und "schwitzt" eventuell. Auf jeden Fall nimmt das Dokument Schaden.
Hallo Norman,

danke für Deine Aufklärung.

Ich habe bis jetzt keine Original-Dokumente. Die Kirchenbuch-Kopien und andere Dokumenten-Kopien, die ich habe, sind mir jedoch ebenso viel wert.

Das würde jetzt für mich heißen, alles abfotografieren und in Kartons noch einmal ablegen. Denn ich habe alles, alles in Klarsichthüllen und die in Ordnern, die ich auch immer in die Archive mitschleppe, um immer jederzeit alles nachvollziehen zu können. Auch blättere ich gerne darin, was ja mit der Ablage in Jurismappen nicht so zusammenhängend möglich ist.

Puuuh, das wird eine Aufgabe für lange dunkle Winterabende. Denn sichern will ich meine gesammelten Werke unbedingt.

Viele Grüße
Uschi

Florian 05.07.2007 17:37

Klarsichthüllen
 
Hallo zusammen,

ich stehe kurz vor dem Kauf von ca. 1000 Klarsichthüllen (Din A4) und möchte daher nochmal nachfragen, ob einer von Euch mir eine bestimmte Marke oder ein bestimmtes Produkt nennen kann. Wir hatten diese Diskussion zwar schon einmal in sehr ähnlicher Form, aber das Thema dazu konnte ich nicht auffinden. Naja, wenn einer von Euch einen Tipp hat, wäre mir schon geholfen. Die Klarsichthüllen sollten wie gesagt "weichmacher-" sowie "säurefrei" sein. Den ein oder anderen Katalog dazu habe ich schon durchsucht, nur wie man nun sieht: Ohne Erfolg.

Gruß
Florian

Christian Benz 05.07.2007 18:31

RE: Klarsichthüllen
 
Hallo Florian,

Zitat:

Wir hatten diese Diskussion zwar schon einmal in sehr ähnlicher Form, aber das Thema dazu konnte ich nicht auffinden.
vermutlich meinst du obige Beiträge. Ich habe die Themen daher zusammengefügt.

Zum Thema "Klarsichthüllen" siehe v.a. den Hinweis Nr. 6 im Beitrag von Norman ("Der_Preuße").

Gruß,
Christian

Lavinia 09.07.2007 18:08

Urkunden Laminieren?
 
Hallo Ihr Lieben

Bei Urkunden, Dokumenten ect. Ist ja immer die Aufbewahrung das Problem. Nun zu meiner Frage eine Bekannte von mir hat ihre Unterlagen ZB. Zeugnisse, Laminiert. Ist das wirklich sinnvoll?
Verlängert sich das Haltbarkeintsdatum? Oder werden die Dokumente irgendwann kaputt gehen? Im ersten Moment hört es sich sinnvoll an aber wenn ich länger darüber nachdenke? Ich habe meine Dokumente als Scann auf CD, als Original in einer Archivkiste und nochmal als Kopien zum Nachlesen ect. In einer extra Kiste. Alle meine Fotos sind in Alben eingeklebt.

Ist Laminieren die bessere Lösung?

Liebe grüße Lavinia

Helmut Münch 22.08.2007 12:22

RE: Urkunden Laminieren?
 
Hallo Ahnenforscher,

ich bin der Meinung, daß das Laminieren alter Dokumente, Urkunden, etc. wirklich Sinn macht. Keine Flüssigkeiten, Vergilben etc. können hier weniger schnell größeren Schaden anrichten. Ich habe meine Urkunden zudem mehrfach kopiert. Zum besseren Übersetzen von Sütterlin rege ich die Vergrößerung der Dokumente an. Hat mir auch schon wertvolle Dienste geleistet. Auf jeden Fall rate ich zu guten Folienschutzumschlägen.

Grüße und weiter viel Erfolg!

Helmut

Christian Benz 22.08.2007 12:55

RE: Urkunden Laminieren?
 
Hallo Helmut,

Zitat:

Keine Flüssigkeiten
Man darf die Flüssigkeiten die schon im Papier stecken nicht vergessen. Siehe "Punkt 6" weiter oben.

Zitat aus dem GenWiki:

Zitat:

Was Sie grundsätzlich vermeiden sollten sind Prospekthüllen, die Weichmacher enthalten, Laminierung oder Bekleben mit Klarsichtfolie (einschl. Klebebänder). Metallteile sollten aus den Urkunden entfernt werden.
Gruß,
Christian

Garfield 22.08.2007 20:04

Zudem wird die Urkunde beim Laminieren ja noch leicht erhitzt, das ist auch nicht besonders "gesund".

Bist du sicher, dass laminiertes Papier nicht vergilbt? Wenn es zu viel Sonne abbekommt vielleicht schon?


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