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Astrodoc 29.12.2019 20:11

Ziciorki, Bezirk Łomża, Podlachien, Polen
 
Name des gesuchten Ortes: Ziciorki
Zeit/Jahr der Nennung: 1889
Ungefähre oder vermutete Lage/Region: Lomza/Polen
Ich habe die Datenbanken zur Ortssuche abgefragt [ja/nein]: ja (vielleicht wird's anders geschrieben)


Hallo, allerseits!

Ich suche den Taufeintrag eines meiner Vorfahren, August THOMAS, der etwa 1866 geboren sein müsste. Laut wolhynischem Heiratseintrag (Rozyszcze Nr. 60) von 1889 war er 23 Jahre alt und wurde in Ziciorki, Gouv. Lomza, geboren. Im 2. Heiratseintrag (Wladimir-Wolynsk Nr. 70/1897) ist er 30 Jahre, allerdings ist dann nur noch vom Gouvernement Warschau als Geburtsort die Rede.

Ich finde zwar den Ort Cieciorki bei Lomza, aber weder im evang. Kirchenbuch von Lomza, noch in Paproc Duza taucht der Ortsname auf ... und demzufolge auch nicht der Taufeintrag meines Vorfahren.

Hat jemand noch Ideen, gibt's noch ein anderes Ziciorki?
Und falls ja, welches Kirchspiel wäre zuständig?

Anna Sara Weingart 29.12.2019 21:07

Hi,
es gibt/gab tatsächlich noch einen weiteren Ort dieses Namens im Gouv. Lomza (Gubernia łomżyńska): nämlich der Ort Cieciórki im Powiat makowski.

Dieser ist heute in zwei nebeneinander liegende Orte aufgeteilt:
Cieciórki Włościańskie - https://pl.wikipedia.org/wiki/Cieciórki_Włościańskie
Cieciórki Szlacheckie - https://pl.wikipedia.org/wiki/Cieciórki_Szlacheckie


gehörte zur katholischen Pfarre Czerwonka

Anna Sara Weingart 29.12.2019 21:29

Zitat (google translate):

".... Die größten Siedlungen - im Durchschnitt 24,31 morg. - gehörten den Einwohnern von Sewerynów, darunter auch Siedler aus Preußen. Dąbrówka hingegen war als gemischtes Dorf vergleichbar mit dem vorgestellten Czerwonka...."

"... Cieciórki. Es ist interessant, dass in letzterem, wie im Lexikon definiert, "es eine Kalkmine gab". Vermutlich handelt es sich um Ton, der dort zwischen reichen Kiesablagerungen gefunden wurde. Ein Teil von Cieciórki gehörte wie Zacisze zur Gemeinde Węgrzynowo und zur Gemeinde Płoniawy. Zacisze war Teil des Nachlasses von Młodzianów. Während Słowiki (Słojki), das als entferntestes Dorf zur Pfarrei Czerwonka gehörte, zur Gemeinde Sielc gehörte. Zu dieser Zeit fungierte Ciemniewo als deutsche Kolonie, die zum Dorf Janopole gehörte und auch zur dortigen Pfarrei gehörte. ...

Die Deutschen hatten jedoch ein gutes Verständnis für die örtliche Bevölkerung, da sie hier ungefähr 100 Jahre im Einklang mit den Polen gelebt hatten, ihren Siedlern in Sewerynów und Ciemniewie. Während des Ersten Weltkriegs nach Russland gebracht, kehrten sie nach dem Ende dieser Feindseligkeiten zu ihren Siedlungen zurück und übernahmen sie ohne Probleme, obwohl sie zu dieser Zeit vielen Vertriebenen aus Przasnysz, die zu dieser Zeit zerstört wurden, sowie einigen Einwohnern dieser Seiten als Unterschlupf dienten. In der Zwischenkriegszeit waren die Beziehungen zwischen den Nachbarn gut, obwohl sie in diesen Dörfern die Mehrheit bildeten. Und so lebten in Sewerynów Mały unter den protestantischen Siedlern zwei polnische Familien, nämlich Kostków und Jusiński.
In Sewerynów Duży stand unter den Bauernhöfen eine evangelische Kirche an der Stelle der heutigen Siedlung Bilskie und des früheren Wojciech Rembeliński. Es war eine Holzkirche auf einem Steinfundament und war etwa 12 m lang. Im Inneren befand sich ein Boden aus Betonplatten, und auf dem Altar befand sich ein Bild der Muttergottes. Es gab keinen Pastor im Dorf, aber er kam manchmal aus Pułtusk. Wöchentliche Gebete wurden von einem örtlichen Lehrer namens Janke geleitet. Deutsche Kinder besuchten zusammen mit polnischen Kindern gutnachbarschaftliche Beziehungen zur Schule in Czerwonka. Getrennt davon lernten sie jeden Sonntag nur Deutsch und Religion in einer Holzschule neben der Severinkirche. Niemand, mit dem ich gesprochen habe, erinnert sich an Konflikte zwischen polnischen und deutschen Siedlern oder ihren Kindern bis 1939."

http://www.powiat-makowski.pl/asp/pl...u=222&strona=1

Anna Sara Weingart 29.12.2019 21:49

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 2)
Auf der Karte der deutschen Kolonien (A. Breyer) sind die oben bei Cieciórki erwähnten Orte zu finden:

Astrodoc 29.12.2019 23:04

Liebe Anna Sara!

Vielen vielen Dank für diese Infos ... ein Treffer ins Schwarze!

Aufgrund deiner Angaben habe ich den Eintrag tatsächlich gefunden!!! :D
Im KB Przasnysz hätte ich sonst bestimmt nicht nachgeschaut 8-)


Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen ...
:danke::danke2::sensationell:

Anna Sara Weingart 29.12.2019 23:06

Herzlichen Glükwunsch!

Astrodoc 29.12.2019 23:17

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1233458)
Herzlichen Glükwunsch!


Nochmals DANKE, DANKE, DANKE!!!



Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1233436)
Es gab keinen Pastor im Dorf, aber er kam manchmal aus Pułtusk. Wöchentliche Gebete wurden von einem örtlichen Lehrer namens Janke geleitet.


Spannend ist, dass Augusts Vater August, als Kantor und Dorfschul-Lehrer, in der späteren Zeit in der Region Lublin auch als (Hilfs-/Laien-)Pastor tätig war. Ob er es in Cieciorki "erlernt" hatte? 8-)

Anna Sara Weingart 29.12.2019 23:17

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 2)
Trotzdem lag ich falsch, das ist wiederum ein anderes!!

Es gab noch ein weiteres Cieciórki im Powiat makowski

Anna Sara Weingart 29.12.2019 23:25

In Deinem Taufbuch-Eintrag steht:

Cieciórki
gm. Płoniawy



Da müssen wir erst mal auf historischen Karten schauen, wo genau jetzt dieses Cieciórki lag.
Es ist wie gesagt ein anderes als das von uns beiden vorher vermutete.

Astrodoc 29.12.2019 23:31

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1233462)
Trotzdem lag ich falsch, das ist wiederum ein anderes!!


Egal! Recht gehabt aus falschen Gründen bedeutet trotzdem: Recht gehabt! :D

Ich klicke jetzt auf "gelöst"!


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