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Jettchen 07.08.2013 14:12

Flächenmaß "Acker"
 
Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 18. Jh.
Genauere Orts-/Gebietseingrenzung: Römhild - Grabfeld
Fernabfrage vor der Beitragserstellung genutzt [ja/nein]:
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive, Datenbanken):


Hallo in die Runde,
weiß jemand von euch, wie groß das Maß für 1 "Acker" im Grabfeld war?

Zu Sülzdorf bei Römhild fand ich:
"Jede Hube enthält 16 Acker Feld und 12 Acker Wiesen."

Zu dem alten Maß "Acker" gab es in den unterschiedlichen Gegenden ja ganz verschiedene Größen. Als Zusammenfassung fand ich:
"Acker, früheres deutsches Feldmaß, zwischen 23,87 a und 64,43 a."
Das sind ja beträchtliche Unterschiede!


Ein herzliches Dankeschön
von Jettchen

Kasstor 07.08.2013 14:22

Hallo, Jettchen,

ein Erfurter Acker hat nach dieser Quelle: http://books.google.de/books?id=3Z87...ringen&f=false 36,392 Ar.

Frdl. Grüße

Thomas

Jettchen 07.08.2013 14:43

Danke für die prompte Antwort, Thomas!
Ich habe inzwischen etwas über das Nürnberger Maß gefunden:
"Das Fränkische Ackermaß ist ein Feld von 360 × 120 Nürnberger Fuß, gleich 39,8734 Ar."
Da liegen die Größen des Ackers von Erfurt und Nürnberg ja recht nah beeinander - und das dürfte dann auch fürs Grabfeld passen.
Viele Grüße
von Jettchen

alter Schwede 07.08.2013 19:06

Hallo Jettchen!

Im Jahr 1734 galt in Sachsen-Gotha: 1 Hufe = 20 Acker
1 Hufe (18,552 Hektar) = 20 Acker.

Quelle: Alte Meß- und Währungssysteme / Degener Verlag

Jettchen 07.08.2013 19:36

Hallo alter Schwede,
danke für deine Antwort.
Allerdings habe ich da noch eine Frage dazu:
1 Hufe war doch das Maß, das eine Familie mit einem Pflug bearbeiten konnte.
18,552 ha - wäre das nicht etwas zu viel Land für die damalige Zeit?
Ich habe bei meinen Ahnen einmal mit etwas weniger als 40 ar/Acker nachgerechnet und kam da auf ca. 6 ha Acker und 4,5 ha Wiese. Da dachte ich, das wäre schon zu viel!
Aber wer weiß? Was müssen die Menschen früher geschuftet haben! Da bekomme ich immer mehr Respekt vor den Ahnen.
Viele Grüße
von Jettchen

alter Schwede 07.08.2013 23:09

Hallo Jettchen!
Ich hoffe das hilft dir ein wenig weiter.


Das Wort Hufe oder Hube ist etymologisch mit dem Begriff Hof verwandt. Im Mittelalter diente es noch ganz allgemein zur Bezeichnung bäuerlichen Grundbesitzes, ohne dass eine bestimmte Flächengröße damit genannt werden sollte. Eine Hufe war eben ein gewisser Anteil an den Ländereien eines Dorfes. Zweifellos waren solche Anteile innerhalb einer Gemarkung meistens von gleicher Größe. Sie aber konnte von Dorf zu Dorf schon stark wechseln. Späte bildeten sich solche "Anteilshufe" zu vermessenen "Flächenhufen" und erhielten dabei besondere Namen.
Königshufe, Hakenhufe, Hägerhufe, Landhufe, Priesterhufe, Tripelhufe, Volkshufe, Waldhufe,.
Bei der Festlegung der Größe solcher Flächenhufe bediente man sich ortsüblicher Landmaße.
Da außerdem die Bonität des Bodens berücksichtigt wurde, schwankten die Hufgrößen innerhalb der gleichen Gemarkung erheblich.
Es ist nicht bekannt , wie groß ein Morgen in jedem Einzelfall war. Daher stellen die folgenden Flächenangaben nur Annäherungswerte dar.
Allgemeine Durschnittsangaben.:
1 alemannische Hufe = 18,91 ha 1 fränkische Hufe = 24,2 ha
1 bayerische Hufe = etwa11 - 14 ha 1 niedersächsische Hufe = 7,8 ha
1 flämische Hufe =16,8 ha 1 wendische Hufe = 9,83 ha
Der Hufenacker / Mühlhausen Thüringen entsprach etwa 18,552 ha
ha= Hektar
Quelle: Alte Meß- und Währungssysteme / Degener Verlag

Jettchen 08.08.2013 11:45

Danke alter Schwede!
Da gibt es für mich ganz schön viel zum Nachdenken. Ich bewundere echt die Menschen von früher, wie sie die Qualität des Bodens bereits einberechnet haben!
Viele Grüße von Jettchen


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