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Carolien Grahf 04.04.2021 16:00

Struktur
 
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Fangen wir mit der Grundstruktur an:
Da haben wir das Domstolarkiv (alls was Gericht und Polizei zu tun hat), das Kirchenarchiv, Militärarkiv und alles übrige das nicht in die anderen passt.

Für die Ahnenforschung sind in erster Linie das Kirchenarchiv relevant, da im Grunde alles von den Pfarrern verwaltet wurde. Erst 1901 hat der Staat übernommen, nämlich das Skatteverket (Finanzamt). Je nachdem um welche Mitteilung es sich handelt, wird diese dann vom Skattekontor zur Försäkringskassan (Krankenversicherung) weiter geleitet.

Zurück in die Zeit vor 1901.

AI: Husförhörslängden. Die Bücher sind nach Wohnort sortiert. Socken und die darauf befindlichen Gebäude. Hier schreibt der Pfarrer rein wer wo wohnt, wann die geboren wurden, wo, wann sie zuzugezogen sind oder weggezogen sind, welche geistigen Fähigkeiten haben sie, atteste, Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Notizen sofern erforderlich (im Ermessen des Pfarrers).
HFL (in diesem Fall benuzt) wurden 1898 abgeschafft und durch

AII: Församlingsboken ersetzt. Einträge ab ca 1900.

Dieses Buch beinhaltet keine Bewertung der geistigen Fähigkeiten mehr, sondern listet nicht gesunde Menschen extra auf. Ebenso Heimatlose oder Bewohner des Armenhauses.

Es gibt die Wohnungsbücher. Dort sind die Wohneinheiten (Socken, Haus, Zimmer etc..) beschrieben. eigentümer, Qualität usw..
Ebenso nicht unerheblich für die forschung unsere Bücher über nicht auffindbare Personen. Da kann man drin finden ab wann die Person verschwunden war.
Das Emigrantenregister, Register über Tot erklärte Personen, Flyttningslängden (angewandt in diesem Fall hier), CI: Födelse- och dopböker. Die Geburts- und Taufbücher.

Konfirmationsbücher, Verlobungs- und Heirtasbücher.
Konfirmationsbücher. Beziehungsbücher verheirateter. Tod und Beerdingungsbücher, Socken Ökonomie Rechenschaftsberichte, das gleiche für Schule.

Wichtig für Forscher sind die Bouppteckningar. In diesen Registern stehen die Personen, die Erbberechtgit sind. Wird und wurde für gewöhnlich von einem Beerdigungsinstitut angefertigt. Dieses Register enthält oft wertvolle Angaben zu Vorfahren und Nachkommen.
Dann natürlich die Volkszählungen. Da sieht man auf einen Blick die Familien nebst relevanten weiterführenden Informationen. In diesem Fall hier angewendet.

Neben zig anderen Rigistern und Archiven (eine Menge Militär) noch relevant sind die Mantalslängden. Die gibt es für den Zeitraum 1642-1820 digitalisiert. Der Nachteil dabei ist, dass die jeweilige Kommune entschieden hat welche Informationen darin zu finden sind. Die einen schrieben die Namen komplett, andere nur die Vornamen und andere nur das Geschlecht (2 Söhne). Mann+Frau, sein Beruf, ihr Beruf. Man sieht dort viel über deren Ökonomie, Gesundheit, Alkohol- und Tabakverhalten.

Bis zum Jahr 2000 war die lutherische Kirche von Schweden die Staatskirche des Königreichs. Nach der Trennung von Staat und Kirche hat sie einen besonderen Status behalten, der durch ein spezielles Gesetz geregelt ist.
Wie es in Dänemark ist, weiß ich nicht.

Die Personen / Familien die gestrichen sind, haben die Kommune / Gemeinde / Socken verlassen. Wohin sie gingen sieht man dann im HFL entweder am linken Rand der linken Seite (Tot) oder ganz rechts außen der rechten Seite: umgezogen.

Die Bilder: Beispiel eines Församlingsbuches einer X-belibigen Gemeinde. Bild 1: Schwachsinnige mit genug Verstand um leichte Arbeiten zu verrichten. Bild 2: Idioten, Personen die seit Geburt über wenig bis keinen Verstand verfügen, rechte Seite Taubstumme. Bild 3: Blinde, rechte Seite Lehrer und leitende Schulangestellte. Bild 4: Kinder im Kinderheim.

Chris101 05.04.2021 16:05

Zitat:

Zitat von Carolien Grahf (Beitrag 1357364)
Fangen wir mit der Grundstruktur an:
Da haben wir das Domstolarkiv (alls was Gericht und Polizei zu tun hat), das Kirchenarchiv, Militärarkiv und alles übrige das nicht in die anderen passt.

Für die Ahnenforschung sind in erster Linie das Kirchenarchiv relevant, da im Grunde alles von den Pfarrern verwaltet wurde. Erst 1901 hat der Staat übernommen, nämlich das Skatteverket (Finanzamt). Je nachdem um welche Mitteilung es sich handelt, wird diese dann vom Skattekontor zur Försäkringskassan (Krankenversicherung) weiter geleitet.

Zurück in die Zeit vor 1901.

AI: Husförhörslängden. Die Bücher sind nach Wohnort sortiert. Socken und die darauf befindlichen Gebäude. Hier schreibt der Pfarrer rein wer wo wohnt, wann die geboren wurden, wo, wann sie zuzugezogen sind oder weggezogen sind, welche geistigen Fähigkeiten haben sie, atteste, Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Notizen sofern erforderlich (im Ermessen des Pfarrers).
HFL (in diesem Fall benuzt) wurden 1898 abgeschafft und durch

AII: Församlingsboken ersetzt. Einträge ab ca 1900.

Dieses Buch beinhaltet keine Bewertung der geistigen Fähigkeiten mehr, sondern listet nicht gesunde Menschen extra auf. Ebenso Heimatlose oder Bewohner des Armenhauses.

Es gibt die Wohnungsbücher. Dort sind die Wohneinheiten (Socken, Haus, Zimmer etc..) beschrieben. eigentümer, Qualität usw..
Ebenso nicht unerheblich für die forschung unsere Bücher über nicht auffindbare Personen. Da kann man drin finden ab wann die Person verschwunden war.
Das Emigrantenregister, Register über Tot erklärte Personen, Flyttningslängden (angewandt in diesem Fall hier), CI: Födelse- och dopböker. Die Geburts- und Taufbücher.

Konfirmationsbücher, Verlobungs- und Heirtasbücher.
Konfirmationsbücher. Beziehungsbücher verheirateter. Tod und Beerdingungsbücher, Socken Ökonomie Rechenschaftsberichte, das gleiche für Schule.

Wichtig für Forscher sind die Bouppteckningar. In diesen Registern stehen die Personen, die Erbberechtgit sind. Wird und wurde für gewöhnlich von einem Beerdigungsinstitut angefertigt. Dieses Register enthält oft wertvolle Angaben zu Vorfahren und Nachkommen.
Dann natürlich die Volkszählungen. Da sieht man auf einen Blick die Familien nebst relevanten weiterführenden Informationen. In diesem Fall hier angewendet.

Neben zig anderen Rigistern und Archiven (eine Menge Militär) noch relevant sind die Mantalslängden. Die gibt es für den Zeitraum 1642-1820 digitalisiert. Der Nachteil dabei ist, dass die jeweilige Kommune entschieden hat welche Informationen darin zu finden sind. Die einen schrieben die Namen komplett, andere nur die Vornamen und andere nur das Geschlecht (2 Söhne). Mann+Frau, sein Beruf, ihr Beruf. Man sieht dort viel über deren Ökonomie, Gesundheit, Alkohol- und Tabakverhalten.

Bis zum Jahr 2000 war die lutherische Kirche von Schweden die Staatskirche des Königreichs. Nach der Trennung von Staat und Kirche hat sie einen besonderen Status behalten, der durch ein spezielles Gesetz geregelt ist.
Wie es in Dänemark ist, weiß ich nicht.

Die Personen / Familien die gestrichen sind, haben die Kommune / Gemeinde / Socken verlassen. Wohin sie gingen sieht man dann im HFL entweder am linken Rand der linken Seite (Tot) oder ganz rechts außen der rechten Seite: umgezogen.

Die Bilder: Beispiel eines Församlingsbuches einer X-belibigen Gemeinde. Bild 1: Schwachsinnige mit genug Verstand um leichte Arbeiten zu verrichten. Bild 2: Idioten, Personen die seit Geburt über wenig bis keinen Verstand verfügen, rechte Seite Taubstumme. Bild 3: Blinde, rechte Seite Lehrer und leitende Schulangestellte. Bild 4: Kinder im Kinderheim.

Vielen Dank Carolien,
ich habe mir alles gespeichert. Krass das hier so direkt auf Handicaps eingegangen wird.


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