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Alt 01.01.2021, 15:03
Claire Claire ist offline
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Ob es in Sachsen anders war als in anderen Ländern, weiß ich nicht, aber ich habe auch zwei "Schlawiner" unter meinen hessischen Vorfahren, die der Kirchenbuße unterworfen wurden!

Dazu habe ich bei Wikipedia etwas Erhellendes gefunden:
Von der älteren Lutherischen Kirche wurde zwar die römische Bußlehre verworfen, aber die alte Bußzucht beibehalten und besonders gegen fleischliche Verbrecher geübt. Ihr Vergehen wurde öffentlich beim Gottesdienst vom Geistlichen der Gemeinde verkündigt, während die Delinquenten am Altar knien und dann noch einmal selbst ein öffentliches Sündenbekenntnis ablegen mussten. Erst dann konnten sie die Absolution empfangen und nun mit den übrigen Kommunikanten, doch gewöhnlich zuletzt, am Abendmahl teilnehmen. Nach ihrer weitgehenden Abschaffung suchte die strengere kirchliche Partei ihre Wiedereinführung in Form der Kirchenzucht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenbu%C3%9Fe

Einer meiner beiden Sünder musste sich genau dafür verantworten:
Hans Görge Opfermann konnte Anna Margareta Fricke erst nach erfolgter Kirchenbuße heiraten. Tochter Lucia war 1715 vorehelich geboren worden.

Ein anderer Fall liegt bei Henrich Henckelmann vor, bei ihm heißt es:
"Am 7.10.1681 tat er Kirchenbuße, nachdem er geflucht, er wolle, daß seinen (+) Vater der Donner in der Erde erschlüge."

Ob beide darüber hinaus noch mit einer Geldstrafe belegt wurden, geht aus den Kirchenbüchern nicht hervor.

Ein interessantes Thema! Ich bin gespannt auf weitere "Straftaten"!
Claire
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