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Alt 15.06.2007, 11:42
kathie kathie ist offline weiblich
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Standard Aussetzung von Kindern

Im Jahr 1780 fand man in Oggersheim unter einer Weide nahe einer Lache ein Knäblein von einer "leichtsinnigen unbekannten Mutter"; am 20 August taufte es der Pfarrer bedingungsweise, man gab ihm nach dem Fundort den Namen Buschfelder und die Vornamen Bernhard Adam. - Im August 1790 wurde an der Wallfahrtskirche ein Kind weiblichen Geschlechts ausgesetzt, am 20 August erhielt es ebenfalls bedingungsweise die Taufe und es ist unter dem Namen Elisabeth Eva Lindenbaum eingeschrieben. --- Acht Tage darauf entdeckte man in der Altstadt gleich zwei ausgesetzte Kinder, die Barbara Altstädter und Margarete Altstädter genannt wurden. --- Wiederum in der Altstadt wurde am 19. Mai 1792 ein Mädchen ausgesetzt, das in der Taufe den Namen Katharina erhielt und gleichfalls mit dem Zunamen Altstädter bedacht wurde. --- Auch anderwärts fand man in jenen Jahren viele ausgesetzte Kinder, so z. B. auf der zur reformierten Pfarrei Oggersheim gehörigen Gräfenau 1790 Franz Bildstock und Eva Margareta Wiesenblum. Diese Anhäufung von Findelkindern hängt wohl mit dem damaligen Zeitgeist zusammen, jenem Geiste, von dem Schiller sagt: "Nichts Heiliges ist mehr, es lösen sich alle Bande frommer Scheu."

(Oggersheimer Kirchenbuch)
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