Thema: Zufallsfunde
Einzelnen Beitrag anzeigen
  #29  
Alt 08.03.2010, 10:24
Benutzerbild von Konni
Konni Konni ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 19.08.2008
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 2.997
Standard

Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf 1839

Am 1. dieses Monats ist der 15 1/2 jährige Jakob Ernst Béver, Sohn des Bijouteriehändlers M. Béver zu Metz aus der elterlichen Wohnung verschwunden. In Folge einer mir zugegangenen
Rquisition des Herrn Staats-Prokurators zu Thionville bringe ich das Signalement des Verschwundenen mit dem Ersuchen zur Kenntniß der diesseitigen Polizeibehörden auf denselben zu wachen und falls er ermittelt und nicht im Besitze von Legitimations-Papieren befunden werden sollte, ihn anhalten und mir vorführen zu lassen.

Düsseldorf, den 9. April 1839
Der Ober-Prokurator: Schnaase

Signalement:
Der Béver ist etwa 5 Fuß groß, hat braun gelocktes Haar, eine mittlere Stirn, braune Augen, runde Nase, einen großen Mund, die Lippen sind hoch aufgeworfen, das Gesicht ist oval, das Kinn rund, das rechte Schulterblatt in Folge eines in den Kinderjahren erfolgten Bruches des Schlüsselbeines etwas hervorstehend.
Bekleidung: ein brauner Ueberrock, blaue Beinkleider, braune Weste, mit kleinen gelben Zeichen, Hut und Stiefel.

Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf 1839

Der unten näher bezeichnete Carl Bernhard, welcher aus Frankreich nach Cleve gekommen ist, nirgend einen festen Wohnsitz hat und nicht glaubhaft nachweisen kann wovon er sich ernährt, ist als fremder Landstreicher im verflossenen Monat April von Polizeiwegen über die Gränze gebracht und ihm vor seiner Abführung zu Protocoll eröffnet worden, daß er im Falle der Rückkehr nach § 192. Th. II. Tit. 20. des Allg. Landrechts zweijährige Festungsstrafe verwirkt habe.

Düsseldorf, den 14. Mai 1839

Signalement:
Stand Maurer; Geburtsort Strasburg; Wohnort dito; Religion evangelisch; Alter 27 Jahre; Größe 5 Fuß 5 Zoll; Haare schwarzbraun; Stirn bedeckt; Augenbraunen schwarz; Augen braungrau; Nase spitz; Mund mittel; Bart wenig; Kinn rund; Gesicht oval; Gesichtsfarbe gesund; Statur gesetzt. Besondere Kennzeichen: keine.

Am 6. v. M. wurde dahier ein unbekannter Mensch bettelnd betroffen, der sich als taubstumm gerirt, jedoch lesens und schreibens kundig ist, und über seine Verhältnisse folgendes angibt: er heiße Friedrich Ortmann, sey 28 Jahre alt, gebürtig von Straßburg, Sohn des Schauspielers August Ortmann, und nachdem, schon vor 22 Jahren erfolgten Tod seiner Eltern, von einem andern Schauspieler Namens Hörxt, erzogen worden, mit dem er noch in diesem Sommer herumgereist. Dieser habe ihn aber zu strenge behandelt, und deshalb habe er ihn verlassen. Dieser Mensch behauptet erst in seinem 20. Jahre durch einen Schlagfluß taub und zugleich stumm geworden zu seyn, und kann außer seinem angeblichen Geburtsorte keinen einzigen Ort bezeichnen, wo er mit seinem Pflegevater Hörxt sich aufgehalten, oder den er später passirt hat. Indem ich das Signalement dieses Menschen mittheile, ersuche ich Jedermann, der über ihn nähere Auskunft geben kann, mir solche, sey es direkt, oder durch die nächste Polizeibehörde, baldigst zukommen zu lassen.

Bonn, den 5. September 1839
Der Königl. Prokurator: Eversmann

Signalement:
Alter 25 bis 30 Jahre, Größe 5 Fuß 5 Zoll, Haare braun, Stirne hoch und platt, Augenbraunen braun, Augen dunkelbraun, Nase etwas gespitzt, Mund klein, Zähne gut, Bart wenig und blond, Kinn schief, Gesichtsfarbe blaß, Gesichtsbildung länglich, Statur gesetzt.
Bekleidung: brauner Frackrock mit übersponnenen braunen Knöpfen, blauer Kittel, graue Tuchweste, weiß und gelb geblümtes Halstuch, braungestreifte Sommerhose, braune Mütze mit Schirm und ein Paar Schuhe.
__________________
Viele Grüsse
Konni
Mit Zitat antworten