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Alt 11.06.2011, 19:49
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Verzeichnis der hiessigen Geistlichen

A) Vor der Reformation

Von den katholischen Geistlichen hiessigen Orts habe ich nur die Namen vom folgenden drei erlangen koennen:
1) eines gewissen Johannes, welcher 1355 (und frueher), sodann
2) eines Heinrich von Stodnitz, welcher 1397 als Werdauer Pfarrer erwaehnt wird ind
3) eines Wolf Heidenreich, welcher ganz kurz vor der Reformation (1512) als Messpriester der Fruehmesse oder des Altars zum Leichnam und Blute Christi in hiessiger St. Marienkirche (im Namen des Erfurter Domherrn Nicol Otto) amtirte. Noch sei bemerkt, dass 1523 nicht mehr Nicol Otto, sondern Johann Schiling Inhaber dieses Lehns war.

B) nach der Reformation

1) Pastoren

1/ Johannes Reymann, war ein perseonlicher Freund D. Martin Luther’s, mit dem er auch in Briefwechsel stand und durch dessen Empfehlung er der Ehre gewuerdigt wurde, bei der im J. 1533 in Sachsen gehlatenen Kirchen- und Schulvisitation in Gemeinschaft mit dem beruehmten M. Georg Spalatin als geistl. Visitator verordnet zu werden. Er wurde (wie es scheint 1540) als erster evangelischer Superintendent nach Hain berufen.

2/ Johannes Stumpff, war Pfarrer hier vom J. 1540 bis zu seinem Tode d. 28. December 1549

3/ Johann Angermann von 1550 bis 1579, in welchem Jahre er starb

4/ Martinus Fischer, vorher Rector hier, dann Pfarrer zu Ostrau, hielt seine Pfarrprobepredigt hier im Februar 1580. Nachdem er das Amt 18 Jahre lang gefuehrt, uebergab er dasselbe im J. 1598, und starb den 4. Juni 1600

5/ M. Caspar Pamler, aus Reichenbach gebuertig, war seit 1598 Substitut M. Fischers gewesen, gelangte im J. 1600 zum vollstaendigen Genusse des Diensteinkommens, wurde aber bereits 1607 als Pfarrer nach Schneeberg berufen. Im J. 1614 wurde er Superintendent zu Plauen, wo er im J. 1624 starb.

6/ Abraham Roscher, Sohn des Schleierhaendlers Abr. R. in Schneeberg, wo er 1566 geboren wurde, kam, nachdem er vier Jahre evangel. Prediger in Steiermark gewesen war, als ein Vertriebener nach Sachsen, indem der Kaiser Ferdinand II am 28. September n1598 den Befehl gegeben hatte, alle protestant. Lehrer und Prediger sollten bei Verlust des Leibes und Lebens binnen 8 Tagen die saemmtlichen Erblande raeumen und sich nicht fuerder darin betreten lassen. Erst im J. 1602 fand er eine Anstellung als Pfarrer in Bockwa bei Zwickau. Im. J. 1608 aber kam er als Pastor nach Werdau, wo er d. 22. Juni 1620 starb. Bemerkenswert ist uebrigens, dass bei der Synode, welche der Superint. D. Wolfrum d. 20. Juni 1613 in Zwickau hielt, Roscher die Synodalpredigt uebernahm

7/ M. Johannes Crueger, gebuertig aus Wittenberg, war von 1608 bis 1611 Diaconus in Werdau, in welchem letzteren Jahre er als Pfarrer nach Langenbernsdorf berufen wurde. Nach Roschers Tode ward er im Nov. 1620 zum Werdauer Pastor designirt und trat im J. 1621 sein Pfarramt hier an. Bereits 1627 aber erhielt er den Ruf als Superintendent zu Neustadt an der Orla, wo er im Januar 1640 starb.

8/ M. Johann Eulenaw (Eulenau) war aus Wurzen gebuertig. Sein Vater hiess ebenfalls Johann, seine Mutter Katharina, war Tochter des dortigen Superint. M. Val. Braune. Er hatte in Leipzig studirt, wo er 1613 Bacealaureus und 1615 Magister wurde. Vom 18. Dec. 1617 bis ins J. 1627 war er conrector an der Kreuzschule zu Dresden… Im J. 1627 kam er als Pfarrer hierher, wo er d. 29. Juni 1642 starb.

9/ M. Andreas Ferber, aus Zwickau gebuertig, war Pastor und Adjunct hier von 1642 – 1665, in welchem letzteren Jahre er d. 20. Juni in Carlsbad, wohin er sich zur Wiederherstellung seiner Gesundheit begebn hatte, im 51. Jahre seines Alters vom Tode ereilt wurde. Sein Leichnam ward hierher nach Werdau gebracht u. d. 23. Juni in der Marienkirche beigesetzt.

10/ Christoph Nacke, gleichfalls ays Zwickau, war von 1663 bis 1665 Rectr hier, Im letzterem Jahre ward er Pfarrer und Adjunct allhier und bekleidete dieses Amt bis zu seinem den 6. Mai 1694 im 58. Altersjahre erfolgten Tode. Er wurde ebenfalls in der hiessigen marienkirche beerdigt.

11/ Johann Friedrich Freiessleben aus Steinpleis, woselbst er 9 Jahre lang seines Vater Substitut war. Er erhielt seine Probepredigt als hiesiger Pfarrer den 8. Sonnt. Nach Trinit 1694 und starb als solcher im J. 1705 in seinem 47. Lebensjahre.

12/ Paul Christoph Gilbert de Spaignart, geboren 1655 zu Muehlberg, wurde 1685 Pfarrer im Dorfe Auerbach bei Zwickau und kam 1693 als Diaconus hierher, wo er am 2. Sonnt. Nach der Erscheinung Christi die Probepredigt hielt. Im Juli 1705 ward ihm das erledigte Pastorat allhier swie seiner Zeit die Ephorie-Adjunctur uebertragen. Wegen seiner schwaechlichen Gesundheit aber musste er im 50. Lebensjahre sein Amt niederlegen. Er hielt am 13. Sonnt. N. Trin. 1715 die letzte Predigt, worauf ihm M. Gerog Ritzschmann substituirt wurde, der am 21. Sonnt. n. Trin. Die Probe- und am 1. S. n. d. Erschein. 1716 die Antrittspredigt hielt. Am 23. Jan. 1723 starb P. Gilbert u. wurde d. 27. Jan. in hiesiger marienkirche begraben. (M. Ritzschmann kam hierauf als Pfarrer nach Stracha bei Wittenberg.)

13/ M. Peter Paul Wagner, geb. d. 28. Mai 1673 zu Gersdorf bei Lichtenstein, wo sein Vater, Samuel W., Pfarrer war. Nachdem er im J. 1702 in Wittenberg beim Jubilaeum als Magister promovirt hatte, wurde er im August 1705 als Diaconus nach Werdau berufen und hielt den 30. Octr. d. J. seinen Einzug; im J. 1723 aber ward ihm (nebst Adjunctur) das hiesige Pastorat uebertragen, dass er am 10. Sonnt. n. Trin. Antrat. In Folge seines hohen Alters wurde hm 1) 1750 M. Gottlieb Heinrich Martius substituirt, und nachdem das hiesige Diaconat zu Theil worden war, so wurde 2) 1752 M. Joh. Gotthilf Otto aus Zwickau als Pastor subst. Eingesetzt. Am 23. Apr. d. J. hielten Vormittags M. Otto als solcher und Nachmittags M. Martius als Diaconus ihre Antrittspredigt. Als M. Otto im J. 1760 Pfarrer in Steinpleis wurde (wo er bald starb), folgte der 3. Substitut: M. Gabr. Christlieb Holzmueller. Doch an demselben Tage, wo dieser seine Anzugspredigt hielt, naemlich d. 10. Juli 1760 starb M. Wagner im 98. Lebensjahre, nachdem er hiesiger Gemeinde 55 Jahre lang als Geistlicher vorgestanden hatte, und zwar 18 Jahre als Diakonus und 37 Jahre als Pastor. Im J. 1755 hatte er sein 50jaehriges Amtsjubilaeum begangen. Der Zwickauer Superint. D. Beck hielt ihm am 23. Juli die Leichenpredigt ueber Psalm 84, 11.

14/ M. Christian Gotthelf Stolle, geb. d. 23. Sept. 1723 in Wiesa bei Annaberg, in welchem letzteren Orte sein Vater spaeter als Postmeister lebte, kam im J. 1754 als Diakonus hierher u. trat d. 1. Februar 1761 als hiesiger Pastor sein Amt an. (Nach Absterben des Past. M. Dominicus in Crimmitschau ward er Adjunct der Ephorie). Er starb am Morgen des 3. Pfingsfeiertags (d. 24. Mai) 1774 und ward d. 26. Mai frueh in hiesiger Kirche vor dem Altare in der Stille beigesetzt. Er hinterliess eine Wittwe und drei Kinder.

15/ M. Gabriel Christlieb Holzmueller, geb. d. 29. Jan. 1729 zu Dresden, wo sein Vater gastgeber war, frequentirte die Schule zu Chemnitz, studirte zu Leipzig von 1749 bis 1753 und wurde 1756 als Candidat examinirt. Ordinirt und confirmirt als Past. Subst. Hier d. 8. Juli 1760; trat er das hiesige Diakonat d. 13. December 1760 und das 1774 d. 10. Aug. ihm uebertragene Pastorat d. 27. Nov. 1774 an. Er starb d. 2. Juni, als am 1. Juni Sonnt. n. Trin. 1782 im 54. Lebens- und 22. Amtsjahre, und hinterliess 1 Wittwe, 1 Sohn und 6 Toechter…

16/ M. Johann George Schmidt, im J. 1728 zu Niederalbertsdorf geboren, besuchte von 1741 bis 1745 die Schule zu Gera u. bis 1750 die zu Zwickau u. studirte 1750 bis 1754 zu Leipzig. Von 1757 bis 1776 wirkte er als Rector der Stadtschule zu Koenigstein u. von 1776 bis 1782 als Diakonus zu Zoeblitz. Am 1. Sonnt. n. Trin. 1782 hielt er in Werdau die Probe- u. den 1. Advent d. J. die Anzugspredigt als Pastor (1792 ward er Adjunct der Zwickauer Ephorie). Im J. 1798 legte er freiwillig sein Amt nieder u. es hielt d. 9. Sonnt. n. Trin. d. J. der aelteste Sohn des hiesigen Rect. Engelmann, der Candidat Heinr. Gotthilf Engelmann, seine Probe- u. am 14. October seine Antrittspredigt als Pastor substitus. Schon im J. 1799 aber wurde dieser zum Pfarramte nach Bockwa bei Zwickau designirt. Sein Schwiegervater u. Senior, M. J. G. Schmidt folgte ihm dahin, nachdem ihm 180 Thlr. von den Werdauer Pfarreinkuenften zugesprochen worden waren, u. starb bereits im J. 1800.

17/ M. David Friedrich Schmidt, geb. aus Mueglenz bei Wurzen, war von 1776 bis 1782 Prediger am Zucht- u. Arbeitshause zu Zwickau, von 1782 bis 1800 aber Diakonus in Werdau, als welcher er am Trinitatisfeste 1782 seine Probe- u. am 3. p. Trin. die Anzugspredigt hielt. M J. 1800 wurde ihm das hiesige Pfarramt uebertragen, das er am 2. Februar antrat, aber nicht laenger als 15 Wochen verwaltete; denn schon am 21. Mai 1800 ereilte ihn der Tod.

18/ Gottlieb Goepfert, geboren in Juedenhann im Schoenburgischen, war, ehe er hieher berufen wurde, Diakonus zu Neukirchen bei Crimmitschau, wo er am Reformationsfeste 1784 die Probe- u. am 2. Sonnt. nach Epiph. 1785 die Anzugspredigt gehalten hatte. Im J. 1800 wurde er als Diakonus nach Werdau berufen, u. hielt aicj als solcher d. 6. April d. J. seine Anzugspredigt. Inzwischen ward er, auf besondern Wunsch der Kirchgemeinde Leubnitz – Werdau zum Pfarrer allhier berufen, u. hielt als solcher, anch geendigter Gnadenzeit von P. Schmidt’s Wittwe, d. 1. Maerz 1801 seine Antrittspredigt. Er starb am 13. Februar 1811….

19/ Johann Erdmann Roth war zuerst Pastor in Neusalza bei Plauen, dann in Podelwitz. Als Pastor zu Werdau hielt er am 1. Weihnachtsfeiertage 1811 Vormiitags seine Antritts- u. zugleich Nachmittags seine letzte Predigt, er war sehr krank hierher gekommen u. starb bereits d. 4. Januar 1812 in einem Alter von 59 Jahren 1 Monat u. 3 Wochen.

20/ M. Friedrich Gustav Wange war vorher Pfarrer in Fremdiswalde (Inspection Grimma) und hielt als Pastor zu Werdau den 13. Sept. 1812 die Probe- und den 25. Oct. (22. p. Trin.) d. J. die Antrittspredigt. Er starb als hiesiger Pastor und Adjunct der Ephorie Zwickau den 24. Febr. 1825 im 66. Lebensjahre und wurde den 26. Febr. beerdigt.

21/ Eliefer Fortunatus Roloff hielt den 23. Febr. 1812 die Probe- und den 22. Maerz d. J. die Anzugspredigt als Diakonus in Werdau. Nachdem er das Diakonat 15 ½ Jahr verwaltet hatte, wurde ihm das erledigte Pfarramt allhier nebst der Ephorie-adjunctur uebertragen und er hielt am Michaelisfeste 1825 die Antrittspredigt als Pastor. Kaum hate er aber dieses Amt 2Jjahre bekleidet, so sank er, vom Schlage getroffen, den 14. Nov. 1827 unerwartet und schmerzlos in die Arme des Todes. Er hinterliess eine Wittwe und einen einzigen Sohn.

22/ Wilhelm Ferdinand Baerensprung, geb. d. 18. Mai 1792 in Liebenwerda, wo sein Vater Buergermeister und Apotheker war, wirkte von 1824 bis 1828 als Pfarrer zu Lipitz bei Hubertusburg und hielt zu Michaelis 1828 seine Antrittspredigt als Pastor zu Werdau. Auch ihm wurde die Adjunctur uebertragen. Als aber die Zwickauer ephorie im J. 1837 getheilt wurde, ward er zum Superintendenten der neu gebildeten Ephorie Werdau ernannt und als solcher am 1. Advent d. J. feierlichst eingewiesen. …
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