Einzelnen Beitrag anzeigen
  #10  
Alt 28.08.2008, 23:37
ThelmaLouise ThelmaLouise ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 27.08.2008
Beiträge: 18
Standard

Jetzt musste ich doch schallend lachen. Ich dachte, dass mein Hinweis auf 'außereuropäischen Fürsten' eben nicht die Fantasie der am hiesigen Adel Interessierten weckte.
Nun, da es sich um eine noch lebende Person handelt, möchte ich mir nicht deren Unmut zuziehen.
Dennoch kann ich in etwa Folgendes Preis geben, nicht ohne eine kleine Anekdote voranzustellen:

anlässlich meiner Geburt zog es meine Großmutter im zerbombten Berlin zu einer Wahrsagerin um für mich schon mal Bescheid zu wissen was denn da auf mich zukäme. Unter anderem sagte diese Wahrsagerin voraus, dass ich immer zum Ziel käme, allerdings stets auf Umwegen (aha) und ja, dass ich eines Tages einen Prinzen heiraten würde!
Jawoll, Prinzen!
Nun, meine Großmutter, noch eine Kaiserverehrerin, glaubte, dass eines Tages die Monarchie wieder in Deutschland eingesetzt werde und begann mich darauf 'vorzubereiten'. Ich musste lernen eine Treppe herauf und herab zu schreiten, was ich auch ganz braf auf meinem Schulweg übte an sämtlichen zerbombten Villen, deren Freitreppen noch herausragten aus dem Gestrüpp. Und ja, DEN HOFKNICKS, den lernte ich auch (vermutlich habe ich mir deshalb so früh eine Arthrose im Knie eingefangen?). Mit meinen frühkindlichen Prinzessin Allüren war ich stets etwas sonderbar.

---

In einem weit entfernten Land, das Land mit 20.000 Inseln und 5000 Sprachen, also dort wo der Pfeffer wächst, und die Holländer auch mal Kolonialisten waren, dort gibt es Nachfahren der jeweiligen Inselmächtigen. Deren Machtverhalten unterscheidet sich so gar nicht von den hiesigen Querelen der Adelshäuser.
Die Mutter meines zukünftigen Schwiegervaters, war die 39. (!) Ehefrau des 'regierenden' (unter holländischer Zustimmung) Radschas, im Osten der Hauptinsel. Da keine Frau der anderen den Sohn gönnte (Erbe und Macht) brachten diese sich alle gegenseitig um. GroßSchwiegermama flüchtete hochschwanger auf eine andere Insel, überlebte und ihr Sohn war tatsächlich der letzte männliche Überlebende. Tja, nur die Monarchie und auch die Kolonialmacht waren mittlerweile einer neuen Staatsform gewichen. Das Ansehen bei der Bevölkerung blieb, jedoch nicht die Ländereien und sonstige Annehmlichkeiten jedoch auch keine Verfolgung mehr für Leib und Leben. Ihr Enkel zog es vor in einem kalten Land zu studieren und als dieser endlich eine Frau fand und ihr sagte er sei ein Raden (Prinz), lachte diese und stellte sich als 'Kaiserin von China' vor. Erst der Standesbeamte verlangte vom Bräutigam die Heirats-Erlaubnis des Vaters, der männlichen Anverwandten, des Bürgermeisters und des Senators, dass diese 'morganatische Ehe' auch im Heimatland des Bräutigams anerkannt werde!


P.S. Der Hofknicks ist nichts, gegen die Gepflogenheiten der Bediensteten dort, mit dem Tablett in den Händen auf den Knieen zu rutschen mir den Tee zu servieren um dann wieder rückwärts aus dem Raum zu rutschen! Und goldene Käfige sind scheusslich! Das hätte die Wahrsagerin auch sagen können!

P.P.s. die Kolonisten waren Kolonialisten, das ist schon einige Nummern härter, daher die Editierung.
Mit Zitat antworten