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Alt 27.10.2010, 22:41
AnMark
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wie ich schon mal sagte, kuriose Todesarten hatte ich einige, besonders tragisch finde ich da die Familie meines väterlichen Großvaters mit den vielen Selbstmorden. Mein Ururgroßvater erhängte sich 1884 in Dachboden seines Hauses nach einer Wirtshausschlägerei mit Todesfolge. Er hinterließ bei seinem Tod zwei Töchter im Alter von 17 und 14 Jahren. Die jüngere der beiden ist meine Urgroßmutter. Die ältere heiratete 1890 und bekam eine einzige Tochter, die die Eltern 1920 in eine äußerst unglückliche Ehe drängten. Da sich weder Tochter noch Mutter mit dem Ehemann bzw Schwiegersohn verstanden, ertränkte sich die Mutter 1935 in einer Regentonne, die Tochter wurde danach psychisch krank, kam 1939 in die Irrenanstalt und wurde 1943 euthanasiert.
Meine Urgroßmutter selbst heiratet 1896 nach zwei unehelichen Kindern den Kindesvater und gebahr noch 5 Kinder. Die 3te Tochter strangulierte sich im Alter von 2 Jahren mit der Wiegenschnur. Die älteste Tochter nahm 1930 - nach mündlicher Überlieferung aus Liebeskummer - Rattengift und starb sehr qualvoll. Der zweite Sohn übernahm 1939 den elterlichen Hof, seine Frau erhängte sich zwei Jahre später 3 Tage nach der geburt ihres zweiten Kindes aus einer Wochenbettdepression am Bettpfosten. Er selbst verfiel dann dem Alkohol und erschoß sich 1961 mit einem Jagdgewehr, nachdem bereits seine Mutter (meine Urgroßmutter) 1949 und die jüngste Schwester 1958 sich das Leben durch Ertränken im Feuerlöschteich genommen hatten.
Von der Familie blieb nur mein Großvater und eine Schwester übrig, die nur 5 km auseinander wohnten, sich aber über 30 Jahre nicht sehen konnten, da zwischen beiden Dörfern die BRD-DDR-Grenze verlief. Mein Großvater hatte lange Sehnsucht nach seiner Schwester. 1978 durften wir sie zum erstenmal zum 80 Geburtstag besuchen. Ich kann mich noch gut an das Wiedersehen erinnern und wie meine Großtante geweint hat, als sie davon sprach wie nah sie immer gewesen sei und eine Todesnachricht nach der andern erhalten hätte, aber nie zur Beerdigung kommen durfte. Sie habe immer den Pfarrer gebeten, auf den Kirchturm steigen zu dürfen, da sie von dort aus unseren Friedhof einsehen konnte.
Kurios finde ich noch, dass der Sohn, dessen Mutter sich im Wochenbett das Leben nahm, 1966 als Baggerführer ums Leben kam, als er sich aus der Tür beugte, um sich mit einem Bauarbeiter zu unterhalten, dabei mit dem Ellbogen auf den Türschließknopf kam und sich so den Kopf zerquetschte.
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