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Alt 06.12.2017, 01:05
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Standard 6. Dezember

6. Dezember


Abtrittanbieter



Die Abtrittanbieter gingen, meist maskiert, mit großen Holzeimern durch die Straßen. Die Eimer waren mit Deckeln versehen und an Ketten aufgehängt, die wiederum über ein Joch verbunden waren, so dass man die Ausrüstung über der Schulter tragen konnte. Ferner hatten die Anbieter einen weiten Umhang an. Bei der Notdurftverrichtung schützten sie den Bürger mit dem Mantel oder Umhang vor neugierigen Blicken.


Während es in Rom schon vor zweitausend Jahren öffentliche Toiletten mit Wasserspülung und Schwemmkanalisation gab, geriet diese Errungenschaft − wie vieles aus der Römerzeit − später wieder in Vergessenheit. Erst mit Einführung der Kanalisation (etwa 1842 in London, 1856 in Hamburg) gab es wieder öffentliche Toiletten. Aus hygienischen Gründen war es nach dem Ende des Mittelalters nicht erwünscht, teilweise sogar bei Strafe verboten, seine Notdurft in den Großstädten auf der Straße zu verrichten. Im Mittelalter hatte das Fehlen einer Kanalisation häufig das Entstehen von Seuchen begünstigt. Nach Aufkommen der Kanalisation und der ortsfesten öffentlichen Toiletten verschwand das Berufsbild des Abtrittanbieters wieder.


Der gesammelte Urin wurde nicht unbedingt als Abfall entsorgt, sondern fand in der Salpeterherstellung und in der Gerberei Verwendung. Abtrittanbieter erhielten so neben dem geforderten Lohn für ihren Dienst auch ein Entgelt für den Urin.


Weitere Bezeichnungen waren: Buttenmänner und Buttenweiber oder Madame Toilette.


Quelle: Wikipedia

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Christine
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Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)