#1  
Alt 29.05.2021, 15:21
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Standard Verwandtschaftliche Beziehungen des Curd Koch

Hallo zusammen!

Nun wollte ich mich mal um die Herkunft meines 8xUrgroßvaters Curd Koch kümmern. Er war Halbspänner in Berklingen, aber da ich seine erste Trauung nicht kenne, weiß ich nicht, ob er selbst aus Berklingen stammt, oder ob er von außerhalb in den Halbspännerhof eingeheiratet hat. Den Namen seiner ersten Frau weiß ich leider auch nicht, was mir ohne Frage sehr helfen würde.

Nun gibt es zwei Taufeinträge, deren Informationsgehalt vielleicht nützlich sein könnte.

1667 läßt Curd Koch eine Tochter Anna taufen. Unter den Paten sind "Kochs schwester tochter aus Weverling Anna" und "sein schwager aus Weverling".

Bei der Taufe der Tochter Elisabeth zwei Jahre später finden wir als Paten "Sophia Kochs (Familienname durchgestrichen) ihren (sic!) Schwester tochter aus Weverling" und "Henni Koch sein(en) Bruder in U(e)hr(de)".

Curd Koch scheint also eine Schwester gehabt zu haben, die in Weferlingen lebte. Diese Schwester hatte eine Tochter Anna. Weiterhin hatte Koch einen Schwager in Weferlingen. Möglicherweise war dieser Schwager der Mann von Curds Schwester und Vater von Anna. Daraus lassen sich noch keine Schlüsse auf Curd Kochs Herkunft ziehen. Er könnte durchaus aus Weferlingen stammen, wo es zwei Familien Koch gab: eine Ackermannsfamilie und eine Halbspännerfamilie. Die Kirchenbücher beginnen aber erst 1668, so daß wir Curds Taufe dort nicht finden würden. Ebensogut könnte Curd aber auch anderswo geboren sein und nach Berklingen geheiratet haben, während seine Schwester nach Weferlingen heiratete. Seltsamerweise gibt es in Weferlingen keine Taufe, in der es Hinweise auf einen Paten Curd Koch aus Berklingen gibt. Falls er Pate war, könnte das vor 1668 gewesen sein.

Aus der Taufe von 1669 geht hervor, daß Curd Koch einen Bruder Henni in Uehrde hatte. Somit könnte Curd aus Uehrde stammen. Aber genausogut könnte Henni auch von sonstwo dorthin geheiratet haben. Das wird sich kaum mehr klären lassen, da die Uehrder Kirchenbücher noch später beginnen. Aber was ist mit "Sophia (Kochs) ihren Schwester tochter aus Weverling"? Wie könnte das gemeint sein? Geht es um eine Sophia (Koch), deren Schwester eine Tochter hatte, die in Weferlingen lebte? Oder ist das "ihren" ein Versehen, und Sophia ist gar Curd Kochs Schwester? Es gab eine Sophia Koch, Tochter des Weferlinger Halbspänners Hans Koch, geboren err. 1643. Die heiratete aber aus Weferlingen weg und hatte ohnehin keine Kinder, die 1679 bereits alt genug für das Patenamt waren.

Habt Ihr Ideen zur Deutung?

Vielen Dank und viele Grüße
consanguineus
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  #2  
Alt 30.05.2021, 18:53
Malte55 Malte55 ist offline
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Moin,
von Berklingen gibt es ja mehrere tolle Karten! Wenn man dann eventuelle Steuerregister aus verschiedenen Zeiten dazunimmt, dann kann man doch sicherlich klären wer die Besitzer des Hof 18 waren. Also in Berklingen würde ich anfangen zu klären, wer wo hingehört.
LG Malte
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  #3  
Alt 30.05.2021, 20:01
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Hallo Malte,

welche Karten meinst Du konkret? Steuerregister alleine würden ja auch schon helfen. Mal schauen, was in Wolfenbüttel liegt.

Viele Grüße
consanguineus
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  #4  
Alt 30.05.2021, 22:02
Malte55 Malte55 ist offline
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Die online verfügbaren Karten mit den Besitzern aus dem NLA WO.
Ja gut, wenn die Steuerregister in dieser Gegend ausreichend sind, dann ist ja alles bestens. Ich kenne aber auch verschiedene Orte, die alle möglichen Aufzählungsvarianten bieten wie im UZS(und entgegengesetzt), nach Hofgrößen, von verschiedenen Höfen beginnend und einiges anderes mehr. Durch so was kann es zu Fehlinterpretationen kommen.

Hat man aber den Dreh raus, kalkuliert wüste Höfe und alle möglichen Probleme mit ein, kann sogar schon eine schnöde Liste in einem KB hilfreich sein. Karten sind dann natürlich hilfreich wenn es Probleme bei den Höfezuordnungen gibt.
Bei einem Ort hatte ich ein Steuerregister, eine Militair-Liste und eine Hausnummern-Liste, alle Höfe mit unterschiedlichen Nummern . Nachdem ich alle Hofübergaben verglichen hatte, stellte sich heraus, daß im ältesten Steuerregister ein Hof vergessen wurde. Im KB wurde die Übergabe des Hofes erwähnt, im Register selbst erschien dann aber nur der abgelassene Altsitzer.
LG Malte
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  #5  
Alt 31.05.2021, 06:57
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Ich habe mir die Karten mal angesehen. So schön sie sind: es ist natürlich ungünstig, daß die älteste Karte von 1750 ist, also etwa drei Generationen zu spät. Meine Hoffnung ruht nun auf dem Erbregister, was ja normalerweise seit Mitte des 16. Jahrhunderts immer ergänzt wurde. Die Zuordnung ist da auch nicht immer ganz eindeutig, zumal bei größeren zeitlichen Lücken, aber mir fällt sonst nichts weiter ein.
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  #6  
Alt 31.05.2021, 12:32
Malte55 Malte55 ist offline
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Moin,
mit etwas Beschäftigung mit den Karten kann man schon einige Muster erkennen, wie die Sortierung nach der Hof-Größe und dann im UZS reihum. Durch Verkäufe oder Erbschaften sind einige Mehrfachbesitzer.
Bei den Halbspännern bin ich mir nicht ganz sicher, aber irgendwas paßt da auch nicht so recht.

Die Frage ist natürlich ob das Erbregister ähnlich sortiert ist und dann falls es andere Listen gibt die ohne Berücksichtigung der Hofgröße im UZS sortiert sind.

Ohne weitere Kenntniss der Ortschaft würde ich sagen G-I sind die 3 Ackermänner, K-N die 4 Halbspänner, die 8 GroßKothsassen von O-V. Und natürlich habe ich mich mit dem Hof 18 vertan, der Hof P des Hennig Koch hat die Nr.14 bei der Versicherung und liegt auf Plan 18 und Besitzer 1859 ist Carl Herbst.

Wenn ich das machen müßte, würde ich wohl zuerst in Excel die Nummern der Pläne(also besonders den Ortskern betrefffend 1-ca60) eintragen, da diese schon etwa im UZS sind. Somit fällt es schon leichter die Übersicht zu behalten. Dann jeweils die einzelnen Besitzer zuweisen, eine kleine Kartenskizze hilft meistens auch.
LG Malte
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  #7  
Alt 31.05.2021, 14:28
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo Malte,

man muß ja bei den Versicherungsnummern immer aufpassen, da sie nicht mit den Nummern identisch sind, die bei Dorfbeschreibungen, Erbregistern etc. verwendet werden.

In Berklingen gibt es das spezielle Problem, daß manche Höfe mal als Acker-, mal als Halbspännerhöfe bezeichnet werden. Zeitweise gab es offiziell gar keine Ackerhöfe in Berklingen.

Ich arbeite gerne mit Erbregistern, weil zum einen die Hofgrößen häufig konstant sind, zum anderen die Gutsherren der einzelnen Höfe über die Zeit eigentlich immer dieselben bleiben. Ändert sich, warum auch immer, der Umfang der Ackerflächen, so leibt der Gutsherr doch in der Regel derselbe, jedenfalls für diejenigen Flächen, die vor der Hofvergrößerung schon da waren.

Viele Grüße
consanguineus
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  #8  
Alt 31.05.2021, 19:20
Malte55 Malte55 ist offline
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Nun bei mir sind manchmal sogar Kossaten Ackermänner. Sehr häufig werden die ja auch sorgfältig getrennt, aber eigentlich sind es ja auch alles Ackermänner und sie werden dann nur nach den Hofgrößen in Voll-, Halbspänner, Kossaten, Köther und Anbauer etc. klassifiziert. Das wird sicherlich auch überall anders gehandhabt.

Ob nun Ackerleute oder auch sonstige, der Hang zum kleinerrechnen um weniger Steuern zu zahlen ist doch immer vorhanden.

Der 1. Halbspännerhof 1750 müßte ja K sein, der die Pläne 2 und 12 umfaßt. Von der besonderen Größe vom Plan 12 auch eher ein Halbspänner. Aber das kleine k auf Plan 10 soll 1859 zusammen mit Plan 2 den Halbspänner-Hof abbilden.

Bei den Brinksitzern, die ja erst später dazukamen, ist auf alle Fälle der UZS zu erkennen von klein l-q, einzig das m fehlt welche dennoch eine Brinksitzerstelle sein könnte. Danach kommt mit r der Hirte und dann würde ich für s-w annehmen das es sich um abgelassene handelt die in den jeweiligen Höfen im Altenteil lebten aber noch steuerpflichtige Anteile an der Feldmark hatten.
LG Malte
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