#1  
Alt 07.03.2021, 21:00
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Standard Geldfrage - Wert des Schweizer Franken

Hallo zusammen

Ich lese gerade in Buch über den Zweiten Weltkrieg in Bezug auf die Schweiz. Darin werden Kosten erwähnt von 1945.
6.2 Milliarden Franken und der Hinweis, dass das 2010 31.2 Milliarden gewesen wären.

Preise, Löhne, Strafen, Geld von früher würde auf heute umgerechnet mehr wert zu sein. Man sieht das in Büchern immer wieder.

Aber wie rechnet man das aus? In meiner Schweizer Ahnenforschung geht es unter anderem ums Geld. Zum Teil kommen mir die Beträge sehr klein vor, Zeitraum zwischen 1890 und 1900. Mich würde interessieren, wie ich berechnen kann, wie viel das heute wäre.

Das scheint nicht so einfach zu sein, wenn ich z. B. diesen Artikel lese
https://www.handelszeitung.ch/konjun...-jahren-700864

Steht dort unter anderem irgendwie das Gegenteil: „wäre die Hunderternote von 1914 heute nur noch 9 Franken und 62 Rappen wert.“

Vielleicht kann mir jemand helfen, oder es gibt eine Umrechnungsseite (habe ich jedoch mit Google nicht gefunden).

Danke.
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  #2  
Alt 08.03.2021, 11:15
Benutzerbild von Garfield
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Hallo

Ganz sicher keine einfache Frage. Ganz sicher kommt es auch auf die genauen Jahre und Umstände an, während dem 2. Weltkrieg gab es doch eine krasse Teuerung?

Im Zeitschriftenheft "Alte Schriften Lesen", Heft 4 von 1988 der Berner Zeitschrift Schulpraxis findet sich auf der letzten Seite eine Tabelle, allerdings nur der Wert innerhalb vom System und nicht umgerechnet auf heute.
Zitat:
Man muss unterscheiden zwischen geprägtem Geld und Rechnungsgeld. Im Umlauf waren unzählige in- und ausländische Münzsorten. Zum Rechnen bediente man sich zweier Systeme, zu denen im ausgehenden 18. Jahrhundert noch ein drittes kam:
- das Pfungsystem
- das Kronensystem
- das Franken (=Livre)-system

1. Das Pfundsystem
1 Pfung = 20 Schilling = 240 Pfenninge (= Haller = Heller = Denar)
1 Schilling = 12 Pfenninge

2. Das Kronensystem
1 Krone = 25 Batzen = 100 Kreuzer
1 Batzen = 4 Kreuzer

3. Das Frankensystem
1 Schweizerfranken (Livre Suisse) = 20 sols = 240 deniers
1 sol = 12 deniers
Meine Urgrossmutter hat während dem 2. Weltkrieg im Kanton Bern genau Buch geführt über ihre Verdienste. Beim Kartoffeln ernten / sammeln erhielt sie 1 Franken pro Stunde.
Ebenfalls habe ich Quittungen für das Lehrgeld von meinem Grossonkel. Mein Urgrossvater bezahlte im August 1940 200.- Franken Lehrgeld für ihn, im November 1941 nochmal 300.- Franken. Das ist nun schwierig umzurechnen, ist es doch heute anders rum und man verdient in der Lehre Lohn, anstatt dass die Eltern für die Ausbildung bezahlen.

Ich denke, du musst dir Literatur über lokale Geschichte besorgen, vielleicht findest du dann etwas. Google und Wikipedia hast du schon durch?
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  #3  
Alt 08.03.2021, 12:04
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

vielleicht helfen die Angaben hier: http://www.swistoval.ch/content/beis....html#einstein etwas weiter.

Freundliche Grüße

Thomas
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  #4  
Alt 08.03.2021, 20:06
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Dank euch beiden.

Die Beispiele, und auf dem zweiten Link gibt es so einige, sind hilfreich.

Es existiert also kein einfacher “Umrechner“. Sonst hätte ich oder ihr den schon gefunden. Ich habe kurz mit Google gesucht und auf Wikipedia den Eintrag für die Schweizer Währung.

Meine Geldfragen betreffen 1890-1900, daher nicht den Zweiten Weltkrieg. Ich lese einfach zusätzlich das Buch über den Zweiten Weltkrieg und konnte daraus ein Beispiel hier zitieren wegen dem damaligen und heutigen Wert.

Ich werde daher versuchen mit den vorhandenen Infos und ev. weiteren Beispielen das ca. schätzen zu können.
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  #5  
Alt 08.03.2021, 20:27
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Michael Michael ist offline
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Ilja,
für den Zeitraum ab 1914 gibt es den Landesindex der Konsumentenpreise LIK-Teuerungsrechner des Bundesamts für Statistik.
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Viele Grüße
Michael
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  #6  
Alt 09.03.2021, 19:18
Future-Trunks Future-Trunks ist offline
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Zitat:
Zitat von Ilja_CH Beitrag anzeigen
Das scheint nicht so einfach zu sein, wenn ich z. B. diesen Artikel lese
https://www.handelszeitung.ch/konjun...-jahren-700864
Allerdings geht aus dem verlinkten Artikel klar hervor, dass eine Geldentwertung gemeint ist. Also nicht der Hunderter von damals ist heute 9 Franken wert. Im nächsten Absatz ist es verständlicher und davor ist es verständlicher. Damals bekam man für seinen Franken 10 mal so viel. Also passen die Daten von 1945 und 1914 schon zusammen.
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  #7  
Alt 09.03.2021, 21:16
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Michael und Future-Trunks, auch euch beiden Danke für den Link und den Hinweis.
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  #8  
Alt 19.03.2021, 18:59
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Der Bund 1898 kostete als Abo für die Stadt Bern halbjährlich 8 Franken.
https://www.e-newspaperarchives.ch/?...--------0-----

Und der Bund erschien damals immerhin jeden Tag zweimal (abgesehen vom Sonntag, an dem Tag gab es nur eine Ausgabe).

Pro Monat daher 1.33 CHF. Was am Tag ein Preis von nur ein paar Rappen bedeutete.

Und die Freiburger Nachrichten von Januar 1897 kostete als Abo für die Schweiz jährlich 6.80 CHF. Also pro Monat 0.56 Rappen. Diese Zeitung erschien nur einmal am Tag.

Die Engadiner Post erschien im August 1898 nur viermal. Preis für St. Moritz, wenn die Zeitung selber bei der Expedition abgeholt wird jährlich 4 Franken, halbjährlich 2 Franken.

Für Sendungen ins Ausland jährlich 8 Franken. Inseratenpreise zwischen 10 und 30 Cts. (Cents, heute Rappen).

Dafür sind alte Zeitungen – und die oben verlinkte Seite – natürlich praktisch um direkte Vergleiche mit den heutigen Abopreisen derselben Zeitung anzustellen.

Das ich nicht früher auf die Idee gekommen bin ist mir ein Rätsel.

Heute kostet der Bund Mo bis Sa im Briefkasten geliefert inkl. Unlimitierter Web-Zugriff 579 CHF pro Jahr oder 55 CHF im Monat.
Das wäre 36.18x teuer als 1898.
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  #9  
Alt 20.03.2021, 00:27
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Ich habe auch noch was aus meiner Sammlung:

1948 kostete 1kg Teigwaren 1.- CHF (heute 4.40 CHF), 1 kg Schokoladenpulver kostete 3.- CHF (heute 14.40 CHF) und 200g Block-Schokolade kostete 1.- CHF (heute 4.60 CHF).

Mein Urgrossvater bezahlte für seine Miet-Wohnung (3 Zimmer, Küche, Keller, Estrich, Anteil Garten und Pflanzland) im Jahr 1932 380.- CHF pro Jahr (halbjährlich zu bezahlen), das wären 31.65 CHF pro Monat. Im Jahr 1957 halbjährlich 430.- CHF, das wären 71.65 CHF pro Monat.
1958 waren es für die selbe Wohnung 83.35 CHF pro Monat und 1961 nur noch 50.- CHF pro Monat.
Heute kostet eine Miet-Wohung mit drei Zimmern in selben Dorf zwischen 1100.- und 1300.- CHF pro Monat.

Mein Urgrossvater erhielt im Jahr 1939 138.- CHF Lohn pro Monat und im Jahr 1960 250.- CHF Lohn pro Monat (selbe Firma, selbe Arbeit).

Bei meiner Urgrossmutter hatte ich mich in den Zahlen geirrt: im Sommer und Herbst 1947 erhielt sie für "1 ganzer Tag Kartoffel gebürstet" 10.- CHF und für "1/2 Tag Kartoffeln auflesen" 5.- CHF.


Leider habe ich keine älteren Daten.
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  #10  
Alt 20.03.2021, 16:10
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Garfield, kein Problem, dass du keine älteren Daten hast.

Die Zahlen sind trotzdem sehr interessant.

Wie sich das entwickelt im Laufe der Jahre, erstaunlich.

Danke für die Beispiele.
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