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  #861  
Alt 20.06.2021, 11:39
HelenHope HelenHope ist offline
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Beiträge: 89
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Gerade hat auf facebook jemand einen Artikel aus Belgrad gepostet :

Aus einem Volksglauben heraus wurden die Toten vor der Beerdigung im Sarg festgenagelt.

Nun starb der Schwiegervater eines frisch vermählten Bräutigams scheinbar und der Schwiegersohn besorgte den Nagel und stieß ihn dem vermeintlichen Leichnahm durch die Brust. Der war aber nur scheintot, schrie auf und starb an der Herzdurchbohrung.

Da bekommt jemanden festnageln eine ganz neue Bedeutung (wobei der Spruch evtl mit dem Brauchtum sogar zu tun hat ? )
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  #862  
Alt 21.06.2021, 09:20
Jettchen Jettchen ist offline
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Zwei traurige Todesfälle unter meinen Ahnen, die mir schon unter die Haut gehen:



Im Januar 1751 starb Nicol Sieber in Steinbach a.d.Haide tragisch.
Er hat sich "zu Tode gesoffen" und wurde in dem Haus einer Frau, die Branntwein ausschenkte, tot hinter dem Tisch gefunden.

Was für ein trauriges Leben wird er geführt haben!
Wie alt er genau wurde, weiß ich nicht. Ich vermute knapp 60. Er hatte drei Ehen hinter sich.



1670 wird in Römhild Anna Barbara Müller geb. Schunder im Alter von 40 Jahren als "Hexe und Zauberin" enthauptet und verbrannt. Der Pfarrer hat dies sehr ordentlich im Kirchenbuch nierdergeschrieben. Leider sind keinerlei Akten zu ihrem Prozess aufzuspüren.


Ja, ja - die "guten" alten Zeiten!
Jettchen
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  #863  
Alt 21.06.2021, 13:26
Su1963 Su1963 ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von HelenHope Beitrag anzeigen
Gerade hat auf facebook jemand einen Artikel aus Belgrad gepostet


Moderne Sagen ("urban legends") gab es zwar schon lange vor facebook (z.B. "Die Spinne in der Yuccapalme"), sie gedeihen aber dort ganz besonders prächtig


Gruß, Susanna
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  #864  
Alt 15.07.2021, 16:52
Jen89 Jen89 ist offline weiblich
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Ort: Hannover
Beiträge: 206
Standard Hinrichtung 1710 in Walternienburg

Anno 1710, 8 Octobr
ist Catharina Margaretha Hän-
selin, eines Tagelöhners und Ein-
wohners in Dorenburg, sonsten bey
Prödel gebürtig, allhier decolli-
ret und aufs Rad geflochten
worden, welche ihrem Manne
eine Suppe mit Ratten-Pulver [?]
gekocht, davon auch seiner Mut-
ter gegeben und gleich davon
gestorben; der Mann aber
ist durch filsame Medicamenta
erhalten und wieder curiert wor-
den, nachgehend sich wieder in
den Ehestand begeben.


Archion: Mitteldeutschland: Landeskirchenarchiv Magdeburg > Elbe-Fläming > Walternienburg > Taufen, Trauungen, Beerdigungen 1622-1721
Bild 195
__________________

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  #865  
Alt Gestern, 20:47
SarahEmelie SarahEmelie ist offline weiblich
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Ort: Kreis Kassel
Beiträge: 111
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Gerade in KB von 1652-1718 der Hallig Hooge entdeckt. Der traurige Todesfall ereignete sich im Jahr 1676. Der im Begräbniseintrag erwähnte Schwager Paye Backsen und seine Frau Krincke (die hier nur als Frau von Paye und später als Schwester von Siecke und nicht namentlich genannt wird) sind meine Vorfahren.


"Den 7. Oct. (war der Sonnabend für den 20. Trin. Sonntag) begab sich abermahl ein trauriger Fall: Seicke Bandick Harsens jüngste Tochter war mit ihrer Schwester Vollig (welche morgen Hochzeit halten solle) Brautbette nach des Bräutigams Hause hingegangen. Hier für nun den Abend mit ihrem Schwager Paye Backsen, seiner Frauen und Haye Hansen unter Trommeln und Trompeten Schall frölich und gutes Muhtes auf den Wagen nach Hause fahren, und durch den Damm an ihrem Warfte hindurch kommen, gleitet das Hindertheil des Wagens (weil der Hang wegen des eingefallenen Regens sehr glat) und stürzen da dann in den stinkenden Graben, worin sich die Edel... erg..., zugleich hinein (Haye Hansen war abgetreten den Damen zu eröffnen). Seicke kam unter ihrer Schwester zu liegen, worden doch alsbald alle drei von Haien ... heraus gezogen, und Seike in ihren Eltern Hause gebracht. Anfänglich zwar empfindet sie nichts, begehret man solle ihr die Kleider wieder trocknen, sie gedencke morgen wieder zur Hochzeit zu gehen. Wie sie aber ins Bett gekommen, fühlte sie sich und soll den morgenden Tag nicht erleben. Fällt darauf in ein Schlummern, und bleibet darin lang, in den Tode übereilet, ehe jemand von den Nachbahren dazugekommen, daß es kaum die Mutter, welche ihre Kleider trocknete, und der aufgeweckte Bruder erfahren. O Herr lehr uns bedencken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden! Wurden also die angestellte Freuden in Trauertage und Klagen verwandelt. Der ... ward den folgenden Donnerstag in volckreicher Versammlung in der Kirche ein gesunken, nachdem sie das Licht dieser Welt gewesen 21 Jahre und 23 Wochen."
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  #866  
Alt Gestern, 23:45
Mismid Mismid ist offline
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Registriert seit: 21.02.2009
Beiträge: 618
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Hier noch eine ausgiebige Beschreibung des Tagesablaufs vor dem Tod in Neuenstadt am Kocher



http://www.archion.de/p/8da4e4d625/


1736


d. 21 Oktober Dom. 21. p. Trin. trug sich nachfolgender casus traoicus zu Hl. Joseph Burckhard, hochfürstl. Brunnenmeister, auch Rathsverwandter und Zimmermann allhier, ein guter, feiner Mann, welcher übrigens einen christlichen Wandel führte, doch aber dabei in einer uneinigen Ehe lebte, war schon vor dem morgenlichen Gottesdienst mit seiner Ehfrauen, wegen der Kinderzucht, in einiger Streitigkeit geraten, und beschwerte sich über die selbigen, daß sie ihn vor ihrem Bezänck nicht einmahl zu seinem Gebet einige Ruhe laßen wollte, ginge aber daraufs zur Predigt in die Kirche. Als er nun nach vollendetem Gottesdienst wieder nach Haus kehrte, und mit den Seinigen, doch auch nicht ohne Zanken, die Mittagsmahlzeit eingenommen hatte, überließe ihn ein Bürger von U. Sultzbach, und forderte ihnen etl. Batzen ab, welche er ihm vor 6 Jahren her, wegen Arbeit, noch schuldig geblieben wäre. Seine Ehefrau finge hierüber an, ihn auf ein neues heftig zu schelten, und ob er schon des Zanckens und Haderns dadurch ein Ende machen wollte, daß er zu seinem Eidam (Schwiegersohn) welcher in der unteren Stuben seines Hauses wohnte, und ein Huthmacher war, mit dem Sulzbacher Mann hinunter ginge, um den selbigen daselbsten, durch Ausdehnung eines neuen Huthes, wegen seiner Anforderung zu befriedigen so loeße doch seine Frau ihm auch noch die Stiege hinunter, und continuierte daselbst ihr Zancken und Schelten so lang, bis endlich ernannter Joseph Burkchardt sich von dem Zorn übernehmen ließ, derselbigen ein paar Straiche versetzte und sie von sich zurückstieß, welche sich aber alsbald wieder aufdrapierte und ihm einen solchen Stoß beibrachte, daß er vor sich, mit dem Gesicht auf den dabeistehenden Herd hinfiele, den Hals entzweibrach und als plötzlich ohne noch ein einiges Wort zu sprechen, seinen Geist aufgeben mußte. Gott sey seiner armen Seele um Jesu Chriti Willen gnädig und barmherzig, und laße die so betrübte exempel allen uneinigen Eheleute zur Warnung dienen. Den 23. darauf wurde er ehrlich und christl. begraben, dabei wurde eine Leichenpredigt über Matthäus 24, 41, 42 gehalten worden. Sein Alter war 51 Jahr.
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  #867  
Alt Heute, 06:41
Benutzerbild von LutzM
LutzM LutzM ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 22.02.2019
Ort: Greifswald
Beiträge: 1.128
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Schöne Schilderungen! Danke Euch beiden!
__________________
Lieben Gruß

Lutz

--------------
mein Stammbaum
suche Eising * um 1880 aus/bei Creuzburg/Ostpreußen, sowie (August & Hellmut) Wegner und (Friederike) Lampe * um 1840 aus/bei Kleinzerlang/Prignitz
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sterbefälle , todesursachen

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