#1  
Alt 08.05.2015, 18:10
Benutzerbild von Auf der Suche nach
Auf der Suche nach Auf der Suche nach ist offline weiblich
Benutzer
 
Registriert seit: 29.03.2015
Ort: NRW
Beiträge: 61
Standard Vormund?

Es ist vielleicht nicht ganz das richtige Forum hier für meine Frage, aber kann mir bitte jemand erklären warum man früher einen Vormund brauchte?

In dem konkreten Fall war es so, dass der Mann im Krieg gefallen war und die Frau mit drei Kindern alleine zu Hause war. Aus Erzählungen weiß ich, dass die Kinder ihre Hausaufgaben bei dem sogenannten Vormund abgeben mussten und auch das Geld wurde durch den sogenannten Vormund eingeteilt.

War das immer so oder hatte es in dem Fall konkret mit der Mutter der Kinder zu tun?

Wäre super, wenn mich einer aufklären könnte!

Lieben Gruß
Tanja
__________________
Family - where life begins and love never ends
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 08.05.2015, 18:17
Artsch Artsch ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 14.07.2013
Beiträge: 1.934
Standard

Hallo Tanja,

eine Frau war über sehr lange Zeit im vorigen Jahrhundert nicht voll geschäftsfähig.
Kaum zu glauben, aber wahr.

Beste Grüße
Artsch
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 08.05.2015, 18:26
Benutzerbild von Auf der Suche nach
Auf der Suche nach Auf der Suche nach ist offline weiblich
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 29.03.2015
Ort: NRW
Beiträge: 61
Standard Vormund

Hallo Artsch,

danke für deine schnelle Antwort.
Und das ist die einfache Erklärung dahinter?

Es klingt so normal und nicht wie etwas, wofür man sich hätte schämen müssen!?

Liebe Grüße
Tanja
__________________
Family - where life begins and love never ends
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 08.05.2015, 18:40
Artsch Artsch ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 14.07.2013
Beiträge: 1.934
Standard

Hallo Tanja,

das einzige wofür man sich schämen könnte (möchte), ist die damalige Rückständigkeit der Gesetze.
Der Großteil der Menschen empfanden dies als Normalität und wahrscheinlich sogar als nötig.
Es war ein harter Weg zu den Rechten der Frau von heute.

Beste Grüße
Artsch
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 08.05.2015, 18:44
Benutzerbild von Auf der Suche nach
Auf der Suche nach Auf der Suche nach ist offline weiblich
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 29.03.2015
Ort: NRW
Beiträge: 61
Standard Vormund

Nochmals besten Dank Artsch.

Vielleicht steckte auch etwas anderes dahinter, warum die Mutter sich für den Vormund schämte. Denn die Frage der Kinder nach dem warum, wurde immer mit "Fragt nicht" beantwortet.

Aber das wird man so wohl nicht mehr herausfinden können.

Danke für deine schnelle Hilfe und einen schönen Abend noch!

LG Tanja
__________________
Family - where life begins and love never ends
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 09.05.2015, 11:28
AnnaKukka AnnaKukka ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 17.09.2012
Beiträge: 83
Standard

Hallo Tanja,

schämte sich die Frau für den Vormund als Person oder für ihre Situation? Ich habe eine Frau in der Familie gehabt, deren Mann auch im Krieg gefallen war und sie war nun mit den Kindern allein. Zwar hatte sie keinen Vormund, aber sie schämte sich, weil sie nun allein mit den Kindern dastand. Obwohl sie gar nichts dafür konnte.

Viele Grüße

AnnaKukka
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 09.05.2015, 13:08
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.10.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 9.690
Beitrag

Hallo,
da dürfte mehr dahinterstecken, als allein die Tatsache, dass der Mann tod und die Frau alleine war.
Damit ihr im 20.Jht. die Geschäftstüchtigkeit aberkannt werden konnte, müssten der Mutter doch "Verfehlungen" nachgewiesen worden sein.

Um welche Jahre geht es eigentlich?
Gruss
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 09.05.2015, 14:05
Artsch Artsch ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 14.07.2013
Beiträge: 1.934
Standard

Hallo zusammen,

mir stellt sich noch die Frage, wer war der Vormund?
War es einer aus der Familie, oder von der Behörde (Gemeinde bzw. von der Stadt) eingesetzter Vormund?
Es scheint mir eher so, als hätte es da jemand mit der Machtausübung sehr genau genommen, (oder nehmen müssen).

Beste Grüße
Artsch
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 09.05.2015, 15:19
Benutzerbild von elwetritsche
elwetritsche elwetritsche ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.03.2013
Ort: Guntersblum / Rheinhessen
Beiträge: 904
Standard

Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Damit ihr im 20.Jht. die Geschäftstüchtigkeit aberkannt werden konnte, müssten der Mutter doch "Verfehlungen" nachgewiesen worden sein.
Hallo Anna Sara,

Erst seit dem Grundgesetz 1949 waren Frauen und Männer gleichgestellt.

Frauen wurden in Deutschland erst 1957 voll geschäftsfähig.
Sogar noch bis 1977 brauchten sie die Genehmigung ihrer Ehegatten um einen Beruf ausüben zu dürfen.

Die Vormundschaft über die Halbweisen war also üblich und nicht auf irgendwelche "Verfehlungen" der Frauen zurückzuführen.

Zitat:
Andere frauenspezifische Forderungen und Anträge scheiterten in diesen Jahren, so auch der Versuch einer Reform der Gleichberechtigung in der Ehe. Weiterhin blieb die deutsche Ehefrau in allen familiären Angelegenheiten von ihrem Mann abhängig. Er verfügte über ihren Körper, ihr Vermögen und über ihr Gehalt. Erst am l.Juli 1958 tritt das sog. Gleichberechtigungsgesetz in Kraft. Als wichtigste Änderung gelten die Streichung des Alleinentscheidungsrechts des Mannes in der Ehe, die Einschränkung väterlicher Vorrechte in der Kindererziehung (erst 1979 vollständig beseitigt) und das Recht der Frauen, ihr in die Ehe eingebrachtes Vermögen selbst zu verwalten.
Zitat:


So hieß es noch 1966 in dem "Bericht der Bundesregierung über die Situation der Frau in Beruf, Familie und Gesellschaft":
"Pflegerin und Trösterin sollte die Frau sein; Sinnbild bescheidener Harmonie, Ordnungsfaktor in der einzig verläßlichen Welt des Privaten; Erwerbstätigkeit und gesellschaftliches Engagement sollte die Frau nur eingehen, wenn es die familiären Anforderungen zulassen."
Der Frauentraum vom großen Neubeginn nach 1945 stellte sich schon Mitte der 60er Jahre als eben nur ein solcher heraus - EIN TRAUM -.
https://www.lpb-bw.de/publikationen/...ra/frauen3.htm

Und dass die Vorfahrin von Tanja sich schämte lag durchaus am damaligen Zeitgeist.
In Dokus und Reportagen über die Nachkriegszeit wird immer wieder mal darüber berichtet das es fast eine Schande war, Halbwaise zu sein. Auch wenn der Vater für Führer und Vaterland im Krieg gefallen war.
Aber die Mutter war deshalb Alleinerziehende und das gehörte sich einfach nicht.
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 09.05.2015, 17:08
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.10.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 9.690
Standard

Hallo,
dies sind doch alles nur Mutmaßungen und allgemeine Bemerkungen ohne konkrete Belege.
Ich sehe da leider keinerlei Zitate aus der Rechtsprechung!

Das der Vater Herr im Hause war ist mir bekannt.
Du sagst aber wenig zu unserem Fall. (alleinstehende Mutter)

Meine Oma hat 1945-1960 4 Kinder alleine groß gezogen; ich weiß nichts von Einschränkung ihrer Mündigkeit.


Gruss

Geändert von Anna Sara Weingart (09.05.2015 um 17:13 Uhr)
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:22 Uhr.