#1  
Alt 02.03.2021, 16:00
Werner51 Werner51 ist offline
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Hallo,
Ich hätte gerne eine Kopie eines evangelischen Eheeintrags von 1930 aus Eisenberg Kreis Strehlen (Zeleżnik).

Laut Christoph sind die Standesamtsbücher (zuständig Karisch) verschollen, die ev. KB sollen im Diözesanarchiv Breslau sein.

Vom Diözesanarchiv Breslau erhielt ich die Auskunft, dass für Eisenberg die ev. Kirche Prieborn (Przeworno) zuständig war. Diese KB seien nicht im Diözesanarchiv.

Laut Christoph sind die ev. KB von Prieborn verschollen. Dafür seien die Standesamtsregister der Heiraten 1911-1937 noch im Standesamt Prieborn vorhanden.

Weiß jemand, ob die Standesamtsregister Eisenberg vielleicht auch im Standesamt Prieborn sind (statt Standesamt Karisch wie bei Christoph)? Oder muss ich den Wunsch nach der Eheurkunde aufgeben da verschollen?

Mit besten Grüßen
Werner
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  #2  
Alt 03.03.2021, 15:09
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo Werner,

die Kirche in Eisenberg im Kreis Strehlen war seit 1534 evangelich und lediglich 1819-1867 pfarramtlich mit Riegersdorf verbunden. Stand also nie in Zusammenhang mit Prieborn im Krs. Strehlen.

Im kath. Diözesanarchiv Breslau liegen KB von Eisenberg im Krs. Sprottau/Sagan. Die frühen Jgg. der ev. Pfarrei Eisenberg, Krs. Strehlen, wurden nachweislich als Bestandteil des ev. Centralarchivs vernichtet. Dass spätere Jgg. erhalten blieben, ist mir bisher nicht bekannt. Am besten vertaut mit dieser Gegend war Herr Tscherny u. der wusste nichts von erhaltenen Jgg.

Überhaupt waren ja diese späteren Jgg., hier also 1930, beim Einmarsch der Russen oder vor allem später der Polen noch in Benutzung, wurden in der Sakristei oder im Pfarrhaus aufbewahrt und waren damit natürlich gerade bei den Landpfarreien ohne jeglichen Schutz der Zerstörung ausgeliefert. Erhaltene ev. KB aus den 1930er Jahren von einer schlesischen Landpfarrei sind also etwas sehr seltenes.

Eisenberg gehörte standesamtlich um 1930 sicher zu Karisch. Gerade die Standesamtsregister aus dem Kreis Strehlen blieben jedoch so gut wie gar nicht erhalten. Da muss es also 1945 ff. jemand gegeben haben, der es besonders auf diese Amtsräume bei den Plünderungen abgesehen hatte.

Auf einer Heiratsurkunde aus 1930 findet man lediglich die Geburtsdaten der beiden Brautleute sowie die Trauzeugen. Wenn du also als Ersatz dafür an die Sterbeurkunden der beiden kommen kannst, könnte man den Verlust wohl verschmerzen.

MfG
Manni
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  #3  
Alt 03.03.2021, 17:45
Werner51 Werner51 ist offline
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Hallo Manni,
vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort. Die Sterbeurkunden beider Eheleute habe ich, Ehedatum und -ort sind aus der Sterbeurkunde bekannt. Meine Hoffnung war, dass sich aus der Eheurkunde ein Hinweis ergibt, ob die Mutter des Ehemannes noch lebte, um ihren Tod weiter eingrenzen zu können. Sie starb in oder bei Oels, wo auch nichts aus dieser Zeit erhalten ist.

Dann sieht es bei Strehlen also nicht besser aus als im Raum nordwestlich von Oels, der Herkunft der Vorfahren meines Großvaters. Umso dankbarer muss ich nachträglich meinem Großvater sein, dass er sich 1944 Abschriften der kirchlichen oder standesamtlichen Unterlagen seiner Eltern und Großeltern besorgte, eine Liste mit den Namen und Geburtsdaten seiner Geschwister aufschrieb und alles mit nach Westen nahm. Leider notierte er von seiner Stiefmutter nichts außer dem Namen, die Verbindung war wohl nicht so positiv. Sonst wüsste ich gar nichts über diese Linie meines Großvaters.

Beste Grüße
Werner
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  #4  
Alt 04.03.2021, 22:56
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo Werner,

Zitat:
Zitat von Werner51 Beitrag anzeigen
Meine Hoffnung war, dass sich aus der Eheurkunde ein Hinweis ergibt, ob die Mutter des Ehemannes noch lebte ...
nein, 1930 waren keine Eltern mehr angegeben. Das kam dann erst etwas später wieder. Anbei eine x-beliebige He-Urkunde aus dem Breslauer Standesamt I von 1930.

Ich hatte mal Anfang der 2000er Jahre einen ähnlichen Fall. Vom fraglichen Standesamt und der Pfarrei gab es nichts mehr, habe ich also mühsam ein halbes Jahr bei den Mormonen die KBs der umliegenden Pfarreien abgesucht - so sie denn erhalten blieben. Brachte aber kaum was. Da traf ich einen entfernten Verwandten, dessen Mutter aus Schlesien eine Familienbibel rausgebracht hatte. Am Ende gab es "Formulare", in die man die genealogischen Daten der Familie eintragen konnte. Das ging bis ins 18. Jhd., teilweise waren noch Zettel eingelegt. Da hat wohl jemand in den 1930er Jahren (Ariernachweis oder so) Ahnenforschung betrieben. War eine ganz tolle Sache und mir natürlich eine große Hilfe.

MfG
Manni
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eheregister , eisenberg , strehlen

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