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  #1  
Alt 29.10.2016, 12:21
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Standard Überwindung toter Punkte durch Umkreissuche?

Hallo zusammen,

nach gut 26 Jahren aktiver Forschung ist bei mir der Punkt in Sicht, an dem fast alle Kirchenbücher auf der gesamten Breite der Ahnentafel nach den "direkten" Vorfahren "ausgeforscht" sind. Trotzdem bleiben eine ganze Reihe von Ehefrauenherkunften mangels auffindbarem Heiratseintrag unbekannt, und trotzdem brechen eine ganze Reihe von Namenslinien durch Zuzug von unbekanntem Ort ab, obwohl wir uns noch in der Zeit der Kirchenbücher (also grob: nach 1600/1650) befinden.

Es heißt ja oft, solche toten Punkte seien durch eine Umkreissuche überwindbar: Aufgrund der damaligen Mobilität werde man in 20-50 km Umkreis fündig, bei städtischen Familien in den nächstgelegenen Städten.

Bevor ich mir nun eine solche Mammutaufgabe antue (die ich allerdings auf eine Trauregisterdurchsicht nach den gesuchten Hochzeiten und Familiennamen beschränken würde), wollte ich gern wissen, ob ihr euch schon einmal an soetwas versucht habt. Lohnt sich das oder eher nicht? Ich bin für jede mitgeteilte Erfahrung dankbar.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #2  
Alt 29.10.2016, 12:53
katrinkasper
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Guten Tag,

angesichts der Berufe in deiner bei der Signatur untergebrachten "Gesucht-Liste" wäre der Erfolg mE überschaubar.
Vom Müller mal abgesehen.
Selbst der berufslose Knispel steht aufgrund des zeitlichen Kontexts in Verdacht, mit seinen Eltern eingewandert zu sein.
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  #3  
Alt 29.10.2016, 13:19
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo Katrin,

Zitat:
Zitat von katrinkasper Beitrag anzeigen
angesichts der Berufe in deiner bei der Signatur untergebrachten "Gesucht-Liste" wäre der Erfolg mE überschaubar.
in meiner Gesucht-Liste stehen natürlich nur die toten Punkte, die zeitlich am nächsten liegen. Mehr lässt der Platz in der Signatur auch nicht zu. Insgesamt handelt es sich schon um 421 gesuchte Eheschließungen und sicher ungefähr um noch einmal so viele tote Punkte in Namenslinien.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #4  
Alt 29.10.2016, 14:55
gki gki ist offline
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Hallo Alter Mansfelder!

Ich hab nicht gar so viele Tote Punkte, aber ich hab schon bei einigen versucht, sie in den KB des Umlandes zu finden.

Der Erfolg war bisher mäßig.

Beispiel:

Ich suchte Wolfgang Zinhobl, Wirt am Kopfsberg bei Vornbach am Inn. Ab 1738 dort nachweisbar, kurz vorher ein anderer. 1743 übergibt er offenbar an eine Tochter. Ich hab die umliegenden Pfarren nach Hochzeiten durchsucht: Fehlanzeige. Innseite gewechselt: Auch Fehlanzeige.

Dann konnte ich die Briefprotokolle finden wo die Übernahme der Wirtschaft festgehalten war. Er kam aus Münzkirchen. Dort hatte ich gesucht, aber eben nur nach Hochzeiten... Die Kindstaufen fand ich dann, aber zur vermuteten Zeit der Hochzeit ein Loch in den Büchern.... Dann kann man natürlich nichts finden.

Ich würde also eher am bekannten Ort nach weiteren Quellen abseits der KB suchen.
__________________
Gruß
gki
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  #5  
Alt 29.10.2016, 16:17
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo gki,

danke für das schöne Beispiel. Ähnliche Fälle habe ich auch, in denen mir die Überwindung toter Punkte schon gelungen ist. Oft bringen ja die Paten entscheidende Hinweise. Bei den immer noch gesuchten Personen ist das aber leider nicht der Fall.

Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Ich würde also eher am bekannten Ort nach weiteren Quellen abseits der KB suchen.
In meinem Hauptsuchgebiet, das sich ungefähr mit dem Städtedreieck Quedlinburg-Bernburg-Sangerhausen umreißen lässt, habe ich mir viele Handelsbücher schon angeschaut. Auch da steht eine systematische Auswertung einschließlich der Umkreisämter größtenteils noch an. Da hast Du völlig recht.

An eine Umkreissuche in Kirchenbüchern dachte ich vor allem deshalb, weil ich die meisten Bücher vorher schon einmal in der Hand hatte - das ist aber teilweise viele Jahre her und da war lange nicht der Erforschungsgrad von heute erreicht. Und eine perfekte Durchsicht gerade im Hinblick auf die andernorts offenen Punkte schafft beim ersten Mal niemand. Ich suchte zum Beispiel lange nach der Hochzeit von Christoph Börner (1679-1734), Ackermann und Holzhändler in Alterode. Sie fand sich dann nur zwei Orte weiter mit einer völlig abstrusen Schreibweise seines Nachnamens. Ich hatte sie jahrelang mehrfach schlichtweg überlesen bis es mir irgendwann wie Schuppen von den Augen fiel.

Es grüßt der Alte Mansfelder

Geändert von Alter Mansfelder (29.10.2016 um 16:19 Uhr)
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  #6  
Alt 29.10.2016, 18:44
gki gki ist offline
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Hallo Alter Mansfelder!

Zitat:
Zitat von Alter Mansfelder Beitrag anzeigen
danke für das schöne Beispiel. Ähnliche Fälle habe ich auch, in denen mir die Überwindung toter Punkte schon gelungen ist. Oft bringen ja die Paten entscheidende Hinweise. Bei den immer noch gesuchten Personen ist das aber leider nicht der Fall.
Naja, überwunden hab ich den TP noch nicht, weil mir fehlt ja weiterhin die Eheschließung und damit die Eltern. Paten sind nützlich, wenn man sie denn kennt. Das war hier ja nicht der Fall.


Zitat:
Zitat von Alter Mansfelder Beitrag anzeigen
In meinem Hauptsuchgebiet, das sich ungefähr mit dem Städtedreieck Quedlinburg-Bernburg-Sangerhausen umreißen lässt, habe ich mir viele Handelsbücher schon angeschaut. Auch da steht eine systematische Auswertung einschließlich der Umkreisämter größtenteils noch an. Da hast Du völlig recht.
Da ist halt die Frage was einfacher einzusehen ist, Handelsbücher oder Kirchenbücher.

Grundsätzlich kann es nie schaden, sich eine Archivalie anzuschauen.

Ich nehme ja auch gerne Hochzeiten von Geschwistern der Ahnen mit, wenn ich sie finde.

Zitat:
Zitat von Alter Mansfelder Beitrag anzeigen
An eine Umkreissuche in Kirchenbüchern dachte ich vor allem deshalb, weil ich die meisten Bücher vorher schon einmal in der Hand hatte - das ist aber teilweise viele Jahre her und da war lange nicht der Erforschungsgrad von heute erreicht. Und eine perfekte Durchsicht gerade im Hinblick auf die andernorts offenen Punkte schafft beim ersten Mal niemand. Ich suchte zum Beispiel lange nach der Hochzeit von Christoph Börner (1679-1734), Ackermann und Holzhändler in Alterode. Sie fand sich dann nur zwei Orte weiter mit einer völlig abstrusen Schreibweise seines Nachnamens. Ich hatte sie jahrelang mehrfach schlichtweg überlesen bis es mir irgendwann wie Schuppen von den Augen fiel.
Hehe, solche Erlebnisse hatte ich auch schon, insbesondere weil vor 1700 auschließlich Hofnamen verwendet werden und die Leute nicht unbedingt unter dem Namen heirateten unter dem die Kinder getauft werden.



Also: Ich würde eine Abwägung zwischen Aufwand und Nutzen machen. Bei mir ist der Aufwand für KB gering, da sie online sind, der Aufwand für andere Sachen hoch, da im Archiv. Vielleicht ist es bei Dir anders.
__________________
Gruß
gki
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  #7  
Alt 30.10.2016, 15:51
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo zusammen,

@gki:

Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Also: Ich würde eine Abwägung zwischen Aufwand und Nutzen machen. Bei mir ist der Aufwand für KB gering, da sie online sind, der Aufwand für andere Sachen hoch, da im Archiv. Vielleicht ist es bei Dir anders.
In meinen Forschungsgebieten lässt sich keine solche Schwarz-/Weiß-Differenzierung durchführen, da sich das Gebiet auf verschiedene Landeskirchen (Anhalt, Braunschweig, ehem. Prov. Sachsen, ehem. Thüringen) verteilt und die übrigen Archivalien auch in verschiedenen Staatsarchiven liegen (Wernigerode, Dessau, Magdeburg, Wolfenbüttel).

@all:

Hat noch jemand von euch sich mal mit einer Umkreissuche versucht und kann über seine Erfahrungen berichten? Oder habt ihr eure toten Punkte bereits abgeschrieben und die sich dahinter verbergenden Hunderten von Vorfahren schon aufgegeben?

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #8  
Alt 30.10.2016, 23:50
Benutzerbild von Harald-Arno
Harald-Arno Harald-Arno ist offline männlich
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Ort: Stade
Beiträge: 157
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Hallo Alter Mansfelder,
nach meiner Erfahrung lohnt es sich auf jeden Fall die Suche zu erweitern. Mir hat das sehr oft geholfen. Seit über 20 Jahren suche ich schon eine Sterbeurkunde und war schon am verzweifeln. Nun habe ich durch Erweiterung der Suche und durch ein Buch einen wertvollen Hinweis entdeckt um mit etwas Glück endlich die gesuchte Sterbeurkunde zu finden und zu bekommen.

LG Harald
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  #9  
Alt 31.10.2016, 10:12
bcfrank bcfrank ist offline männlich
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Registriert seit: 11.08.2014
Ort: Berlin
Beiträge: 581
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Hallo Alter Mansfelder,
ich konnte durch Zufall einen toten Punkt in Pommern überwinden (wenn auch nur um eine Generation, wodurch sich jetzt zwei neue tote Punkte auftun...), da einer meiner Vorfahren vor der mir bekannten Ehe (von der keine Urkunde überliefert ist) schon einmal geheiratet hat, und zwar in der Nachbargemeinde, wo die Register den Krieg glücklicherweise überstanden haben. Gezielt danach gesucht hätte ich jetzt nicht, da mein Ahn bei der zweiten Ehe auch gerade mal 27 Jahre alt war und ich keinen Hinweis auf die Vorgeschichte hatte, aber die Indizierung von Ancestry hat mir die Eltern meines Ahnen praktisch auf dem Silbertablett geliefert.
Viele Grüße
bcfrank
__________________
SUCHE: Langfeld im Raum Döbeln/Grimma/Oschatz; Syrotzki in und um Danzig; meinen Großvater (https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=111579) und dessen Vater, Mathematik-Lehrer/Professor Ludwig Frank, Berlin (https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=109514)

BIETE: Auskunft aus KB Münsterberg u. Hertwigswalde i. Schl., Mattern b. Danzig



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  #10  
Alt 31.10.2016, 15:03
Zita Zita ist offline
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Hallo Alter Mansfelder,

ich mache Umkreissuchen nur, wenn es in den betreffenden Pfarren indizierte Matriken gibt, weil sonst der Zeitaufwand für mich einfach zu hoch ist. ich hab da auch schon öfter Erfolg gehabt.

Da meine Vorfahren durchwegs Bauern waren, wähle ich - so wie gki - in der Regel andere Quellen (Grundbücher, Inventare usw.) um weiterzuforschen.

Liebe Grüße
Zita
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