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  #21  
Alt 09.08.2009, 12:38
karlfriedrich
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Dann werde ich wohl versuchen müssen, herauszufinden, wo diese Urkunde verwahrt sein könnte, oder in alten Aufzeichnungen Hinweise auf Bonaventura und Burchard Cotta zu bekommen. 2 Anfragen nach Eisenach habe ich bereits gestern gestellt.
Ich habe aber jetzt schon gesehen, dass es 2 "C(K)ottendorf" gibt. Eines liegt bei Bad Berka und eines bei Stadtilm.
Hier http://www.zeno.org/Schmidt-1902/A/C...h+Freiherr+von
wird wiederum nur erwähnt, dass Cottendorf an der Ilm seinen Namen von den Cottas haben soll. Von Cotta bei Dresden ist als "Eigentum" die Rede, wo ja schon erwähnt wurde, dass es bereits 1328 als Kottowe existierte.

Geändert von karlfriedrich (09.08.2009 um 13:25 Uhr)
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  #22  
Alt 09.08.2009, 14:42
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Hallo rolo,

wenn man den "Quellen" glauben schenken wollte, dann wäre die angebliche Urkunde in den Händen der Stuttgarter Cotta gewesen. Ich selbst habe zu ihnen noch nicht recherchiert aber Du hattest ja schon etwas gefunden, was die Verwandtschaft der Stuttgarter mit den Eisenachern in Zweifel zieht. Um so verwunderlicher wäre es, wenn dann die angebliche Urkunde an die "Württembergische Linie" der Cottas vererbt worden wäre. Aschenbach schreibt ja sogar, dass ihm das auch nur von der Stuttgarter Familie übermittelt wurde. Wäre sie (noch) bei Drucklegung vorhanden, wäre ihm das sicher in Kenntnis gegeben worden.

Es ist schon sehr interessant, dass man sich auch nicht einig wird, was nun wirklich im Besitz der Cottas gewesen sein soll. Alles läuft immer wieder auf den Fälscher Paullini hinaus. Das Sächsische Cotta war es nicht. Cottendorf bei Stadtilm trug seinen Namen ebenfalls schon viel früher. Zu Cottendorf (richtig Köttendorf, auch Kötendorf, Kotendorf) bei Bad Berka, das wäre das im ersten Beitrag bei Tannroda, 80 km von Eisenach entfernte, gibt es eine Urkunde der Geschwister v. Troisdorf von 1253, die folgendes besagt: "Hermanus miles de Cotendorf et filius suus Heinricus ..." (P. Mitzschke: Sigebots Vita Paulinae). Im 14. Jh. war Köttendorf in Besitz des Grafen Otto IX. v. Orlamünde, der seine Rechte daran 1393 an den Landgrafen Baltharsar v.Thüringen verkaufte. Auch hier ist somit ausgeschlossen, dass der Ort seinen Namen durch die Cotta erhielt.

Ich glaube nicht, dass es überhaupt je eine Urkunde gab, die den Bonaventura und seinen Vater Burkhard in einem der genannten Orte als begütert nachweist. Ich habe hier den ganzen Vormittag die verschiedensten Urkundenbücher durchgewälzt, vergeblich, obwohl durchaus einiges zu den Orten zu finden ist. Gäbe es tatsächlich eine, dann würde ich meinen, dass wenigstens einer der Autoren, die über Cotta veröffntlichten, sich konkret darauf bezogen hätte.

Viele Grüße
Hina
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  #23  
Alt 09.08.2009, 15:11
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Hallo Rolo, hallo Hina

im Hoch-/Spätmittelalter funktionierte es doch so, daß Familien – Adelsfamilien ihre Geschlechtsnamen von Orten ableiteten und nicht umgekehrt, oder?
Eine a-Endung ist zudem für Orte im Thüringischen (sowie Sachsen im Osten und Hessen im Westen) recht typisch. Mir klingt das ebenfalls nach einem Herkunftsnamen, welcher Ort auch immer es im Einzelnen war.

Daß das ganze Wappendiplom bei Paullini gefälscht sein könnte, ist mir bereits in den Sinn gekommen. Ich wollte es aber nicht direkt sagen, sonst gilt man immer gleich als Spielverderber.

Man kann sich kaum vorstellen, daß diese bedeutende Familie von der neueren (auch kritischen) Forschung unbeachtet geblieben ist... Hier müssten irgendwelche Erkenntnisse bereits vorliegen.
Bei Familyserach sind die dubiosen Genelogien dazu meist anonym hinterlegt, was die Sache nicht vertrauenswürdiger macht.
Es gibt da jedoch auch Ahnentafeln, die sich bei den infrage gestellten Personen Zurückhaltung auferlegen sowie Autor mit Adresse nennen: siehe z.B. Pedigree zu Jeremias d.A. Cotta von Herrn Dr. Hilmar Bindewald. Es kann hilfreich sein, sich hier in Verbindung zu setzen und den Verfasser einmal nach seinen Erkenntnissen und Erfahrungen zu befragen.

Viele Grüße
Johannes
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  #24  
Alt 09.08.2009, 15:38
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Lieber Johannes,

Du willst mir doch hoffentlich nicht meinen Rang als Spielverderber des Adelsforums ablaufen .

Ich denke auch, da Paullini schon vor langer Zeit als notorischer Betrüger entlarvt wurde, dass nicht weiterhin die Augen zugemacht wurden. Es sollte mich wundern, wenn sich nicht im 20. Jh. mal jemand genauer mit der Urkundenlage auseinander gesetzt haben sollte. Bisher haben wir ja nur Literatur des 19. Jh. gesichtet. Jetzt wäre Eisenach sicher die richtige Adresse.

Mir erschien das auch sehr unwahrscheinlich, dass einer der Orte seinen Namen von den Cottas abgeleitet haben sollte, obwohl sowas durchaus bei einigen von Adelsgeschlechtern neugegründeten Orten vorkam, wenn auch selten. Aber in allen drei Fällen kann das ausgeschlossen werden. Ich gehe hier auch sehr stark von einem ganz normalen Herkunftsnamen, abgeleitet von einem der Orte aus. Aber selbst das muss nicht unbedingt zutreffen. Der Name kann sich genauso, wie die vielen sächsischen und thüringischen Ortsnamen mit Köt-/Kot und div. Schreibweisen, ebenfalls vom slawischen Kot oder Chot (Verpächter) ableiten.

Viele Grüße
Hina
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  #25  
Alt 09.08.2009, 16:11
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Zitat:
Zitat von Hina Beitrag anzeigen
Es sollte mich wundern, wenn sich nicht im 20. Jh. mal jemand genauer mit der Urkundenlage auseinander gesetzt haben sollte.
Jetzt wäre Eisenach sicher die Richtige "Adresse".
Jau. Schon allein wegen der Uschi und ihrem Martin--

ähem, der Ursula Cotta und Luther...

Viele Grüße
Johannes
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  #26  
Alt 09.08.2009, 18:07
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Ja, es ist schon sehr bemerkenswert, wie locker und unkritisch in der Wikipedia der Artikel zu Ursula Cotta verfasst wurde, ausschließlich auf Basis der Literatur des 19. Jh. und wie sollte es auch anders sein - Paullini .
Ehrlich gesagt, sowas bringt mich dann doch ziemlich auf die Palme. Das Lutherjahr 1996 hat es anscheinend nicht gegeben. Jede Wette, dass aus diesem Anlass im Archiv in Eisenach die Hölle los war. Auf der Wartburg hat 1996 das wissenschaftliche Kolloquium "Der Mensch Luther und Sein Umfeld" stattgefunden. Der Tagungsband wurde veröffentlicht und hier hat man sich auch mit Ursula Cotta beschäftigt.

Viele Grüße
Hina

PS: Übrigens frage ich mich die ganze Zeit, wer im Jahre 1940 wohl Interesse daran hatte, die Dissertation von Paulini ins Deutsche zu übersetzen und zu veröffentlichten. Und wieso schmückt sich das Stadtarchiv in Eisenach damit? Sollten hier doch bewusst die Augen zu gemacht worden sein?
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  #27  
Alt 09.08.2009, 19:56
karlfriedrich
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Also bevor hier etwas verbreitet wird, was dann doch nicht stimmt, würde ich mich mit Behauptungen zurückhalten. Es gibt sicherlich noch genug Stammbäume, die nicht 100% sicher sind. Da gibt es also noch einiges zu tun, was - wie am Beispiel dieses Beitrages - auch angegangen werden muss. Die Cottas werden sicherlich über ihre Geschichte Bescheid wissen. Ich trage diesen Namen nicht, meine Anfangsfrage war lediglich, ob es nicht einen ausführlichen Stammbaum gibt, nicht ob irgend etwas gefälscht ist. Das würde ich auch nicht so einfach in den Raum stellen, ohne mir wirklich sicher zu sein. Aber gut, ich werde sehen was sich herausfinden lässt in Eisenach.
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  #28  
Alt 09.08.2009, 21:14
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Hallo rolo,

dann bitte ich herzlich um Verzeihung, dass vor allem ich hier den Thread mit vollkommen unnötiger Quellenkritik aufgebläht habe.

In Beantwortung Deiner eingangs gestellten Frage kann ich nur empfehlen, im Genealogischen Handbuch des Adels, Band 127 der Gesamtausgabe, Freiherrliche Häuser, Band XXII, Ausgabe 2002, einzusehen in den Universitäts- und Landesbibliotheken, nachzuschlagen. Hier ist die Genealogie der Cotter v. Cottendorf mit Stammreihe veröffentlicht.

Viele Grüße
Hina
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  #29  
Alt 09.08.2009, 21:37
karlfriedrich
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Es ist schon ok, das sind ja auch alles Hinweise gewesen, die man bei der Suche beachten sollte. Mir liegt ja auch viel an einer korrekten Ahnenforschung. Und wenn eben Zweifel bestehen, möchte ich sie aus dem Weg räumen. Da ich auf dem Gebiet der Cottas eben Laie bin und auch noch keinen weiteren Forscherkontakt zu Cotta habe, muss ich allein weitermachen und versuchen, die Belege zu sammeln.
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  #30  
Alt 10.08.2009, 01:10
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Hallo rolo,

hier noch ein Literaturtipp, der möglicherweise auch etwas bringen könnte:

Martin Kessler, Die Ahnen der Ursula Schweicker geb. Cotta in Eisenach. Eine kritische Untersuchung zur Problematik der Cotta-Genealogie, in: Genealogie, Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, Band 7, Jg. 13, Heft 3, Degener 1964, S. 113-120.

Sicher ist der Band auch über eine Bibliothek einzusehen.

Viele Grüße
Hina
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