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  #1  
Alt 11.02.2008, 15:52
Juergen Juergen ist offline
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Standard von Flemming in Waldsieversdorf

Hallo Forscher,

meine Mutter und Ihre Geschwister, waren während des 2.WK, mit anderen Verwandten, einige Wochen auf dem Gut des Grafen von Flemming in Waldsieversdorf bei Buckow (märkische Schweiz), wohl in dessen Gesindehaus einquartiert, um den Bombadierungen Berlins zu entgehen.

Ist Euch bekannt um welchen Grafen v. Flemming in Waldsieversdorf es sich dabei handeln kann (Lebensdaten).
Wie gestaltete sich das weitere Schicksal dieser Familie, ist diese 1945 geflüchtet?

Wie kam es eigentlich zu diesen Einquartierungen, wurden diese Quartiere freiwillig bereitgestellt?

Ich glaube, mich interessieren diese Fragen mehr, als die dort damals Einquartierten.

Gruss, Juergen!

P.S.
Vor ein paar Jahren, standen einige dieser maroden Gebäude übrigens zum Verkauf. Leider, war ich finanziell gerade nicht so flüssig ;-)
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  #2  
Alt 12.02.2008, 11:03
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
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Standard RE: von Flemming in Waldsieversdorf

Hallo Jürgen,

es kann sich eigentlich nur um die Familie des Hans von Flemming handeln.
Er bewohnte erst Schloß Buckow und baute dann in Waldsieversdorf seinen neuen Sitz.

Hans von Fleming, * 5.6.1873 Dorphagen, + 18.2.1954 Berlin

1. oo Clementine von Pfuhl, * 5.6.1881 Wilkendorf, + 3.6.1911 Buckow
Aus dieser Ehe gingen die Töchter Dorothea und Clementine hervor.

2. oo Marie Gertrud Luise Bertha Hedwig von Stutterheim, * 2.10.1894 Gotha, + 7.7.1978 Berlin.
Aus dieser Ehe ging der Sohn Felix von Flemming hervor, der 1941 in Afrika fiel.

Zu den Daten von Flemming hier noch Literaturhinweise:
Europäische Stammtafeln, Neue Folge Bd. XXII., Rund um die Ostsee 1 (2005), 106.
Genealogisches Handbuch des Adels, Band 11 der Gesamtreihe, Adelige Häuser A, Band II, Ausgabe 1955.

Da die Familie 1945 wie alle Großgrundbesitzer enteignet wurde, war ein Verbleib in Waldsieversdorf auch für sie nicht möglich.

Im späteren Verlauf des 2. Weltkrieges gab es immer wieder Bombenangriffe auf Berlin und 1945 verlagerten sich die Kampfhandlungen unweigerlich Richtung Berlin. Deshalb wurde ein Teil der Berliner Bevölkerung evakuiert. Das betraf vor allem Frauen und Kinder. Die Einquartierung war nicht freiwillig, es war nunmal Krieg. Überall auf den Gütern gab es diese Einquartierungen, denn nur dort gab es Platz und eine Sicherstellung der Versorgung der Evakuierten.

Viele Grüße
Hina
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  #3  
Alt 12.02.2008, 15:20
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Hina,

vielen Dank, für die interessanten Informationen.
Deine recherchierten Lebensdaten des Hans von Flemming, stimmen mit den wenigen Kenntnissen meiner Mutter, zu dieser Familie v. Flemming, überein.

Ihr war bekannt, dass dieser Graf, damals ein älterer Herr war, dass er 2 Töchter hatte und eine dieser Töchter, auf den Namen Dorothea hörte.

Selbst, dass es sich bei der Gräfin, um die zweite Ehefrau handelte, wusste meine damals etwa 14-jährige Mutter, erstaunlicherweise.

Die Einquartierungen der Berliner Bevölkerung (Frauen u. Kinder) wird wohl dann irgend ein Amt organisiert haben. Der Vater meiner Mutter war ua.
auch für den Luftschutz in seinem Kiez mitverantwortlich. Möglcherweise, konnte er für seine Familie auch den Ort der Einquartierung, auswählen.

Ich nehme an, dass in der näheren ländlichen Umgebung Berlins, keine Verwandtschaft lebte, sonst lag es doch näher, bei dieser Zuflucht zu finden.

Bei meiner konkreten Ahnenforschung, stecke ich bei einigen Linien schon fest, da deren Herkunftsorte betreffend, keine Kirchenbücher überliefert sind. Da darf dann auch schon mal etwas spekuliert werden. Das heisst aber nicht, dass ich annahm, es bestehe eine entfernte Verwandtschaft zu diesen v. Flemming. ;-).

Ein gemeinsamer Herkunftsort wäre so eine Spekulation, welche ich in diesem Fall aber verwerfe.

Ich werde meiner Mutter berichten, dass der Herr Graf immerhin den Krieg überstanden hat.

Liebe Grüsse,
Juergen!
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  #4  
Alt 12.02.2008, 15:39
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Jürgen,

kleiner Nachtrag:
Dorothea von Flemming wurde am 10.9.1909 in Buckow geboren und starb am 15.8.1988 in Münster, Westfalen.
Clementine von Flemming wurde am 23.6.1911 in Buckow geboren und starb am 15.9.1989 in Goldbeck, Kr. Segeberg.

Viele Grüße
Hina
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  #5  
Alt 12.02.2008, 16:27
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Hina,

da Dir einige Quellen, zu den von Flemming vorliegen, noch eine Zusatzfrage.

Handelt es sich bei den von Flemming aus Buckow, um Nachfahren des pommerschen Uradelgeschlechts, dass auch auf Wikipedia erwähnt wird?
http://de.wikipedia.org/wiki/Flemming_(Adelsgeschlecht)

Dank, auch für die Zusatzinformationen zu den Töchtern. Für den Grafen war es sicher bitter, dass sein einziger Sohn in Afrika gefallen ist. Aber dieses Schicksal teilte er mit vielen Vätern.

Liebe Grüsse,
Juergen!

P.S.
Der Link zu Wikipedia, muss zusammengesetzt werden.
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  #6  
Alt 12.02.2008, 17:35
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Hallo Jürgen,

ja, es handelt sich hierbei um die Nahfahren des pommerschen Uradelsgeschlechts. Der bei Wikipedia erwähnte Heinrich von Flemming ist der Urgroßvater in 16. Generation von Hans von Flemming.

Allerdings bin ich über eine Sache etwas stutzig, da Du die Waldsieversdorfer Flemmings als Grafen bezeichnest. Ich habe die komplette Genealogie des Hans von Flemming. Allerdings wurde - zumindest, was die Aufzählung in der Wiki betrifft -, keiner seiner direkten Vorfahren in den Grafenstand erhoben, das betraf andere Linien. Auch bei mir in der Datenbank sind er und seine Vorfahren nicht als Grafen verzeichnet. Allerdings kann es sich auch um einen Fehler bei mir handeln, aber andere Hinweise habe ich auch nirgends gefunden .

Viele Grüße
Hina
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  #7  
Alt 12.02.2008, 21:07
Juergen Juergen ist offline
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hallo Hina,

danke, jetzt bin ich im Bilde, über die von Flemming.
Ob dieser Herr Hans von Flemming tatsächlich einen Grafentitel inne hatte, ist mir nicht bekannt. Er wird doch nicht etwa hochgestapelt haben...?
Vielleicht dichteten auch seine Untergebenen usw. Ihm einen Titel an, den er garnicht in Anspruch nahm.
Sucht man Waldsieversdorf oder Buckow + von Flemming bei Google, findet man ein paar Teffer, wo von "Graf von Flemming" gesprochen wird.

Wenn das Datum bzw. der Ort der Erhebung in den Grafenstand dieser von Flemming, jetzt nicht geklärt werden kann, ist es nicht weiter wild.

Gruss Juergen!
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  #8  
Alt 13.02.2008, 00:24
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Hallo Jürgen,

ich habe noch mal genauer geschaut. Ja, es ist richtig, dass die Herrschaft den Grafen von Flemming gehörte aber nur bis 1897, denn dann verstarb der letzte Graf Edmund Friedrich Ferdinand von Flemming, genau wie seine Brüder, kinderlos. So habe ich es auch in meiner Datenbank, wunderte mich aber schon ein wenig, dass keiner von ihnen Nachkommen gehabt haben sollte. Letztendlich gingen Schloß Buckow und die Besitzungen an Hans von Flemming, der der nichtgräflichen pommerschen Seitenlinie entstammte, über.
Der Titel Graf für Hans von Felmming war tatsächlich nicht gerechtfertigt. Er war übrigens Jurist. In der Bockower Chronik wird er auch nicht mit Graf bezeichnet.

Viele Grüße
Hina
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  #9  
Alt 06.05.2008, 00:28
Juergen Juergen ist offline
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Guten Abend Herr Johannes v.W,

ich habe ihre Schilderung über die von Flemming, mit Interesse gelesen! Es war ja zwar nur eine kleine Episode während des Krieges, meiner Mutter und Ihrer Familie, dass Sie diesen netten Herrn von Flemming eher flüchtig kennen lernten. Ich wunderte mich nur, wieso unsere Familie, ausgerechnet dorthin einquartiert wurde.

Meiner Mutter hatte ich auch bereits berichtet, dass der Hans v. Flemming, doch kein "Jraf" war. Da hatse aber protestiert, und am Ende kam von Ihr, ein: mir doch egal! ;-)
Vor allem war Ihr die Frau v. Flemming als etwas strenge und sparsame Frau in Erinnerung.

Ich suchte noch ein altes Foto, auf welchem auch der Hans v. Flemming dargestellt ist, leider ist es nicht mehr auffindbar.

Mit freundlichen Grüssen,
Juergen!
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  #10  
Alt 27.02.2009, 20:46
artefulas artefulas ist offline
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Guten Abend Juergen, Guten Abend, Herr v.W.,

Ihr Gedankenaustausch zur Familie von Flemming interessiert mich sehr.

Ich wohne in Waldsieversdorf in der Märkischen Schweiz und beschäftige mich intensiv mit der Geschichte des Ortes und damit natürlich auch mit der Familie von Flemming. Mein Großvater war bis zum Kriegsende Oberförster der Schutzforst Buckow. Soweit zu einer ersten Vorstellung.

Bei Interesse und vielleicht zur Einstimmung auf einen weiteren Gedankenaustausch würde ich mich über einen Besuch auf meiner Homepage www.waldsieversdorf-online.de freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Otfried Schröck
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