#201  
Alt 09.03.2021, 20:12
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Tja den Altmärker gibt es nicht mehr. Stattdessen befindet sich an der Stelle ein Reihenhaus-Komplex. Musste mich daran aber auch erst gewöhnen.


LG Silke







Zitat:
Zitat von petobin Beitrag anzeigen
78/79 war doch der Jahrhundertwinter. Silvester hatten wir Karten für den Altmärker Hof und dann war der Strom weg. Gegen 20.00 Uhr kam er für ca eine Stunde wieder, da haben die schnell mal das Essen rausgeschmissen Und gegen 21.== uhr war dann der Strom ganz weg. Zu Haus sassen wir bei Kerzenschein. Naja dann ging es am Montag nach Berlin und von da aus in die Kaserne. Später mussten wir Richtung Borna in die Kohle. Äh wir hatten keine Party. Und diesen Winter vergesse ich mein Lebtag nicht. Denn da war meine Frau das Erste mal mit zu uns gekommen. Und vor Berlin sassen wir noch eine Stunde im Zug fest weil nichts mehr ging.
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  #202  
Alt 09.03.2021, 21:37
Juergen Juergen ist offline
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Kaugummis gab es zunächst im Osten nur diese kleinen eckigen im Blister verpackt, mit Pfefferminz Geschmack, ab wann weiß ich nicht.

Sehr beliebt waren bei uns Kindern nur Kaugummis aus dem Westen, vorallem
auch wenn Sammelbildchen dabei waren. Die haben wir gesammelt und getauscht,
kennt ihr sicher auch.

Meine einzige Westverwandtschaft, packte in Packeten an uns, wenn überhaupt
"nur" die langweiligen Wrigley Spearmint ein, da war ich entäuscht.
Schön die waren auch aus dem Westen, aber nicht so beliebt bei uns.

Witzigerweise wurden OK Kaugummis im Osten in Pinneberg produziert, nur für den Export.
Das Rezept war bekannt, aber ordentliche Kaugummis wurden für den inländischen Markt nicht hergestellt, keine Ahnung warum. Die Kaugummis die man kaufen konnte, lösten sich nach kurzer Zeit ganz eklig beim Kauen in Brei auf.

Auf Reisen mit meinen Eltern ins RGW Ausland, checkte ich dort erstmal,
ob es dort gute Kaugummis gab. In der Regel auch nicht, in Ungarn vielleicht.

Die mit viel Zucker sind sowie so ungesund für Kinder und deren Zähne.

Gruß Juergen

Geändert von Juergen (09.03.2021 um 21:43 Uhr)
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  #203  
Alt 09.03.2021, 21:43
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mesmerode mesmerode ist offline weiblich
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eine schöne Erinnerung muss vor 1954 gewesen sein.
Mein Vater spielte noch Fußball im Nachbarort,
kam nach Haus und dann wurde das Radio angemacht es kam Sport.
Wir hatten ein " neues " Röhrenradio, zum Anfang der Sportnachrichten
kam auf NWDR der Sportpalastwalzer, mein Vater hatte mich auf dem Arm, meine Mutter meinen jüngeren Bruder und der ältere Bruder nahm den Besen, wir tanzten und mein Vater pfiff immer mit. Eine meine schönen Erinnerungen.

Uschi
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  #204  
Alt 09.03.2021, 21:47
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LutzM LutzM ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Juergen Beitrag anzeigen
Kaugummis gab es zunächst im Osten nur diese kleinen eckigen im Blister verpackt, mit Pfefferminz Geschmack, ab wann weiß ich nicht.
Kaugummi aus dem Westen wurde ja wochenlang gekaut. Das ging mit dem Ostzeugs nicht. Wenn man die abends rausnahm und morgens wieder kauen wollte, zersplitterten die wie Glas im Mund. Es waren dann nur noch Brösel, welche sich nicht mehr vereinigen ließen.
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  #205  
Alt 09.03.2021, 22:14
Juergen Juergen ist offline
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@LutzM

nach maximal 3 Stunden haben die Westkaugummis aber auch nicht mehr geschmeckt,
waren aber weiterhin kaubar.
Manche Kinder baten sogar darum den Kaugummi bevor er weggespuckt wird,
doch selbst noch weiterkauen zu dürfen.

Große Blasen zu machen mit den Kaugummis ist scheinbar auch aus der Mode gekommen
bei Kindern und Jugendlichen, live gesehen habe ich das lange nicht mehr.
Im TV bei einem Spot für eine ZDF Produktion sah ich sowas zuletzt, schöne große
blaue Blase mit Platzen am Gesicht klebend.

Sogenannte "Blas-Kaugummis" waren sehr beliebt.
Mit Wrigleys ging das nicht so gut.

Juergen

Geändert von Juergen (09.03.2021 um 22:19 Uhr)
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  #206  
Alt 10.03.2021, 06:08
Juergen Juergen ist offline
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Noch was aus meiner Kindheit Thema Ost West.
Meine Mutter hatte eine Freundin die vor 1961 nach West-Berlin
geheiratet hat, die besuchten uns ab und zu.
Bei der Gelegenheit ließ sich die Freundin von meiner Mutter die Haare
machen. Das war in West Berlin nicht billig.
Ich freute mich auf Geschenke, klar..
Einmal brachte der Besuch BUTTER und Brötchen mit,
das fanden wir komisch.
Vorallem die komischen Luft Brötchen kannten wir gar nicht.
Die Butter war wohl gesalzen und schön gelb, viel besser aber auch nicht.
Mein Alter und der Ehemann haben dann um die Wette gequalmt,
Zigarre und Marlboro., dazu Ost Nordhäuser Doppelkorn.
Den gab es dann auch als Geschenk mit.
Die mussten schließlich 25 DM Eintritt pro Person bezahlen.
Die Ostmark sollte meine Mutter aufheben, um für irgendwas für die Freundin zu sparen, was es im Osten gab.

P. S. MAN IST DAS EINE kacke mit einem Smartphone, der bin zu alt dafür.

Geändert von Juergen (10.03.2021 um 06:28 Uhr)
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  #207  
Alt 11.03.2021, 07:44
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Guten Morgen,
da er hier gerade um Ost-West geht, kann ich natürlich auch noch ein paar Kindheitserinnerungen beitragen (1970er Jahre).

Ich hatte einen Großonkel und eine Großtante aus der "Ostzone", beide kinderlos, und ich war die einzige Großnichte (ich habe zwei Brüder, aber die Beziehungen zwischen den weiblichen Verwandten sind oft enger).

Jedenfalls habe ich bei Besuch von meiner Großtante immer Geschenke bekommen:
Süßigkeiten, die nicht so unser Geschmack waren (aber wir merkten damals schon im Grundschulalter, dass sie diese Sachen unter Mühen für uns besorgt hatten).
Spielsachen, die oft aus minderwertigem Plastik waren.
Seltsame Souvenirs aus den Bruderländern, die für mich sehr exotisch waren.

Aber am besten waren die Bücher!
Neben den geliebten dtv-Junior waren die DDR-Bücher prägend für meine Kindheit, und den "Feuervogel" habe ich immer noch.

Ich kann mich noch erinnern an Das Haus unter den Kastanien, Das Lied der alten Batja, und vage an andere. Aber bei mehreren Umzügen, auch über Kontinente hinweg, hatten meine Eltern andere Prioritäten als alle unsere Kinderbücher aufzuheben.

Viele Grüße
Bienenkönigin
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  #208  
Alt 11.03.2021, 15:34
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Zitat:
Zitat von Bienenkönigin Beitrag anzeigen
Guten Morgen,
Spielsachen, die oft aus minderwertigem Plastik waren.
Seltsame Souvenirs aus den Bruderländern, die für mich sehr exotisch waren.

Aber am besten waren die Bücher!
Neben den geliebten dtv-Junior waren die DDR-Bücher prägend für meine Kindheit, und den "Feuervogel" habe ich immer noch.

Ich kann mich noch erinnern an Das Haus unter den Kastanien, Das Lied der alten Batja, und vage an andere. Aber bei mehreren Umzügen, auch über Kontinente hinweg, hatten meine Eltern andere Prioritäten als alle unsere Kinderbücher aufzuheben.

Viele Grüße
Bienenkönigin

Durch einen Kabelbrand im Kinderzimmer meines Ältesten sind damals einige Kinderbücher von mir vernichtet worden. Meine Kinder waren noch Grundschulkinder da bekam ich einige dieser Bücher als 2. Auflage wieder gekauft. Meine beiden Kurzen fanden das Buch vom Jörg der Zahnweh hatte immer ganz interessant.
Mein 2. Sohn ist heute staatl. anerkannter Kinderpfleger und provitiert heute von den alten DDR Kinderbüchern


So minderwertig war das Spielzeug früher gar nicht. Wer heute so etwas im guten Zustand verkauft, bekommt stellenweise ordendlich Geld dafür.



LG Silke
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Geändert von Silke Schieske (11.03.2021 um 15:36 Uhr)
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  #209  
Alt 11.03.2021, 16:38
Juergen Juergen ist offline
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Hallo allerseits,

Meine Eltern wollten sich auch mal revanchieren und haben ein Paket in den Westen
geschickt, mit in der DDR raren und teils teuren Waren.

So ua. ungarischen Dessertwein "TOKAJI" ausgerechnet in ein Weingebiet.
Die Flasche war nach 1990 dort im Haushalt noch vorhanden, die durften wir mitnehmen.
Die wussten das gar nicht mehr, von wem sie diesen "tollen" Wein bekamen.
Sie meinten Süßwein ist nichts für sie.

Hier im Osten im Raum Berlin trank man damals lieber süßen Wein oder halbsüßen.
Das sind die billigen Rotweine, wie Rosenthaler Kaderka, die waren damals Bückware.
Die Ossis wissen das sicherlich noch.

Kunstgewerbezeugs wurde auch an Westverwandtschaft verschenkt.

Bücher von Karl May aus Radebeul, durften aus ideologischen Gründen erst spät
verlegt werden. Ich musste mit den Lederstrumpferzählungen vorlieb nehmen.
D.h. ein paar alte Karl May Bücher ua. der Ölprinz, gab es in der Verwandtschaft, aber nicht Winnetou.

P.S. Kürzlich hörte ich das der Künstler Joseph Beuys DDR Lebensmittel bevorzugte, da er glaubte
die wären bessern bzw. natürlicher erzeugt

Viele Grüße
Juergen

Geändert von Juergen (11.03.2021 um 16:47 Uhr)
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  #210  
Alt 11.03.2021, 17:26
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LutzM LutzM ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Juergen Beitrag anzeigen
Kunstgewerbezeugs wurde auch an Westverwandtschaft verschenkt.


P.S. Kürzlich hörte ich das der Künstler Joseph Beuys DDR Lebensmittel bevorzugte, da er glaubte
die wären bessern bzw. natürlicher erzeugt
Moin,
ja, es war immer ein Drama wenn Mutter in den Westen fahren durfte.
Wir haben dann Topflappen gehäkelt, Kleiderbügel mit Leder bezogen(die hängen heute noch bei meinem Onkel in Fulda an der Flurgarderobe), Ketten und Armbänder aus diesen klitzekleinen Perlen (indianerschmuck) gemacht. Auch ich als Junge. Ich hatte da immer Spaß dran. Ich kann das alles heute noch mehr oder weniger gut.
Stricken, Häkeln, Nähern, Sticken, Spinnen, bei alten Stühlen das Korbgeflecht erneuern, usw... Das Einzige was ich nie angefasst habe, war das Klöppelkissen meiner Mutter, ich glaub da war ich schon zu alt als sie damit anfing.
Wir haben auch die Sessel und Sofa selbst bezogen, auch die Sitze im P70 und Trabant.
Zu den Lebensmitteln: Ich kann es nicht beweisen, aber Allergien kannten wir zu Ostzeiten nicht! Heute sind angeblich nirgends Konservierungsstoffe drin, aber die Wurst sieht nach 4 Wochen noch genau so aus wie am ersten Tag, damals war sie schon am nächsten Morgen grau-grün. Irgendeinen Zusammenhang muss es da ja geben...
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Lieben Gruß

Lutz

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