#1  
Alt 18.02.2019, 14:02
Alex_Kunsdorf Alex_Kunsdorf ist offline
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Standard Beste y-DNA test?

Hallo



Ich möchte einen y-DNA-Test bestellen, um meine väterliche Abstammungslinie aufzuspüren. Es gibt 3 Optionen: FamilyTreeDNA, LivingDNA und 23andMe. Welches dieser Unternehmen liefert mir die detailliertesten Ergebnisse?

Wäre es möglich, herauszufinden, wo meine väterlichen Vorfahren in der jüngeren Geschichte gelebt und gewandert sind oder nur aus einer über 1000-jährigen Geschichte?

Kann einer dieser Tests eine Karte anzeigen, die in Unterbereiche unterteilt ist (wie beim Standard-Dna-Test für Vorfahren) und einen prozentualen Graphen meiner väterlichen Abstammung zeigt?

Danke für die Antworten.


Alex
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  #2  
Alt 18.02.2019, 14:42
OliverS OliverS ist offline männlich
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Hallo,
ich habe darauf verzichtet sepziell einen Y Test zu machen. Jüngere Geschichte, nunja eher nicht. Ich habe nur Ancestry und Myheritage. Habe aber mein Y dann aus denen errechnet mit https://ytree.morleydna.com/extractFromAutosomal


Ich weiß, nicht 100% aber was ist beim DNA Test von Ancestry und MyHeritage schon 100%

Gruß
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  #3  
Alt 18.02.2019, 20:42
Acanthurus Acanthurus ist offline
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Hallo Alex,

was genau willst du rauskriegen?

Die Herkunftsanalyse ist Mist und trägt nicht zur Forschung auf Papier bei. Eine sinnvolle Anwendung eines yDNA-Testes ist der Vergleich mit einem männlichen Probanden des gleichen Nachnamens, wenn dieser (wie die DNA des Y-Chromosoms) jeweils vom Vater weitergeben wurde. Darüber kann man rauskriegen, ob man einen gemeinsamen männlichen Vorfahren hat.

Bspw:

Markus Kunsdorf hat seine väterliche Linie bis 1650 ins Dorf Kleckershausen zurückverfolgt. Ebenso Alex Kunsdorf. Einen gemeinsamen Vorfahren haben die beiden nicht gefunden. 1650 reißen die Kirchenbücher ab und andere Archivalien sind nicht überliefert. Die beiden fragen sich, ob sie miteinander verwandt sind. Beide machen einen yDNA-T, wobei sie sich vorher überlegt haben, wie viele Marker jeweils überprüft werden. Aus dem Ergebnis kann abgeschätzt werden, ob sie verwandt sind.

Zitat:
wo meine väterlichen Vorfahren in der jüngeren Geschichte gelebt und gewandert
Nein.

A.
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  #4  
Alt 30.12.2019, 13:33
Benutzerbild von OlliL
OlliL OlliL ist offline männlich
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Moin,


Ich würde den Thread hier gerne nochmal "hochholen". Wenn ich das richtig verstehe bekommt man bei Living-DNA alle 3 Testarten in einem Abwasch? Bei Ancestry z.B. gibt es ja nur autosomal. Taugt das denn etwas? Es gibt ja auch Anbieter wo man explizit den y-DNA Test (und nur den) machen kann. Ist das irgendwie "besser" einen extra y-DNA Test zu machen oder ist der bei Living-DNA enthaltene y-DNA Test "gleichwertig"?


Mein 3x-Urgroßvater in meiner Stammlinie war ein unehelich geborenes Kind - ich erhoffe mir daher mit viel Glück evtl. einen Nachfahren des "geheimen" Vaters zu finden.....


Ich überlege auch den Vater meiner Frau zu bequatschen den Y-DNA Test zu machen da die Herkunft des 3x Urgroßvaters meiner Frau in deren Stammlinie auch absolut unklar ist ("aus Polen").


Viele Grüße,
OlliL
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  #5  
Alt 31.12.2019, 17:49
Davido Davido ist offline
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Zitat:
Zitat von OlliL Beitrag anzeigen
Wenn ich das richtig verstehe bekommt man bei Living-DNA alle 3 Testarten in einem Abwasch? Bei Ancestry z.B. gibt es ja nur autosomal. Taugt das denn etwas? Es gibt ja auch Anbieter wo man explizit den y-DNA Test (und nur den) machen kann. Ist das irgendwie "besser" einen extra y-DNA Test zu machen oder ist der bei Living-DNA enthaltene y-DNA Test "gleichwertig"?
LivingDNA bietet keinen dedizierten Y-DNA-Test, sondern bestenfalls eine Haplogroup-Vorhersage aus den autosomalen Daten (was ja auch der Morley Predictor und ähnliche Tools bereits kostenfrei bieten). Im Prinzip ist FamilyTreeDNA der einzige Anbieter für sinnvoll auswertbare Y-DNA-Tests, so dass du nicht lange nach Alternativen suchen brauchst, da es keine gibt...

Ausnahme: Du könntest WGS (whole genome sequencing) in Betracht ziehen, da du damit logischerweise alles andere (von autosomal bis Y-DNA) abdeckst und diese Tests teilweise bereits zu Preisen angeboten werden, die unter dem besten Y-DNA-Test bei FTDNA (also BigY-700) liegen.

Davido
__________________
Forschungsinteressen vor allem in Pommerellen (Kreise Schlochau, Konitz, Bütow), in Posen-Westpreußen (Kreise Czarnikau, Deutsch Krone) und in Berlin.
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  #6  
Alt 31.12.2019, 19:22
Scherfer Scherfer ist offline
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Moin Olli,

ich habe zwar bei FamilyTreeDNA einen Y-DNA-Test gemacht, aber bei den beiden von Dir genannten Fragestellungen würde ich sagen: Spar Dir das Geld, mach stattdessen einen autosomalen DNA-Test! Der ist wesentlich billiger und wird Deine Fragestellung mit höherer Wahrscheinlichkeit lösen können.

Mit guten Wünschen für 2020
Scherfer
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  #7  
Alt 31.12.2019, 20:36
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OlliL OlliL ist offline männlich
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Moin,

danke für eure Antworten. Ich dachte dass man gerade mit dem yDNA Test gerade am besten die Fragen bzgl der Vater-Linie klären kann? Kommt man da bei der Vater-Linie nicht weiter zurück und kann genauer eingrenzen da es halt nur die Vater-Linie betrifft?

Viele Grüße
OlliL
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  #8  
Alt 31.12.2019, 22:03
Scherfer Scherfer ist offline
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Moin Olli,

ich versuche es mal flapsig - ist aber wirklich nicht böse gemelnt:

Henrich Müller, geb. 1601, hatte zahlreiche Söhne, die wiederum wieder viele männliche Nachkommen usw. Heute leben zahllose männliche Nachfahren dieser Müller-Linie über Die Welt verteilt. Sie haben allesamt die gleiche y-DNA. Doch das ist noch lange nicht alles! Selbst der Vorfahr dieses Henrich Müller, der tausende Jahre zuvor lebte (und noch gar nicht den FamiliennamenMüller trug!), hatte schon viele männliche Nachkommen. Und auch die männlichen Nachfahren in direkter Linie von ihm aus tragen bis heute alle die gleiche y-DNA!

Aber vor nur sechs Generationen lebte um 1800 ein Wilhelm Müller, der heute viele lebende Nachfahren hat, weibliche und männliche. Alle diese Nachfahren teilen einen gewissen Prozentsatz gemeinsamer autosomaler DNA. Und aufgrund der prozentualen Ähnlichkeit zwischen diesen Verwandten lässt sich sogar recht genau das vermutliche Verwandtschaftsverhältnis berechnen. Auguste Schwab, Paul Panther und Lieschen Müller sind alle Nachkommen des Wilhelm Müller und sind mit einander Cousins 4. Grades. Auch wenn Paul Panthers 3x Urgroßvater ein uneheliches Kind war, lässt sich so heute noch mit etwas Glück herausfinden, wer sein Vater war.

Geändert von Scherfer (31.12.2019 um 22:05 Uhr)
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  #9  
Alt 31.12.2019, 22:24
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OlliL OlliL ist offline männlich
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Hallo Schärfer,

OK, aber welche Frage lässt sich dann mit der yDNA beantworten die ich mit der autosomalen nicht beantworten kann? Wozu gibt es den Test dann? Ich dachte halt gerade bei der Vater-Linie bekomme ich dort einfach präzisere Ergebnisse?

Viele Grüße
OlliL
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  #10  
Alt 01.01.2020, 08:41
Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo Olli,

erstmal ein gutes neues Jahr!

Zu Deiner Frage: y-DNA wird nur von Vater zu Sohn zu Sohn zu Sohn etc. weitergegeben. Entsprechend weißt Du hier immer, über welche Verwandtschaftslinie zwei Männer die y-DNA teilen. Das ist bei der autosomalen DNA anders, denn hier kann jemand die DNA über alle Vorfahren erhalten haben.

Es ist schon richtig, dass y-DNA-Tests präzise sind, aber sie funktionieren eben auch immer nur für diese eine direkte männliche Vorfahrenlinie, also: Vater des Vaters des Vaters.... Mit viel Glück würdest Du heute also einen Sohn des Sohnes des Sohnes des Sohnes etc. des unbekannten 4xUrgroßvaters finden, aber die Wahrscheinlichkeit ist geringer als alle Nachfahrenlinien mit einzubeziehen. Noch dazu ist der Y-DNA-Test teurer und entsprechend gibt es weniger Testpersonen in den Datenbanken.

Mal angenommen, der unbekannte Vater Deines 3xUrgroßvaters hatte außer diesem Sohn noch drei Töchter. Oder er hatte noch zwei weitere Söhne, aber die wiederum viele Töchter. In jedem dieser Fälle würdest Du bei heute lebenden Nachkommen (auch den männlichen, wenn die Abstammung auch nur über eine einzige Frau verläuft!) nicht mehr die gleiche y-DNA finden. Anders beim autosomalen DNA-Test!

Eine valide Fragestellung, die man besser mit einem Y-DNA-Test lösen könnte, wäre die früher in diesem Thema von Acanthurus zitierte. Also z.B. die Frage, ob zwei Familien gleichen Namens vor sehr langer Zeit einen gemeinsamen männlichen Urahnen teilen.

Geändert von Scherfer (01.01.2020 um 08:47 Uhr)
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