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  #1  
Alt 08.02.2009, 14:40
Benutzerbild von dirkpeters
dirkpeters dirkpeters ist offline männlich
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Standard Ritter des Johanniterordens

Hallo,

weiß jemand von Euch, ob alle Ritter des Johanniterordens eine Ahnentafel einreichen mussten? Und wenn ja, in welchem Archiv liegen diese? Mein Vorfahr Heinrich Friedrich von Bockelberg (1763-1844) war nach der Familienchronik Ritter des Johanniterordens.

Viele Grüße aus China

Dirk
www.genealogie-peters.de
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  #2  
Alt 08.02.2009, 23:39
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Dirk,

ob zur Aufnahme in den Orden gleich eine ganze Genealogie abgeliefert werden musste, glaube ich eher nicht aber einen Nachweis, dass man adlig war, mussten die Mitglieder auf alle Fälle erbringen, da der Orden bis 1948 nur Adeligen vorbehalten war.

Aber die Frage kann Dir sicher der Chef des Johanniter-Archivs am besten beantworten.

Johanniterorden Generalsekretariat, Friedrich Adolph Frhr. v. Dellinghausen, Finckensteinallee 111, 12205 Berlin, Tel. 030 2309970-243.

Viele Grüße
Hina
__________________
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
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  #3  
Alt 09.02.2009, 01:01
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dirkpeters dirkpeters ist offline männlich
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Hallo Hina,

vielen Dank für die Adresse, wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich mein Glück versuchen.

Viele Grüße

Dirk
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  #4  
Alt 13.02.2009, 14:09
ostoja ostoja ist offline
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Standard Johanniter Ahnentafel

Hallo Dirk,
... da bin ich anderer Meinung. Selbstverständlich war und nachwievor ist der Nachweis einer Stammreihe obligatorisch. In der ehemal. Ordenskirche Sonnenburg befanden sich Wappentafeln sämtlicher dort aufgenommener Ritter. Die sind zum grössten Teil verschollen, nachdem diese aus Polen durch einen angeblichen Verkauf nach Schweden kamen. Spiegel berichtete vor etlichen Jahren darüber. Über Sonnenburg gibt es auch einige interessante Bücher.

Grüsse aus Berlin, ostoja

(heute
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Hallo,

weiß jemand von Euch, ob alle Ritter des Johanniterordens eine Ahnentafel einreichen mussten? Und wenn ja, in welchem Archiv liegen diese? Mein Vorfahr Heinrich Friedrich von Bockelberg (1763-1844) war nach der Familienchronik Ritter des Johanniterordens.

Viele Grüße aus China

Dirk
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  #5  
Alt 13.02.2009, 15:28
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dirkpeters dirkpeters ist offline männlich
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Hallo ostoja,

vielen Dank für den Hinweis, mit Sonnenburg hatte mein Vorfahr leider nichts zu tun.

Viele Grüße aus China

Dirk
www.genealogie-peters.de
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  #6  
Alt 17.02.2009, 20:26
Lars Severin Lars Severin ist offline männlich
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Standard Johanniter

Hallo Dirk,

Anton Balathasar König (bitte nicht verwechseln mit seinem Zeitgenossen, Valentin König - "Genealogische Adels-Historie" ), war Rat des Johanniter Ordens. Er sammelte seine Informationen vorwiegend aus heute nicht mehr existierendem Archivmaterial und hinterließ einen Nachlass von ca. 120 handgeschriebenen Foliobänden. Diese lagerten früher in der preußischen Bibliothek in Königsberg, dann in Berlin, und heute befindet sich die Sammlung in der Jagellonen Bibliothek in Krakau, ist jedoch bedauerlicherweise nicht allgemein zugänglich.

In diesem Bestand könnte ggf. einiges mehr zu finden sein als bei Justus Christoph Dithmar, Genealog.-Historische Nachricht v.d.Hochwürdigsten u.Durchlauchtigsten Herren-Meistern d.Ritterlichen Johanniter-Ordens (Frankfurt an der Oder 1737). Dieses Werk hast du ja auch bereits ausgewertet.

Sollte einer der Mitlesenden Erfahrung mit dem Bestand König in Krakau haben, wäre ich über eine kurze Einschätzung sehr dankbar.

Beste Grüße
Lars

Geändert von Lars Severin (18.02.2009 um 12:55 Uhr)
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  #7  
Alt 18.02.2009, 07:44
Paulchen Paulchen ist offline
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Anmerkungen:

Die Berliner Staatsbibliothek besaß bis vor 1945 einen riesigen Bestand an genealogischen Sammlungen. Z.B.:

1.) Genealogische Sammlung König 112 große Foliobände, von Anton Balthasar König, *Berlin, 13.12.1753, +Berlin, 14.1.1814, Ordensrat bei der Regierung des St. Johanniter-Ordens zu Berlin, auch Geheimsekretär u. Registrator beim 3. Depart. des Generaldirektoriums zu Berlin. Seine Sammlung wurde 1816 von König Friedrich Wilhelm III. für die Königl. Bib. angekauft. Es sind hier 3700 adlige Familien enthalten. Über unbekannte Familien finden sich nur ein paar Notizen, besonders brandenburgisch-preuß. Familie sind aber mit reichlich Material vertreten.

2.) Genealogische Sammlung Kretschmer
25 Foliobände mit 410 adligen Familien, 1828 durch König Fr. Wilh. III. angekauft, und zwar vom Geh. Kriegsrat Andreas Kretschmer in Halberstadt (+Anklam, 10.3.1839).

3.) Genealogische Sammlung Köhne
17 starke Foliobände, mit 3543 bürgerlichen und adligen Geschlechtern, 1824 vom Hofrat u. Geh. Archivrat Karl Bernhard Wilhelm Köhne (+27.5.1860) der Bibliothek geschenkt.

4.) Der Hasseschen Sammlung
6 mächtige Folianten mit Abschriften von Ahnentafeln von 1257 adligen Personen, die bei der Aufnahme in den Johanniterorden in der Zeit von 1652 bis 1800 eingereicht worden sind. Angelegt vom Ordensrat bei den Johannitern, Johann Erdmann Hasse. Die Urschriften werden im Geheimen Staatsarchiv aufbewahrt (siehe dazu auch einen Aufsatz in Familiengeschichtliche Blätter, 1914, S. 314 sowie ein weiteren darüber von Kekule v. Stradonitz, ebend. 1914, S. 381ff.).

Es gibt zu diesen Sammlungen einen Namensindex:
Transfeldt, Walter, Die familiengeschichtlichen Quellen der Preuß. Staatsbibliothek. In: Flugschriften für Familiengeschichte, Heft 18, Leipzig 1936, 3. Auflage.

Die Jagiellonen-Bibliothek zu Krakau teilt betref. Zugänglichkeit der Sammlung mit:

Die Sondersammlungen werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt. Das Recht zur Benutzung der Handschriftensammlungen erhält man durch die Ausfüllung der Besuchererklärung, falls die Bedingungen unter 1.4.1 - 1.4.4 der vorliegenden Vorschriften erfüllt sind. Der Bibliothekar prüft die Richtigkeit der Angaben in der Besuchererklärung anhand des vorgelegten Dokuments (Personalausweis, Reisepaß).

1.4. Die Sondersammlungen können ausschließlich von folgenden Personen benutzt werden:
1.4.1. von Wissenschaftlern mit Prof.-, Dr. habil.- oder Doktortitel sowie anderen Besuchern mit Doktortitel;
1.4.2. von Doktoranden, Adjunkten und Assistenten mit Magistertitel - nach Vorlage einer Bescheinigung vom Doktorvater oder einem anderen wissenschaftlichen Betreuer;
1.4.3. von Studenten, die ihre Magisterarbeiten vorbereiten - nach Vorlage einer Bescheinigung vom wissenschaftlichen Betreuer;
1.4.4. von Mitarbeitern wissenschaftlicher bzw. kultureller Institutionen oder Verlagshäuser - nach Vorlage eines Empfehlungsschreibens oder einer Bescheinigung über Forschungsthema und -zweck
1.4.5. von anderen Personen als den o.g. können die Bestände nur mit Zustimmung des Abteilungsleiters benutzt werden. Die Interessenten haben das Recht, gegen die Entscheidung des Abteilungsleiters bei der Direktion der Jagiellonen-Bibliothek Einspruch zu erheben.
Nicht in Krakau ansässige Besucher müssen sich vorher schriftlich anmelden. Darüber hinaus müssen die unter 1.4. genannten Bedingungen erfüllt sein.

Paulchen
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  #8  
Alt 18.02.2009, 12:59
Lars Severin Lars Severin ist offline männlich
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Standard super Beitrag

Hallo Paulchen,
sind denn die anderen von dir erwähnten Sammlungen ebenfalls in Kraukau "gelandet" oder besteht dort noch einfacher Zugriff?
Grüße
Lars
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  #9  
Alt 18.02.2009, 13:18
Benutzerbild von Johannes v.W.
Johannes v.W. Johannes v.W. ist offline männlich
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Paulchen, das ist eine sehr umfassende und kundige Auskunft, vielen Dank dafuer auch von meiner Seite.
Ich habe gehoert (und Dirk bereits via Mail mitgeteilt), dass das Geheime Staatsarchiv in Berlin viele genealogische Unterlagen zu den Johannitern besitzt.
Dabei duerfte es sich dann wahrscheinlich um die oben genannte "Hassesche Sammlung" handeln ...(?)

Viele Gruesse

Johannes
__________________
Dergleichen [genealogische] Nachrichten gereichen nicht nur denen Interessenten selbst, sondern auch anderen kuriosen Personen zu einem an sich unschuldigen Vergnügen; ja, sie haben gar oft in dem gemeinen Leben und bei besonderen Gelegenheiten ihren vielfältigen Nutzen. Johann Jakob Moser, 1752
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  #10  
Alt 18.02.2009, 14:44
Paulchen Paulchen ist offline
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Die von mir genannten Sammlung liegen ALLE in Krakau, sind dort Bestandteil der sogenannten Berlinka. Bitte mal im Netz nachlesen.
Ganz kurz:
Die Stabi Berlin mußte ihre Bestände im II. Weltkrieg wegen den Luftangriffen auslagern. Schlesien galt als sicher, weswegen u.a. viele LKW-Ladungen nach dort kamen. Ein Teil verbrachte man ins Kloster Grüssau, und zwar oben auf die Balustraden. Als die Rote Armee das Kloster erreichte, fand sie daher die Holzkisten nicht. Die Polen erhielten aber Nachricht (vom kath. Abt?), schickten ein Spezialkommando von Krakau nach Grüssau und transportierten heimlich (wegen den Russen) alles fort. Selbst gegenüber ihren 'Brüdern' in der späteren DDR verschwiegen sie dies lange. Nach der Wende räumte man dann ganz offiziell ein, daß sich wohl ca. 300 000 Bände in der Bibliothek der Krakauer Universität befinden. Es sind dies Luther-Bibeln, die Doktorarbeit von Schiller, Handschriftliches von Goethe und eben sehr umfangreiche genealogische Sammlungen.

Ein Rückgabe nach Deutschland scheint wohl ausgeschlossen. Auch über einen leichteren Zugang ist mir bis heute nichts bekannt.

Berühmt ist in der Tat die Sammlung König. Ich besitze drei Abschriften davon aus der Vorkriegszeit; die reichen dann schnell mal über 5-7 (!) Generationen. Inwieweit diese Daten tatsächlich stimmig sind, habe ich im vorliegenden Fall nicht vollständig geklärt. Ohne Frage hat sich aber dieser Herr König eine riesige Arbeit gemacht.

Paulchen
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adel , bockelberg , johanniter

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