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Umfrageergebnis anzeigen: Habt Ihr adelige Vorfahren?
Ich habe keine adeligen Vorfahren. 113 53,81%
Laut (Familien)überlieferung habe ich adelige Vorfahren, habe dies aber (noch) nicht überprüft. 14 6,67%
Ich habe durch Forschung die Überlieferung von adeligen Vorfahren nicht bestätigt. 6 2,86%
Ich habe durch Forschung die Überlieferung von adeligen Vorfahren bestätigt. 28 13,33%
Ich habe ohne vorherige Überlieferung adelige Vorfahren gefunden. 46 21,90%
Ich bin selbst adelig. 3 1,43%
Teilnehmer: 210. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #111  
Alt 05.06.2021, 11:37
Donnerwetter Donnerwetter ist offline
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Bis jetzt habe ich ,,leider´´ keinen Adel gefunden. Ich hoffe das ich vielleicht durch so eine Kaufmanns Verbindung oder ähnliches vielleicht was finde. Ich möchte gerne eine Verbindung finden weil ich mit dem Mittelalter fasziniert bin und es spannend finden würde wenn ich einen Ritter oder ähnliches als Vorfahre hätte. Wo noch die Hoffnung besteht ist in Schlesien. Aber ob ich da Glück haben werde weiß ich nicht. In Danzig war zumindest nichts in meiner Familie.
Um genau zu sein kommen meine Vorfahren aus Oberschlesien. Da wird die suche denke ich kompliziert weil ich in Kirchen Archiv in Polen müsste, digitalisiert wurde leider in der Gegend noch nichts. Und ob ich Geduld haben würde die Personen zu finden ist auch wieder so eine Sache.

mfg,

Donnerwetter
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  #112  
Alt 05.06.2021, 12:46
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo Donnerwetter,

selbst wenn Du keinen Ritter unter Deinen Vorfahren haben solltest, so ist doch eines ebenso tröstlich wie gewiß: auch Deine Vorfahren haben im Mittelalter irgendeine Position bekleidet, welche auf ihre Weise wichtig und notwendig war. Es konnte ja nicht jeder ein Ritter sein. Bedenke: die allermeisten mittelalterlichen Ritter waren Ministeriale, also zunächst nichts weiter als unfreie Kriegsknechte eines Adeligen. Findest Du es wirklich erstrebenswert, einen Unfreien zum Vorfahren zu haben? Du kannst Dir Deine Vorfahren nicht aussuchen. Es ist so, wie es ist. Mit Glück findest Du Anschluß etwa an frühneuzeitliche Fernkaufleute. Dann wird die Sache richtig spannend! Dagegen verblaßt jede Ritterromantik!

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #113  
Alt 05.06.2021, 14:57
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Bedenke: die allermeisten mittelalterlichen Ritter waren Ministeriale, also zunächst nichts weiter als unfreie Kriegsknechte eines Adeligen.
"unfrei" würde ich die Ministerialen nicht nennen, es sei denn Du würdest einen Angestellten heute auch als "unfrei" bezeichnen.
__________________
Gruß
gki
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  #114  
Alt 05.06.2021, 15:33
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
"unfrei" würde ich die Ministerialen nicht nennen, es sei denn Du würdest einen Angestellten heute auch als "unfrei" bezeichnen.
Daß die Ministerialen anfangs zumeist unfrei waren, ist nicht meiner Phantasie entsprungen. Man kann sie keineswegs mit Angestellten vergleichen, wie man sie heute versteht.
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  #115  
Alt 05.06.2021, 20:40
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Daß die Ministerialen anfangs zumeist unfrei waren, ist nicht meiner Phantasie entsprungen. Man kann sie keineswegs mit Angestellten vergleichen, wie man sie heute versteht.
Ich hab das so verstanden, daß die Voreltern der Ministerialen ggf. der Unfreien- (also nicht-Adligen) Schicht entstammten. Als Ministeriale selber waren sie mMn schon frei, ich laß mich da aber gerne belehren.

s. den ersten Absatz hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeriale
__________________
Gruß
gki
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  #116  
Alt 05.06.2021, 22:29
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Da steht genau das, was ich gesagt habe. Viel besser als Wikipedia ist allerdings das Urkundenbuch des Klosters Walkenried. Da gibt es Material über einen ganzen Clan von Ministerialen um das 12./13. Jahrhundert herum. Das sind genau diejenigen Familien, die man heute als "niederen Adel" bezeichnen würde, sollten sie noch existieren. Seinerzeit verstand man unter Adel die Dynasten. Die Schicht der Ministerialen begann zu der Zeit erst, so etwas wie einen "niederen Adel" zu bilden, den man damals aber noch nicht so bezeichnet hätte. Sie waren zum großen Teil unfrei, was man alleine schon daran erkennt, daß nicht frei in der Wahl ihrer Ehefrauen waren. Diese Entscheidung traf ihr Herr.
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  #117  
Alt 05.06.2021, 22:41
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Hallo,
ich wollte nur berichtigen, dass in diesem Fall die korrekte Bezeichnung nicht Domicellarius, sondern Kanonikus (im Polnischen kanonik) ist. Der Jan Twardowski h. Ogończyk war also kanonik Poznański (Kanonikus von Posen). Kanoniker wurden in Polen überwiegend aus dem Adel rekrutiert, die eine spätere Karriere im Klerus anstrebten
__________________
Dauersuche:

Oberverwalter August Gustav Julius Müller, * 26.9.1819 Bergen auf Rügen, + nach 1897 Charkow
Ottilie Charlotte v. Twardowsky genannt Hartmann, * 17.5.1825 Riga, + 19.3.1870 Bely Kolodez Gouvernement Charkow
Edelmann, Steuerbeamter Ludwig Stanislaus v. Twardowsky genannt Hartmann, * 1790 Polen-Litauen, + 27.5.1848 Riga
Julianne Charlotte Zahn, * 30.1.1805 Preekuln Gouvernement Kurland, + 9.6.1835 Riga
Edelmann, kgl. poln. Offizier Fedor Twardowsky

Geändert von Balduin1297 (05.06.2021 um 22:44 Uhr)
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  #118  
Alt 05.06.2021, 23:14
Benutzerbild von Wynne
Wynne Wynne ist offline
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Registriert seit: 08.05.2018
Beiträge: 271
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Guten Abend.
Ich fand durch meine Forschung heraus dass mein Vater von den Emsländischen von Langen (mit der Schafschere) abstammt und wir haben durch DNA Tests dann auch noch einige Cousins der Linie gefunden. Meine Mutter stammt väterlicherseits von den Mecklenburgischen von Strahlendorff ab. Mütterlicherseits hat ihre Großmutter immer erzählt da gäbe es verarmten Schlesischen Landadel in der Linie, aber das konnte ich bisher nicht nachweisen da die Linie sehr früh abbricht a.G. Mangel an Unterlagen.
__________________
Freundliche Grüße
Wynne
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  #119  
Alt 06.06.2021, 15:58
Sbriglione Sbriglione ist offline männlich
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Hallo allerseits,

um auch noch meinen persönlichen "Senf" zu zwei der Positionen von gki wiederzugeben:

1. SELBSTVERSTÄNDLICH kam ein guter Teil der mittelalterichen Ministerialen aus der Gruppe der "Unfreien" und blieb es auch weiter (zumindest bis sie mit den freien Angehörigen des niederen Adels zu einem gemeinsamen "Ritterstand" zusammengewachsen waren): ich habe bei einem Forscher, der sich eingehend mit dem "ritterbürtigen" Adel des Erzbistums Hamburg-Bremen beschäftigt hat, sogar mal gelesen, was für Vorteile es für den damaligen Hochadel hatte, bevorzugt Unfreie mit wichtigen Verwaltungsaufgaben und Machtpositionen zu betrauen: "Freie" oder gar Mitglieder dynastischer Familien wären viel stärker in Versuchung gewesen, entsprechende Positionen im Sinne ihrer eigenen Sippschaft zu missbrauchen, hätten deutlich leichter dauerhafte Ansprüche aus ihnen ableiten können und wären deutlich schwer wieder absetzbar gewesen.
Es soll vereinzelt vorgekommen sein, dass sich Mitglieder von Dynastenfamilien sogar freiwillig in die Leibeigenschaft begeben haben, nur um zu solchen Ämtern zugelassen zu werden, die immerhin oft mit nicht unerheblichem politischen Einfluss verbunden waren!

2. der Annahme, niemand habe eine genealogische Anbindung an den Adel, bei dem diese Anbindung nicht nach 1800 erfolgt sei, kann ich aufgrund meiner eigenen Genealogie nur widersprechen: meine älteste gesicherte Anbindung an den (ritterbürtigen) Adel datiert auf das Jahr 1638, in dem meine Vorfahrin Marie Diercks, "Altfrau" der Deutschordenskommende Langeln in der Ordensballei Sachsen ihren durch den Kindsvater, Arndt v. Sandow, Komtur zu Langeln und Inspecteur der Ordenskommenden Lucklum und Berge sowie "Senior" der Ballei Sachsen als leiblich anerkannten Sohn Wilhelm Sandau zur Welt brachte. Das war deutlich VOR dem Jahr 1800...
Meine zweite (jüngere) Anbindung an den ritterbürtigen Adel erfolgte im Jahre 1694 in der nordthüringischen Grafschaft Hohnstein, in dem Juliana Maria v. Zenge, eine Tochter des örtlichen Rittergutsbesitzers, meinen Vorfahren Lorenz Engel, einen nichtadligen Quartiermeister, sowie späteren Dorfschulzen und Gastwirt ehelichte (eine Verbindung übrigens dank derer ich entfernte, aber quellenmäßig teils recht gut abgesicherte Verwandtschaftsbeziehungen zu diversen noch heute existierenden Fürsten- und Königshäusern habe). Auch DIESE Verbindung dürfte bei genauer Berechnung wohl irgendwo VOR dem Jahr 1800 angesiedelt gewesen sein...

Soviel also dazu.

Freundliche Grüße!

Geändert von Sbriglione (06.06.2021 um 15:59 Uhr)
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  #120  
Alt 07.06.2021, 08:54
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Beiträge: 3.635
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Guten Morgen,

insbesondere @gki, consanguineus und Sbriglione:

Wer etwas Substantielles zur Gesamtproblematik von Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter lesen möchte, findet es hier in diesem Buch von Werner Hechberger: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/mf17

Es grüßt der Alte Mansfelder
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