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  #21  
Alt 13.10.2016, 14:19
Waltschrat Waltschrat ist offline männlich
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Registriert seit: 20.07.2016
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Zitat:
Zitat von JanX Beitrag anzeigen
Moin,

erstmal: Die Darstellung auf dem Screenshot gefällt mir gut. Das sieht sauber geordnet und übersichtlich aus.

Aber eines gefällt mir eher nicht: Nur weil ein Elternteil fehlt heißt das ja noch lnage nicht, daß das Kind unehelich war. Ich hatte weiter oben ja schon erwähnt das es durchaus chauvinistische Geistliche gab, die die Mütter in den Einträgen einfach unterschlagen haben. Die Eltern waren sehr wohl verheiratet, aber die Mutter wurde namentlich nicht erwähnt.

Ich denke, das durch den im Screenshot sichtbaren Hinweis eine Tatsache impliziert wird, die so nicht wahr sein muß.

Auf der anderen Seite gibt es auch uneheliche Kinder, deren Eltern später geheiratet haben. Das heißt also, es gibt bei den Eltern ein Hochzeitsdatum, aber das Kind ist doch unehelich, da vor der Hochzeit geboren. Da wäre dann doch besser (wenn man denn Wert auf diese Information legt), eine grundsätzliche Checkbox "Unehelich" zu kreieren. Die kann dann immer gelten, egal ob beide Elterteile bekannt sind oder nicht.

Wobei man am Begriff "unehelich" sehr den Wandel der Zeiten erkennen kann. Früher (bis noch vor ein paar Jahrzehnten) war das eine ewige Schande für Mutter und Kind (nie aber für den Vater, der ja nun mal genauso daran beteiligt war), wenn ich mir die Geburtsanzeigen heute anschaue, dann ist das uneheliche Kind dagegen eher der Normalfall.

JanX
Grüß Gott, lieber JanX,

es ist immer wieder überraschend, wohin ein Beitrag hinwandert.

Natürlich hast Du Recht, aber wir müssen auch hin und wieder verallgemeinern. Ich habe daher gleich einmal einen Kirchenfolianten herausgesucht, der ein besonderes Kapitel zu den illegitimen Kinder enthält (Bild 1). Wie Du siehst benutze ich "Foliant oder Schuber", da ein Schuber nicht nur mehrere CDs sondern auch mehrere Kirchenbücher enthält. Diese bestehen aus derzeit maximal sechs logischen Büchern (Geburt, Trauung, ..., Geburtsverzeichnis, ...), mit unterschiedlichen Inhalten. Jedes Buch besteht wiederum aus physikalischen Seiten, von denen jeweils zwei ein Bild (scan) ergeben. Jetzt stehe ich - rein technisch gesehen - vor der Frage, führe ich noch ein zusätzliches Buch für die illegitimen Geburten ein.

Meist wird in vielen anderen Geburtsbüchern eine durchgestrichene 0 oder ein geheimnisvolles Zeichen eingesetzt. Tatsächlich habe ich schon Einträge mit überschriebener 0 gesehen, bei denen die Väter nachgetragen wurden. Oft steht dann zusätzlich dabei, wieso die Geburt legitimiert wurde usw.

Aber kommen wir auf den Punkt zurück:

Anlass des Dummy-Vater (nur als Beispiel) war die Tatsache, dass ich einen "Paziner, Georg" als Vater hatte, der in unterschiedlichen Häusern mit unterschiedlichen Frauen ein Kind zur Taufe angemeldet hat. Dummweise hatte ich noch keine Heirat(en) (meist am Ort der Frau). Auch hatte ich bisher die unbekannten Väter leer gelassen. Jetzt ergab sich also die unakademische Frage: Wie kann ich die "unbestimmten/unbekannten" Väter von den "unehelichen" unterscheiden, um später nach ihnen intensiver suchen zu können? Also habe ich drei Zustände:
  • bekannt mit Namen
  • unehelich dokumentiert
  • unbestimmt, aber durchaus ehelich
Wie kann ich nun nachträglich legitimierte Kinder erkennen (falls das für die Gerichtsverhandlung nötig sein sollte )?eine Heirat muss erfolgen
  • der Vater wir zugeordnet
  • das Heiratsdatum liegt nach dem Geburtsdatum des Kindes
Was ist ungelöst?
  • Alimente durch Anerkennung ohne Heirat
  • Adoptionen (Anerkennung "an Kindes statt" heißt das, glaube ich)
  • Adoptionen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften
Es gibt noch viel zu tun! Wie mache ich mein Datenbankmodell "zukunftssicher"?

Wie machen das eigentlich andere (kommerzielle) Programm?

Auch hast Du mit den wechselnden kulturellen Strömungen über die Jahrhunderte Recht. Das führt uns zum Thema zurück:

Ich glaube, dass das Gedcom-Datenformat die Sichtweise der Mormonen auf die Familie widerspiegelt. Eine Familie muss pro Kind immer sein. Mal wieder akademisch gefragt: Was macht man mit (von Geburt aus) Vollwaisen (also Findelkindern)?

Übrigens: Wenn ich den Gedcom-Standard richtig interpretiere, kann ein FAM-Tag bis auf die ID völlig leer sein, da alle Details die Multiplizität {0:1} aufweisen, also optional sind.
Im Sinne des RDM sind alle {0:M}-Felder natürlich ein Verstoß gegen die 1NF. Ein weiterer Beweis, dass Gedcom nicht als Vorlage eines relationalen Datenmodells dienen kann.

Uuh, jetzt weiß ich, warum viele Programme nicht weiterentwickelt werden. Ich glaube die Krankheit hieß früher "Abzehrung".

Gruß, Dein Waltschrat
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  #22  
Alt 14.10.2016, 06:03
Waltschrat Waltschrat ist offline männlich
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Registriert seit: 20.07.2016
Ort: Fürstenfeldbruck
Beiträge: 137
Standard Genealogische Grundprobleme

Grüß Gott,
ich will den Faden noch einmal aufnehmen, da er zu einem der (technischen) Grundprobleme in der Genealogie führt (neben: Nicht lesbar, Wanderarbeiter aus dem Nichts, fehlende Mädchennamen usw. usw.)

Es gibt mehrere Sichten auf die reale Welt. Hier diskutieren wir gerade die
  • biologische Sicht
  • juristische Sicht
Das Problem besteht darin, beide parallel in einem Datenmodell unterzubringen. Hier fehlt mir eigentlich noch der zündende Lösungsvorschlag aus der Community bzw. der Hinweis, welches Programm das wirklich schafft.

Gruß vom Waltschrat
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  #23  
Alt 14.10.2016, 07:31
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
Administrator
 
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Ort: z' Minga [Mail: chatty1@gmx.de]
Beiträge: 23.348
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Hallo Waltschrat,

spontan fallen mir Ages! und FTM ein, bei denen man die Beziehung zum Kind näher bestimmen kann. Man wählt z. B. zwischen:
natürlich/leiblich, Stiefkind, Pflegekind, adoptiert, unbekannt und bei Ages! sogar unsicher.

Ob ehelich ergibt sich aus einer eingetragenen Heirat, solange ich keine finde bleibt das Kind unehelich. Außer natürlich, es steht im Tauf-/Geburtseintrag ausdrücklich drin "Kind von Hans X. und seiner Ehefrau Maria", dann vermerke ich eine Hochzeit mit Vermerk "vor (Jahreszahl d. Geburt)"
__________________
Viele Grüße .................................. .
Christine
.. .............
Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)

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  #24  
Alt 14.10.2016, 10:41
JanX JanX ist offline männlich
Benutzer
 
Registriert seit: 13.12.2009
Beiträge: 92
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Die Schwierigkeit bei den verschiedenen Eltern ist ja, das es die parallel gibt. Man muß also mehrere Elternparungen erfassen können. Im Extremfall gibt es also natürlich die leiblichen Eltern, danach Pflegeeltern, dann weiter zu Adoptiveltern, und dann doch mal wieder Pflegeltern.

Da bietet sich natürlich was relationales an. Man muß das nur überschaubar verwalten und ausgeben können ...

Als Ergänzung zu XTine: Auch Familienbuch kann Adoptiveltern verwalten; ich glaube auch Pflegeeltern, da bin ich mir jetzt aber nicht so ganz sicher. Allerdings nur erfassbar. Die Eltern-Kind-Auswertungen laufen da "nur" über die leiblichen Eltern - genealogisch und biologisch korrekt, aber ab und an sicher auch eher unbefriedigend. Wenn z. B. die leiblichen eltern nciht bekannt sind, dann fehlt da der Familienanschluß. Oder wenn die leiblichen Eltern zwar bekannt sind, aber lieber nicht erwähnt werden möchten. Da wäre es sicher sinnvoll angeben zu können, welches Elternpaar in Auswertungen wie Ahnentafeln etc. genommen werden soll.

JanX
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  #25  
Alt 15.10.2016, 07:35
Waltschrat Waltschrat ist offline männlich
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Registriert seit: 20.07.2016
Ort: Fürstenfeldbruck
Beiträge: 137
Standard Drei Eltern Kind

Zitat:
Zitat von Xtine Beitrag anzeigen
natürlich/leiblich, Stiefkind, Pflegekind, adoptiert, unbekannt und bei Ages! sogar unsicher.
Grüß Gott, Christine und JanX

vielen Dank für die Kommentare. Offensichtlich gibt es noch viel mehr Eltern-"Rollen" als ich mit meinen drei vorgesehen habe.

Und es wird noch schlimmer, wenn ich an die Zukunft der Ahnenforschung denke.

Einfach einmal mit "Drei Eltern" googeln.

Damit bricht jetzt auch noch der binäre genetische Baum auseinander und muss als ternärer Baum gepflegt werden. Außerdem ist die Mitochondrien-Vererbung als Alleinstellungsmerkmal der Matrilinearität somit auch im rein genetisch betrachteten Baum hinfällig.

Wenn ich es richtig sehe, stammt die "Eihülle mit den Mitrochondrien" von einer Frau, die Hälfte der Gene von der (Ehe-)Frau, die andere Hälfte vom (Ehe-)Mann.

Gruß, Euer Waltschrat
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