#1  
Alt 25.06.2017, 13:07
AlbertAnton AlbertAnton ist offline
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Standard "fabriquant de bleu de Berlin"

Hallo zusammen,

suche in Berlin nach Spuren dreier Familien, die in einigen Einträgen des im Rheinland schon um 1800 von den französischen Besatzern eingführten Zivilstandsregister als "fabriquant de bleu de Berlin" bezeichnet werden.
Sie kauften 1804 das von den Franzosen säkularisierte ehemalige Kreuzherrenkloster "Schwarzenbroich", im Wald von Merode gelegen (heute Langerwehe, Nähe Aachen) und gewannen aus dem eisenhaltigen Torf- und Moorboden Vitriolsalze und Alaun die dann wohl zum Blaufärben von Stoffen verwendet wurden.

Familie Gerhard Melchior Urbach, eine ursprünglich aus Köln stammende Kaufmannsfamilie (u.A. Weinhandel).

Familie Stoltenhoff, Johann Georg starb unverheiratet in Schwarzenbroich, die Familie stammt aus Stolberg bei Aachen.

Familie Johann Gottfried Wöllner, dessen Herkunft mir nicht bekannt ist.

Ich habe keine Ahnung wo ich meine Suche beginnen soll. Vielleicht kann jemand helfen, dem die Quellenlage besser bekannt ist.

Grüße aus dem Rheinland

Albert
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  #2  
Alt 25.06.2017, 13:10
DaveMaestro DaveMaestro ist offline männlich
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Hallo Albert,

Du könntest in den Berliner Adressbüchern ab 1799 stöbern..

https://www.zlb.de/besondere-angebot...ssbuecher.html

Gruß Dave
__________________


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  #3  
Alt 25.06.2017, 13:45
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo zusammen,
ich vermute, dass es sich in allen drei Fällen um Fabrikanten von Berliner Blau handelte. Dass sie also nicht etwa selber aus Berlin stammten.
https://www.google.de/search?hl=de&a...ng_1de&tbm=bks
https://fr.wikipedia.org/wiki/Bleu_de_Prusse
https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Blau

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (25.06.2017 um 15:47 Uhr)
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  #4  
Alt 25.06.2017, 18:54
AlbertAnton AlbertAnton ist offline
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Hallo Xylander,

ja Du hast recht! Es handelt sich wohl um Fabrikanten von "Berliner Blau". Bin ich noch nicht drauf gekommen. Somit hat sich die Suche in Berlin erübrigt.

Vielen Dank

Gruß Albert
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  #5  
Alt 25.06.2017, 19:25
Maria Barbara Maria Barbara ist offline
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Registriert seit: 09.04.2009
Beiträge: 432
Standard Woellner

Möglicherweise handelt es sich um Johann Gottfried Woellner aus Dünnwald, der im Klostergebäude Altenberg tätig war.
http://www.altenbergerdom.de/ad/gesc...neuanfang.html
Viele Grüße
Maria Barbara
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  #6  
Alt 25.06.2017, 21:49
AlbertAnton AlbertAnton ist offline
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Hallo Maria Barbara,

vielen Dank. Ich denke das ist die richtige Spur!
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  #7  
Alt 26.06.2017, 08:40
mystik mystik ist offline
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Standard Hallo

vielleicht hilft es

Landesarchiv Köln 1815 - 1820

Vererbpachtung des Klosters in Dünnwald an den rheinischen Fabrikanten Woellner

Abgabe eines Teiles der Schlehbuscher Heide in Erbpacht an den Fabrikanten Johann Gottfried Wöllner zur Verlegung seiner Salmiakfabrik aus dem Gebäude des Klosters Dünnwald nach hier

Kloster Schwarzenbroich
01.03.1804 von Gerhard Melchior Urbach aus Dürwiß und Johann Georg Stoltenhoff aus Eschweiler ersteigert , die neuen Besitzer gewannen aus dem eisenhaltigen Torf und Moorboden Vitriolsalze und Alaun
( 24.03.1835 standen Klostergebäude und Kirche von Schwarzenbroich in Flammen )


lg
Mystik
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  #8  
Alt 26.06.2017, 15:58
Xylander Xylander ist offline männlich
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Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 3.158
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Das sind dann schon zwei im Zusammenhang mit der Herstellung von Berliner Blau abgebrannte Klöster. In beiden Fällen war der Woellner (Mit)-Inhaber.

Die Blaubrennerei setzt sich dann in moderner Form fort:
https://de.wikipedia.org/wiki/Grossb...halle#Ursachen

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (26.06.2017 um 18:19 Uhr)
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  #9  
Alt 26.06.2017, 16:16
Benutzerbild von Kitage
Kitage Kitage ist offline weiblich
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Hallo,

in dem Buch "Liebig und seine Schüler: Die neue Schule der Chemie", eingegeben in eine bekannte Suchmaschine, werden Wöllner und Einzelheiten zu dessen Fabrik etc. beschrieben.


Herzliche Grüße

Kirsten
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  #10  
Alt 26.06.2017, 21:08
AlbertAnton AlbertAnton ist offline
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Beiträge: 188
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Vielen Dank für die reichhaltigen Informationen. Mittlerweile habe ich herausgefunden das Wöllner, bzw. Wüllner der Sohn eines evangelischen Pfarrers war und in Gummersbach geboren ist. Dort sind auch einige Kinder geboren bevor er dann 1802 in Eschweiler bei Aachen auftaucht. Dort wohnte auch die Familie Stoltenhoff. 1805/06 ist er dann in Schwarzenbroich nachweisbar. Da hat es aber erst 30 Jahre später gebrannt, hatte also nichts mehr mit Wöllner zu tun. Alaun wurde zur Herstellung von Berliner Blau benötigt.

Gruß Albert
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