#1  
Alt 05.01.2020, 18:42
Paulah Paulah ist offline weiblich
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Standard Mierdunc oder Merdunc

Name des gesuchten Ortes: Mierdunc oder Merdunc
Zeit/Jahr der Nennung: 1250 April und 1257 März 29
Ungefähre oder vermutete Lage/Region: Umgegend von Neuss
Ich habe die Datenbanken zur Ortssuche abgefragt [ja/nein]: ja


Hallo zusammen,

in einer Stiftung der Eheleute Sibert und Gisela von Dülken für ein (Deutschordens-)Hospital wird u. a. der Mierdunc/Merdunc erwähnt.

Ich dachte zunächst, es könnte sich vielleicht um ein verstümmeltes Myllendonk handeln, bin mir aber sehr unsicher.

Hat jemand noch eine andere Idee?

Viele Grüße von Paulah
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  #2  
Alt 05.01.2020, 20:17
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo,
was ein -dunc war, ist hier erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Donk#Varianten
http://www.zzzzz.de/lexikon/d/do/donk.html
Es entwickelte sich die Bedeutung: Dunc/Donk = "ausgedehnte Anhöhe im Sumpfland, welche besiedlungsfähig ist"

Ich vermute es gab früher ein Dunc/Donk in der Nähe des Ortes Meer bei Neuss https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Meer
Genauso wie es ja heute den - nach dem alten Ort Meer benannten - Ort Meerbusch gibt ("Busch/Wald bei Meer"), vermute ich, dass es auch ein Merdunc ("Dunc bei Meer") gegeben haben könnte.
Eventuell ist der sogar identisch mit dem heutigen Niederdonk, zwischen Meerbusch und Neuss gelegen?


Wie lautet der genaue Satzzusammenhang bei Dir?
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (05.01.2020 um 20:25 Uhr)
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  #3  
Alt 05.01.2020, 20:27
sonki sonki ist offline
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Schon 1901 konnte der Autor vom Buch "Bergische Ortsnamen" den Ort nicht zuordnen: https://archive.org/details/bub_gb_f...AYAAJ/page/n35 (wird auf der rechten Seite oben erwähnt)
Ebenso der Bergische Geschichtsverein, der auch Probleme damit hat: https://books.google.de/books?hl=de&...ume&q=mierdunk

Geändert von sonki (05.01.2020 um 20:31 Uhr)
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  #4  
Alt 05.01.2020, 20:39
Paulah Paulah ist offline weiblich
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Vielen Dank für die Hinweise. Die Erwähnung tritt beide Male in einer Aufzählung der Stiftungsgüter auf:

Et quia fratres sepedicti in huiusmodi divisione lesi fuerant, ideo eisdem in supplementum defectus necnon in remedium animarum predictorum Syberti et Gyssele et ut propter augmentum elemosine plus intendant infirmis et pauperibus providere, ipsis addimus et assignamus curtem in Kassele cum suis attinentiis, curtem in Grimbregtinchusen sitam in parrochia Quinhem cum suis attinentiis, in campo Nussiensi quadraginta quinque iugera agrorum, decimam viginti quatuor agrorum ibidem, decimam in Ophoven, dimidiam marcam redditus in Bylke, in Mierdunc triginta duorum denariorum redditus, et cetera omnia, que dicti Sybertus et Gyssela possidebant de iure vel possidere debuerant.

Ego Henricus de Gerstorp miles universis presentes litteras inspecturis notum facio, quod ego renunciavi pro me et meis heredibus simpliciter et absolute omnibus bonis, que Sibertus et uxor eius Gisela, cives Nuxiensis, fratribus domus Theutonice pro animarum suarum remedio contulerant liberaliter possidenda, hiis videlicet curti, que dicitur Birke, site in parochia Greverode cum suis attinenciis et iuribus attinentibus, item reditibus quatuor marcarum solvendis in civitate Nuxiensis, item dimidie marce in Merkenigh persolvende, item curti in Kassele cum suis attinenciis, item curti in Grimbretzhusen site in parochia Quinheim, item quadraginta quinque iugeribus agrorum sitis in campo Nuxiensis, item decime viginti quatuor iugerum agrorum ibidem, item decime in Uphoven, item reditibus sex solidorum in Bilke, item reditibus triginta duorum denarum in Merdunc solvendorum, item domui, quam iidem S[ibertus] et G[isela] inhabitabant ante et retro sicut sita est cum pomerio, et ceteris bonis omnibus, que sepedicti Sibertus et Gisela possidebant de iure vel debuerant possidere.

Wenn der Ort 1901 nicht zugeordnet werden konnte, ist das zwar ein Hinweis, dass es nicht so ganz einfach ist. Seit 1901 haben sich unsere Möglichkeiten aber erheblich erweitert. Deshalb habe ich einen neuen Versuch gestartet.
Dittmaier, Heinrich, Siedlungsnahmen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes, Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 74, Neustadt an der Aisch 1956, S. 50. gibt den Ort als "unbk. bei Düsseldorf-Bilk" an. Die Nennung im Text hinter dem Ort Bilk muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Ort in der Nähe lag. Meerbusch/Niederdonk scheint mir aber ganz gute Fährte zu sein.

Ich muss in nächster Zeit ins Neusser Stadtarchiv, vielleicht findet sich dort ein weiterer Hinweis.
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