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  #1  
Alt 19.10.2014, 12:01
Terenor Terenor ist offline
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Beiträge: 3
Standard Echtheit Familienwappen "de Marné"

Hallo alle zusammen,

in unserer Familie "geistert" schon seit ich mich erinnern kann ein Familienwappen herum. Bis heute ist aber nicht klar ob dieses echt ist oder auf einen dieser Wappenschwindler zurückgeht.

Unser Wappen findet sich auf Sigelringen, einem Stück Stoff im Rahmen (das einzige Vollfaribge soweit mir bekannt) einem Kupferstück und einem Glas im Bleirahmen. Sowohl Siegelringe als auch die Kupferarbeit sind soweit mir bekannt jüngeren Datums.

Meine Großvater (jahrgang 1921) und soweit mir bekannt auch sein Vater stammen aus dem Raum Berlin. Die Familie hat angeblich eine Hugenotten Abstammung. In einer Ausgabe der Zeitschrift für Niederdeutsche Familienkunde von 1973 wird ein Claude de Marne (in dieser Schreibweise) in Frankfurt am Main um das Jahr 1583 genannt (eingebürgert nicht geboren, kam wohl aus Paris). Eine direkte Abstammung ist nicht nachweisbar.

Ich würde mich über eine erste Einschätzung freuen ob dieses Wappen überhaupt echt sein kann.

Ein Abbild des Wappens sollte anhängen. Die Farbe des Schildes ist blau.

Ich danke für jeden Hinweis.

Beste Grüße
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  #2  
Alt 19.10.2014, 12:39
Lenz Lenz ist offline
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Beiträge: 421
Standard

Ich bin mir fast sicher, dass es sich hier um eine Wappenfälschung handelt. Es gibt im Rietstap ein ähnliches Wappen "Malavois". Bei diesem Wappen ist lediglich unten keine Rose, sondern ebenfalls eine Lilie. (also ein Kreuzchen und drei Lilien). Selbstverständlich besteht auch noch die Möglichkeit, dass die "de Marne" eine Nebenlinie der "Malavois" aus der Champagne sind, und deshalb die untere Lilie gegen eine Rose getauscht haben.

Aber dies wäre nur durch Ahnenforschung zu klären.

Gruß Lenz

P.S. Welche Farbe haben die Schwerter, die Lilien und das Kreuzchen Ihres Wappens?
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  #3  
Alt 19.10.2014, 13:04
Lenz Lenz ist offline
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Ich habe zwischenzeitlich eruiert, dass die "de Malavois" aus dem Department "Marne in der Champagne" stamm(t)en.

Deshalb wurde von den Wappenfälschern nach einem Wappen eines Wappenträgers aus dem Department "Marne" im Rietstap gesucht, dann leicht abgeändert und den "de Marne" dann als ihres verkauft. Damit erhärtet sich für mich die Annahme, dass es sich hier um eine Wappenfälschung handelt.

Gruß Lenz
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  #4  
Alt 19.10.2014, 17:42
Terenor Terenor ist offline
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Schon mal vielen Dank für die Recherche.
Hätte denn eine Nebenlinie eine Ortsbezeichnung im Namen?

Die restlichen Farben muss ich bei meiner Schwester nachfragen, bei ihr hängt das farbliche Exemplar.

Es gibt ansonsten noch einen de Marné Zweig in Lichtenstein (Claude und Helga de Marné, produzieren glaube ich Champagner). Diese haben wohl ein gänzlich anderes Wappen sind aber wenn ich mich recht entsinne zumindet weitläufig verwandt. Ich habe leider kein Bild dieses Wappens.

Grüße
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  #5  
Alt 19.10.2014, 18:35
Lenz Lenz ist offline
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Zitat:
Zitat von Terenor Beitrag anzeigen
Hätte denn eine Nebenlinie eine Ortsbezeichnung im Namen?
Eher nicht.

Die "de Malavois" haben auch keine Ortsbezeichnung im Namen. Ich habe nur herausgefunden, dass diese im Department "Marne" beheimatet sind.

Gruß Lenz
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  #6  
Alt 20.10.2014, 16:26
Benutzerbild von rekem
rekem rekem ist offline
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schließe mich Lenz an, nirgends zu finden.
Jedenfalls kein Adel.
Sicher auch keine Beziehung zum Fluß Marne.
Malavois ist auch Falschadel von 1953 (Verrue de Malavois), sonst nicht zu finden.

Zu Name und Herkunft sollte geprüft werden bei
http://www.hugenottenmuseum.de/
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  #7  
Alt 20.10.2014, 17:08
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

mit diesen hat das Wappen ja nichts zu tun. Aus
Nobiliaire ou armorial general de la Lorraine et du Barrois en forme

Der Name taucht ja um 1800 in Neustrelitz auf. zB Georg Paul Friedrich 9.5.1801 Neustrelitz-15.10.1832 ebenda, Medizinalrat. Verheiratet mit Sophie Auguste Wilhelmine Reinicke, To. des Hofrathes Reinicke in Neustrelitz; 3 Söhne, alle früh verstorben. Vater N.N. starb, als er kleines Kind war.


Christian de Marné ist Mit-Reeder eines Schiffes auf dem Schweriner See um 1865.


Viel früher: In Altona gab es um 1660 einen Prediger Jan de Marné: http://books.google.de/books?id=1-cB...%A9%22&f=false



Freundliche Grüße


Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)

Geändert von Kasstor (20.10.2014 um 17:33 Uhr)
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  #8  
Alt 20.10.2014, 17:26
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Und dann gab es noch einen A.W. de Marne, der 1752 bei einer Dissertation eines Hantwig in Rostock auftaucht.

Und einen Ludwig de Marne, der im Pränumerantenverzeichnis der Gedichte Gottlieb Hillers 1805 erscheint.

Beim Bau der Stadtkirche zu Ludwigslust 1765-1770 gab es Rechnungen eines Drechslers de Marne.

Johann Hermann de Marne aus Schwerin wurde 1768 Bürgermeister zu Grevesmühlen.

Thomas
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Geändert von Kasstor (20.10.2014 um 17:39 Uhr)
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  #9  
Alt 20.10.2014, 17:41
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo,
dank Kasstor wissen wir:
1661 erschien in Amsterdam von P.H.Deen ein kleines Buch über den protestantischen Prediger Jan de Marne, der damals Gottesdienste in einer Kirche in der Rosenstraße in Altona (heute Hamburg) hielt.

Das klingt durchaus nach einem hugenottischen Glaubensflüchtling, und könnte also Ahne des Themenerstellers sein.
(z.B. über später erwähnte "de Marné" in Süd-Mecklenburg könnte die Familie sich dann nach Berlin verbreitet haben)

Dank Kasstor wissen wir auch, dass in Frankreich eine Adelsfamilie "de Marne" existierte.
Gruss
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  #10  
Alt 20.10.2014, 17:51
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

das mit Mecklenburg und viele Personen sind aber wohl nicht neu, denn der Aufsatz in der Zeitschrift 1973 hieß: Die Hugenotten-Abkömmlinge de Marne in Mecklenburg und anderwärts.

Thomas
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