#1  
Alt 26.09.2014, 16:29
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Michel85 Michel85 ist offline männlich
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Ich habe vorhin ein Foto bekommen mit der Geschichte, dass zwei russische Kriegsgefangene drauf sein sollen, namentlich ein Iwan und ein Paul, welche in meinem Ort auf einem Hof gearbeitet haben sollen.

Erstmal war selbst Heimatforschern unbekannt, dass in hier (bei Darmstadt!) Kriegsgefangene waren, erst recht aus Russland nicht und zum zweiten wieso sollten man die so schick anziehen (man beachte die Weste und die Uhrkette z.B.) und zu einem Fotografen schicken, welchen es auch nicht einmal im Ort gab.
Die Namen und dass es russ. Gefangene sein sollen wurde offensichtlich erst vor wenigen Jahren auf die Rückseite geschrieben.

Meine Frage, erkennt jemand vielleicht anhand der Mütze (könnte ein L drauf sein?!) um wen es sich handeln könnte. Soldat oder vielleicht doch eher ein Zugschaffner o.ä.?

Danke!
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  #2  
Alt 26.09.2014, 22:13
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Hallo Michel,

ich gehe davon aus, dass es sich um zaristische/russische Uniformen handelt.

Dazu findest Du hier einen Vergleich.

Ich hoffe, mit diesen Angaben ein wenig zu helfen?


Viele Grüße
AlAvo
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  #3  
Alt 27.09.2014, 07:30
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Danke! Ja das macht die Geschichte tatsächlich ein wenig glaubwürdiger, wenn auch immer noch sehr merkwürdig. Vielleicht wurden sie auf dem Hof so gut behandelt, dass sich eine Freundschaft bildete? Anders kann ich mir das Foto momentan nicht erklären.

Ich höre mich noch weiter im Ort um, vielleicht wissen die ältesten noch irgendwas aus Erzählungen. Ein paar gibt es noch, die zumindest um 1920-25 geboren sind.
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  #4  
Alt 27.09.2014, 11:01
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Hallo Michel,

bitte schön, ist doch gerne geschehen.

Es ist doch schön, dass es augenscheinlich in diesen schrecklichen Zeiten auch Menschlichkeit, über alle Grenzen hinweg, gab!


Viele Grüße
AlAvo
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  #5  
Alt 27.09.2014, 11:39
Moselaaner Moselaaner ist offline
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Hallo Michel,
die Abgebildeten sind tatsächlich russische Kriegsgefangene. Nachdem immer mehr Männer zur Front eingezogen wurden, kam es zum Mangel an Arbeitskräften in der Industrie und der Landwirtschaft. Es wurden deshalb Kriegsgefangene auch an private Arbeitgeber ausgeliehen die selbst für Unterkunft, Nahrung und Bewachung zu sorgen hatten. Dabei galt der Grundsatz:

„Die Kriegsgefangenen sind so zu behandeln wie wir unsere Landsleute in der Kriegsgefangenschaft behandelt sehen möchten.“
Gerade in der Landwirtschaft und Kleinbetrieben war die gute Behandlung eher die Regel als die Ausnahme. Diese Fotos sind sehr häufig zu finden. Die Gefangenen sendeten diese über das internationale Rote Kreuz in die Heimat um zu zeigen, dass es ihnen noch gut geht.
Gruß
Moselaaner
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