#21  
Alt 14.11.2011, 22:58
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Michel85 Michel85 ist offline männlich
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Gerade wo ich nachfolgende Post schreiben wollte hat meine Tante angerufen, dass sie ein altes Stammbuch -noch in Sütterlin geschrieben- von einer Verwandten auftreiben konnte (zum Glück kann die Tante Sütterlin ). Ich habe gerade Kopien geholt . Das interessante dran: Diese Frau (also Besitzerin des Stammbuches) ihrer Mutter, ihre Mutter war meine Urgroßtante, welche wiederum die Schwester vom Georg, Heinrich und meinem Uropa Konrad war. Außerdem ist die Frau nicht nur über die Seite meines Vaters sondern auch über die meiner Mutter mit mir verwandt. Inzucht-Kaff halt XD

Ein anderes Stammbuch von ihrer Mutters Seite (wenn ich nichts durcheinander gebracht habe) hat sie auch noch, hoffe das bekommt die Tante morgen. Die Sachen sind einfach Gold wert! Ein verdammtes Glück habe ich die letzte Zeit. Naja irgendwie auch kein Wunder wenn die Familie seit über 300 Jahren im Ort wohnt und irgendwie mit jedem verwandt sein muss XD.
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So, nun habe ich mal für meine Uropa Konrad und meinen Opa beim WASt Anfragen gestellt, jetzt heißt es wohl ein paar Monate warten. Was mich wundert, die Anfrage nach dem "militärischen Werdegangs" kostet laut denen meist nur um die 20€.

Ok von meinem Opa wird es nicht viel zu suchen geben, er war wohl keine zwei Jahre im Krieg 44/45. Ich konnte ihn nie fragen da er 1989 starb, aber auch seinen sieben Kinder erzählte er nie wirklich viel. Es gibt nur eine Geschichte und ob die stimmt...
Er kämpfte in Frankreich und wurde Ende des Krieges festgenommen und sollte mit einem Zug in ein Lager gebracht werden (eine Tante sagte nach Russland, aber ob das stimmt?). Der Zug hielt zufälligerweise an unserem Nachbarort wo es damals noch einen Bahnhof gab. Er stand weinend an der Tür. Der Bewacher muss ihn wohl gefragt haben wieso er weint und er gab dem Franzosen oder Ami zu verstehen "Mama 5 Km". Der Mann soll ihn mit einem Tritt aus dem Zug "befördert" haben. Er kroch erst eine Zeit auf allen vieren um nicht gesehen zu werden und schlich sich dann heim zu seiner Mutter. Die Uniform wurde sogleich im Ofen verbrannt und er versteckte sich noch einige Zeit im Keller.

Zu seinem Vater sollte es wohl einen Tick mehr Infos geben, da er vielleicht schon vor dem Krieg bei der Marine war. Ich werde sehen....
Auf jeden Fall wird er auf der "Emden" und der "Möwe" gedient haben. Ich habe heute meinen Vater nochmal gefragt da er die Marinemütze noch als Kind hatte. Er sagte, dass er zwei Bänder dafür hatte, eines mit "Emden" und eines mit "Möwe". Die konnte man auswechseln je nachdem auf welchem Schiff man gerade war.
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  #22  
Alt 21.03.2012, 20:19
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Mal ein Update:

Die Anfrage beim Volksbund hat fast 3 Monate gedauert nichts erbracht, aber auf einer Randnotiz auf seiner Geburtsurkunde wurde 1937 (!!) vermerkt er sei am 10.06.1916 im (heute ehemaligen) Gouvernement Perm / Russland verstorben.

Ob es nun der 09. Juni wie auf seinem Gedenkkreuz, bzw. in der Verlustliste oder der 10. Juni ist wann er starb, ist nicht so wichtig. Auf jeden Fall denke ich, dass er dann wahrscheinlich auch in der Gegend um Perm begraben wurde. Da seine Kompanie zwei Jahre lang in der West-Ukraine war, dürfte er nach seiner Gefangennahme wohl nach Russland deportiert worden sein. Ein ganz schönes Stück 0.0. Vielleicht hat er sich auf der Fahrt dahin die Krankheit geholt an die er später starb?

Gibt es zufälligerweise in der Gegend Perm / Jekaterinburg einen Friedhof für deutsche Soldaten (aus dem 1. WK)? Oder weiß jemand ob es damals dort ein Gefangenenlager gab?
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  #23  
Alt 11.08.2012, 13:49
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Zitat:
Zitat von Michel85 Beitrag anzeigen
.....
Bei dieser Kopie steht noch was dabei: Konrad Sauerwein. Obere Reihe 1. Soldat von links, Buder von Georg, Heinrich u. Lisbeth Veith geb. Sauerwein. *3.2.1887 +10.1.1951; Kaiserliche Marine in Jever Kreuzer Emden

Der Fotograf hat auf jeden Fall eine Signatur hinterlassen: Aug. Junck, Wilhelmshaven, Neue Str. 19
Zu meiner großen Überraschung sind in den letzten Wochen bei drei Leuten "vergessene" Fotos von meinen Uropa Konrad aufgetaucht. Leider kann ich noch immer nicht wirklich sehen wo genau er war (Einheit, Kompanie etc.). Was auffällt ist, dass er scheinbar nicht nur bei der Marine war -wieso auch immer- sondern auch wohl einfacher Soldat bei der Infanterie oder so. Ich habe die Bilder teilweise mit 1200 dpi eingescannt um soviel wie möglich zu erkennen.

Vielleicht kann jemand die Uniformen besser interpretieren als ich.

Übrigens sind auch Bilder vom Uropa aus der Zeit des 2. WK aufgetaucht. Da er Schneider war, machte er in einer nahen Bekleidungsfabrik Uniformen.


Zweiter von rechts ist Konrad, links davon sein Bruder Heinrich Sauerwein IX. (RIR 116, 4. Kompanie). Auf der Mütze zu erkennen "Seewehr Abteilung". Kennt zufälligerweise auch einer die Uniformen der anderen zwei?


Wieder zu erkennen: "Seewehr Abteilung"


Oben erste Person links ist Konrad. Das bereits bekannte Bild (vorherige Seite) in etwas besserer Qualität. Aufgenommen nach der Ausbildung


Als einfacher Soldat?! Auf zweiten wohl mit Ausgehuniform


In der Mitte sitzend ist Konrad. Auf der Schulterklappe des Soldaten ganz links zu erkennen: XVIII, auf der des Soldaten ganz rechts: XVII (wird wohl auch XVIII heißen)
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Geändert von Michel85 (11.08.2012 um 14:03 Uhr)
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  #24  
Alt 11.08.2012, 20:52
GunterN GunterN ist offline männlich
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Hallo Michel85,

schreibe doch mal hin:

http://www.weltkriegsopfer.de/Inform...ls_0_5146.html

Gruß - GunterN
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  #25  
Alt 11.08.2012, 23:28
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Hedwig_Karoline Hedwig_Karoline ist offline weiblich
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Hallo lieber Michel,

wie schön, daß Du noch Bilder gefunden hast, Du kommst ja gut voran!
Ich bin bissel verwirrt, Du suchst jetzt nimmer Georg, sondern Konrad? Und der war bei der Marine? Hast Du das Grab von Georg gefunden?

Ich mag den Georg ja auch so gerne, soo ein nettes Bild. Ich hab jetzt auch eines gefunden bei Verwandtschaft von meinem gefallenen Großonkel. Und vom Opa, der auch in Wilhelmshaven bei der kaiserlichen Marine war, hab ich auch eines. Wir müssen uns mal wieder treffen, gegenseitig Bücher und Bilder zeigen und fachsimpeln

Lieben Gruß!
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schöne Grüße, Hedwig Karoline
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  #26  
Alt 11.08.2012, 23:54
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Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Hallo, Michel!

Die eingestellten Bilder von Deinen Vorfahren sind wirklich wunderbar gelungen.....tolle Photographien aus den alten Tagen.....

Viele Grüße

Matthias
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  #27  
Alt 12.08.2012, 00:17
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@Hedwig_Karoline

Ich wollte den Titel des Threads ändern, leider nicht mehr möglich. Wollte auch kein extra Thread mehr eröffnen.... sind ja auch alles Brüder, passt schon irgendwie

Zum Georg hat sich auch was getan (weißt du ja vom Treffen), habe mittlerweile heraugefunden, dass er am 30.08.1915 beim überraschenden Angriff der Russen bzw. dem Rückzug von Plotycza nach Teofipolka (West-Ukraine) gefangen genommen wurde und am 28.05.1916 in Njewansk in Gouvernement Perm / Russland an Krankheit in Gefangenschaft starb.
Daher vermute ich, dass es dort ein Gefangenenlager gab und er eventuell beim langen Transport oder später unter schlechten Bedingungen erkrankte und daran starb. Denke er wurde wenn in einem Massengrab oder so bestattet. Oder es müsste sich im tiefsten Russland ein Soldatenfriedhof aus dem 1. WK befinden???

Seine Einheit brachte 1937 ein Regimentsbuch mit über 600 Seiten heraus wo seeehr umfangreich berichtet wird. Das Buch habe ich geholt. Nicht billig , aber jeder Cent hat sich gelohnt. Sogar ein Stellungsplan besagten Rückzugstages ist drin, eine komplette Gefallenen/Gefangenenliste mit Ort und Datum, offizielle Kriegsberichte & persönliche Berichte von Soldaten. Sogar genau der Tag und ein Soldat aus der Kompanie von Georg beschrieb den überhasteten Rückzug. Einmalig dieses Buch!!!!!!!

@GunterN
Danke für den Link. Denke aber eher, dass dort nur Soldaten aus den 40ern liegen.
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Geändert von Michel85 (12.08.2012 um 00:27 Uhr)
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  #28  
Alt 12.08.2012, 00:26
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Lieber Michel,

das Buch hast Du mir doch bei unserem letzten Hessentreffen gezeigt und ich hab die Nase reingesteckt, war es nicht dieses Buch?

Ach diese Schicksale sind soooooo traurig Als ich neulich endlich ein Bild meines in Belgien gefallenen Großonkels (WK1) sah, hat es mich auch derart gerührt, ich habe mal wieder geheult wie ein Schlosshund und um ein Haar die Stadt geflutet....
Diese Lücken in unseren Familiengeschichten tun besonders weh.

Hat Dein Opa die beiden Kriege überlebt? Meiner glücklicherweise schon.

Herzliche Grüße!
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schöne Grüße, Hedwig Karoline
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  #29  
Alt 12.08.2012, 00:39
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Genau das Buch war es... sehr faszinierend und einmalig. Und ja mein Uropa überlebte beide Kriege. Im ersten als Soldat und ihm zweiten, da er Schneider war, in einer Bekleidungsfabrik zum anfertigen von Uniformen.

Erstes Bild zweiter von rechts. Leicht zuerkennen an seinem Kopf (Augenpartie), bzw. am charakteristischem Schnauzer.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Konrad Sauerwein XII. (5).jpg (95,3 KB, 10x aufgerufen)
Dateityp: jpg Konrad Sauerwein XII. (6).jpg (108,6 KB, 8x aufgerufen)
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  #30  
Alt 12.08.2012, 01:06
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Hedwig_Karoline Hedwig_Karoline ist offline weiblich
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Klasse Bilder, lieber Michel!

Dankeschön Ach ja, Uropa war es bei Dir, verzeih! Ich bin ja eine Generation älter. Meinen Opa hat der GröFaz im WK2 nochmal dienstverpflichtet. Er war bereits 47 - das war aber scheinbar egal.

Mein Großonkel Rudolf ist 1917 gefallen
http://www.weltkriegsopfer.de/Krieg-..._0_316526.html

Ich habe noch den Brief seines Leutnants und Kompanieführers an meine Urgroßmutter...
Es kann schon sein, daß es in Perm einen Soldatenfriedhof gibt. Frag vielleicht wirklich mal bei Weltkriegsopfer.de mal nach. Rudolf ist auch auf einer Gedenktafel eines belgischen Friedhofs verzeichnet. Eigentlich finde ich es für mich nicht soo wichtig, wo sie liegen, wichtiger ist doch, daß sie nicht vergessen werden und wir ihr Andenken lebendig halten.

Aber wenn es Dir persönlich wichtig ist, drücke ich die Daumen, daß Du es herausfindest!

Liebe Grüße!
(demnächst mehr per PN)
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schöne Grüße, Hedwig Karoline
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