#1  
Alt 14.05.2011, 14:45
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Saure Saure ist offline männlich
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Standard Fremdarbeiter 1943 in Berlin

In einem Schreiben vom Kirchlichen Suchdienst, dem Suchdienst der kirchlichen Wohlfahrtsverbände, lese ich:
'Maria Schmidt, auch Schmitt, geb. am 06.04.1928 in Omsk, vermisst.
Zum Verbleib wurde uns bekannt: 'verschleppt am 01.06.1941 in ein Pionierlager'
sowie '1941 in einem Kinderheim bei Minsk,
soll 1943 mit Transport von Minsk nach Berlin gekommen sein'.

Hier ist das Schreiben vom Kirchlichen Suchdienst:
http://www3.volksbund.de/virt_kgs_ad...84859_5801.jpg

Hier sind Angaben zu der Geburtsurkunde:
http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=51322

Bei einer persönlichen Nachfrage beim Kirchlichen Suchdienst hat man mir gesagt, dass leider die Quelle dieser Information leider nicht mehr bekannt ist.

Der Bruder der gesuchten Maria schreibt mir:
'Hallo Dieter,ich denke meine schwester konnte den schwaben deutsch gut sprechen,lesen und schreiben eher nicht,da sie in eine weissrussische schule ging,nur zu hause deutsch gesprochen hat und draußen mit kindern jidisch gesprochen hat,da wir in einem viertel von minsk wohnten mit 80% judischer bevölkerung,alle meine eltere geschwister sprachen draußen jidisch, zu hause deutsch und in der schule weißrussisch,deshalb hatten sie auch immer schlechte noten russisch in der schule.
mit freundlichen gruß
alwinus'

Natürlich habe ich ihrem Bruder empfohlen, beim Standesamt I in Berlin eine Sterbeurkunde anzufordern.
Daraufhin hat er am 06.05.2011 an das Standesamt I in Berlin geschrieben.
Leider liegt ihm bis heute noch keine Antwort vor.

Nun meine Frage:
Welche Stelle / Stellen könnte ich in Berlin anschreiben, um etwas über Maria Schmidt (Schmitt) herauszufinden ?

Maria kann in einem Heim, in verschiedenen Heimen, bei Pflegefamilien und / oder bei Adoptiveltern untergekommen sein.

Die vollständige Suche finden Sie hier:
http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=51119
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.

Geändert von Saure (14.05.2011 um 15:55 Uhr)
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  #2  
Alt 14.05.2011, 23:24
gustl gustl ist offline
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Hallo,

ich glaube, dass das Thema in diesem Unterforum nicht richtig untergebracht ist. Ich habe die ganze Suche nach Maria Schmidt mitverfolgt und versucht, herauszubekommen, wer Transporte aus Minsk organisiert haben könnte. Das ist mir nicht gelungen, es ist aber eine Voraussetzung, um herauszufinden, was danach mit Maria geschehen sein könnte.

So, wie ich es bisher verstanden habe, waren die Schmidts sog. Reichs- oder Volksdeutsche. Mit damals 15 Jahren könnte Maria durchaus in einem für die Rüstung wichtigen Betrieb eingesetzt worden sein, sie war aber keine Fremdarbeiterin. Sie muss auch nicht in Berlin geblieben sein. Da die Stadt damals schon bombardiert wurde, könnte sie auch im Umland untergebracht worden sein.

Vielleicht sollte man dieses Thema auch unter "militärbezogene Familiengeschichte" einstellen. Dort gibt es vielleicht jemanden, der weiß, was mit der abtransportierten Zivilbevölkerung geschehen ist. Soviel habe ich immerhin durch googeln herausgefunden: aus Minsk wurden nur zwischen 1500 und 1700 als deutsch geltende Zivilpersonen nach Westen transportiert.

Deswegen ist die Anfrage beim Standesamt I in Berlin aber nicht sinnlos, aber wenn ich den Erfahrungen anderer folge, dann wird es noch einige Zeit dauern, bis von dort Antwort kommt.

Eines ist mir noch aufgefallen: Auf dem eingescannten Schreiben der kirchlichen Suchstelle war handschriftlich die Anschrift des Suchdienstes des DRK in München angegeben. Diese Stelle ist für Suchen in der ehemaligen Sowjetunion zuständig. (Ich habe selbst einmal dort angefragt und Auskunft bekommen.) Hat sich die kirchliche Stelle dort bereits erkundigt? Wenn nicht, dann wäre es meine erste Wahl für eine Anfrage. Erfahrungsgemäß dauert es etwa 8 Wochen, bis die Anfrage bearbeitet ist. Sonst würde ich erst einmal bei der WASt anrufen und dort fragen, ob die Transporte aus Minsk von der Wehrmacht organisiert worden sind.

Das ist alles, was mir im Augenblick dazu einfällt.

Liebe Grüße
Cornelia
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  #3  
Alt 15.05.2011, 01:27
Benutzerbild von AnGr
AnGr AnGr ist offline
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Hallo!

Eine Auskunft bei der Wast in diesem Fall einzuholen, würde glaube ich keinen Sinn machen. Diese Tranporte organisierte nicht die Wehrmacht, die Transporte fanden im Rahmen des "Generalplan Ost" statt, die auf Befehl des Reichsführers SS Himmler geplant und ausgeführt wurden.

http://www.google.de/url?sa=t&source...6Y0m2djwpVfY4A

schöne Grüße Andreas
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  #4  
Alt 15.05.2011, 02:32
gustl gustl ist offline
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Hallo Andreas,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Aber wer kann jetzt über den "Generalplan Ost" Auskunft geben? Wir wollen ja wissen, wohin Maria gekommen sein kann. Hast Du eine Idee, wo man fragen kann?

nächtlichen Gruß
Cornelia
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  #5  
Alt 15.05.2011, 02:46
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Hallo Cornelia!

Was der "Generalplan Ost" ist, wird ja in meinem link erklärt. Eine Idee wo man noch fragen kann habe ich leider auch nicht.

Schönen Gruß Andreas
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  #6  
Alt 15.05.2011, 02:56
sternap sternap ist offline
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da ich keine ahnung von nichts habe, bitte ich, meinen hinweis in vernünftigere bahnen zu bringen:
für mich klärte sich eine wichtige, russische bürger betreffende frage durch die durchsicht eines unveröffentlichten manuskriptes, das wohl von einem ehemaligen offizier im zuge der aufregung um die umstrittene wehrmachtsaustellung geschrieben worden war. ich weiss aber nicht, ob ich als angehörige einer verschwundenen person die kraft hätte,in zeitzeugenberichten an die kommission reemtsma nachzulesen, was geschehen sein könnte.

hervorragende sachkenntnis auch über militärische aktionen in russland hatten die autoren der von donauschwäbischen kulturstiftung geförderten bücher.

wenn die schwester der schmidts in österreich gelandet wäre und da nicht bleiben hätte können, wäre sie vielleicht in süddeutschland, amerika oder auch argentinien gelandet.
__________________
_________________________________
freundliche grüße

sternap

Geändert von sternap (15.05.2011 um 03:59 Uhr)
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  #7  
Alt 15.05.2011, 03:54
gustl gustl ist offline
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Hallo Ihr alle,

da es ein Konzentrationslager bei Minsk gab und Alwinus uns erzählt hat, dass seine Familie in einem vorwiegend jüdischen Viertel wohnte, denke ich, dass wir versuchen müssen, uns auf Fakten zu konzentrieren. Aus meiner eigenen Familie weiß ich, wie lange die Traumata wiegen, wenn jüdische Nachbarn verschwanden.

Von sternap nehme ich den Hinweis auf Reemtsma und die Wehrmachtsausstellung auf - es ist nur die Frage, wer sich dorthin wendet. Wenn ein ok von Alwinus und Dieter Saure kommt, kann ich dort einmal fragen.

Vielleicht schaffen wir es doch noch, das Schicksal von Alwinus' Schwester zu klären.

Danke Euch allen und: lasst uns weitermachen!

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Cornelia
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  #8  
Alt 15.05.2011, 04:08
sternap sternap ist offline
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habt ihr in deutschland auf einer uni ein institut für kriegsfolgenforschung?
österreich hat eins, das hörte ich..
__________________
_________________________________
freundliche grüße

sternap
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  #9  
Alt 15.05.2011, 10:41
Carlton
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Hallo Cornelia,

ich denke, dass es sich hier nicht um eine militärische Angelegenheit handelt.

M.E. wäre hier die Anfrage aus Bad Arolsen sowie dem Ruissischen Roten Kreuz abzuwarten; denn hier hat Alwinus bereits Anfragen gestartet.

Ich habe gelernt, immer einen Schritt nach dem anderen zu machen. Nun laufen noch drei oder vier Anfragen (im entsprechenden Thema nachzulesen). Ich verstehe zwar, dass man möglichst alles gleichzeitig machen möchte - aber ist das auch sinnvoll?

Gruß
Ursula
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  #10  
Alt 15.05.2011, 11:02
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Saure Saure ist offline männlich
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Guten Morgen an alle Helfenden,

mein Thema hier basiert auf dem Satz vom Kirchlichen Suchdienst:
'soll 1943 mit Transport von Minsk nach Berlin gekommen sein'.

Jedem ist es natürlich freigestellt, jederzeit ein anderes Thema zur Suche nach Maria in diesem Forum oder in anderen Foren zu eröffenen.
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.
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