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  #31  
Alt 22.02.2021, 23:36
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Zitat von Kasstor Beitrag anzeigen
Schade, dass man diese Seite nicht sehen kann https://books.google.de/books?id=Lj1...6AEwBXoECAYQAg
Kannst du, Thomas, wenn du meinen Beitrag von #5 rechtes Bild anschaust.
https://forum.ahnenforschung.net/sho...66&postcount=5
Manni
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  #32  
Alt 22.02.2021, 23:43
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Kannst du, Thomas, wenn du meinen Beitrag von #5 rechtes Bild anschaust.
https://forum.ahnenforschung.net/sho...66&postcount=5
Manni
Das hilft dann ja fürs 17. Jhdt. nicht weiter.

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #33  
Alt 22.02.2021, 23:53
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Hallo zusammen,
hier die Fortsetzung des litauisch-deutschen Übersetzungssalats. Er war also anscheinend in schwedischen Diensten oder bat darum, und der Brief des schwedischen Königs ist ein Dankschreiben
Ein Brief an den Autor vom 01.04.1997 besagt, dass im Jahr 1628. In der Stadt Pomera ni war der Altral Zun de (StralSund) ein Zug schottischer Soldaten, die von der Stadt rekrutiert wurden, aber ihrem König Gustaf Adolf unterstellt waren. Eine Gruppe schwedischer Soldaten wurde ebenfalls diesem Regiment zugeordnet. Bajo rø Gravrogkø wurde ne r tu jo rað tà len kø kal ba17 geboren. Tas rað tas - nicht ori gi na lus, aber vers tas do ku men tas, vielleicht sogar verti mo ver-ti mas - bu vo Ðve di jos kara liaus Gustavo Adol für pa danke für das Schreiben von sa Ðve di jos I. Ich suche einen guten Dienst in der Armee für ChrisToph Georg GrawRog. Demnach ist dies le te tas tas, pra var de Grafas (Graff), 1628. 12. Dezember zuvor in die Reserve freigegeben. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass das Wappen von Le Li wa (Le li wa) im roten Feld gelb ist. Gai ta Ador fügte zwei Seiten zur Seite des Wappens hinzu und breitete die Flügel seines weißen Adlers aus . Die polnische Ba jo rø her bas Le li va veikiai siai viniu siai nin k Schmerz versuchen, Lie tu vos Di dios sios Ku ni gaikð tys tes in di genatà zu bekommen. Das oben erwähnte königliche Dokument war nur ein Dankesbrief, daher wäre eine andere Behandlung (z. B. als Vorrecht des Königs) nicht gültig.

Ein Jammer, dieser Translator-Murks.
Immerhin kennen wir jetzt den Vater, den 1602 in den Adelsstand erhobenen Peter von Grawrock. Und die von Groroth-Hypothese können wir vergessen.

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (23.02.2021 um 00:20 Uhr)
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  #34  
Alt 23.02.2021, 01:55
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Laut Danziger Tafel heiratet Peter Graurock 1592 als 2. Ehefrau eine Barbara Rogge.
https://danzigertafeln.vffow.org/tafel.php/215
Diese wird auch im Artikel von Christoph von Grawrock als Ehefrau des Peter von Grawrock "der Petras Graurokas (Peter Graurock) war" erwähnt.

Thomas, also führt die Spur doch nach Danzig, der nobilitierte Peter von Grawrock war Peter Graurock. Leider wird in der Tafel kein Sohn Christoph Georg aufgeführt. Ihn haben wir ja im Artikel, aber eine Bestätigung würde ich mir schon wünschen.

Ein anderer Translator (webtran.de) übersetzt die entscheidende Passage aus dem Artikel wie folgt:
In dem oben erwähnten Brief wird das erste (älteste) Familienmitglied als der Adlige Christoph Georg Grawrogk mit dem Spitznamen Graf (Graff) erwähnt. Anscheinend ist dies der Sohn eines der erhabenen (gemeint: erhobenen) Brüder, wahrscheinlich Peter von Grawrock, Söhne geboren um 1593–1597 wahrscheinlich in Danzig (Preußen), und der Spitzname Graf (Graff) wurde wahrscheinlich von den Tagen geerbt, als die Gravrogk (Grawrogk, Grawrock) noch keine Adligen waren

Das mit dem Spitznamen kapiere ich nicht, und überhaupt würde ich mir einen konkreteren Beweis wünschen. Im Artikel folgt die König-Gustav-Episode von 1628. Das ist mir jetzt zu lang, ich mache später weiter.

Bruder Lambert mit seinen Nachkommen steht auch auf der Danziger Tafel. Auch bei ihm kein Christoph Georg

Den Peter hatte ich schon in Googlebooks
https://books.google.de/books?id=MHE...6AEwAXoECAAQAg

Und hier gibts eine Übernahme aus der Danziger Tafel http://www.momente-im-werder.net/01_...pke_Daniel.htm

Daniel Graurock (Graurok, Grawerok, Grawrock, Grarock) / Einheirat: Tochter
Bürger, Bekker in Dantzig, Meister, Meisterwahl 1638, Nachbar &
Schultz in GrZ
* Danzig, St Johannis, 09.04.1613, † Danzig 03.03.1678
(Q: Rühle - Geschichte ... der Bäcker)
Eltern: Hans (Johann) Graurock, * Danzig ca. 1585, † Danzig, St Johannis, 07.11.1645, & Elisabeth Quant (Quensteden?), † Danzig vor 09.1629,
∞ Danzig, St. Marien 04.06.1612
Großeltern: Peter Graurock, * Danzig ca. 1555, † 26.03.1622 (St. Marien, Grabstelle 324, gekauft 1584), Kaufmann zuerst in der Hundegasse,
dann in der Langgasse, kauft 1599 den Hof des Albrecht Giese - sein
3. Schwiegervater - in Zoppot, der bis 1654 in der Familie bleibt.
1. Ehe ca. 1580 mit Catharina Sievert, † Danzig vor 12.1592, 6 Kinder,
Tochter des Ratsherrn Michael Sievert, † Thorn 1578,
2. Ehe 22.12.1592 in St. Marien mit Barbara Rogge, † Danzig 03.07.1597,
3 Kinder
3. Ehe 08.11.1599 in St. Marien mit Cordula Barbara Giese, keine Kinder

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (23.02.2021 um 06:30 Uhr)
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  #35  
Alt 23.02.2021, 11:40
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo,
anbei eine Zusammenfasslung der von Thomas gefundenen pdf-Datei:
http://www.ziemgala.lt/saugykla/pdf/5_grawrock.pdf
MfG
Manni

Basierend auf reichlich vorhandenem Archivmaterial diskutiert der Artikel die Entstehung der Familie Gravrog im 14. bis 20. Jahrhundert. Die Verbindungen zu Semgallen und Litauen sind angegeben. Ein Brief aus dem Archiv der Hansestadt Lübeck [Fn1] an den Autor [Fn2] vom 01.12.2001 besagt, dass in Olof Ahler Neubügerlisten von Lübeck (1967) der Jahre 1317–1356, S. 75, am 14.10.1336, Nr. 92, ein "faber civis Ghotscalcus Grawerok" erscheint. Die Höhe der Aufnahmegebühr ist nicht angegeben. Ein zweiter Brief [Fn3] des Lübecker Archivs vom 30.1.2001 enthält den lateinischen Originaltext aus einem weiteren Lübecker Buch vom 18.1.1397, wonach Johannes Grawerok für 50 Mark in Lübecks Engelsgrube ein Haus erwarb. In Anmerkung 3, S. 970 desselben Buches, wird angegeben, dass er am 15.4.1397 ein anderes Haus für 53 Mark ebenfalls in der Engelsgrube kaufte. Im selben Brief vom Ende des Jahres schreibt ein Mitarbeiter des Archivs, dass beide Kaufverträge später gekündigt wurden. Ich denke, man kann sich vorstellen, dass der Eigentümer beide Häuser wieder verkauft hatte. Es sieht so aus, dass Gottschalk und Johnnes der Grawrok Familie angehörte, die später in den Adelsstand erhoben wurde.

In einem Brief vom 31. Mai 1990 [Fn5] aus dem niedersächsischen Staatsarchiv in Osnabrück [Fn4] wird angegeben, dass in einem Buch des Bischofs von Osnabrück, Johann von Diepholz (1424–1437) eine Gemarkung "Grauwrock" nahe der Gemeinde Melle bei Osnabrück bezeichnet wird [Fn6]. Da aus einem Brief [Fn7] der Adelsfamilie Gawrok bekannt ist, dass diese Familie aus Osnabrück stammt werden, die Besitzer davon natürlich Mitglieder der Familie Grawrok gewesen sein.

1592 heiratete Peter Graurock eine Barbara Rogge (31.3.1568 Danzig - 3.7.1597) und hatte mit ihr 3 Kinder. 1599 heiratete er Cordula Giese. Am 9.2.1600 heiratete Barbara Graurocks Tochter Barbara (+ 01.01.1624) einen Eberhard Rogge (2.2.1571 Danzig - 6.3.1635), 1601 als Richter, später als Mitglied des Stadtrats erwähnt [Fn8]. Ich glaube, die angebliche Tochter von Peter war eher seine Schwester, und der Name ihres Vaters war dann eben auch Peter. 12.9.1624 (oder 14) heiratete Elena Graurok (+ 10.5.1632) einen Georg Rogge (4.7.1597 Danzig - 5.5.1645). Diese Elena könnte eine Tochter des oben erwähnten Peter Graurok und der Barbara Roge gewesen sein [Fn9].

Am 19.9.1602 wurden in Prag vom Dt. Kaiser Rudolf die Brüder Peter und Lambert Grawrok in den Reichsadels erhoben und erhielten ein verbessertes Wappen: Der Schild ist der Länge nach in zwei gleiche Teile geteilt. Der eine ist rot oder rubinrot und weist zwei silberne Lilien auf. Zwischen den Lilien von unten und oben in einem spitzen Winkel in der Mitte treffen sich zwei silbere Dreiecke. Der andere Teil zeigt auf goldfarbenem Grund eine silberne gepanzerter rechte Hand, die einen Dolch führt. Über dem Schild befindet sich ein edler Turnierhelm mit erhöhtem Visier. Helmdecken in der Reihe - gelb und blau, rechts - rot und weiß, darüber eine goldene Adlige Krone und darüber die Flügel eines Adlers nach innen gerichtet und in der Mitte in zwei gleiche Teile geteilt, dazwischen ein gepanzerter Arm, der einen Dolch führt [Fn10].

Einer von den Brüdern, die in den erblichen Adel erhoben wurden, war anscheinend Peter Graurock, der 1592 Barbara Rogge geheiratet hatte [Fn11]. Im Laufe der Jahre nahmen die Nachnamen oft verschiedene Formen an. Die Form "von Grawrock" wurde durch Erhebung zur Klasse der Adligen gegeben. Der Brief [Fn13] aus dem Wiener Archiv vom 12. Dezember 2002 bestätigt den erblichen Adel der Gebrüder Peter und Lambert Grawrok.

In dem bereits erwähnten Brief [Fn14] wird der adlige Kristupas als ältestes Mitglied unserer Familie erwähnt. Christoph Georg Grawrok führte den Spitznamen Graf. Anscheinend ist er der Sohn einer der erwähnten Brüder, wahrscheinlich Peter von Grawrock, geboren etwa 1593–1597, wahrscheinlich in Danzig (Preußen). Der Spitzname Graf (Graff) wird wahrscheinlich aus der Zeit stammen, als die Gravrogk (Grawrogk, Grawrock) noch keine Adligen waren. Ein Brief des schwedischen Staatsarchivs [Fn15] an den Autor [Fn16] vom 1. April 1997 besagt, dass 1628 in der Stadt Pommern in Stralsund eine schottische Armee unter Kommano des schwedischen Königs Gustav Adolf eingesetzt wurde. Eine Gruppe schwedischer Soldaten wurde ebenfalls diesem Regiment zugeordnet. Die Familie von Grawrok hatte einen Brief in polnischer Sprache [Fn17]. Dieser Brief ist kein Original, sondern ein übersetztes Dokument eines Dankesbrief von König Gustav Adolf von Schweden an ein Mitglied des schwedischen Militärs, Leutnant Christoph Georg Grawrogk, vom 12.12.1628 für gute Dienst in der Armee. Es wird auch angegeben, dass der Leutnant das Adelswappen Leliwa führte (auf rotem Schild ein sechseckiger Stern, darunter ein gelber, nach oben geöffneter Halbmond). König Gustaf Adolf von Schweden fügte diesem Wappen zwei Flügel eines weißen Adlers an den Seiten hinzu. Das oben erwähnte königliche Dokument war nur ein Dankesbrief, also kein königliches Privileg. Leider sind nach Angaben des schwedischen Militärarchivs [Fn18] (Brief vom 1.7.1997 [Fn19]) die Listen der 1628 eingesetzen schwedischen sowie die im oben genannten schottischen Regiment in Stralsund gedienten Soldaten nicht erhalten geblieben.

Kristupas Jurgis Gravrogkas, Spitzas genannt, besaß die Herrenhäuser von Geni und Piktupėnas im damaligen Preußen und in Alt Livland das Herrenhaus von Hummelshof (heute Hummuli, Estland) [Fn20]. Er war verheiratet mit Julia von Haaren aus einer sehr alten Familie des kurischen Adels (1258 erwähnt) Die Mitglieder der Familie Haaren, die in der Liste der Kurischen Ritter (1631-08-02) erwähnt wurden, waren Barone, aber es ist nicht klar, ob Julia zum Zeitpunkt ihrer Heirat dazu gehörte [Fn21].

Dokumente über die Adelsfamilie Gravrogk befinden sich auch im Archiv von St. Petersburg [Fn22]. Übrigens verwendeten die polnischen und litauischen Zweige der Familie nur sehr selten das deutsche Adelsprädikat "von". Christopher und Julia hatten nur einen Sohn Johann Friedrich, geb. um 1617, ein poln. Oberstleutnant [Fn23]. Er erbte von seinem Vater die Herrenhäuser Gaurė und Diaulėnai [Fn24] um 1637. Er heiratete Efrosinia Weißmann. Es ist diese Form ihres Nachnamens, die in Dokument [Fn25] erscheint, aber nach anderen Quellen könne es sich auch um Weißmann von Weißenstein handeln. John Friedrich und Euphrosinia hatten zwei Söhne, Sigmund der Ältere und Jeremiah der Jüngere (~1640–1678?). ...

Geändert von Manni1970 (24.02.2021 um 00:36 Uhr)
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  #36  
Alt 23.02.2021, 14:04
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Hallo Manni,
großartig! mir graute schon vor der Quälerei allein schon mit den restlichen Passagen zu Christoph Georg, und Du lieferst gleich alles!
Probiert hatte ich schon ein bisschen, und da übersetzt webtran
Kristupas Jurgis Gravrogkas, pravarde Grafas,
Kristupas Jurgis Gravrogkas, Spitzname Graf,

Dies nur noch als Mini-Beitrag, dank Deiner Arbeit können wir uns ja jetzt den Sachfragen zuwenden. Offen ist ua immer noch die zentrale Frage, ob Christoph Georg wirklich der Sohn von Peter von Grawrock war. Der Spitzname Graf verwirrt mich immer noch. Und die Frühgeschichte mit dem Gemarkungsnamen bei Osnabrück ist mir auch nicht ganz geheuer
Viele Grüße
Xylander
PS Mein Problem war weniger der Translator als vielmehr die Fehler beim Copy+Paste der pdf. Grausiges Hackfleisch

Geändert von Xylander (23.02.2021 um 14:54 Uhr)
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  #37  
Alt 23.02.2021, 15:05
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Hallo,
das Buch Szlachta kalwińska w Polsce kann man hier einsehen:

https://www.wbc.poznan.pl/dlibra/pub.../47313/content

Mich wundert es nur, dass die Familie calvinistisch gewesen sein soll, denn eigentlich waren die deutschen Einwohner der Hansestädten Lübeck und Danzig lutherisch. So weit ich weiß, waren nur die ethnischen Polen und die ursprüngliche Szlachta calvinistisch und die deutsche Bevölkerung in Polen als auch im Baltikum lutherisch. Dies lag vor allem daran, da Calvin ein Franzose war und Frankreich und Polen seit langem sehr enge Beziehungen zueinander hatten. Während der Gegenreformation wurden sowohl in Frankreich als auch in Polen die meisten Hugenotten verdrängt. Es gab allerdings vermutlich auch deutsche Adelsfamilien, die polonisiert wurden. Sie nahmen polnischen Vornamen und Nachnamen an. Und es könnte in diesen Kreisen auch vorgekommen sein, dass sie zum Calvinismus konvertierten.
Der Hauptgrund, warum viele polnische Adelige zum Calvinismus konvertieren, lag darin, die eigene Macht zu stärken und die Macht des Klerus zu schwächen. Denn im Calvinismus hatte der Adel die komplette Macht, während der Klerus entmachtet wurde. Und gerade in Polen hatte der katholische Klerus, als auch der Jesuitenorden den größten Einfluss in ganz Europa, weshalb es immer wieder zu Streitigkeiten kam. Allerdings hatte der Calvinismus in Litauen noch einen viel größeren Einfluss und auch eine viel größere Verbreitung.

Und was mich ebenfalls wundert, dass der König von Schweden schon im Jahr 1628 in Stralsund Adelsbestätigungen vorgenommen hatte, da Stralsund erst ab 1648 zu Schweden gehörte. Auch wenn Schweden Stralsund natürlich schon eher erobert hatte.
__________________
Dauersuche:

Ökonom, Oberverwalter August Gustav Julius Müller, * 26.9.1819 Bergen auf Rügen, + nach 1897 Studenok Gouvernement Charkow
Ottilie Charlotte v. Twardowsky genannt Hartmann, * 17.5.1825 Riga, + 19.3.1870 Bely Kolodez Gouvernement Charkow

Geändert von Balduin1297 (23.02.2021 um 15:19 Uhr)
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  #38  
Alt 23.02.2021, 15:52
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Hallo Balduin,
zur Schwedenzeit in Stralsund schreibt Wikipedia:
Sicher ist, dass Wallenstein nach Verstärkung der Hilfe aus Schweden und Dänemark und aufgrund widriger Witterung am 15. Juli 1628 abzog und von Arnim am 21. Juli 1628 die Belagerung ganz aufgab. Die letzten kaiserlichen Einheiten zogen am 24. Julijul./ 3. August 1628greg. vor der Stadt ab. Die Belagerung hatte etwa 12.000 Söldnern Wallensteins das Leben gekostet.[10] In der Stadt hielten sich 4700 Soldaten aus Dänemark und Schweden auf, die Einwohner litten unter den Folgen der Belagerung und der Versorgung der fremden Hilfstruppen. Der Gesandte des schwedischen Königs traf im August 1628 in Stralsund ein und gemahnte den Rat an die Abmachungen und die bedingungslose Bindung an Gustav Adolf von Schweden. Die Schwedenzeit hatte in Stralsund begonnen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Hansestadt_Stralsund#17._Jahrhunder t_%E2%80%93_Im_schwedischen_K%C3%B6nigreich

Das klingt wie eine de facto-Übernahme, Herrschaftsattitüde schon vor der territorialen Eingliederung. Da konnte man dann auch Dankesbriefe mit Wappen-Wohltaten schreiben, zumal damit keine Privilegien verbunden waren.
Viele Grüße
Xylander
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  #39  
Alt 23.02.2021, 17:44
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Hallo,
dann war das ähnlich wie in St. Petersburg, wo schon im Jahr 1706 der Bau der Stadt begann, obwohl die Region de jure noch bis zum Jahr 1721 zu Schweden gehörte.
__________________
Dauersuche:

Ökonom, Oberverwalter August Gustav Julius Müller, * 26.9.1819 Bergen auf Rügen, + nach 1897 Studenok Gouvernement Charkow
Ottilie Charlotte v. Twardowsky genannt Hartmann, * 17.5.1825 Riga, + 19.3.1870 Bely Kolodez Gouvernement Charkow
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  #40  
Alt 23.02.2021, 20:13
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Es gab also eine polnisch-litauische Adelsfamilie Grawrok, in deren Besitz sich mehrere Herrenhäuser/Rittergüter befanden. Der älteste und urkundlich nachweisbarer Vorfahre war Christoph Georg. Der Familienüberlieferung nach stand er während des 30jährigen Kriegs als Offizier in schwedischen Diensten und soll sich um 1628 in Stralsund aufgehalten haben.

Über seine Abstammung finden sich im Netz bisher zwei Varianten:

1.) Er sei der mittlere Sohn des Johann Bernhard [Graf] von Grawroth, Oberamtmann zu Otzberg, Amtmann zu Oberlahnstein und Idstein (*~1550, + 19.9.1627 Schierstein) und der Margret Freiin v. Bellersheim. Tatsächlich stammt diese Familie von dem seit 1329 bekannten Rittersitz Grorod bei Frauenstein bei Wiesbaden, ist jedoch nach "deutschen Quellen" bereits ausgestorben. Wobei der hier erwähnte mittlere Sohn auch ohne Nachkommen im heutigen Rheinland-Pfalz, und eben nicht in Litauen verstarb.

2.) Er sei vermutlich der Sohn des Peter [von] Graurock aus Danzig und der Barbara Rogge. Die weiteren Vorfahren der litauischen Grawroks sollen aus Westfalen (Osnabrück) stammen. Es findet sich jedoch kein Hinweis darauf, dass die Danziger Graurocks aus Westfalen nach Preußen kamen. Desweiteren soll dieser Christoph Georg um 1628 das polnische Adelswappen Leliwa (Stern mit darunterliegendem Halbmond) geführt haben. Die Danziger Graurocks erhielten aber bereits 1602 ein verbessertes Wappen, was zu keinem Teil an Leliwa erinnert.

Also sollte m.E. die Sache mit Rheinland-Pfalz und Preußen (Danzig) an der Stelle vergessen und sich weiter um die Verbindung nach Schweden kümmern. Ob es da nicht doch noch eine Regimentsrolle o.ä. gibt, die einen Leutnant Graw... um 1628 führt und dann hoffen, dass sich dort ein Hinweis auf dessen urkundlich sichere Herkunft findet. Auch wenn das schwedische Archiv dies ja in seinem Antwortschreiben von 1997 verneinte. Sicher gibt es aber ein schwedisches Militärforum, wo man womöglich die ein oder andere Idee zur Lösung des Problems erhalten könnte.

MfG
Manni
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graenrodt , gravrogk , grawroth , groroth

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