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  #1  
Alt 19.06.2020, 20:05
FelixBr FelixBr ist offline
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Registriert seit: 28.06.2019
Beiträge: 21
Standard Statistische Auswertung von Kirchenbüchern

Moin,


kurze Frage: Weiß jemand, ob es irgendwo statistische Auswertungen von Kirchenbüchern oder Volkszählungen gibt? Also zu Kindersterblichkeitsraten in bestimmten Gemeinden und Regionen, zum Heiratsverhalten, Durchschnittsaltern, irgendwelche soziologischen Betrachtungen?



Ich kenne nur eine Arbeit über eine Gemeinde im ehemaligen Mähren von dem Podcaster Christian Tobolka:

https://www.yumpu.com/de/document/vi...obolka-wischau


Und dann kenne ich noch Die Arbeitslosen von Marienthal, Die Sozialstudie von 1933. Geht um Arbeit, aber auch in Österreich, nicht Deutschland.



Ganz konkret würden mich Berichte aus Danziger Niederung, Westpreußen, Mecklenburg und Vorpommern interessieren.


Danke und viele Grüße
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  #2  
Alt 19.06.2020, 20:25
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
Administrator
 
Registriert seit: 16.07.2006
Ort: z' Minga [Mail: chatty1@gmx.de]
Beiträge: 25.336
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Hallo,

manchmal hat der Pfarrer selbst Statistiken in die KB geschrieben.
Ob allerdings auch in Danzig? Da habe ich leider sehr viele KB mit äußerst spärlichen Angaben gefunden.
__________________
Viele Grüße .................................. .
Christine
.. .............
Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)

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  #3  
Alt 19.06.2020, 21:04
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.12.2006
Ort: Bern, Schweiz
Beiträge: 1.929
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Hallo

Ich würde mal nach Forschungsprojekten von Universitäten suchen.

Von der Universität Bern gibt es beispielsweise die Stapfer-Enquête, basierend auf einer Umfrage zur Schulsituation in der damaligen Schweiz im Jahr 1799. Daraus lassen sich natürlich auch soziologische Aspekte ableiten. Insgesamt gab es nach 1799 15 solche Umfragen zu verschiedenen Themen.

Dann gab es noch eine Auswertung der Chorgerichtsmanuale. Die Chorgerichte waren in den evangelisch-reformierten Gebieten der damaligen Schweiz für die niedere Gerichtsbarkeit zuständig, unter anderem für uneheliche Kinder und für das auffinden des leiblichen Vaters (der dann zu bezahlen hatte, während bei keinem bekannten Vater die Gemeinde bezahlen musste). Für Ahnenforscher sehr interessant, aber ich bin nicht sicher, ob dazu irgendwas sinnvolles publiziert wurde.
__________________
Viele Grüsse von Garfield

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  #4  
Alt 20.06.2020, 14:00
TükkersMitÜ TükkersMitÜ ist offline weiblich
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Registriert seit: 11.11.2015
Beiträge: 282
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Ich habe im letzten Semester eine Hausarbeit über die Wiederheirat von Witwen und Witwern im kath. KS Bischofsburg (Ostpreußen) Ende des 18. Jahrhunderts geschrieben und dabei das KB statistisch ausgewertet. Ich kann dir gerne meine Ergebnisse zusammenfassen, aber eigentlich ist das ja nicht dein Suchgebiet.

Viele Grüße
Annika
__________________
Philipp Frommel (*ca. 1782 WO?, + 1840 Lisewo Kolonia) verheiratet mit Maria Catharina Storr (*1775 Sensweiler + 1850 Lisewo), Niederwörresbach und Lisewo Kolonia, Eheschließung um/nach 1800 gesucht
Familie Steinbach in Louisenaue und Pollychener Holländer Krs. Landsberg/ Warthe
Familie Schulz in Spiegel Krs. Landsberg/ Warthe
Schäfer Gottfried Wesener + 1781 und Büdner Christian Friedrich Schimkönig oder Winckelmann in Groß Leuthen und Umgebung
Familie Kunde in Pollnow Krs. Schlawe
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  #5  
Alt 20.06.2020, 14:12
jele jele ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.05.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 2.384
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Hallo Felix,

der leider viel zu früh verstorbene Doyen der Medizingeschichte zu Berlin Rolf Winau (https://web.archive.org/web/20110615...iter/winau.htm) hat in den Achtziger- und Neunziger.Jahren des 20. Jh. ein paar StudentInnen beauftragt, ihre Abschlussarbeit über Todesursachen zu verfassen. Es geht um Kirchenbucheinträge ab 1750 in einigen Berliner Kirchengemeinden. Davor war stand entweder nichts oder nichts Konkretes ("starb an den Zähnen") drinne.

Leider habe ich die Titel gerade nicht greifbar, kann diese aber ab Montag nachliefern, falls es Dich interessiert.

Grüße

jele

Geändert von jele (20.06.2020 um 14:14 Uhr)
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  #6  
Alt 21.06.2020, 09:17
FelixBr FelixBr ist offline
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Registriert seit: 28.06.2019
Beiträge: 21
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Also die Abschlussarbeiten über die Häufigkeit von Todesursachen fänd ich spannend. So was liegt aber irgendwo im Archiv, oder wurde das großflächig publiziert?



Zu der Wiederheirat von Witwern und Witwen: Wäre schon spannend, fürchte aber, unter Katholiken könnte es da ein anderes Muster gegeben haben als unter Protestanten, oder irre ich mich?


Danke für die Tipps schon mal. Vielleicht kommen ja noch mehr dazu?!
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  #7  
Alt 21.06.2020, 13:46
schulkindel schulkindel ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.02.2018
Beiträge: 407
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Hallo Felix,

Du suchst statistische Auswertungen zur Wiederverheiratung von Witwen oder Witwern.
Damit kann ich nicht dienen, aber ich nenne Dir mal Einzelbeispiele aus den gesuchten Regionen, die meine Vorfahren betreffen.

Raum Danzig, konkret damaliger Kreis Karthaus.
Am 13.04.1851 stirbt eine Ehefrau.
Am 30.11.1851 heiratet der Witwer erneut, er ist da 43 Jahre alt.
Er stirbt am 09.09.1864, seine Witwe heiratet im Januar 1865 wieder. Dieser Ehemann ist ein Altersgenosse ihres ersten Mannes.

Aus Mecklenburg habe ich ein Beispiel.
Die Ehefrau stirbt am 07.01.1875, er heiratet am 03.04.1875 wieder. Er ist da 45 Jahre alt.

Ein anderes Beispiel wäre der Vater meines Urgroßvaters, Andreas.
Als die 1. Ehefrau von Andreas am 08. Mai 1857 starb, heiratet er im Juni 1857 erneut.
Das ist aber eine andere Region.

In allen Fällen waren die Genannten evangelisch, aber was soll das zur Sache tun?
Ich habe früher mal was von einem Trauerjahr gehört. Das traf ja hier wohl nicht zu, und der Pfarrer har das auch geflissentlich übersehen,

Ich frage mich, ob die nächste Braut im Hintergrund schon auserkoren war, wenn der Mann Witwer wurde, wenn er so schnell wieder heiratete.
Man kannte sich zumindest, denn der nächste Kandidat bzw. die Kandidatin kam aus demselben Ort bzw. aus dem Nachbarort.

Ich muss anmerken, dass die Witwer schon mehrere Kinder hatte, im letztgenannten Fall 5, die die Witwer und sich versorgt wissen wollte.
Arme Frauen, die manchmal eineinhalb Jahrzehnte jünger waren als der Mann, wenn sie den Witwer mit mehreren Kindern heirateten!

Auf der anderen Seite waren oder fühlten sich die Frauen mit dieser Heirat versorgt.

Schöne Grüße
Renate





I
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  #8  
Alt 21.06.2020, 15:12
jele jele ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.05.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 2.384
Standard Wie versprochen I

Hallo Felix,

folgende Arbeiten gibt es:

Haase, Jutta: Untersuchungen zur Mortalität der Berliner St. Petri Gemeinde von 1751 bis 1775. Diss. med. dent. FU Berlin 1982
Meyer, Wolfgang: Untersuchungen über die Mortalität der Evangelischen Kirchengemeinde Rudow. Diss. med. FU Berlin 1982
Jauch, Claudia: Mortalität und Todesursachen in der Berliner Sophiengemeinde 1750 bis 1775. Diss med. FU Berlin 1983
Kublun, Ulrich: Mortalität und Todesursachen in der Berliner Sophiengemeinde 1845 bis 1854. Diss med. dent. FU Berlin 1984
Wolff, Ori: Untersuchungen über die Mortalität und in der Berliner Sophiengemeinde 1855 bis 1864. Diss med. FU Berlin 1985
von Moers, Bettina: Eine Untersuchung über die Mortalität in der Berliner Sophiengemeinde 1865 bis 1874. Diss med. FU Berlin 1987
Padowitz, Alon: Untersuchungen über die Mortalität und Todesursachen in der Evangelischen Kirchengemeinde Rudow 1930-1968. Diss med. FU Berlin 1987
Rygushik, Uwe: Untersuchungen zur Mortalität der Berliner St. Petri Gemeinde von 1866 bis 1874. Diss. med. dent. FU Berlin 1987
Werner, Michael: Sterblichkeit und Todesursachen in der Sopphiengemeinde 1825-1835. Diss. med. FU Berlin 1987

Sie sind alle über die FU Berlin erhältlich bzw. einsehbar.

Schöne Grüße


jele
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  #9  
Alt 21.06.2020, 15:14
jele jele ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.05.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 2.384
Standard Wie versprochen II

Vielleicht auch von Interesse:

https://oparu.uni-ulm.de/xmlui/bitst...=1&isAllowed=y

Gruss


jele
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  #10  
Alt 21.06.2020, 22:21
TükkersMitÜ TükkersMitÜ ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.11.2015
Beiträge: 282
Standard

Guten Abend,
es könnte schon Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken geben, aber da die Protestanten liberaler waren, was erneute Eheschließungen anging, gehe ich davon aus, dass das von mir beobachtete bei Protestanten genau so oder etwas häufiger passierte.
Die Literatur geht davon aus, dass von Witwen erwartet wurde, nicht wieder zu heiraten, und dass höchstens bei jungen, gebärfähigen Witwen eine Ausnahme gemacht wurde.
Meine Ergebnisse: Die überwiegende Zahl der Paare war Junggesell-Jungfer, Tendenz steigend im Verlauf der Zeit (Untersuchungszeitraum ungefähr 1770er und 1780er). Ansonsten Witwer - Jungfer (auch relativ häufig). Witwer - Witwe und Junggesell - Witwe kamen vor, aber nicht so häufig.
Junggesell - Jungfer waren ungefähr gleich alt, Junggesell etwas älter. Er Mitte bis Ende 20, sie Anfang bis Mitte 20.
Witwer - Jungfer: Er viel älter als sie, er meistens in den 40ern/50ern, sie in den 20ern.
Witwer - Witwe: Er in den 50ern/60ern, sie in den späten 30ern, eher so in den 40ern und frühen 50ern.
Junggesell - Witwe: Er meistens jünger als sie, häufig in den 20ern/30ern, während sie in den 40ern war, manchmal auch in den 30ern.
Standesunterschiede waren schwierig zu messen, das wurde im Kirchenbuch nicht genau angegeben. Systematik konnte ich aber im Groben nicht erkennen, also kein hoch-heiraten.

Vielleicht hat das ja geholfen.
Noch einen schönen Abend wünscht
Annika
__________________
Philipp Frommel (*ca. 1782 WO?, + 1840 Lisewo Kolonia) verheiratet mit Maria Catharina Storr (*1775 Sensweiler + 1850 Lisewo), Niederwörresbach und Lisewo Kolonia, Eheschließung um/nach 1800 gesucht
Familie Steinbach in Louisenaue und Pollychener Holländer Krs. Landsberg/ Warthe
Familie Schulz in Spiegel Krs. Landsberg/ Warthe
Schäfer Gottfried Wesener + 1781 und Büdner Christian Friedrich Schimkönig oder Winckelmann in Groß Leuthen und Umgebung
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