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  #11  
Alt 05.02.2021, 10:23
Ralf Behrens Ralf Behrens ist offline
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...
Josef Müller wurde 1905 in Altach bei Rettenberg im Allgäu geboren.


Grüße
Ralf
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  #12  
Alt 15.02.2021, 13:29
Weihnachtsbaum Weihnachtsbaum ist offline
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Darf ich fragen, woher Ihr Interesse an Josef Müller / Miguel Molinero rührt?
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  #13  
Alt 16.02.2021, 03:16
Weihnachtsbaum Weihnachtsbaum ist offline
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Ein paar Bilder, mit zum Teil etwas ungenauen Zeitangaben:


https://www.ottobeuren-macht-geschic...items/show/439

Neu daran ist mir, dass er auf Teneriffa eine Hühnerfarm betrieben haben soll. Meines Wissens lebte er dort sehr bescheiden und dürfte ausschließlich vom Verkauf seiner Bilder (Landschaften, Portraits und Tiere, hauptsächlich Pferdeköpfe) sowie gelegentlichen privaten Zuwendungen gelebt haben.


In den 30er Jahren war er in Ottobeuren am Progymnasium Zeichenlehrer (und beeindruckte dort z.B. den Allgäuer Kirchenrestaurator und Maler Josef (Joseph) Schugg (Kimratshofen).


Bisher nicht ganz klar ist mir das Verwandtschaftsverhältnis zu Andreas Müller, dessen künstlerische Wiederentdeckung, wie es der Zufall will, unmittelbar bevorsteht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea...r_(Maler,_1831)
https://www.meiningermuseen.de/pages...as-mueller.php




Dieser Andreas Müller, selbst kinderlos, hatte mehrere Geschwister, darunter zwei Brüder, die 1901 in Altach (Josef "Ignatz" Müller, Ökonom, Kinder (wäre die Miguel Molinero-Linie) unklar) bzw. Rettenberg (Josef Anton Müller, Brauereibesitzer, 4 Kinder) lebten. Ein weiterer Bruder, Cassian Müller, war 1901 - zur Zeit der Niederlegung von Andreas "Komponiermüller" Müllers Testament (woraus meine Informationen dieses Absatzes stammen) - bereits verstorben, war Mühlensitzer in Altach und hatte auch mehrere Kinder. Da ich über die Lebensdaten der Geschwister und Neffen von "Komponiermüller" nichts weiß, wäre theoretisch natürlich auch denkbar, dass einer der Neffen des Komponiermüllers der Vater von Miguel Molinero ist.


Ich besitze 4 Bilder von Miguel: ein Selbstportrait, zwei Portraits (meiner Mutter und von mir als Kind) sowie eine Teneriffalandschaft. Außerdem einige Photos, sowohl aus der Ottobeurer Zeit als auch aus den 60er Jahren, wo ihn meine Mutter, eine entfernte Verwandte, zweimal besucht hat. Sowie mehrere, für heutige Verhältnisse ausführliche Briefe auf Luftpostpapier. In den 70er Jahren riß der Kontakt zusehends, in den letzten Jahren sogar völlig ab, da meine Mutter intensiv arbeiten mußte. Irgendwann erfuhr sie von einem befreundeten Arzt, der Miguel auch kannte und sein Grab gesehen hatte, dass er gestorben war (ich hätte das Datum nicht gewußt).


Mitte März 1955 besaß Miguel - außerhalb des Klosters - eine Adresse als Kunstmaler in der Kempterstraße (Hausnummer unbekannt), Ottobeuren.


Vermutlich 1962 zog er nach Teneriffa. Er lebte einige Monate in einer kleinen Pension in der Nähe der großen Hotels, wo er sich deutschen Touristen mit Erfolg als Portraitmaler anbot und offenbar auch rasch an wohlhabendere Insulaner verkaufen konnte (weshalb ich mir auch die Geschichte mit der Hühnerfarm nicht ganz vorstellen kann). Bald wohnte er in Pueto de la Cruz (Calle Puerto Viejo 33, später Nr. 35), wo ein Schild auf ihn hinwies. Außerdem stand immer eine Auswahl seiner Bilder auf der Straße.


Er bekam häufig Verwandtschaftsbesuch, fand unter den Touristen Stammkunden und hatte sehr guten Kontakt zu den Einheimischen, die ihn offenbar häufig auch bei seelischen Problemen aufsuchten; brieflichen zu Mitgliedern des Klosters (z.B. zu einem Holzschnitzer).


Deutschland reizte ihn nicht einmal mehr besuchsweise: "Alles wirkt abstossend." (1969).


Seinen interessanten und mutigen Lebensweg resümiert eine Stelle aus einem Brief an meine Mutter vom 21.11.1970: "Ich liebte die Berge. Mein Vater, das Kloster und die Militärzeit verhinderten die erwünschten Bergtouren. Im Sommer 70 habe ich alles nachgeholt."


Neben einem allen Familienmitgliedern eigenen Freiheitsdrang war bei ihm sicher auch das wärmere Klima auf Teneriffa ein Grund, weshalb er dorthin auswanderte. Ein einfaches Leben mit viel Bewegung im Freien, das Baden im Meer, Meditation und die persönliche Beziehung zu Gott ohne kirchliche Vermittler waren ihm wichtig.
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  #14  
Alt 16.02.2021, 12:27
Benutzerbild von Matthias Möser
Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Interessante Ausführungen...Wenn man das alles so liest, kann man sein Auswandern gut nachvollziehen und verstehen.


Beste Grüße


Matthias
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  #15  
Alt 21.02.2021, 11:25
Ralf Behrens Ralf Behrens ist offline
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Hallo Weihnachtsbaum,


ich bin derjenige, der das Thema angestoßen hat. Ich würde mich sehr freuen, noch mehr von Dir (Ihnen) zu erfahren.


Grüße
Ralf
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  #16  
Alt 30.05.2021, 18:14
Ralf Behrens Ralf Behrens ist offline
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Beiträge: 316
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Hallo an alle Interessierten.


Mittlerweile ist zu Bruder Michael ein ganzes recht spannendes Buch entstanden. Wer möchte, kann sich das im Internet kostenlos ansehen oder auch herunterladen:
Josef Ignaz Müller alias Frater Michael alias Michael Müller alias Miguel Molinero, Ein Maler nahe bei Gott (1905 - 1980) (Version 23.05.2021)
Vielleicht finde ich über diesen Weg aber noch weitere Bruchstücke seines Lebens.

Grüße
Ralf
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Stichworte
kunstmaler , la guardia , michael müller , miguel molinero , münchen , ottobeuren , teneriffa

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