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  #11  
Alt 27.06.2012, 23:01
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Registriert seit: 02.12.2007
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Moin zusammen,

Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Ich glaube daher auch nicht, dass sich allgemein gültige Regeln aufstellen lassen.
genau! Ich kenne Einzelpaten, die nicht verwandt waren, keine Paten, sondern die Hebamme oder der Vater, Verwandte aller Art (bis zu den Urgroßeltern!), adelige Dienstherren, Kollegen...

Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #12  
Alt 27.06.2012, 23:43
gustl gustl ist offline
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Zitat:
Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
Moin zusammen,



genau! Ich kenne Einzelpaten, die nicht verwandt waren, keine Paten, sondern die Hebamme oder der Vater, Verwandte aller Art (bis zu den Urgroßeltern!), adelige Dienstherren, Kollegen...

Friedrich
(
Das könnte ich auch alles bieten, aber ich kann es etwas differenzieren: Bis zum 19. Jahrhundert waren die Paten eher keine Verwandten, aber aus dem gleichen Stand oder etwas höher, danach war alles möglich: die beste (auch unverheiratete) Freundin der Mutter, ältere Tanten auch gerne, Kollegen oder Freunde des Vaters, alle möglichen Verwandten, auch von weither, die dann vor Ort vertreten wurden .... (das betrifft Anhalt, reformiert). Man kann sich ja auch mal über die Pflichten der Paten gedanken machen, die sicher bei der Auswahl eine Rolle gespielt haben.

Beste Grüße
Cornelia
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  #13  
Alt 01.07.2012, 23:05
Benutzerbild von Leberecht
Leberecht Leberecht ist offline männlich
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Liebe Mitforscher,

zunächst einmal herzlichen Dank für die ganzen Antworten. Ich freue mich, dass ich eine anscheinend doch recht interessante Diskussion losgetreten habe.

Zu den genauen Angaben: an sich völlig richtig, danach ging es mir aber gar nicht unbedingt. Ich möchte ja nicht wissen, warum X von Y im Jahr Z nun bestimmterweise Pate geworden ist, sondern mich interessiert vielmehr das "Große und Ganze". Und wenn mir jemand sagt, dass er einige Beispiele hat, in denen auch nahe Verwandte Paten waren - umso besser und interessanter.

Daher auch die allgemeine Anfrage.

Da mich die Sache mit der Jungfrau im speziellen dann doch etwas interessiert: sowohl in Böhmen als auch in Mähren konnte ich bei meinen Ahnen mit niedrigen bis "normalen" Berufen (vom Hirt über Schneider, Schmied bis zum Bauern unterschiedlichster Besitzverhältnisse [meist Halbhüfener oder darunter]) durchweg durch die Jahrhunderte der Kirchenbücher immer wieder einzelne Taufen finden, in denen eine Jungfrau, meist aus dem Nachbardorf, Patin war.

Auch in diesen Gebieten konnte ich in ca. 300 Ahnenforschungsjahren und etwa 500 Personen - ohne mich jetzt aus dem Fenster lehnen zu wollen - keinen einzigen Paten aus dem näheren Familienumfeld feststellen, der als solches ersichtlich gewesen wäre.

Dies ist etwas, was für mich dann doch ein wenig merkwürdig ist. Wie in meinem Ausgangsbeitrag schon geschrieben: was spricht bei einer Taufe für eine Jungfrau aus dem Nachbardorf, wenn ich selbst im gleichen Dorf geschätzte 10+x Brüder und Schwestern habe?

Viele Grüße
Leberecht
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  #14  
Alt 02.07.2012, 00:02
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von Leberecht Beitrag anzeigen
Dies ist etwas, was für mich dann doch ein wenig merkwürdig ist. Wie in meinem Ausgangsbeitrag schon geschrieben: was spricht bei einer Taufe für eine Jungfrau aus dem Nachbardorf, wenn ich selbst im gleichen Dorf geschätzte 10+x Brüder und Schwestern habe?
Ich würde mal schauen was aus der Jungfer später geworden ist. Ich vermute, daß die schon Heiratspläne hatte und deshalb überhaupt erst als Patin infrage kam.
__________________
Gruß
gki
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  #15  
Alt 02.07.2012, 09:29
Benutzerbild von karin-oö
karin-oö karin-oö ist offline weiblich
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Beiträge: 2.652
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Hallo Leberecht!

Ledige Paten habe ich eigentlich nur bei unehelichen Kindern gefunden.
Wenn bei einem unehelichen Kind einer Magd nicht die Bäurin das Patenamt übernahm, war es meist eine andere Magd auf dem Hof, die durchaus aus einer anderen Gemeinde kommen konnte.
Ist das bei dir auch so der Fall, oder haben auch eheliche Kinder unverheiratete Paten?
Verwandte als Taufpaten waren in meiner Gegend (Oberösterreich) ebenfalls nicht üblich.
Wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, war es auch hier üblich, dass eine Ehepaar bei allen Kindern einer Familie Pate war - der Mann bei den Jungen, die Frau bei den Mädchen.

Schöne Grüße
Karin
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  #16  
Alt 02.07.2012, 14:10
Olivia Olivia ist offline weiblich
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Daumen hoch

... als kleiner Anmerk/Info/Hinweis... hier hats vor längerer Zeit auch schonmal einen ähnlichen interessanten thread zu dem Thema (Taufpaten) gegeben...

http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=4419

Ich selbst will mich nun auch mal näher damit beschäftigen... bin seit Pfingstmontag zum 1.Mal Patentante geworden... bei der kleinen Tochter meines Bruders... also eindeutig verwandtschaftl. Bezug, bin auch so richtige Tante von der Kleinen... aber das nur nebenbei, ist ja sehr neuzeitlich
Bisher hatte ich mich bei meinen Forschungen noch gar nicht so sehr um die Taufpaten bei den KB Einträgen bekümmert... hatte mehr Augenmerk auf die Namen und Daten der Täuflinge und deren Eltern ... aber das wird sich nun ändern, zukünftig gucke ich auch mehr auf die Pateneinträge...
__________________
Suche nach folgenden FN in Thüringen: Bauer, Beyer, Blume, Boblenz, Boße/Bosse, Böttcher, Delle, Ernemann, Fürstenberg, Gräßer, Güldenzopf, Hemmleb, Jäger, Karst, Kreuzberg, Lange, Liebermann, Lutze, Mackrodt/Mackroth, Matthis, Peter, Rasch, Rauschardt, Reichardt, Rockstedt, Rottorf, Schmidt, Simon, Sonnrein, Stichling, Stößel, Wagner, Wendel, Wenzel, Werther, Wolf
in Berlin: Schmidt-Sdolarski
in Posen (heut. Polen): Schmidt, Sdolarski, Florkowska
für jeden Hinweis! GLG; Olli
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  #17  
Alt 03.07.2012, 20:29
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Mariolla Mariolla ist offline weiblich
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Hallo in die Runde,
vielleicht kann ich mit meinen zwei Auszügen aus unterschiedlichen
Chroniken etwas beisteuern.

Quelle:

Foto 1.
Orts- u. Heimarkunde des Dorfes Keutschen, Teil III, Das Dorf im 18. Jahrhundert, v. K. Mende (Hauptlehrer), 1925

Foto 2.
Aus der guten, alten Zeit, Zur Geschichte der Dörfer Obermöllern,
Niedermöllern und Pomnitz, v. Lic. Walter Nordmann (Pfarrer), 1929

Viele Grüße Mariolla
Angehängte Grafiken
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__________________
Krs. Schwetz/Westpr.: Kadatz, Bojanowski, Bogalecki, Malkowski, Müller, Golenski, Schötzau, Stothut, Hin(t)ze
Krs. Graudenz/Westpr: Dirks, Penke, Poley, Knof, Labian, Bauermeister, Wollert, Klein, Flöthing,
Krs. Schlochau/Krs. Dt. Krone: Vogel, Zehnpfund, Sültz, Hin(t)ze
Sa-Anhalt: Dober, Zausch, Grenzer, Sieber, Schulze, Buder, Staudte, Bockel, Müller, Werner, Hornbogen, Ebisch, Schmalz, Schweinigel
Sachsen: Neuhäuser oo Moses
Überall:Zehnpfund, Vogel, Blocksdorf, Sül(t)z, Pol(l)akowski
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  #18  
Alt 10.07.2012, 12:15
gki gki ist offline
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Hallo,

es wurde hier auch schon angesprochen, daß evtl. wirtschaftliche Beziehungen zwischen den Eltern des Täuflings und den Paten bestanden.

Ich habe zwei Beispiele, bei denen ich denke, daß das hier der Fall ist.

Einmal ist die Bürgermeistersgattin von Schärding um 1655 Taufpatin bei einer Großbauernfamilie auf der gegenüberliegenden Innseite.

Zum andern ist die Frau des Pfennigmeisters (wohl eine Art Kämmerer) von Passau um 1720 Patin bei einer Bauernfamilie in der Nähe.

Beide Familien haben wohl erst kurz vorher ihren jeweiligen Hof übernommen und sind dem Anschein nach nicht mit den vorherigen Hofbesitzern verwandt. Ich vermute, daß sie sich evtl. Geld bei den Paten geliehen hatten, oder daß die Paten evtl. einen Zehnt von dem Hof gepachtet hatten.

Das sind natürlich unbelegte Vermutungen.

Es ist aber auffällig, daß in den folgenden Generationen wieder das normale Schema "Paten aus der bäuerlichen Nachbarschaft" zu finden ist.
__________________
Gruß
gki
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  #19  
Alt 10.07.2012, 23:27
Elisabeth Elisabeth ist offline
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Hallo Leberecht!
Ich suche ebenfalls in Böhmen und Mähren (Katholiken). Ich habe bisher im 19.Jhd. hauptsächlich Verwandte als Taufpaten ( Bei Taufzeugen ist dies anders.) Es ist sind dies hauptsächlich Tanten, Onkel, Großeltern oder Großtanten und Großonkel. Immer war mir die Verwandtschaft nicht klar, aber sie hat sich durch meine Suche nach den Geschwistern erst herausgestellt oder meine Suche nach Geschwistern sogar erleichtert.
Herzliche Grüße Elisabeth
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  #20  
Alt 12.07.2012, 00:57
sidonie sidonie ist offline männlich
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Registriert seit: 10.07.2012
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Beiträge: 1
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Hallo Leberecht,
forsche ebenfalls im sächsisch/böhmischen Raum vorwiegend in der Zeit von 1750-1870, beschäftige mich da vorwiegend mit dem Uhrmacher-Gewerbe und speziell mit den Holzuhrmachern und auch den hausierenden Schwarzwalduhrmachern (Wanduhrmacher), die auch mehrere Fabriken in Sachsen hatten(Carlsfeld, Wermsdorf, Dresden, Hinterhermsdorf). Habe sowohl katholische als auch evangelisch-lutherische Kirchenbücher in Böhmen und Sachsen untersucht.
Ich habe zum Thema Paten festgestellt, das es schon von Ort zu Ort große Unterschiede gibt, was die Anzahl der Paten betrifft, was die zusatzinfos zu den Paten betrifft. Meist sind beim erstgeborenen Sohn besonders wichtige Personen aus der Familie oder aus dem gesellschaftlichem Umfeld zu finden. Es finden sich aber auch Personen aus dem Arbeitsumfeld oder eben Freundeskreis oder Nachbarn, häufig findet man mal den Pfarrer oder die Hebamme oder zumindest als Stellvertreter. Das es häufig jüngere Paten gibt hängt sicherlich mit der Funktion der Paten zusammen, denn sie hatten mit diesem Amt ein Fürsorgepflicht, wenn zum Beispiel die Eltern früh verstarben - konnten die Paten neben den Geschwistern gewisse Funktionen übernehmen die sonst die Eltern erfüllt hätten und die jugendlichen Paten wären zu einem späteren Zeitpunkt Erwachsene im besten Alter mit einem Beruf und einem Einkommen welches vielleicht auch einem Elternlosen Patenkind oder der in Not geratenen Familie von nutzen sein konnte und auf Unterstützung hoffen ließ. Siehe auch mal in Wikip. unter "Pate". Außerdem gibt es in den katholischen Kirchenbüchern in Sachsen neben Paten noch die Taufzeugen. Selbstverständlich habe ich auch meine eigene Familienchronik ausgearbeitet, die ich ca. bis 1500 zurückverfolgen konnte.
Mit freundlichem Gruß.
Sidonie
(PS. Ich habe gesehen das es in deiner Chronik einen Uhrmacher gibt, bzw. es eine Anfrage dazu gab, ich kann da sicherlich noch etwas weiterhelfen, ich bräuchte aber noch genauere Angaben dazu: Ort und Zeit. Vielleicht habe ich diese Person oder Region auch schon in meiner Kartei erfasst. Ich würde mich schon mal für eine kleine Rückmeldung bedanken.)
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