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  #1  
Alt 16.05.2021, 10:50
gki gki ist offline
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Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 4.110
Standard Abstammung der von Koppenstein von den Grafen von Sponheim

Quellen, Belege, Literatur zum genannten Adel/Namen: Koppenstein, Sponheim
Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1340
Genauere Orts-/Gebietseingrenzung: Grafschaft Sponheim
Fernabfrage vor der Beitragserstellung genutzt [ja/nein]: ja
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive, Datenbanken): HStA München


Hallo beisammen,

hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann...eim-Kreuznach)


wird behauptet, daß der Graf Johann II von Sponheim zwei uneheliche Söhne gehabt habe.

- Wallrab von Koppenstein; unehelicher Sohn und Begründer der Linie "von Koppenstein"
- Henne von Cruzenach († nach 1379),[2] unehelicher Sohn und Burggraf zu Vianden

Zu dem zweiten Sohn wird eine Urkunde von 1379 erwähnt, genaueres findet man wohl in
Johannes Mötsch: Die Grafen von Sponheim und die Schlacht von Baesweiler (1371). In: Rheinische Vierteljahrsblätter 52 (1988), S. 90–106, bes. S. 101.

hat da jemand Zugriff drauf?

Mich interessiert aber eher der angebliche erste Sohn Wallrab, zu dem ich weiter keine Quellen genannt finde.

Das Bayerische HStA München hat dankenswerterweise den Bestand "Grafschaft Sponheim Urkunden" online gestellt.

Dort findet man u.a. das Testament des Johann II.:

https://www.gda.bayern.de/findmittel...valie/1001571/

Dort wird lediglich der Neffe Wallrab, Sohn des Bruders Simon bedacht.

Es gibt noch Ausführungsbestimmungen zum Testament:

https://www.gda.bayern.de/findmittel...valie/1001577/


Dort werden zwei Frauen und zwei Buben bedacht, die aber wohl namentlich nicht genannt werden. Ich habe die Textstelle in der Urkunde gefunden, richtig lesen kann ich sie nicht, aber Namen tauchen da nicht auf.



In älteren Werken, zB. Helwig/Humbracht, aber auch einer Publikation von Hauptmann (1900) taucht die Behauptung nicht auf, daß die Koppensteiner von den Sponheimern abstammten. Von daher denke ich, daß da jemand neueren Datums was gefunden oder zumindest was behauptet hat.


Die Geschichte ist auch etwas unrund: Wenn der Johann II. seinen unehelichen Sohn hätte legitimieren lassen, dann hätte der ja doch Anrecht auf ein Erbe. Das wäre ja u.a. der Sinn einer Legitimation.


Kann mir da jemand weiterhelfen?
__________________
Gruß
gki
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  #2  
Alt 16.05.2021, 20:05
Heinz_Bonn Heinz_Bonn ist offline
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Registriert seit: 03.01.2012
Beiträge: 266
Standard Koppenstein

Hallo gki,


in den Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde Jg. 24/1970 Heft 5, S. 147-151 gibt es einen Artikel zu den von Koppenstein. Von Hans Rademacher ist 1981 das Heft "die Frühgeschichte der Herren von Koppenstein" erschienen.


Gruß Heinz
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  #3  
Alt 16.05.2021, 21:12
Benutzerbild von GiselaR
GiselaR GiselaR ist offline weiblich
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Beiträge: 1.688
Standard

Hallo gki,
ich habe zwar leider keine Antwort auf deine Frage, aber wollte nur anmerken, dass das Wappen der Koppensteiner eine Abwandlung des sponheimischen Wappens (vordere Grafschaft) ist. Aber das weißt du sicher schon.

https://www.google.com/search?sxsrf=...69iN3pz_xFQ_rM
Grüße
Gisela
__________________
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  #4  
Alt 17.05.2021, 11:44
gki gki ist offline
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Registriert seit: 18.01.2012
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Hallo,

nachdem ich nun mit Lesestoff versorgt worden bin - besten Dank nochmal - bin ich ein Stück weiter.

Der Autor Rademacher hat sich sehr ins Zeug gelegt, da kann man nur den Hut ziehen.

Die mich interessierenden Infos sind gleich auf den ersten Seiten.

Die Aussage über die Legitimation des unehelichen Sohns stammt wohl von Tritemius, https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Trithemius , der allerdings nicht unbedingt als zuverlässig in solchen Fragen gilt. Eine Urkunde dazu hat niemand gesehen.

Ein Herr Peter Meyer hat allerdings in den 1920ern eine Urkunde im damaligen Schloßarchiv Gemünden gefunden, wo der Graf Walrab von Sponheim den anderen Walrab als Sohn des Johann bezeichnet. Er hat die Urkunde auszugsweise hier veröffentlicht:

https://www.dilibri.de/rlb/periodical/structure/970415

(Heimatblatt für Nahe und Hunsrück, 1926, Nr. 1)

Im Zitat ist es allerdings etwas unklar:

Wir Walrab, Graf von Sponheim, bekennen mir diesem Brief, daß wir Walrab von Koppenstein unseres lieben Vaters Johannes von Sponheim Sohn ...

Der Graf war aber gar nicht Sohn des Johann, sondern dessen Neffe. Die Urkunde müßte man sich also mal im Original anschauen. Das Schloßarchiv ist wohl seitdem ins Landeshauptarchiv Koblenz aufgenommen worden. Hoffentlich kam die Urkunde mit...
__________________
Gruß
gki
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  #5  
Alt 17.05.2021, 16:31
gki gki ist offline
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Registriert seit: 18.01.2012
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Unter Bestand 700,219 Nummer 1 hat sich die Urkunde offenbar erhalten, leider kein Link möglich, hier der Regest:

Walram, Graf von Sponheim ("Span"-), bekundet, dass er dem Sohn seines verstorbenen Vetters Johann von Sponheim, Wallrab von Koppenstein ("Coppin"-), das Haus im Tal zu Koppenstein, 2 Mark jährliche Gülte dort von der Sponheimer Bede, 20 Malter Korn Binger Maßes und 1 Fuder Wein jährlich zu Sprendlingen ("Sprende"-) vom sponheimischen Bedekorn und der Sponheimer Weingülte, die der erwähnte Vetter, Graf Johann, der Jutta, Mutter Wallrabs, verliehen hatte, verliehen hat. Wallrab und seine Erben und, wenn er die nicht hätte, sein Bruder Meinhard und dessen Erben sollen die Güter als Burglehen von den Grafen von Sponheim empfangen und dem Grafenhaus verbunden sein. Wenn die Geld-, Korn- und Weingülte abgelöst werden soll, sind von Sponheim 320 Gulden zu zahlen. Siegelankündigung des Ausstellers. "Datum anno Domini MCCCLXX tertio feria sexta post diem sancti Valentini".
01.01.1373 - 31.12.1373


"Vetter" anstelle "Vater" löst hier das Problem von oben.
__________________
Gruß
gki
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  #6  
Alt 17.05.2021, 23:30
gki gki ist offline
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Interessanterweise ist die folgende Generation eher schlecht belegt. Es ist mMn unklar von welchem der beiden Brüder die weiteren Koppensteiner abstammen.
__________________
Gruß
gki
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