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  #31  
Alt 13.06.2019, 12:20
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OlliL OlliL ist gerade online männlich
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Der Punkt ist doch, das man über "Fernverwandte" an Informationen zu seinen direkten Vorfahren kommen kann die ggf. durch Bücher nicht zu ermitteln ist. Einfach weil in einer anderen Familie vielleicht Aufzeichnungen, Dokumente, Fotos erhalten sind die man sonst nicht erhalten kann.

Ich habe z.B. (über traditionelle Recherche mittels Telefon&Co) die Cousine meiner seit über 40 Jahren verstorbenen Großmutter gefunden. Sie lebte lustigerweise ganz in meiner Nähe (obwohl ich eigentlich vom anderen Ende Deutschlands komme). Sie ist die letzte Überlebende die noch den Hof meines Ururgroßvaters kannte und mir bei der Identifikation vieler Familienfotos helfen konnte. Ohne Sie hätte ich zu vielen Fotos keine Namen gewusst.

In einem anderen Fall habe ich Verwandte der 2. Ehefrau eines 2x Urgroßvaters gefunden die noch Dokumente dieses 2x Urgroßvaters aufbewahrten - obwohl zu dem ja gar keine direkte Verwandschaft bestand. Da konnte ich dann z.B. an so Dinge wie Gesellenbrief aus dem 19. Jhd. kommen usw.....

Solche "Fernverwandts-Funde" erhofft man sich doch.

Klar ist es eher uninteressant ob man in der 14. Generation irgendwelche gemeinsamen Vorfahren hat. Aber selbst dann.... der andere könnte ja durch Recherche Dinge herausgefunden haben die man selber noch nicht erfahren konnte. Und wer will alle Linien in der xten Generation bis ins letzte Detail erforschen - dazu wird ein einzelnes Menschenleben ja vermutlich nicht reichen

Daher denke ich - zu sagen "was interessieren mich Cousinen" halte ich für zu kurz gedacht. Auch diese können unter Umständen die eigene Forschung ungemein bereichern. Könnnen.........


Edit: Für mich auch noch wichtig ist der Vergleich meiner Forschungsergebnisse mit denen des vermeintlich Verwandten. Für mich ist sowas ungemein wichtig wenn mehrere Personen unabhängig voneinander Forschung betrieben haben und zu dem gleichen Ergebnis gekommen sind stärkt das doch ungemein den eigenen Stammbaum. Wenn es Abweichungen gibt ist das noch umso wichtiger - hat man doch so die Möglichkeit Fehler in der eigenen Forschung aufzudecken.

Geändert von OlliL (13.06.2019 um 12:25 Uhr)
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  #32  
Alt 13.06.2019, 13:37
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Mein Fazit:
Man sucht damit Fernverwandte um evtl. von deren klassischen Forschungsergebnissen zu profitieren.
Denn eine Person X, welche mit mir einen Verwandten 10 Generationen vorher teilt, ist (für mich) nicht mehr wirklich mit mir verwandt.
Für mich ist es nichts. Aber jeder wie er will.
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  #33  
Alt 13.06.2019, 13:54
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Zitat:
Zitat von Xtine Beitrag anzeigen
Verwandten 10 Generationen vorher teilt,
Meist geht es wohl eher um 3-5 Generationen. Von mRNS und Y-Chromosom abgesehen ist alles davor vermutlich schon recht unsicher, da ja nicht der komplette Chromosomen-Satz vererbt wird.

Wenn man 10 Generationen zurückgeht, muß es statistisch betrachtet Vorfahren geben, von denen man überhaupt kein genetisches Material mehr hat.
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Gruß
gki
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  #34  
Alt 13.06.2019, 15:44
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OlliL OlliL ist gerade online männlich
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Es geht ja nicht nur um deren Forschungsergebnisse. Sie mögen auch schlicht Dinge (was auch immer) über gemeinsame Vorfahren besitzen die einen schon interessieren würde (Dokumente, Fotos, .....)
In der Regel ist es ja gerade schwer noch lebende Nachfahren zu ermitteln - selbst wenn der gemeinsame Vorfahre z.B. nur 4 Generationen zurück liegt....
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  #35  
Alt 13.06.2019, 17:30
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

nicht jeder hat das "Glück", dass Ahnen und Verwandtschaft im Umkreis von 50 km lebten und vielleicht sogar heute noch leben. Wenn man dann auch noch selbst in der Region lebt, ist die Forschung natürlich ein Kinderspiel. Die Herkunftsorte meiner Ahnen, zumindest der letzten 4-5 Generationen, sind ziemlich verstreut und auch deren Nachkommen hat es selten in der Heimat gehalten. Da reichen nicht einmal 500 km Umkreis. Ich selber lebe in einer Stadt, die familiengeschichtlich völlig uninteressant für mich ist. Von sesshaft kann man bei meiner Familie wirklich nicht sprechen. Darum halte ich die über Papier- oder DNS-Genealogie gefundenen Fernverwandtschaften, die ja auch schon 3. oder 4. Grades sein können, für einen wichtigen Baustein meiner Forschung, eben um Informationen auszutauschen, da ich nicht die nötige Zeit habe, um die für mich interessanten Archive zu besuchen, und auch online für mich nicht viel zu holen ist.

Mein Urgroßvater z. B. fand in den 1920er Jahren durch die Ahnenforschung einen Neffen 7. Grades, was ihm drei Generationen unserer Stammlinie und damit unseren Stammvater einbrachte. Die beiden wurden Freunde und stifteten ein Familienwappen für den gemeinsamen Stammahn. Von der 1934 gedruckten Ahnenliste des Verwandten haben wir heute noch ein Exemplar in der Familie. Letztlich geht es auch darum, den Kontakt mit Teilen der Familie wieder herzustellen, mit denen mein Zweig noch vor zwei oder drei Generationen in Verbindung stand.

Zum Thema DNS möchte ich noch erzählen, dass die Abstammungsanalyse meiner DNS behauptet, ich wäre nur zu 8 % Deutscher, aber zu 87 % Osteuropäisch. Ja klar, mütterlicherseits bin ich ukrainisch/russisch, aber das erklärt nur ca. 50 %, woher kommt der Rest? ...Meine Großmutter geriet während des Krieges als DRK-Lazarettschwester in Gefangenschaft und mein Vater wurde kurz nach dem Ende des Krieges geboren. Da macht man sich Gedanken! Gut, dass ein DNA-Match auf eine vermutliche (muss ich noch belegen) Verwandtschaft aus der Familie der Schwiegermutter meiner Großmutter hinweist, was ja dann der Beweis wäre, dass mein Großvater wirklich mein Großvater ist. Naja, rechnerisch passt es aber sowieso, Heirat war Dez. '44, Geburt war Sept. '45, also alles ok! Nur warum ich soviel osteuropäische und so wenig deutsche Gene in mir habe, weiß ich immer noch nicht.

Ich sage JA zur DNS-Genealogie, aber ohne Papiergenealogie ist es sinnlos. Was nützt mir ein DNA-Match, wenn dahinter nur ein 3- oder 7-Personenstammbaum steht? Die Abstammungsanalyse ist aber eher als Partygag zu gebrauchen. Und was den Punkt angeht, dass man mit der eigenen DNS auch die DNS nahe stehender Verwandter preisgibt, ohne deren Einwilligung. Gilt das nicht für die Daten eines mit anderen Ahnenforschern geteilten Stammbaums genauso?

Gruß
Basil
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Geändert von Basil (13.06.2019 um 17:32 Uhr)
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  #36  
Alt 14.06.2019, 08:11
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Hallo Basil,


Zitat:
Zitat von Basil Beitrag anzeigen
nicht jeder hat das "Glück", dass Ahnen und Verwandtschaft im Umkreis von 50 km lebten

dieses Glück habe ich auch nicht. Meine Forschungsgebiete liegen zwischen 200 und 1200 km von meinem Wohnort entfernt!
Ich für mich sehe dennoch keinen Sinn darin.


Aber wie schon gesagt: "Jeda wira mog!"
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  #37  
Alt 17.06.2019, 14:55
sophonibal sophonibal ist offline
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Ancestry ist für seine Gentests gerade erst „ausgezeichnet” worden:
https://bigbrotherawards.de/2019/bio...k-ancestry_com

...
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  #38  
Alt 17.06.2019, 16:34
HerrMausF HerrMausF ist offline
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Interessante Debatte, also ich für meinen Teil sehe DNA Beteiligung schon nützlich. Bislang könnte ich zwar kaum gemeinsame Vorfahren über DNA ausmachen aber zumindest welche bestätigen. Bei dem einen oder anderen Ahn habe ich auch noch Hoffnung, dass die DNA hilft, weil es "Matches" gibt welche die mögliche Region der Herkunft meiner Ahnen eingrenzt, da es irgendwo einen Treffpunkt gegeben haben muss. Diese Wahrscheinlichkeiten helfen dann schon etwas. Leider werden nur bei vielen Bäumen die geografischen Ursprünge nicht eingetragen, das ist dann entsetzlich sinnlos, genau wie solche 5-Personen Bäume oder geschlossenen Seiten.


Was den Datenschutz angeht, nun ja, wer hat sich da bei seiner letzten Blutabnahme Gedanken gemacht? Sind alle Labors und Angestellten vertrauenswürdig? Wohl kaum, dazu kommt, dass 25% DNA aller Menschen wohl ausreichen um die restliche Bevölkerung zu identifizieren, man ist dem also tendenziell ohnehin ausgeliefert. Das ist wie mit Funkmasten und Wifi, wenn man das nicht um die Ohren haben will, kann man das zuhause vermeiden aber deswegen tut es der Nachbar noch längst nicht ;-)


Was die Kuckukskinder angeht muss man wohl mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Sofern vorhanden helfen ja auch Gemälde oder Fotos der betreffenden Person aber wenn man sich ein Szenario Gatte<->Dienstmagd<->Herr vorstellt und es dann Matches zwischen Gattenachfolger und Herrnachfolger gibt, kann man sich schon ausmalen was passiert ist, oftmals sicher auch nicht einvernehmlich.


Viel interessanter fand ich bei meinen bisherigen Erfolgen, dass man mehr über die Zeit und die Umstände erfährt. "Huch da gab es eine Belagerung?" "Oh, da war DaVinci noch nicht geboren." "Ferdinand Porsche kam aus dem gleichen Ort?" "Der einzige Überlebende im Ort nach dem 30-Jährigen Krieg." usw. usf.



Nun ist es ja auch so, dass ab 1024 Vorfahren kaum noch ein Sinn darin zu erkennen ist, EINEN bestimmten erforschen zu können, das ist aus meiner Sicht dann nur noch reine Neugierde an der Zeit und der Historie. Biologisch betrachtet ist der 1024. Teilhaber der eigenen DNA vermutlich längst ausgewaschen und selbst wenn hat man mehr DNA mit einer Stubenfliege gemein ;-)



Von der DNA Nutzung zur Identifikation einer "Sippe" halte ich überhaupt nichts, es mir allenfalls eine Freude, wenn irgendwelche Idioten realisieren, dass ihr Blut eben nicht "reinrassig" ist, wie auch immer sich das jemand vorstellen mag.
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  #39  
Alt 17.06.2019, 17:05
Melanie_Berlin Melanie_Berlin ist offline
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Als sinnlos würde ich die DNA-Genealogie nicht bezeichnend, denn eine unterstützende Funktion haben sie auf jeden Fall. So wie auch andere Möglichkeiten, wie z.B. private oder öffentliche Stammbäume auf diversen Webseiten.
Was jeder aus dem Ergebnis macht, ist dann seine Sache. Man sollte aber nichts verteufeln, nur weil man selbst keinen Zugang dazu findet. Ebenso sollte man nicht versuchen, als überzeugter Vetreter der DNA-Genealogie, andere zu missionieren. Jeder muss selbst entscheiden.
Ich habe einen DNA-Test machen lassen. Überwiegend aus Neugier, aber auch, weil ich Kontakte zu vielen entfernten Verwandten in den USA habe, die sich ebenfalls alle testen ließen. Außerdem kommen die Vorfahren meines Mann aus der Region in der sich meine Auswanderer niederließen. Was wäre also lustig gewesen, wenn sie verwandt wären, was sie aber nicht sind. Ebenfalls war für mich die Frage, wo mein dunkler Touch herkommt. Ich hatte immer den Hintergedanken, dass es vor vielen hundert Jahren Einfluss von außerhalb Europas gegeben haben muss. Das konnte sich nicht bestätigen. Dann war für mich ein Grund, dass ich bei meiner Vaterslinie nicht sehr weit zurückkomme und ich gehofft habe, dass ich bei den DNA-Matches vielleicht den entscheidenen Hinweis finde. Für die Auswertung werde ich aber noch sehr lange brauchen. Bei den DNA-Matchen konnte ich bestätigen, dass ich kein Kuckuckskind meiner Eltern bin, denn beide Linien tauchten dort auf. Bei meinem Mann war die Neugier auf die Mischung groß. Da er aus den USA kommt, ist er ja eh Mischmasch. Aber jetzt haben wir das auch bestätigt, was wir vorher durch herkömmliche Recherche schon herausfinden konnten.
__________________
Viele Grüße,
Melanie
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  #40  
Alt 17.06.2019, 20:58
Limonaia Limonaia ist offline
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Hallo,
Sicher geht Ahnenforschung auch ohne DNA-Genealogie, aber es kann doch eine gute Ergänzung sein. Ohne Papier-Genealogie hat auch die Sache mit der DNA keinen Sinn, da man seine Matches nicht zuordnen kann. Aber die DNA kann halt ein paar neue Erkenntnisse liefern. Ich habe dadurch jetzt herausgefunden, was aus der Schwester meines Urgroßvaters wurde, nämlich dass sie in die USA ausgewandert ist, und es dort noch Nachkommen gibt. Ich wäre nicht auf den Gedanken gekommen da zu suchen, und hätte sie wahrscheinlich auch nicht gefunden, da der Name ihres Mannes auf den Schiffslisten anders geschrieben steht.

Was den Datenschutz oder den Schutz der eigenen DNA angeht, jede abgeleckte Briefmarke gibt schon die DNA her, man hat sie eh schon verteilt -- und das war für mich eigentlich auch eine der Erkenntnisse des DNA-Tests: die DNA Teile sind sowieso überall verstreut, jeder der denkt, die DNA gehört mir - klar, in der Kombination ist das so - aber ansonsten sind die Stücke davon sowieso schon bei allen möglichen anderen Leuten, mit denen man gemeinsame Vorfahren hat.
Ancestry hat ein paar Millionen Leute in der Datenbank, von denen der größte Teil aus den USA stammen dürften, und dennoch hat man da schon über 100 Matches vom 4. und 5 Grad der Verwandtschaft.
Also ich finde das persönlich einfach total spannend.
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