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  #1  
Alt 13.03.2021, 19:47
Alter Dresdner Alter Dresdner ist offline männlich
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Standard Grabplatte Krafft Specht von Bubenheim, gest. 1566. Pfarrkirche St. Cyriakus in Rödelheim

Quelle bzw. Art des Textes: Grabplatte
Jahr, aus dem der Text stammt: 1566 bzw. kurz danach
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Rödelheim (heute Frankfurt-Rödelheim)
Namen um die es sich handeln sollte: Specht von Bubenheim


Hallo zusammen.

Ich habe ein Anfrage von einem Forscherkollegen:
Diese betrifft die Entzifferung/ Deutung eines Textes (unter dem Bogen) auf der Grabplatte des Krafft Specht von Bubenheim, gest. 1566 an der Evangelische Pfarrkirche St. Cyriakus in Frankfurt-Rödelheim.

Das Foto ist leider nicht besonders, aber im Link kann man die Inschrift vergrößern.

Siehe hierzu auch:
https://www.lagis-hessen.de/de/subje.../sn/gdm/id/591
Foto 4 von 8

Bitte um Unterstützung:


Entsprechend dem Kirchenpassionslied von Nikolaus Decius (1485 - 1541) müßte das Wort nach "am Creutzes Stamm" geschlachtet heißen. Aber wie geht es weiter. Einen entsprechenden Vers aus dem Alten bzw. Neuen Testament habe ich nicht gefunden. Vielleicht kann ein Sachkundiger hierzu eine Auskunft geben.


links:
O GOTTES LAMB WEL[CHES] HINNAM /
[DER W]ELDT SVND AM CREVTZES STAM /
[.......................................] EWIGES LEBEN //


rechts:
ALLEN GLAVBIGEN GEGEBEN /
DARFF ICH DEN(N) MEIN HOFFNVNG [......] /
[.............]CH LEBT IN DIESE[..................]


Danke Euch
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Crafft Specht von Bubenheim - Ausschnitt.jpg (56,4 KB, 30x aufgerufen)
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Alter Dresdner
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Geändert von Alter Dresdner (15.03.2021 um 23:54 Uhr)
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  #2  
Alt 13.03.2021, 22:27
Ulpius Ulpius ist offline
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Ich tippe für Zeile 3 auf:

[Du hast (D)ein] ewiges Leben

Das "D" von Dein vermute ich deswegen, weil der Platzz so weit ausreichend ist. Weil aber die Wortabstände in dieser Zeile sowieso größer sind und weil die Zeilen nicht bündig schließen, kann es auch sein, dass dieser Buchstabe nicht gesetzt war.
5 und 6 erheblich schwieriger herauszubekommen.

Geändert von Ulpius (13.03.2021 um 22:31 Uhr) Grund: Diese riesigen, von Hand nachträglich zu korrigierenden Absatzabstände nerven mich manchmal!
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  #3  
Alt 13.03.2021, 23:17
Alter Dresdner Alter Dresdner ist offline männlich
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Standard Zeile 3

Zitat:
Zitat von Ulpius Beitrag anzeigen
Ich tippe für Zeile 3 auf:

[Du hast (D)ein] ewiges Leben

Das "D" von Dein vermute ich deswegen, weil der Platzz so weit ausreichend ist. Weil aber die Wortabstände in dieser Zeile sowieso größer sind und weil die Zeilen nicht bündig schließen, kann es auch sein, dass dieser Buchstabe nicht gesetzt war.
5 und 6 erheblich schwieriger herauszubekommen.

Danke dir Ulpius
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  #4  
Alt 15.03.2021, 23:59
Alter Dresdner Alter Dresdner ist offline männlich
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Hallo,

hat doch noch jemand eine Idee, wie die genannte Stelle der Inschrift heißen könnte?

Danke Euch
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  #5  
Alt 16.03.2021, 13:21
Ulpius Ulpius ist offline
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Es ist kein Wunder, dass keine Vorschläge kommen. Am ehesten könnte jemand etwas Belastbares anbieten, der sich sehr gut in frühneuzeitlicher deutscher Literatur auskennt, speziell in Besinnungsschriften. Wir sind da auf Europa betrachtet in der Renaissance, in allen Kunstsparten geht es mehr um den Menschen selber (daher auch Humanismus).
Röttingen, der Ort, an dem Krafft Specht von Bubenheim Amtmann war, gehörte dem Bistum Würzburg zu (heute Main-Tauber-Kreis), mindestens ein späteres Mitglieder der Familie ist als Domherr in Würzburg zu finden http://www.welt-der-wappen.de/Herald...alerie2089.htm
Direkt auf den Verblichenen bezogene Akten finden sich hier https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs2...che=&standort= (Findbuch GL5), darunter aus dem Sterbejahr stammende Regelungen für die Vormünder seiner Kinder.

Der Hintergrund ist also ein katholischer, wiewohl auch hier das bedeutsame Wirken Martin Luthers und seiner Zeitgenossen (das waren ja erheblich mehr, es wurde erheblich breiter "diskutiert") sich niedergeschlagen hat. Deshalb ist es ganz sicher zu kurz gegriffen, zu stark fokussiert nach engem Anklang im lutherisch- oder allgemein protestantischen Bereich zu suchen, was einem in dieser Zeitspanne meist als erstes einfällt. Es gibt aus dieser Zeit zahlreiche "Sinnsprüche" mit Jenseitsbezug - ich nenne nur einen der bekanntesten: "Ich leb und weiß nit, wie lang, ich stirb und weiß nit, wann, ich fahr und weiß nit, wohin, mich wundert, dass ich so frohlich bin." der dem Martin von Biberach (+ Ende 15. Jh.) zugeschrieben wird, tatsächlich aber schon älter ist.
Das sind Texte, die durch eigene Reflektion entstanden sind, daher sehr vielfältig sein können. Ich würde also keinen festen Kanon erwarten, aus dem sich bedient wurde (wobei es durchaus besonders beliebte Sprüche gegeben haben mag), sondern dass manch einer schon vor seinem Tod sich überlegt hat, was einmal auf seinem Grabstein stehen sollte.
Folge: Einzelüberlegung. Hier: Im dritten Vers-Paar wird die Konsequenz aus dem gezogen, was in den beiden ersten ausgedrückt wird:
>>Das Lamm Gottes hat für alle Gläubigen sein Leben hingegeben. --> Ich hoffe, dass das auch für mich gilt, als einer von diesen Gläubigen.<<
So öffnen sich verschiedene Möglichkeiten, was -immer unter der Voraussetzung, dass die als Thesen vorangestellten Überlegungen zutreffen- ungefähr hierhin führen kann:
darff ich den(n) mein Hoffnung [Verb mit dem Sinn: haben, behalten, darauf richten/ bauen]
[der / weil /denn i]ch lebt in diese[m Glauben / -r Welt / -m Erdental / -m Vertrauen]

Weil der Verfasser (vielleicht also Krafft Specht selber) Reime bildet, müsste man nach Worten suchen, die zueinander wenigstens was das Auslauten betrifft "passen". Im Moment fallen mir die aber nicht mit absoluter Sicherheit ein, einem Spezialisten der Literatur der Zeit jedoch vielleicht schon.
Wirklich SEEEEHR ins Unreine (Germanisten würden mich dafür vermutlich literarischer Folter unterziehen):

darff ich den(n) mein Hoffnung [drauf bauen]
[der i]ch lebt in diese[m Vertrauen]

Geändert von Ulpius (16.03.2021 um 23:11 Uhr) Grund: Vergessenes "o" nachgetragen. Und ein ebenfalls fehlendes "f".
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  #6  
Alt 17.03.2021, 21:37
Alter Dresdner Alter Dresdner ist offline männlich
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Hallo Ulpius,
ich bedanke mich schon mal im Namen meines Forscherkollegen, auf dessen Bitte ich dieses Thema hier eingestellt habe.
Du hast eine Menge interessante Anregungen und auch Quellen zugearbeitet. Mal sehen, was ihm davon evtl. noch unbekannt war.
Mein Bekannter (und auch ich dachten), es gäbe halt evtl. einen alten, nicht so bekannten Kanon in abgewandelter oder nicht sehr gängiger Form.

Also noch einmal ein großes DANKE dir
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  #7  
Alt 17.03.2021, 22:03
Ulpius Ulpius ist offline
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Je nachdem, wo der Forscherkollege hauptsächlich tätig ist, wird er vielleicht ziemlich einfach Kontakt mit Germanisten aufnehmen können. Wenn er da auch nicht gleich einen erwischt, der sich mit spätmittelalterlicher wie frühneuzeitlicher deutscher Litertaur befasst, so wird ihm der vermutlich aber sagen können, wer auf die hier wesentlichen Fragen am ehesten fundiert Auskunft geben kann.
Es würde mich bei Gelegenheit interessieren, wie das Ganze ausgegangen ist.
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  #8  
Alt 18.03.2021, 15:01
Benutzerbild von henrywilh
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Zu Zeile 3/4. Mir scheint,

"DU HAST DEIN EWIGES LEBEN
ALLEN GLAVBIGEN GEGEBEN"

macht keinen Sinn.
Es ist ja nicht so, dass Christus (Lamm Gottes) sein ewiges Leben am Kreuz hingeben hätte.
Er hat dort sein irdisches Leben hingegeben.
Und dadurch gewinnen die, die an ihn glauben, ihr ewiges Leben.

Wie genau das dort ausgedrückt ist, weiß ich auch nicht.
Aber demnach könnte es sinngemäß so lauten:

"VND DADVRCH EWIGES LEBEN
ALLEN GLAVBIGEN GEGEBEN"
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm
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  #9  
Alt 18.03.2021, 15:18
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henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Für den Schluss würde sich m.E. sinngemäß zum Beispiel anbieten:

DARFF ICH DEN(N) MEIN HOFFNVNG WAGEN /
DASS ICH LEBT IN DIESER (oder DIESEN) GNADEN
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Schöne Grüße
hnrywilhelm
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  #10  
Alt 18.03.2021, 16:24
Ulpius Ulpius ist offline
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Zitat:
Zitat von henrywilh Beitrag anzeigen
Zu Zeile 3/4. Mir scheint,

Aber demnach könnte es sinngemäß so lauten:

"[und dadurch] EWIGES LEBEN
ALLEN GLAVBIGEN GEGEBEN"
Das hat 'was. (Ich habe fachgerecht die Klammern wieder eingesetzt, weil man immer sehen können muss, wo ergänzt ist und wo Erhaltenes steht.)
Mich hat für meinen Vorschlag die Tatsache geleitet, dass man von Zeile 3 als einen der letzten verschwundenen Buchstaben ein "i" setzen sollte, weil dort ein i-Punkt erkennbar ist. Wenn ich also das einbeziehe, was henrywilh mit Recht anmerkt, dann rückt das eher da hin:


"[und so/damit ein] EWIGES LEBEN
ALLEN GLAVBIGEN GEGEBEN"
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