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  #1  
Alt 13.08.2013, 13:49
Joanna
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Standard Während Vertreibung oder Flucht gestorben

Hallo alle miteinander!

Kann mir jemand sagen, wie das damals gehandhabt wurde.

Haben die Deutschen, die aus den Ostgebieten und anderen Osteuropäischen Ländern vertrieben wurden bzw. geflüchtet sind, ihre Toten im nächsten Ort bei einer Pfarre oder dem StA eintragen lassen oder wurden diese Toten später, also nachträglich in den Büchern eingetragen, in deren Orte die Vertriebenen/Flüchtlinge angekommen sind?

Ich komme nur darauf, weil die Deutschen in Polen nach der Deportation (1915/1918) aus Russland die Geburten, Trauungen und Sterbefälle in ihren Wohnorten in Polen nachträglich haben eintragen lassen.

Gruß Joanna
  #2  
Alt 14.08.2013, 19:15
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Hallo Johanna,

Soweit ich weiß, hat man dann erst später Geburten und Sterbefälle angegeben. Auf der Flucht hat daran keiner gedacht.

Unsere Omi z.B. konnte 1945 die Geburt des 2. Kindes garnicht erst beim Sta. oder in der Kirche angeben. Das Kind starb dann 3 Monate später. Angegeben hat sie es nie.
Und so wird es nach jedem Krieg gewesen sein.

LG Silke

Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.
  #3  
Alt 14.08.2013, 21:28
Benutzerbild von Matthias Möser
Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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In den Kriegsjahren habe sich bei den Fluchten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten die Ereignisse überschlagen und es gab schlimme Geschehnisse vorallem im Winter 1944/45, wo neben Alten, Kranken auch viele Säuglinge schlichtweg auf dem strapaziösen Fluchtweg gen Westen ( z.T im Straßengraben abgelegt!) erfroren, man konnte sie wegen der sich schnell nähernden russischen Front auch garnicht beerdigen! Meine Urgroßmutter starb 1948 in einem Flüchtlingsheim in Altdöbern an den Folgen der Flucht aus Niederschlesien.

Gruß
Matthias
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  #4  
Alt 14.08.2013, 23:07
Joanna
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Zitat:
Zitat von Silke Schieske Beitrag anzeigen
Soweit ich weiß, hat man dann erst später Geburten und Sterbefälle angegeben. Auf der Flucht hat daran keiner gedacht.

Unsere Omi z.B. konnte 1945 die Geburt des 2. Kindes garnicht erst beim Sta. oder in der Kirche angeben. Das Kind starb dann 3 Monate später. Angegeben hat sie es nie.
Und so wird es nach jedem Krieg gewesen sein.
Danke Dir Silke für Deine Antwort.

Aber wo wurden die Eintragungen dann vorgenommen, wenn es später geschah. Ich höre immer wieder, dass die User hier im Forum an das Standesamt I in Berlin verwiesen werden.

Gruß Joanna
  #5  
Alt 14.08.2013, 23:18
Joanna
Gast
 
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Zitat:
Zitat von Matthias Möser Beitrag anzeigen
In den Kriegsjahren habe sich bei den Fluchten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten die Ereignisse überschlagen und es gab schlimme Geschehnisse vorallem im Winter 1944/45, wo neben Alten, Kranken auch viele Säuglinge schlichtweg auf dem strapaziösen Fluchtweg gen Westen ( z.T im Straßengraben abgelegt!) erfroren, man konnte sie wegen der sich schnell nähernden russischen Front auch garnicht beerdigen! Meine Urgroßmutter starb 1948 in einem Flüchtlingsheim in Altdöbern an den Folgen der Flucht aus Niederschlesien.
Lieber Matthias, dass ist mir schon klar. Während meine Großmutter mit ihren 4 Kindern im Jahre im März 1915 von Platkownica nach Russland deportiert wurden - wie alle Deutschen Bewohner, die ca. 150 km westlich der Russischen Grenze wohnten -, sind viele Tote von den Russen einfach aus den Zügen geworfen worden. Natürlich waren alle Kriege schreckliche Zeiten. Aber diese unsere Ahnen haben ihre Geburten, Trauungen und Sterbefälle, die auf dem Hin- und Rückweg in/aus der Verbannung sowie in der 3 - 5 jährigen Verbannung stattgefunden haben, alle nach Rückkehr in ihre Heimatdörfer in die KB eintragen lassen.

Und so dachte ich mir, dass bei Flucht und Vertreibung während und nach dem II Weltkrieg die Eintragungen dieser Handlungen auch bei den Pfarren und Gemeinden, in die die Menschen einquartiert waren, angemeldet wurden.

Für Deine Antwort vielen Dank.

Gruß Joanna
  #6  
Alt 14.08.2013, 23:47
Katrin Katrin ist offline
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Ich denke nicht, dass das dann in den KB noch vermerkt wurde.
Aber ganz bestimmt im Standesamt. Gerade Witwen brauchten ja den Nachweiß dass der Mann verstorben ist um die Rente zu bekommen.

Standesamt 1 deshalb weil es sich eben mit all diesen Kriegsschicksalen beschäftigt. Du weißt ja nicht wo derjenige verstorben war und dort wird das gesammelt.

Jetzt mal völlig unprofessionell ausgedrückt.

Habe selber auch so einen Fall und deshalb das Standesamt 1 in Berlin angeschrieben.
Ich weiß auch nur, dass mein Uropa auf der Flucht verhungert sein soll. Mehr nicht.

lg
Katrin
  #7  
Alt 15.08.2013, 00:04
Joanna
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Hallo Katrin,

leuchtet mir ein, dass wir nach dem Krieg eine Sammelstelle für die Bewältigung dieser Aufgabe, Miliionen von Dokumenten zu erstellen, benötigten.

Danke auch Dir für Deine Antwort.

Gruß Joanna
  #8  
Alt 19.08.2013, 20:27
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Registriert seit: 02.11.2009
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Beiträge: 4.207
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Hallo JOhanna,

Es wurde aber auch beim Roten Kreuz angegeben. Zum einen woher man kam, wer mit einem auf der Flucht war und auf der Flucht geboren/gestorben ist und für die Familienmitglieder, Freunde, Verwandte... die einen später suchten.

Daher können wir ja heute auch noch Hinweise zum Verbleib unserer Vorfahren dort Antworten finden.

Zum anderen hat man dann später ein Standesamt in der Stadt/dem Ort aufgesucht, um dann Geburten oder Sterbefälle nachträglich anzugeben.

LG Silke

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  #9  
Alt 19.08.2013, 21:53
Joanna
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Beiträge: n/a
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Hallo Silke,

nenn' mich doch bitte nicht immer Johanna; ich ändere Deinen Vornamen ja auch nicht!

Zitat:
Zitat von Silke Schieske Beitrag anzeigen
Es wurde aber auch beim Roten Kreuz angegeben. Zum einen woher man kam, wer mit einem auf der Flucht war und auf der Flucht geboren/gestorben ist und für die Familienmitglieder, Freunde, Verwandte... die einen später suchten.
Daher können wir ja heute auch noch Hinweise zum Verbleib unserer Vorfahren dort Antworten finden.
Darum ging es nicht. Das hat ja alles andere Hintergründe. Mir ging es ausschließlich um die Eintragungen der Verstorbenen und evtl. auch Geburten zur damaligen Zeit.

Zitat:
Zitat von Silke Schieske Beitrag anzeigen
Zum anderen hat man dann später ein Standesamt in der Stadt/dem Ort aufgesucht, um dann Geburten oder Sterbefälle nachträglich anzugeben.
Und genau darum ging es mir. Wenn es so gewesen ist, warum dann das Standesamt I in diesen Fällen. Und um es noch einmal klar zu sagen, mir geht es ausschließlich um die, die auf dem Weg der Flucht oder Vertreibung geboren und/oder gestorben sind.

Gruß Joanna
  #10  
Alt 19.08.2013, 22:05
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Registriert seit: 04.09.2012
Ort: Berlin
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Zitat:
Zitat von Joanna Beitrag anzeigen
Wenn es so gewesen ist, warum dann das Standesamt I in diesen Fällen.
Vermutlich doch, weil das Standesamt I für Urkunden über Deutsche im Ausland und auch für die ehemaligen deutschen Ostgebiete zuständig ist, die dann ja faktisch Ausland und nicht ohne weiteres zugänglich waren. Zuständig ist ja eigentlich immer das Standesamt, in dessen Bereich das zu beurkundende Ereignis tatsächlich stattgefunden hat, und nicht das, wo jemand zufällig auf die Idee kommt, etwas zu melden.
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