#1  
Alt 13.05.2021, 19:40
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Standard OELBERG / OEHLBERG in Herzogswaldau - aber welches?

Hallo miteinander,

am 8. November 1773 heiratet in der evangelischen Kirche von Trebnitz Kreis Trebnitz der dort ansässige Tuchmacher Gottfried OELBERG (* um 1749), Sohn des Bräuers Johann OELBERG in Herzogswaldau, die Anna Susanna ZIMMERMANN (* um 1753), Tochter des Trebnitzer Großbinders Johann Christoph ZIMMERMANN, wohnhaft auf dem Klosteranger.

Die genannten Personen sind meine direkten Vorfahren und zugleich mein toter Punkt.

Während ich bei ZIMMERMANN gut weiß, welche (wenigen) Suchmöglichkeiten ich noch habe, ist es bei OELBERG nicht so einfach. Nun gibt es den Ortsnamen Herzogswaldau natürlich in Schlesien gleich mehrfach. Wer kann mir sagen, um welchen der Orte es sich handelt?

Generell halte ich das Herzogswaldau bei Naumburg am Queis (heute Milików) für den wahrscheinlichsten Kandidaten, da es dort nachweislich eine Brauerei gab, die auch bei Meyersgaz etc. verzeichnet ist. Natürlich muss das nicht heißen, dass diese bereits 1773 bestand bzw. dass es nicht andere Herzogswaldaus mit Brauerei gab.

Leider ist der Name OELBERG im OFB Naumberg am Queis nicht zu finden, der Autor konnte mir auch keine Auskunft geben.

Überhaupt ist der Nachname in Schlesien extrem selten. Ich habe nur zwei Nachweise:
  • Rebecca Eleonora OELBERG geb. FRANZ, Witwe des Servis-A??sagers Heinrich Bernhard OELBERG, stirbt am 16. November 1805 zu Brieg (alt 78J11M15T) (evg. KB Brieg 173/1805)
  • Christiane OELBERG geb. SCHMOCK, Ehefrau des zuletzt zu Ohlau wohnhaft gewesenen Bäckermeisters Hermann Julius OELBERG, stirbt am 22. März 1900 in Ohlau (alt 72 Jahre) (StA Ohlau 45/1900)

Insofern wären alle Hinweise zu OELBERG bzw. OEHLBERG aus Schlesien willkommen.

Weiß hier vielleicht, welches Herzogswaldau gemeint ist und wie man das nachweisen kann?*

LG,
Michael
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  #2  
Alt 15.05.2021, 22:58
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Mir ist bislang nur ein Herzogswaldau in Schlesien bekannt, das stets in dieser Schreibweise erscheint. Die anderen nannten man meist Herzogswalde, oder sie wurden erst später in Herzogswaldau "umbenannt" bzw. diese Schreibweise setzte sich durch.

Gemeint ist Herzogswaldau im Kreis Lüben und da gab es bereits im 18. Jhd. eine Brauerei, während es bspw. in Herzogswalde im Kreis Löwenberg-Bunzlau zu dieser Zeit noch keine gab.

Wird zeitlich etwas knapp (*~1749), aber womöglich wird der Johann im karolinischen Kataster aus den 1720er Jahren erwähnt. Die Braustätte selbst sollte vermerkt sein, sie wird wohl zur Herrschaft gehört haben, fraglich eben, ob sie als "Stelle" an eine Brauer-Familie vergeben war, oder ob der alte Ölberg als herrschaftlicher Brauer zur Schloßbelegschaft zählte. Wenn du aber sonst keine Hinweise auf das richtige Herzogswaldau hast, wäre es einen Versuch wert.

MfG
Manni

Geändert von Manni1970 (16.05.2021 um 04:20 Uhr)
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  #3  
Alt 16.05.2021, 17:48
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Hallo Manni,

vielen Dank für dein Fachwissen. Dann werde ich wohl den Weg übers Karolinische Kataster versuchen müssen, sonderlich viele andere Unterlagen gibt es aus der Zeit nicht.

LG,
Michael
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  #4  
Alt 16.05.2021, 18:19
Bober Bober ist offline weiblich
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Hallo Michael,


im Kr. Freystadt gibt es Ober-, Mittel und Nieder-Herzogswaldau.
Da du ja im Kr. Freystadt suchst, könnte es auch in Frage kommen.
Das zuständige Kirchenbuch von Freystadt ist erst ab 1794 online.


LG
Bober
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  #5  
Alt 16.05.2021, 23:07
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo Bober,

du hast recht. Im Freistädter KB wird das dortige Herzogswald/e/au bereits im 18. Jhd. als Herzogswaldau geschrieben. Das widerspricht den Angaben der frühen schles. Ortsverzeichnissen. Der Trebnitzer Pfarrer hat sicher auch nur das notiert, was ihm der Bräutigam über seine Herkunft sagte. Allerdings gab es im Freistädter H. zum Ende des 18. Jhd. weder eine Brauerei noch Brennerei. Zum Lübener H. gibt es keine ev. KB mehr. Bleibt also nur der Kataster. Wobei eben unklar ist, ob das Personal einer Brauerei dort als Steuerpflichtige vermerkt wird. Die Brau- u. Brenn-Gerechtigkeit wurde in Schlesien wohl erst in den 1810er Jahren aufgehoben. Vorher war dies eben der Herrschaft vorbehalten.

Es sind ja einige Kataster von den Kreisen Leobschütz und Ratibor online. Vielleicht da mal reinsehen, ob dort Brenner u. Brauer namentlich erwähnt werden.

MfG
Manni
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  #6  
Alt 17.05.2021, 08:59
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Hallo Bober,

die Familie OELBERG ist vom Kreis Freystadt unabhängig - erst ein Urenkel des Gottfrieds heiratet eine Tochter meines Freystädter Vorfahren. Aber dennoch muss man auch andere Orte in Betracht ziehen.

Schönen Gruß,
Michael
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  #7  
Alt 17.05.2021, 17:32
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Macht man keine Unterscheidung zws. Herzogswaldau und Herzogswalde, dann finden sich in den 1780er Jahren folgende Ortschaften in Schlesien:

H. im Krs. Bunzlau-Löwenberg, gehörte dem Stift in Bunzlau.
H. im Krs. Frankenstein, gehörte dem Kloster Heinrichau.
H. im Krs. Freystadt, gehörte dem Domkapitel in Glogau.
H. im Krs. Freystadt, bestehend aus Ober, Mittel, Nieder I und Nieder II H., alles im adligen Besitz.
H. im Krs. Glatz, gehörte den Grafen Althan.
H. im Krs. Grottkau, gehörte den Herren Lichnowsky.
H. im Krs. Jauer, gehörte bis in die 1750er Jahre den Grafen Nostitz.
H. im Krs. Lüben, gehörte den Freiherren von Nostitz.

Lediglich im Glatzer H. wurde in den 1780er Jahren eine Brandweinbrennerei erwähnt. Eine "Brauerey" findet sich zu dieser Zeit jedoch nur im Lübener H.

Der Familienname Oelberg erscheint vermehrt, im Gegensatz zu Schlesien, im Österreichischen. Es gab eine Ortschaft Oelberg bei Braunau in Böhmen. Da gab es schon im 17. Jhd. ein Brauerei. Könnte ja ein Hiweis sein ...

MfG
Manni
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  #8  
Alt 19.05.2021, 08:41
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Hallo Manni,

vielen Dank für die Übersicht. Den Ort Oelberg kannte ich noch nicht. Der Sache werde ich bei Gelegenheit mal nachgehen.

LG,
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