#1  
Alt 19.08.2016, 16:37
IngridB
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Standard eine makabre Frage

Hallo miteinander,
wie ist das bei Eurer Ahnensuche - es geht mir um die Zeit zwischen Tod und Begräbnis. Normalerweise wurden die Toten 2 bis 3 Tage nach ihrem Ableben begraben, in Pestzeiten oft sofort. Nun ist mir in einem Dorf in Nordsachsen aufgefallen, daß die Familienmitglieder des herrschenden Landjunkers gewöhnlich erst nach Wochen unter die Erde kamen. Beispiel: 24. Februar gestorben, Begräbnis erst am 31. März 1628. Wie ging das? Kühlhäuser gab es nicht, hat man die kalte Witterung genutzt oder war der Boden zu sehr gefroren im Familiengrab? Andere, normale Begräbnisse fanden auch in dieser Zeit statt. Zu anderen Jahreszeiten dauerte es auch Wochen, bis die adelige Person begraben war.
Vielleicht weiß jemand, ob das nur eine Marotte dieser Landjunker war oder allgemein so üblich in dieser Gesellschaftsschicht.

Grüße, Ingrid
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  #2  
Alt 19.08.2016, 17:13
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Hallo,
es könnte der Leichnam einbalsamiert worden sein.
Eventuell hat man noch vor der Beerdigung ein aufwändig gearbeitetes Grabmahl errichtet. Viele Grüsse

Geändert von Anna Sara Weingart (19.08.2016 um 17:15 Uhr)
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  #3  
Alt 19.08.2016, 17:16
Benutzerbild von mesmerode
mesmerode mesmerode ist offline weiblich
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hallo,
vielleicht musste die Verwandtschaft einen weiten Weg zurück legen
um an der Beerdigung teilnehmen zu können

Uschi
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  #4  
Alt 19.08.2016, 17:51
IngridB
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Hallo, danke für Eure Antworten.
Der Junker selber wurde ebenfalls 1628 beigesetzt, aber nicht auf dem Gottesacker, sondern direkt in der Dorfkirche! Steht so im Begräbniseintrag. Aber auch erst genau 4 Wochen nach seinem Ableben. Von daher kann schon etwas dran sein in Sachen Einbalsamierung!

Was die Anreise der Verwandten angeht, da staunt man oftmals.
Ein ausgeklügeltes Postreitersystem zur Information und die Kutschen kamen häufig schneller voran als heute mancher Urlaubsreisende im Stau auf der Autobahn

Grüße, Ingrid
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  #5  
Alt 19.08.2016, 18:20
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Zitat:
Zitat von IngridB Beitrag anzeigen
... direkt in der Dorfkirche ...
Dass so eine Grablegung vorher baulich anständig hergerichtet werden musste, was einige Zeit in Anspruch nahm, ist offensichtlich. Gruss
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  #6  
Alt 19.08.2016, 23:06
rigrü rigrü ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Dass so eine Grablegung vorher baulich anständig hergerichtet werden musste, was einige Zeit in Anspruch nahm, ist offensichtlich. Gruss
Wenn die Gruften schon vorhanden und für mehrere Särge ausgelegt waren, reichte manchmal auch das öffnen einer Tür etc. Offensichtlich ist diese Begründung für eine verzögerte Bestattung also nur sehr oberflächlich betrachtet.
__________________
rigrü
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  #7  
Alt 20.08.2016, 00:31
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

kurz zur Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Leichenkonservierung

Frdl. Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #8  
Alt 20.08.2016, 00:48
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Ich denke auch, dass die Grabgestaltung nicht die Verzögerungsursache ist. Vermutlich wurden die verstorbenen Familienmitglieder alle einbalsamiert. Und wenn sie schon so schön haltbar da lagen, hat man sich Zeit gelassen, damit z.B. auch viele Leute dem Toten noch ihre Ehre erweisen konnten. Gruss
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  #9  
Alt 20.08.2016, 02:01
IngridB
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Hallo an alle, die mir geantwortet haben,
meine Frage ist soweit beantwortet, danke Euch!

Bei der Gelegenheit möchte ich gleich noch eine stellen, vielleicht mutet es ein wenig naiv an, aber mit dem Thema Bestattungskultur habe ich mich noch nicht so beschäftigt, nur eben die Begräbniseinträge der Ahnen herausgeschrieben.
Dabei fiel mir eine Bemerkung auf (Region Südharz), da hieß es zu einem Begräbnis "er wurde in sein Kistchen gesetzt" (17. Jh.)
Was darf man sich darunter vorstellen, ist das wörtlich gemeint, wurden die Verstorbenen dort sitzend begraben?

Grüße, Ingrid
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  #10  
Alt 20.08.2016, 11:39
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Hallo; setzen ist hier als legen zu verstehen.

setzen = "an einen Ort, einen Platz, in eine Lage, ein Verhältnis bringen"

vergleiche auch:
- Fische in den Weiher setzen -> ins Wasser legen
- Speise auf den Tisch setzen -> man legt die Speise auf die Tischplatte
- Feuer/Brand setzen -> Feuer legen
- der Sand setzt sich -> er bleibt liegen

Gruss

Geändert von Anna Sara Weingart (20.08.2016 um 11:46 Uhr)
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