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  #11  
Alt 29.12.2013, 13:14
rigrü rigrü ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von Wanderfreund Beitrag anzeigen
Bei Möbeln (und darauf berief ich mich) beginnt die Gründerzeit nach der Reichsgründung 1871.
Und deshalb scheidet 1868 als Entstehungsjahr aus?
__________________
rigrü
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  #12  
Alt 29.12.2013, 13:21
Benutzerbild von Wanderfreund
Wanderfreund Wanderfreund ist offline
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Hallo rigrü,

meine Antwort war auf den vorhergehenden Beitrag bezogen ("1850-1873").
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  #13  
Alt 29.12.2013, 13:39
econ econ ist offline
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Zitat:
Zitat von rigrü Beitrag anzeigen
die beiden sehen sich zwar ähnlich aber die Ohrform ist doch ein bedeutendes Indiz dafür, dass beide nicht identisch sind.
Hallo rigrü,

die Ohren haben mich bei diesem Vergleich erst auch gestört. Dann habe ich aber mal Bilder meines Großvaters verglichen. Das eine Bild zeigte ihn 1937 bei der Konfirmtion, das andere als Soldaten ca. 1943. Diese 6 Jahre haben erhebliche Veränderungen mit sich gebracht und auch die Ohren sahen plötzlich anders aus, weil sich das Gesicht in sich verändert hat. Er war halt erwachsen geworden.

Also, ich würde nicht ausschließen, daß es sich um die identische Person handelt, für wahrscheinlicher könnte man annehmen, daß es sich um einen Bruder oder Cousin handelt.

Lg von Econ
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  #14  
Alt 29.12.2013, 14:06
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Wanderfreund Beitrag anzeigen
Sorry, nicht alles was man bei Wikipedia findet muss auch stimmen

Erst 1876 war die Münchner Kunstgewerbeaustellung, auf welcher dieser neue Stil vermehrt auftrat.
Bei Möbeln (und darauf berief ich mich) beginnt die Gründerzeit nach der Reichsgründung 1871.
So hatten wir das damals in der Schule gelernt
Hallo Wanderfreund, schade dass du überhaupt keine Quelle angibts, welche sich mit der Stilkunde befasst.
Es handelt sich übrigens nicht um einen "neuen Stil", sondern es wurde in der Gründerzeit als Fortsetzung des Historismus des 19.Jht. verstärkt auf Formen des Barock, Renaissance und Gotik zurückgegriffen, diese vermischt und in ihrer Schmuckfülle maximal gesteigert.
(Erst nach der Gründerzeit gab es mit dem "Jugendstil" einen wirklich neuen Kunststil im Möbelbau und der Architektur.)
Der "Gründerzeitstil" trat also nicht plötzlich auf, sondern war eine Steigerung des Historismus des 19.Jht.

Es lohnt sich immer sein Wissen über beschränktes Schulniveau zu verbessern!
Gruss
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  #15  
Alt 29.12.2013, 14:18
Benutzerbild von Wanderfreund
Wanderfreund Wanderfreund ist offline
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Hallo Wanderfreund, schade dass du überhaupt keine Quelle angibts, welche sich mit der Stilkunde befasst.
Es gibt so viele Quellen...
Hier mal ein persönlicher Tipp für dich:
Kunsthistoriker Dr. Robert Schmidt 1917
Publikation "Möbel - Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber"

"beschränktes Schulniveau"
Du bist zu köstlich
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  #16  
Alt 29.12.2013, 14:19
Niclas
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Zitat:
die Ohrform ist doch ein bedeutendes Indiz dafür, dass beide nicht identisch sind
Stimmt!
Es kann wie gesagt ein Zwillingsbruder sein, oder der UrUrGroßvater hatte einen Unfall?

Liebe Grüße!
- Niclas
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  #17  
Alt 29.12.2013, 14:59
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo,
Anstatt einer Barockstil-Imitation aus der "Gründerzeit" könnte sich bei dem Tisch auch um einen originalen Barocktisch aus dem 18.Jht. handeln.
Gruss
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  #18  
Alt 29.12.2013, 16:03
Benutzerbild von dorsch
dorsch dorsch ist offline weiblich
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Hallo, Wombat, und in die Runde!

Also, wenn ich jetzt mal das im Moment nicht so ergiebige Stilkunde-Hickhack über das Ziermöbel überspringe und mich auf die Person konzentriere, dann fallen mir folgende Dinge auf:

Der junge Mann auf Bild 1 ist schätzungsweise 20. Die Schuhe sind blankgeputzt, aber schon ziemlich ausgetreten. Ansonsten hat er sich "fein" herausgeputzt mit allem, was die damalige Mode / das damalige Standesbewusstsein so erforderte, inklusive einer Westentaschenkette, die das Vorhandensein einer Uhr zumindest vorspiegelt. Irgendetwas lässt mich aber daran zweifeln, dass er wirklich 'reich' ist. Zum einen die Schuhe. Aber auch etwas in seinem Gesicht. Es hat etwas Hartes, Entbehrungsreiches. Klar lachte man damals nicht in die Kamera, sondern guckte ernst, allein schon wegen der langen Belichtungszeiten. ;-) Und klar kann es sein, dass er besonders grimmig und entschlossen guckt, um erwachsener zu wirken. Und klar hat er diese klassisch-schöne Gesichtsstruktur mit schmalem Gesicht, hoher, eckiger Stirn, klar ausgeprägtem Brauenwulst, hohen Wangenknochen, gerader Nase, festem Kinn, alles ganz klar definiert und gut erkennbar. Aber das Gesicht ist schon fast etwas ZU schmal, die Augen liegen etwas ZU tief in den Höhlen und es sind dicke Augenringe darunter, die Wangenknochen sind so stark sichtbar, dass die Höhlung darunter schon fast wie Hungelöcher wirkt, die Kieferlinie wird durch einen dicken Muskel (vom entschlossenen Zähnezusammenbeißen) verbreitert, die Nase ist schmal mit deutlichem Rücken, aber vorn ein kleines bisschen schief als hätte er mal eins drauf gekriegt ... und vor allem ist da dieser Blick. Voll Trauer, Entbehrung, schlechter Erfahrung, würde ich sagen. Von den Händen sieht man nicht viel, aber um den einzig sichtbaren Daumennagel herum scheint ein Dreckrand zu sein von der Sorte, die mit allem Schrubben nicht abgeht, nur Schatten kann das nicht sein, dass man den so deutlich sieht. - Auf welchen Vorfahren würde das zutreffen? In welchen Verhältnissen hat dein Ur-Urgroßvater als Junge und junger Mann gelebt? Was war er von Beruf?

Bild 1 und 2 wurden m.E. zwar im selben Atelier gemacht, aber entgegen deiner Annahme sicher nicht am gleichen Tag.

Auf Bild 2 scheinen es noch immer dieselben Schuhe zu sein (!), aber der Mann hat zugelegt. Er hat noch immer dieselbe Vorliebe für gestreifte Hosen (;>), aber die Hungerlöcher in den Backen haben sich gefüllt, der Hals wirkt gedrungener, die Kieferlinie sieht man nicht mehr, die Haltung ist weniger aufrecht und weniger trotzig-stolz, die Nase ist noch immer das kleine bisschen schief, aber die Augen liegen nicht mehr so weit hinten, obwohl sie denselben typischen Schnitt haben; vor allem hat sich aber der Mund verändert. Die Kuhle zwischen Unterlippe und Kinn ist dieselbe, aber die ausgeprägte, trotzig vorgeschobene Unterlippe ist schmaler und schiefer. Auch der Haaransatz scheint mir ein anderer zu sein. Beginnendes Alter? Oder doch ein anderer Mann? Wieviel Veränderung machen 10 Jahre und 15-20 Kilo mehr aus? Ich finde das echt schwer zu sagen! Tendenziell würde ich aber auf denselben Mann durchs Leben verändert tippen. (Wir bleiben alle nicht lebenslang James Dean, nicht wahr?^^)

In der Frau finde ich viel von denselben Gesichtsmerkmalen wieder, besonders zu Bild 1. Ein Hochzeitsbild ist das wohl eher nicht, es sei denn, er hätte in der nächsten Verwandtschaft geheiratet. Sie scheint mir auch älter zu sein als der Mann. Bist du sicher, dass es deine Ur-Urgroßeltern sind? Nach deinen Angaben waren die gleichaltrig und die Frau wurde noch nicht einmal 30! Diese hier scheint mir älter.

Das erste Bild ist definitiv kein Konfirmationsbild - es könnte aber aus Anlass der Volljährigkeit (21 J.) aufgenommen worden sein. Ging der Tod des Vaters voraus? (Das würde den Augenausdruck erklären.)

Vielleicht enthalten meine Beobachtungen ein paar Stichworte, die du deinem Familienwissen zuordnen kannst und die dir so die Einordnung der Bilder ermöglichen. Ich hoffe, es hilft irgendwie.

Lieben Gruß
DorSch
__________________
„Krönung der Alten sind die Enkel und der Stolz der Kinder sind ihre Ahnen“ (Sprüche, Kap.17, Vers 6)

Suche nach FN Leidiger in Thüringen.


Geändert von dorsch (29.12.2013 um 16:19 Uhr)
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  #19  
Alt 29.12.2013, 19:17
econ econ ist offline
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Zitat:
Zitat von dorsch Beitrag anzeigen
Das erste Bild ist definitiv kein Konfirmationsbild
Hallo Dorsch, das hatte ich ja schon wieder zurückgenommen...

LG von Econ
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  #20  
Alt 29.12.2013, 19:22
Wombat992 Wombat992 ist offline
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Beiträge: 20
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Hallo DorSch und alle anderen Teilnehmer,

deine genaue Beschreibung des Aussehens des Mannes (Johann) sowie deine dazugehörigen Interpretationen/ Gedanken finde ich ausgesprochen interessant.
Viele deiner Interpretationen/ Hinweise treffen auf ihn auch zu.
Folgende Fakten zu meinem Ururgroßvater will ich ergänzen:
  • Beruf: Bäckermeister (seine Vorfahren waren allesamt Bäcker)
  • Johann und seine Familie waren nicht reich. Dass mit dem entbehrungsreichen Leben dürfte zutreffen.
  • Johanns Vater starb im Jahr 1865. Johann war damals gerade 19 Jahre alt. (die Interpretation mit dem traurigen Gesichtsausdruck würde hier also voll zutreffen)
  • Johann heiratete noch ein zweites Mal, und zwar im Jahr 1876 (seine 2.Frau wurde im Jahr 1842 geboren, war also „bereits“ 34 Jahre alt)
Eurer Meinung, die ihr überwiegend habt, daß beide Männer die gleiche Person sind, schließe ich mich im Grunde sehr gerne an.
Johann hatte keinen Bruder, der älter als 10 Jahre wurde. Und daß zur damaligen Zeit ein Foto eines entfernteren Verwandten gemacht wurde, kann ich mir einfach nicht vorstellen (Fotografien waren um diese Zeit sicherlich noch sehr teuer und meine Vorfahren waren „nur“ eine Bäckerfamilie“).

In diesem Fall würde die "Lösung" wie folgt aussehen:
  • Beim 1.Foto handelt es sich um Johann im Alter von ca. 20 Jahren. Das bedeutet, daß dieses Foto bereits 1866 gemacht worden sein muß.
  • Wenn wir annehmen, daß er beim zweiten Foto z.B. 10 Jahre älter ist, dann könnte dies evtl. das Hochzeitsfoto mit seiner zweiten Frau (1876) sein, was ich bisher nicht gedacht hätte (ich habe nämlich ein Foto seiner zweiten Frau aus dem Jahr 1894. Falls es euch interessiert kann ich das Bild auch noch gerne einstellen).
Könnt ihr euch dem anschließen?

Vielen Dank nochmal im Voraus für eure Mithilfe.
Liebe Grüße,
Wombat992
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1900 , alt , antik , bild , foto , fotografie , franken , ähnlich

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