#1  
Alt 20.09.2011, 23:31
maya2 maya2 ist offline männlich
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Standard Honals in Lothringen und Westböhmen

Hallo liebe/r Forum-Experte/in,
wo finde ich Informationen zu Siedlungsbewegungen von und nach Lothringen um 1600?

Bisher fand ich den Namen Honal bei Deutsch-Sprechenden vor 1800 in Österreich und vor allem in Westböhmen. So gab es um 1600 den Bäckermeister Mathes Honal in Kladrau bei Mies (cz: Kladruby u Stříbra).

Durch eine Internetrecherche fand ich nun um 1620 mehrfach auch Träger/innen dieses Namens Honal in Lunéville (Lothringen). Inzwischen habe ich auch die Mikroverfilmung der Urkunden dazu gelesen: der Name ist es.

Das Doppelvorkommen kann reiner Zufall sein, oder - Honal ist kein französischer Namen - es gab Wanderungen aus Böhmen nach Lothringen (oder umgekehrt). Es könnte aber auch eine Wanderung aus einer anderen deutschen Region nach Lothringen und nach Westböhmen die Doppelung des Namensvorkommens Honal erklären.
Daher will ich mehr über Wanderungen von / nach Lothringen um 1600 wissen. In dieser Zeit (Leibeigenschaft etc. ) waren solche Ortsveränderungen nicht ganz einfach.

Natürlich wüsste ich auch gerne, ob es, wie in Westböhmen, Österreich und Deutschland, den Namen Honal auch noch im 20. / 21. Jahrhundert im Raum Lunéville gab/gibt.
Im aktuellen Telefonbuch jedenfalls nicht.
Wie komme ich an Einwohnerverzeichnisse?

Danke für ein paar hilfreiche Tipps
und beste Grüße
Maya
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  #2  
Alt 31.10.2011, 15:33
hdeb hdeb ist offline männlich
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Hallo,
Ich bin Französisch. Dies ist von Google übersetzt.

Derzeit gibt es keine Honal am Telefon. Aber das kann es zu einer Familie Honal werden.

Im 17. Jahrhundert, hat Lothringen 3/4 der Bevölkerung wegen des Krieges verloren. Herzog Karl IV von Lothringen und König Ludwig XVI begünstigte die Einwanderung. Viele Familien kamen aus den Bergregionen. Maurer, Zimmerleute und Dachdecker kam aus Tirol.

Aber Lorraine ist nach Sprache aufgeteilt. Nordosten, heißt es fränkische.
Im Südwesten ist romanische Sprache gesprochen wird. Luneville wird in der Region romanische Sprache. Die Einwanderer waren viele der Picardie oder Ile de France.

Nach Angaben der IGI (Family Search) Honal (oder Honat) Catherine getauft wurde 25 Januar 1594 in St. Jacques, Luneville. Der VorName seines Vaters ist Demenge. Dieser VorName kommt von "Dimanche", Sonntag, Tag des Herrn, ist gleichbedeutend mit Dominicus.

Also ich glaube nicht, dass Honal von Luneville sind Immigranten.

Gruß
Henri

Ps : Ist es verständlich? Ich kann auch in englischer Sprache zu schreiben.
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  #3  
Alt 31.10.2011, 16:42
maya2 maya2 ist offline männlich
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Lieber Henri,
danke, ich habe die Übersetzung prima verstanden. Interessant ist der Hinweis auf Tirol, da verfolge ich nämlich auch eine Spur in Angerberg.

Immigrant ja oder nein?
Ein behauchtes, also hörbares "H" am Anfang eines Namens ist in der französischen Sprache sehr ungewöhnlich, von Fremdwörtern abgesehen.
Ist das nicht eher ein Beleg dafür, dass die "Honals" in Lothringen doch Immigranten aus dem Osten (incl. Tirol) oder dem Fränkischen waren?

Es gab um 1600 mehrere Honals in Lunéville:
Ich habe die Mikrofilme aus Lunéville in einem FHC (Family Search) eingesehen und dabei gefunden:
1. Der Bräutigam Jean Noe heiratete am 8. Feb. 1594 in Lunéville die Braut Sebille Honal; ihr Vater hieß Nicolas Honal.
2. Nicole Honal heiratet am 9 Feb 1621 in Lunéville den Joseph Louis
3. Claude Honal wurde 1625 als Tochter von Bastienne und Jean Honal geboren.
Wenn der Name in Lunéville so oft erscheint, ist es schon seltsam, dass er mangels männlicher Kinder so schnell wieder verschwindet. Aber wo kommt er her? Es wäre schön, wenn das Archiv wenigsten für die Zeit kurz vor 1600 hergibt, wo die Eltern herkommen. Oder beginnen in Frankreich die Kirchenbücher erst um diese Zeit?

Dann bleibt noch die Zeit nach 1625: Haben die Kinder mit dem Namen Honal wieder geheiratet? Sind die Kinder mit dem Namen Honal selbst Eltern geworden? Wo?

Es bleibt rätselhaft...

Danke und
beste Grüße

Maya
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  #4  
Alt 31.10.2011, 21:53
hdeb hdeb ist offline männlich
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Lieber Maya,

Ich bin kein Sprachexperte. Namen beginnend mit H sind üblich: Honar, Honant, Honau, Honoré, etc.. Mein Name ist Henri (Heinrich). Das germanische Name wurde Französisch. Die Namen germanischer Herkunft des edlen Franken ging an die Menschen aus vielen Gründen: in der Mode, Bewunderung oder Verachtung. Zum Beispiel Renard.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_pr% C3% A9noms_d% 27origine_germanique

Heute sind einige nennen ihren Sohn Zidane!

Im Jahre 1539 unterzeichnete König Franz eine Bestellung von Villers Cotterets (1539). Beachten Sie die Taufen in ein Register, in Französisch. Eine Rekordzahl von 1594 ist sehr selten. Sie können nicht mehr weiter, außer für den Edlen oder wohlhabende Bürger.

Im Jahre 1636 die Pest geschlagen Luneville. Dann im Jahre 1638 wurde die Stadt niedergebrannt.

Immigration beginnt erst ab 1660. Es ist möglich, dass Honal einen gemeinsamen Vorfahren haben, aber wahrscheinlich älter.

Es gibt Honal in Epinal:

Geburt
Datum des Schriftstücks: 17/03/1673
Ort der Handlung: Epinal (88)
Name: Honal - Name: Charles
Vater Name: Honal
Vater Name: Charles
=========================

Datum des Schriftstücks: 09/07/1748
Ort der Handlung: Bruyères (88)

Name: Honal - Name: Agathe
Witwer von: CHARLES Dominique

EHEGATTEN
Name: Moulin - Name: Jacques
Country of Origin: Champ le Duc
Witwer von: Francoise Christine LECOMTE

beste Grüße
Henri
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  #5  
Alt 01.11.2011, 10:12
Rolf Beutler Rolf Beutler ist offline männlich
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Hallo Maya
Das erinnert mich irgendwie an die Wabra/Wawara im Raum Chiesch (Chyshe) im Egerland. Auf dem schön renovierten Friedhof an der Spitzbergkirche stehen die alten deutschen Grabplatten, dabei u.a. ein Stein für die Familien Wabra aufgestellt vom ehemaligen deutschen Ortsbetreuer. Da steht u.a. daß unter König Sigismund aus der Gegend von Woevre (deutsch in alten Landkarten: Waberland) eine große Zahl von Einwohnern nach Böhmen ging. Der Name Wabra käme von Woevre.
In der Sudeten-BMs-Liste haben wir da schon drüber dikutiert. Von den Mitdiskutanten wurde dies als Humbug bezeichnet. Lorenz ist der deutsche Name für Wavra und im benachbarten Lubenz steht eine Lorenzkirche.
Bei meinen Forschungen im Großraum Chiesch bin ich aber trotzdem auf einige Franzosen gestoßen, in Chiesch gab es z.B. das Schloß des Grafen Lazansky und unter dessen Bediensteten waren auch Franzosen, die da in der Kirche heirateten oder da starben.
Kennen Sie diese Webseite
http://www.kdejsme.cz/prijmeni/Honal/hostata
Hier finden Sie die Verteilung der Familiennamen in der Tschechischen Republik. (2011)
Herzliche Grüße
Rolf
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  #6  
Alt 01.11.2011, 11:57
Rolf Beutler Rolf Beutler ist offline männlich
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In diesem Zusammenhang wäre auch dieses Buch von 1894 von Adolf Schiber aus Metz interessant
Die fränkischen und alemannischen Siedlungen in Gallien besonders in Elsass und Lothringen.
http://www.archive.org/stream/diefrn...igoog_djvu.txt
Herzlichst
Rolf
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  #7  
Alt 01.11.2011, 16:03
maya2 maya2 ist offline männlich
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Standard Honal nur kurz in Lothringen

Hallo Rolf, hallo Henri,
danke für die guten Fundstücke und die wertvollen Links.
Die Häufigkeit des Namens in Tschechien (heute: 41) und Deutschland (heute: 70 Telefonbucheinträge lt. http://www.verwandt.de/karten/absolut/honal.html) könnte, wegen des Fehlens dieses Namens im Telefonbuch Frankreichs (”pages blanches”) (vor?)schnell zu dem Schluss führen, dass die lothringischen Honals nicht lange in Lothringen lebten und nach Böhmen weg siedelten.

Die grafische Darstellung der Verteilung des Namens "Honal" im heutigen Tschechien zeigt zudem einen Schwerpunkt in dem Raum westlich /nordwestlich von und um Pilsen. Fast alle heute in Deutschland lebenden "Honals" kommen von da her. Auch die Orte Honositz (cz. Honezovice, bis 1945 mit sehr vielen Honals) und Kladrau (cz. Kladruby beim gleichnamigen Kloster) liegen dort: Da habe ich die bisher früheste deutsch-böhmische "Honal" Urkunde gefunden: 1637 wird ein Mates (heute: Matthias) Honal, ein Bäckermeister, bei der Taufe seines Sohn Sebastian Honal beurkundet. In einer Kladrauer Taufurkunde von 1634 fungiert der gleiche Mates Honal als Taufzeuge. Wer sich damals in der Stadt Kladrau "Meister" eines Handwerks nennen konnte, war Fachmann im Beruf, sprach deutsch und hat oft schon länger am Ort gelebt.
Könnte man da umgekehrt an den Zuzug eines "Fachmannes" aus Lothringen, etwa um 1600, denken? In wessen Gefolge? Bis jetzt vermute ich eher einen Zuzug der Honals aus dem bairischen bzw, dem österreichischem Raum. Vielleicht finden sich in den Urkunden des Klosters Kladrau Hinweise über Zuzüge im 15. und 16. Jahrhundert, vor den Wirren des 30-jährigen Krieges.

Zu den interessanten weiteren Fundstücken und Sprach-Anmerkungen von Henri:
Die einfachste Hypothese bleibt auch erhalten: Die beiden gleichen Namen in Lothringen und Böhmen haben je einen getrennten Ursprung - deren Träger waren nicht verwandt. Die gleichen Namen waren vielleicht nicht einmal gleich lautend. Im deutsch- und im slawischsprachigen Raum wird beim Sprechen des Namens Honal das Anfangs-H hörbar wie beim Wort "Hauch" oder dem "h" im lateinischen "os halat" gesprochen; im Französischem ist das Anfangs-H wie bei "Henri" seit dem 16. (!) Jhdt. verstummt, Meine französischen Freunde sprechen "Honal" heute natürlich so aus wie "Onal", vielleicht war das 1550 noch anders...

Beste Grüße
Maya
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  #8  
Alt 02.11.2011, 19:12
hdeb hdeb ist offline männlich
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Liebe Maya,

Ich werde später zu beantworten.

In der Zwischenzeit:
"Onal" des Telefonbuchs sind die Namen türkischer Herkunft.

Gruß
Henri
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honal , lothringen , siedlungsbewegungen , westböhmen

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