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  #21  
Alt 09.01.2020, 14:48
Ferdix Ferdix ist offline männlich
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Ich hatte mal einen fremden Taufeintrag der Kirche Freystadt in Niederschlesien etwa aus der Mitte des 19. Jhd. gelesen, wo der Pfarrer in etwa schrieb: "Die Mutter gab Herrn XY als Vater an, der jedoch protestierte". Ich fand das witzig. Beide waren gesellschaftlich in etwa aus derselben (unteren) Schicht.
__________________
Gruß,
Alex

Geändert von Ferdix (09.01.2020 um 14:52 Uhr)
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  #22  
Alt 09.01.2020, 15:55
Benutzerbild von NVMini1009
NVMini1009 NVMini1009 ist offline männlich
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Hallo,

ich kann auch einen Fall vorweisen, in dem von 1884 bis 1896 ganze sechs uneheliche Kinder geboren wurden. Geheiratet haben die Eltern schließlich 1914, wobei bis auf ein jung verstorbenes Kind alle den Namen des Vaters angenommen haben - sogar ein Enkelkind. Bereits 1916 ist der Vater allerdings verstorben.

Nebenbei bemerkt - die Urenkelin eines dieser unehelichen Kinder lebt heute in Saulgrub.

Nico
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  #23  
Alt 09.01.2020, 15:57
gki gki ist offline
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Hallo Nico!

Zitat:
Zitat von NVMini1009 Beitrag anzeigen
ich kann auch einen Fall vorweisen, in dem von 1884 bis 1896 ganze sechs uneheliche Kinder geboren wurden. Geheiratet haben die Eltern schließlich 1914, wobei bis auf ein jung verstorbenes Kind alle den Namen des Vaters angenommen haben - sogar ein Enkelkind. Bereits 1916 ist der Vater allerdings verstorben.
War der Vater zufällig Berufs-Soldat?
__________________
Gruß
gki
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  #24  
Alt 09.01.2020, 16:11
Benutzerbild von Bienenkönigin
Bienenkönigin Bienenkönigin ist offline weiblich
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Hallo Nico,

ich hab jetzt nicht viele Kirchenbücher von anderen Orten zum Vergleich, aber Saulgrub scheint ja wirklich das bayerische Sodom und Gomorrha zu sein!
Vielleicht sollte ich mal ein Sittenbild von Saulgrub und Umgebung aufzeichnen.
Irgendwo da in den Kirchenbücher versteckt sich sicher auch mein Ururgroßvater - vermutlich hab ich seinen Namen schon oft gelesen und weiß bloß nicht, dass er es ist...

VG
Bienenkönigin

Zitat:
Zitat von NVMini1009 Beitrag anzeigen
Hallo,

ich kann auch einen Fall vorweisen, in dem von 1884 bis 1896 ganze sechs uneheliche Kinder geboren wurden. Geheiratet haben die Eltern schließlich 1914, wobei bis auf ein jung verstorbenes Kind alle den Namen des Vaters angenommen haben - sogar ein Enkelkind. Bereits 1916 ist der Vater allerdings verstorben.

Nebenbei bemerkt - die Urenkelin eines dieser unehelichen Kinder lebt heute in Saulgrub.

Nico
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  #25  
Alt 09.01.2020, 19:30
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Hallo allerseits.

Gute Frage, das weiß ich nicht, warum bei der einen oder dem anderen Vorfahren väterlicherseits kein Vater angegeben war.

Konnte/wollte/durfte die Kindsmutter den Kindsvater nicht heiraten, weil er zu jung/zu alt/zu unvermögend/nicht standesgemäß/kränklich/früh verstorben war ?
War es eine längere Beziehung oder eine Ein-Nacht-Beziehung ? Jemand aus dem gleichen Ort oder ein vorbeiziehender Handwerker auf der Walz oder was es sonst noch an wandernden Berufen gibt ?

Das Geheimnis haben die Ahninnen mit ins Grab genommen.

Daher habe ich leider einige Tote Punkte in meiner Ahnentafel.

Mir sind auch andere Fälle bekannt, wo das Kind vor der Ehe geboren und zuerst unter den Geburtsnamen der Mutter, nach der Eheschließung der Mutter mit dem Vater, unter dem Namen des Vaters eingetragen ist.

Detail am Rande: Viele Fälle von un/vor ehelichen Kindern stehen ganz normal im Kirchenbuch drinnen, weder in der Kategorie "Uneheliche Kinder", noch mit irgendwelchen Randbemerkungen, dass das nicht erwünscht sei oder etwas in der Richtung.

Mein Großvater väterlicherseits, wie auch sein älterer Bruder, sind beide vor der Eheschließung der Eltern geboren worden. Bei meinem Großvater steht der Vater im Kirchenbuch, sinngemäß zitiert, er hat sich dazu bekannt und darauf bestanden, ins Kirchenbuch eingetragen zu werden. Ob das bei dem Bruder des Großvaters auch so war, weiß ich nicht, da es Nachkommen gibt und das Geburtsdatum in die Sperrfrist fällt.
Wenn oder falls die Daten irgendwann einmal freigegeben werden, dann erst in einigen Jahren.

Warum die Eheschließung erst nach den Geburten der Kinder gewesen ist, tja, das werde ich nie erfahren.
In der Ehe sind dann keine Kinder mehr geboren worden.

Mütterlicherseits sind mir nur zwei uneheliche Kinder bekannt - von den Eltern des Großvaters - sie hat eine uneheliche geborene Tochter, er hat einen unehelich geborenen Sohn. Sie, so die Überlieferung, darf den Kindsvater nicht heiraten. Was aus dem unehelichen Sohn und dessen Mutter geworden ist, weiß ich auch nur rudimentär, nur soviel, es gib keine Nachkommen des Mannes.

Die uneheliche Tochter der Urgroßmutter wird so aufgezogen, dass sie zu ihrer Großmutter "Mutter" sagt und ihre Mutter beim Vornamen nennt. Und erst später die Wahrheit erfährt.

Die Eltern meines Großvaters heiraten, die uneheliche Tochter der Urgroßmutter wächst, unter dem Geburtsnamen der Urgroßmutter eingetragen, in der Familie auf.

Geschehen ist das alles in den 1910er Jahren.

Da fallen die aktuellen unehelich/vielleicht vorehelich geborenen Kinder der 2010er und 2020er Jahren nicht weiter ins Gewicht.

Herzliche Grüße

Andrea
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Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aufgeben tut man einen Brief.

Geändert von Andrea1984 (09.01.2020 um 22:29 Uhr)
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  #26  
Alt 09.01.2020, 22:25
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Ursula Ursula ist offline
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Hallo,

Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
5 uneheliche Kinder hab ich auch noch nicht gesehen, ein Ahnen-Paar brachte es aber doch auf 3.
ich habe auch so ein Paar. Das sechste Kind wurde dann ehelich geboren. Insgesamt hatten die Eltern 8 Kinder.
Der Vater war immer angegeben. Mal schrieb der Pfarrer, er sei Zimmermann, mal war er Vagant.
Vielleicht stimmte beides und er war ein umherziehender Zimmermann. Die Kinder wurden in verschiedenen Gemeinden geboren. Die Gemeinden lagen aber nicht sehr weit auseinander.

LG
Uschi
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  #27  
Alt 10.01.2020, 10:16
Malte55 Malte55 ist offline
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Zitat:
Zitat von Ferdix Beitrag anzeigen
wo der Pfarrer in etwa schrieb: "Die Mutter gab Herrn XY als Vater an, der jedoch protestierte". Ich fand das witzig.
Moin Alex,
ob das immer witzig war?
Ich habe ein Aktenstück aus dem frühen 17 Jh. in dem der Krüger, nachdem er mit des Schultzen Tochter Unzucht getrieben, 3 Tage ins Gefängnis kam. Erst auf Verhandlungen der Verwandten und dem Versprechen sie innerhalb 3 Wochen zu ehelichen wurde er wieder freigelassen.
LG Malte
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  #28  
Alt 10.01.2020, 10:48
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Zitat:
Zitat von Malte55 Beitrag anzeigen
Moin Alex,
ob das immer witzig war?
Ich habe ein Aktenstück aus dem frühen 17 Jh. in dem der Krüger, nachdem er mit des Schultzen Tochter Unzucht getrieben, 3 Tage ins Gefängnis kam. Erst auf Verhandlungen der Verwandten und dem Versprechen sie innerhalb 3 Wochen zu ehelichen wurde er wieder freigelassen.
LG Malte
So etwas habe ich auch. Allerdings gibt es nur die Notiz am Taufeintrag des Kindes, dass der "vom liderlichen weibsstück" benannte Kindsvater sich erst nach einem Gefängsnisaufenthalt zu seinem Kind bekannt habe...

Pärchen mit vorehelichen Kindern zu Hauf kommen bei mir zumeist vor, wenn der Vater Soldat war. Eine Familie hatte vor der Hochzeit 4 Kinder, darunter "ein Töchterlein ... Carl Friedrich genannt", danach nur noch eins. Bei einer anderen waren es drei uneheliche und drei eheliche.

Dann ist noch die Gruppe derer, die erst unter bestimmten pekuniären Voraussetzungen heiraten durfen(Einspruch der Eltern etc.)
Da musste z. B. der Mann erst Hausbesitzer sein, bevor er seine Frau drei Jahre nach der ersten Proklamation heiraten durfte. Da waren inzwischen schon drei Kinder geboren.
Die Eltern meiner Urgroßmutter Marie liefen zusammen von zu Hause weg, sie sechzehn, er siebzehn, weil sie nicht heiraten durften. Vier Jahre später, nach drei gemeinsamen Kindern gab's dann die Heiratserlaubnis. Die Kinder sind alle erst nach der Hochzeit getauft worden.

Mein "Lieblingsfall" ist der von Salome Lieb. Die ließ 1714 eine Tochter namens Anna Chatarina taufen. Der Pastor hat sich jeglichen Kommentar dazu verkniffen. Da steht nur "Vater unbekannt". Salome war die Wehfrau des Ortes und offensichtlich verhältnismäßig unantastbar.
Damit wird der Vater von Anna Chatarina wohl ein Rätsel bleiben, denn sie war in allen mir bekannten Dokumenten und Einträgen immer nur die Tochter ihrer Mutter.


Lg, Claudia
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  #29  
Alt 10.01.2020, 12:01
Malte55 Malte55 ist offline
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Zitat:
Zitat von Bergkellner Beitrag anzeigen
Der Pastor hat sich jeglichen Kommentar dazu verkniffen.
Warum sollte er auch über sich selbst herziehen!?
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  #30  
Alt 10.01.2020, 13:06
Ferdix Ferdix ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Malte55 Beitrag anzeigen
Moin Alex,
ob das immer witzig war?
Ich habe ein Aktenstück aus dem frühen 17 Jh. in dem der Krüger, nachdem er mit des Schultzen Tochter Unzucht getrieben, 3 Tage ins Gefängnis kam. Erst auf Verhandlungen der Verwandten und dem Versprechen sie innerhalb 3 Wochen zu ehelichen wurde er wieder freigelassen.
LG Malte
In dem von mir genannten Fall fand ich die Formulierung witzig, hatte mir bildlich vorgestellt, wie er protestiert hat, auch wenn meine Vorstellung mit der damaligen Realität wohl wenig zu tun hat. Jedenfalls stand dort nichts von Vergewaltigung oder Gefängnis, daher bleibt es offen, was die tatsächlichen Hintergründe waren.
__________________
Gruß,
Alex
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