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  #11  
Alt 27.03.2020, 12:41
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
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Hallo gki,

galt das auch für Witwen? Bei Witwern ist mir das absolut geläufig, nur eben bei den hinterlassenen Ehefrauen nicht, außer sie sind schon aus dem gebährfähigen Alter raus oder eben nach Beendigung einer Schwangerschaft.

Ich hab noch ein bisschen gegoogelt und wenn ich das richtig verstehe, war es nach kanonischem Recht eigentlich verboten zu heiraten während man noch vom vorherigen Ehemann schwanger war. Allerdings kann ich nichts dazu finden, ob das dispensfähig gewesen wäre oder wie genau ein Dorfpfarrer es mit der Einhaltung des kanonischen Rechts so gehalten hat.

LG,
Antje
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  #12  
Alt 27.03.2020, 13:18
gki gki ist offline
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Hallo Antje!

Ja, galt auch für Witwen, egal wie alt.

Die Leute konnten damals schon bis 9 zählen, da bin ich mir sicher.
__________________
Gruß
gki
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  #13  
Alt 27.03.2020, 13:36
gki gki ist offline
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Hallo Antje!

Zitat:
Zitat von AKocur Beitrag anzeigen
Ich hab noch ein bisschen gegoogelt und wenn ich das richtig verstehe, war es nach kanonischem Recht eigentlich verboten zu heiraten während man noch vom vorherigen Ehemann schwanger war. Allerdings kann ich nichts dazu finden, ob das dispensfähig gewesen wäre oder wie genau ein Dorfpfarrer es mit der Einhaltung des kanonischen Rechts so gehalten hat.
Mir ist diese Regelung des CIC nicht bekannt.

Die Pfarrer haben jede Menge Regelungen beachtet, da würde mich wundern, wenn sie eine solche mißachtet hätten. Dispense darüber hab ich auch noch nicht gesehen.
__________________
Gruß
gki
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  #14  
Alt 27.03.2020, 13:36
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von AKocur Beitrag anzeigen
... Ich hab noch ein bisschen gegoogelt und wenn ich das richtig verstehe, war es nach kanonischem Recht eigentlich verboten zu heiraten während man noch vom vorherigen Ehemann schwanger war....
Hallo, bitte mit Link zum nachlesen. Danke!
__________________
Viele Grüße
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  #15  
Alt 27.03.2020, 14:15
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
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Hallo,

hier die Links. Es sind leider nur Verweise auf das Kanonische Recht und auch nicht direkt für den Zeitraum+Region, um die es mir eigentlich geht.

Praktisches Handbuch des katholischen Eherechtes: für Seelsorger im Kaiserthume Österreich, St. Pölten 1865

Handbuch des gemeinen und Preußischen Kirchen- und Eherechts der Katholiken und Evangelischen, Breslau 1840

Wenn du was genaueres finden kannst, Anna Sara, wäre das toll.


Danke gki. Ist schon mal gut zu wissen, dass es ne katholische Gegend gab, in der das häufiger praktiziert wurde.
Bis 9 zählen ja, aber sich genau dran erinnern wann der arme Kötter genau gestorben ist? Beim Vornamen der Frau war sich der Pfarrer nämlich auch nicht sicher, der wechselt hin und her


LG,
Antje
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  #16  
Alt 27.03.2020, 14:21
gki gki ist offline
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Hallo Antje, Deine Verweise beziehen sich auf das Römische Recht, also das Recht des Römischen Reiches, nicht auf das Kirchenrecht.
__________________
Gruß
gki
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  #17  
Alt 27.03.2020, 14:51
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
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Beide Links beziehen sich nicht direkt darauf, das hatte ich ja geschrieben. In dem Preußischen Handbuch steht aber nach der Beschreibung des römischen Rechts: "Diesen Grundsatz hat auch das kanonische Recht anerkannt..." Was allerdings genau dazu im kanonischen Recht des 18.Jh gültig war, hoffe ich ja noch herauszubekommen.
Dispens dafür ist wohl das wahrscheinlichste; damit hat man sich ja immer gerne über Ehehindernisse hinweggeholfen.

LG,
Antje
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  #18  
Alt 27.03.2020, 16:01
TükkersMitÜ TükkersMitÜ ist offline weiblich
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Beiträge: 143
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Hallo Antje,
ich habe gerade für die Uni eine Hausarbeit über die Wiederverheiratung von Witwen und Witwern in der FNZ geschrieben. Bei meiner Recherche bin ich auch auf dieses Buch gestoßen:

Koch, Elisabeth: Die Frau im Recht der Frühen Neuzeit. Juristische Lehren und Begründungen, in: Ute Gerhard (Hg.): Frauen in der Geschichte des Rechts. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, München 1997. (gibts bei Google)

Darin heißt es, dass das Kanonische Recht kein Trauerjahr vorsah, das Römische Recht schon. Humanistische Juristen sahen eine moralische Pflicht zum Trauerjahr. Es war also eine umstrittene Rechtsfrage.

Allgemein galt aber an den meisten Orten eine Trauerzeit für Frauen, zum Teil unterschiedlich lang. Für Männer idR nicht. Sie waren meistens nach einem Jahr wieder verheiratet, das war bei weniger als 50% der Witwen der Fall.
Besonders Katholiken sollen wohl insgesamt die Wiederheirat von Witwen sehr kritisch gesehen haben, schließlich sollten sich Witwen um das Seelenheil des verstorbenen Mannes kümmern.

Viele Grüße
Annika
__________________
(Johann?) Philipp Frommel (*ca. 1782 WO?, + WANN?) und Anna Catharina Starr/Stoerr (*ca. 1776 WO? + 1850 Lisewo), Niederwörresbach und Lisewo Kolonia, Eheschließung um/nach 1800
Familie Steinbach in Louisenaue und Pollychener Holländer Krs. Landsberg/ Warthe
Familie Schulz in Spiegel Krs. Landsberg/ Warthe
Schäfer Gottfried Wesener + 1781 und Büdner Christian Friedrich Schimkönig oder Winckelmann in Groß Leuthen und Umgebung
Familie Kunde in Pollnow Krs. Schlawe
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  #19  
Alt 27.03.2020, 18:28
Zita Zita ist offline
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Hallo Antje,

in meiner Forschungsgegend (Ostösterreich) war man praktisch nur katholisch und in der Regel waren Männer und Frauen innerhalb von Monaten wieder verheiratet, solange es keine volljährigen Erben gab.

Ein besonders pragmatischer Fall: eine meiner Vorfahrinnen - sie lebte auf einem Bergbauernhof - hat den Abhandlungsvertrag vom 1. Mann und den Ehevertrag mit dem 2. Mann am gleichen Tag aufgesetzt. Na ja, wenn man schon mal in der Herrschaftskanzlei im Tal herunten war...

Liebe Grüße
Zita
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  #20  
Alt 27.03.2020, 18:44
gki gki ist offline
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Hallo Annika!

Zitat:
Zitat von TükkersMitÜ Beitrag anzeigen
Ich habe gerade für die Uni eine Hausarbeit über die Wiederverheiratung von Witwen und Witwern in der FNZ geschrieben. Bei meiner Recherche bin ich auch auf dieses Buch gestoßen:

Koch, Elisabeth: Die Frau im Recht der Frühen Neuzeit. Juristische Lehren und Begründungen, in: Ute Gerhard (Hg.): Frauen in der Geschichte des Rechts. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, München 1997. (gibts bei Google)

Darin heißt es, dass das Kanonische Recht kein Trauerjahr vorsah, das Römische Recht schon. Humanistische Juristen sahen eine moralische Pflicht zum Trauerjahr. Es war also eine umstrittene Rechtsfrage.
Besten Dank für diesen Hinweis!

Zitat:
Allgemein galt aber an den meisten Orten eine Trauerzeit für Frauen, zum Teil unterschiedlich lang. Für Männer idR nicht. Sie waren meistens nach einem Jahr wieder verheiratet, das war bei weniger als 50% der Witwen der Fall.
Besonders Katholiken sollen wohl insgesamt die Wiederheirat von Witwen sehr kritisch gesehen haben, schließlich sollten sich Witwen um das Seelenheil des verstorbenen Mannes kümmern.
Die katholischen Niederbayern hatten da offenbar keine Bedenken.
__________________
Gruß
gki
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