Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Foren für Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland > Brandenburg Genealogie
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #11  
Alt 04.02.2021, 18:06
Thomas_Völker Thomas_Völker ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 26.01.2021
Beiträge: 69
Standard

Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Abei noch ein Verzeichnis der erhaltenen KB von Wust aus dem Ev. Kirchenarchiv Magdeburg. Das sieht doch ganz interessant für Tf u Bg vor 1768 aus.

Versteh ich es richtig?

Melkow ist das, was fs/ Ancestry für Wust online hat:
Taufen 1681-1754 und 1768-1817


Für Wust wird in Magdeburg jetzt angezeigt:
Taufen 1681-1755 und 1768-1817


und zusätzlich noch

Taufen 1757-1768?


Na das wärs ja! :-D
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 04.02.2021, 18:25
Thomas_Völker Thomas_Völker ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 26.01.2021
Beiträge: 69
Standard

Zitat:
Zitat von zummelt Beitrag anzeigen

Sorry für die damit verbundene Irritation!

Steffen

Neinnein, ganz im Gegenteil! Ich habe zu danken! So hab ich das mal für mich klären können. Denn irgendwie hatte ich ein zweites Wust schon im Hinterkopf, dachte aber das wäre viel weiter entfernt!


LG Thomas
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 04.02.2021, 22:45
Manni1970 Manni1970 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.08.2017
Beiträge: 1.065
Standard

Hallo!

Zur Übersicht habe ich eine kleine Karte angefügt.

Nach dem Magdeburger Katalog scheint es also einen Band, Sign. 884/2, mit Tf und Bg 1757-1768 von Wust zu geben, den weder die Mormonen noch Ancestry hat. Da könnte man vielleicht anhand von Patenschaften feststellen seit wann der Otto in Wust war und ob es noch Tf des Ehepaars Otto/Junack gab. Vielleicht war der Otto ja zuvor schon mal verheiratet gewesen und seine erste Frau findet sich unter den Bg.

Hast du schon mal abgeklärt, was eine könglicher Kommissionsrath in Wust zu tun hatte? Musste man dafürt studiert haben? In der Frankfurt/Oder-Uni-Matrikel steht er nicht. Vielleicht in Wittenberg?

MfG
Manni
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Sachsen-Anhalt.jpg (148,4 KB, 10x aufgerufen)
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 12.02.2021, 12:47
Thomas_Völker Thomas_Völker ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 26.01.2021
Beiträge: 69
Standard

Danke @Manni1970 für Karte und Ideen! Weitere Abendmahlseinträge fand ich nicht.



Als Ablauf ergibt sich momentan:

Am 15.1.1765 lebt die 22 ½ jährige Eleonore Henriette Sophie Junack, (* Eichholz 27.5.1742) noch bei den Eltern im Pfarrhaus in Eichholz. Dort wird auch die Hochzeit mit dem damals wohl bereits als Preuß. Kommissionsrath und Amtmann in Wust (Mark) tätigen August Gottlieb Otto gefeiert, der zu diesem Zeitpunkt vermutlich mindestens etwa 30 Jahre alt war. Wo man sich kennenlernte bleibt unklar.


Bald darauf werden mindestens zwei Kinder geboren, Johanna Sophie Henriette Otto (wohl ausweislich der nicht mehr erhaltenen Sterbeurkunde * 1767 in Wust) und kurz darauf Johann Ludewig Friedrich Otto (angeblich 1768 und angeblich in Görzke, aber das ist ziemlich sicher falsch). Die bislang online einsehbaren Kirchenbücher von Wust beginnen erst wieder 1768. Am 17. 4. ist dort „die Frau Commissions Räthin geborene Junackin Verehel. Ottoen.“ als Patin verzeichnet, am 13.5.1768 wird dort ihr Mann, der „Hf. Commissions Rath Otto.“ erwähnt. Demnach scheint man sich nach der Hochzeit Anfang 1765 zunächst in Wust niedergelassen zu haben, wo man mindestens 3 ½ Jahre verblieb.

Die nächste Spur findet sich erst am 28.04.1771 in dem mehr als 50 km südlich gelegenen Ort Görzke, als dort am Kantatesonntag „2. Frau Mag. Junack“ (= Henriette Dorothea geb. Töpfer, 64 Jahre alt, seit 2 Jahren Witwe) und „3. Frau Comm R. Otto“ (= ihre Tochter Eleonore HenrietteSophie geb. Junack, 29 Jahre alt) als Abendmahlsteilnehmer verzeichnet werden. Vermutlich zieht also die junge Witwe zu ihrer ebenfalls frisch verwitweten Mutter auf das Gut Görzke. 1772 taucht in Görzke unter den Kommunikanten erstmals ihr älterer Bruder, der 1730 geborene („blödsinnige“) Sohn Andreas Junack auf (der dort 1800 "im Junackschen Gewölbe" bestattet wird). Am 3. August 1773 ist „Frau Eleonore Henriette Ottoen gebohrene Junacken, Commissions-Räthin“ Taufpatin bei Johann Samuel Grubens in Görzke (Archion Bild 60).

Das Rittergut derer von Schierstedt befand sich seit 1739 im Besitz des Pfarrers Mag. Junack und die Frau Mag. scheint dort nach dem Tod ihres Mannes ihr Altenteil verbracht zu haben. Spätestens 1784 ist die Tochter hier als Gutsbesitzerin und Gerichtsherrin nachweisbar (die Mutter, Frau Mag. Junack, starb 1787 auf Görzke), nach ihrem Tod 1830 folgt ihr in dieser Rolle der Sohn Johann Ludewig Friedrich Otto (1768-1842).


Diese Abfolge könnte ein Hinweis darauf sein, dass Kommisionsrath August Gottlieb Otto bereits in der Zeit zwischen 1768 und 1771 verstorben ist. Hierauf deutet ja möglicherweise auch die Abwesenheit weiterer Kinder. In Wust ist aber sein Tod jedenfalls nicht eingetragen, ebensowenig in Görzke. Dort sind die Begräbnisse von 1768 bis 1800 zwar nicht erhalten, es gibt aber ein Namensverzeichnis, und dort fehlt er definitiv. Vielleicht war die junge Familie zwischenzeitlich (also nach Mai 1768) in einen anderen Ort umgezogen? Ein Indiz dafür ist zumindest das Fehlen weiterer Patenschaften in Wust. Aber wohin? Wo wurde ein Preuß. Kommissionsrath und Amtmann gebraucht? War er krank? Zog man zu den Eltern oder Geschwistern?

Suche nach der Immatrikulation

Die von @Manni1970 aufgeworfene Frage nach dem Studium des August Gottlieb Otto ist gegeben, interessant und offen. Naheliegend wäre die Viadrina, der brandenburgischen Heimatuniversität Frankfurt/Oder (https://digitale-bibliothek-mv.de/vi...670609005/349/), hier ist kein August Gottlieb vorhanden. Ebenfalls feht der Name in Leipzig (https://www.familysearch.org/ark:/61...177&cat=393398), in Altdorf (https://www.familysearch.org/ark:/61...=216&cat=85897), Heidelberg (https://www.familysearch.org/ark:/61...=164&cat=89641) oder Königsberg (https://www.familysearch.org/ark:/61...165&cat=160865).

Bleiben weitere attraktive Kandidaten wie Wittenberg oder Göttingen. Die Matrikel für Wittenberg sind zwar im Original einsehbar (http://digital.bibliothek.uni-halle.de/id/2450785), leider ist für die Jahre ab 1710 das Register nicht online (Album Academiae Vitebergensis Jüngere Reihe T. 3 1710 - 1812 bearb. von Bernhard Weissenborn, Magdeburg Selbstverl. der Hist. Komm., 1966). An dieses heranzukommen verbietet mir die gegenwärtige Seuche. Analoges gilt für Mainz 1733-1753 (https://www.familysearch.org/ark:/61...32&cat=1011057) und 1767-1764 (1754-66 fehlen). Greifswald (Roderich Schmidt (Hrsg.), Karl-Heinz Spieß (Hrsg.), Reinhard Pohl (Bearb.): Die Matrikel der Universität Greifswald und die Dekanatsbücher der Theologischen, der Juristischen und der Philosophischen Fakultät 1700–1821, 3 Bände, Franz Steiner Verlag, 2004). Göttingen (Götz von Selle: Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen (1734-1837), 1837) ist zwar digitalisiert, wird aber von google dreisterweise nicht gezeigt. Sich fremde Arbeit durch Reprints aneignen und andere ausschliessen halte ich jedenfalls für ein unmoralisches und wissenschaftsfeindliches Geschäftsmodell. Jena 1723-1764 ist nur z.T. online (https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?...iew=1up&seq=13)

Das Register Helmstedt geht online nur bis 1636, Dillingen bis 1645, Ingolstadt nur bis 1700, für Rostock, Köln und Würzburg habe ich kein Register gefunden,

Die Matrikel Erfurt sind ebenfalls nicht online (Fritz Wiegand: Namensverzeichnis zur Allgemeinen Studentenmatrikel der ehemaligen Universität Erfurt für die Zeit von 1637 bis 1816, in: Beiträge zur Geschichte der Universität Erfurt <1392-1816>, Heft 9, 1962; Heft 10, 1963)

Die Hohen Schulen in Pforta oder Zerbst wurden m.W. auch einem Universitätsstudium fast gleichrangig erachtet. Zumindest die Zerbster Urkunden scheinen verloren. Gerade da könnten sich Anknüpfungspunkte zur Familie der Braut ergeben haben.


Falls hier mitlesende Mitforisten Zugang zu den vorgen. oder weiteren Matrikeln haben bitte ich um Überlassung oder eine kurze Überprüfung, ob darin in den Jahren von etwa 1735 bis 1764 ein August Gottlieb Otto geführt wird.


Grüße aus dem weißen Berlin
Thomas

Geändert von Thomas_Völker (12.02.2021 um 13:07 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 12.02.2021, 13:04
Thomas_Völker Thomas_Völker ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 26.01.2021
Beiträge: 69
Standard

Die Suche nach den Ahnen der Braut (Eleonore Junack) ist dagegen vergleichsweise einfach und erfolgreich. Alle acht Urgroßeltern sind bekannt, darunter der begabte Münzmeister Johann Ehlers in Magdeburg (+1692) und der Dichter und Theologe Christoph Lamberg aus Leipzig (1626-1680). Eine Generation weiter sind es noch 13 Namen, darunter die Goldschmiede Gert Obendieck und Volckmar Töpfer, dann 18, dann 24, dann 31 und dann 30 Vorfahren bekannt, bis hin zu Luthers Freund Hans Reinicke (+1538) und weit darüber hinaus, insgesamt mehr als 150 Namen bis tief ins Mittelalter hinein.


Und beim Ehegatten einfach nichts. Keine Eltern, kein Geburtsort, kein Grab.
Mit Zitat antworten
  #16  
Alt 13.02.2021, 19:26
Manni1970 Manni1970 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.08.2017
Beiträge: 1.065
Standard

Hallo Thomas,

danke für die ausführliche Antwort. Schade, dass deine tolle Recherche nicht von Erfolg gekrönt wurde.

Manchmals bleibt uns Ahnenforscher rückblickend dann eben nur das: Ich hab zumindest alles versucht.

MfG
Manni
Mit Zitat antworten
  #17  
Alt 13.02.2021, 20:30
Thomas_Völker Thomas_Völker ist offline
Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 26.01.2021
Beiträge: 69
Standard

Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Hallo Thomas,

danke für die ausführliche Antwort. Schade, dass deine tolle Recherche nicht von Erfolg gekrönt wurde.

Manchmals bleibt uns Ahnenforscher rückblickend dann eben nur das: Ich hab zumindest alles versucht.

MfG
Manni

Es besteht ja noch Hoffnung. Der Hinweis auf die Matrikel erscheint mir Gold wert. Sobald die Stabi hier wieder öffnet, besorge ich mir die nicht online zu findenden Bände. Und die Kirchenbücher in Wust könnten ja auch noch das ein oder andere Geheimnis preisgeben. Danke ersteinmal!
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
amtmann , eichholz , görzke , kommissionsrat , mark , otto , wust

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 07:07 Uhr.