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  #1  
Alt 14.10.2009, 15:10
Benutzerbild von hotdiscomix
hotdiscomix hotdiscomix ist offline
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Standard Frage zu verschiedenen Orten in Schlesien.

Ein Frage an die Schlesien-Experten,

die väterliche Linie meiner Mutter stammt aus Schlesien. Leider komme ich da seit Jahren mit der Forschung nicht weiter.
Mein Großvater ist 1884 und sein älterer Bruder 1880 in Lorzendorf, Kreis Neumarkt geboren.
Dieses Lorzendorf gehörte zum evangelischen Kirchspiel Fürstenau, Kr. Neumarkt.
Bei familysearch.org finde ich zu Lorzendorf nur katholische Kirchenbücher und das Zivilstandsregister - Tote 1874. Bei Fürstenau gibt es zwar Zivilstandsregister 1874-1885, aber ich denke dort werde ich nichts über Lorzendorf finden, da nach meinen recherchen es dort ein eigenes Standesamt gab.

Sein Vater ist 1846 in Grunwitz, Kr. Groß-Wartenberg geboren. Dieser Ort gehörte zum evang. Kirchspiel Reesewitz. Davon gibt es bei familysearch das evang. Kirchenbuch 1834-1870. Auf die Bestellung warte ich schon eine ganze Weile.
Seine Frau ist 1849 in Schönbrunn geboren. Da es mehrere davon in Schlesien gab, weiß ich nicht genau welches. Ich denke aber es wird in der Nähe von Grunwitz oder Lorzendorf liegen.

Der Großvater meines Großvaters ist 1804 in Grunwitz geboren und dort 1875 gestorben. Leider liegen diese Daten außerhalb des verfügbaren Kirchenbuches.

Wie könnte ich jetzt bei meiner Forschung weiter gehen? Welche anderen Quellen könnte ich versuchen, und wie bekomme ich heraus um welches Schönbrunn es sich handelt?

Viele Grüße,
Steffen
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  #2  
Alt 14.10.2009, 17:50
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Lorzendorf, Kreis Neumarkt, später Kreis Breslau, hatte einen eigenen Standesamtsbezirk. Hiervon sind nur Heiratsregister von 1927-1936, 1938 und Sterberegister von 1874 und 1932 erhalten.
Der Verbleib der ev. Kirchenbücher von Fürstenau, Kreis Neumarkt, ist [mir] nicht bekannt.
Von Reedwitz, Kreis Groß Wartenberg, werden die Taufbücher von 1839 bis 1879 und die Bestattungsbücher von 1834 bis 1881 im Staatsarchiv Breslau verwahrt. Die Mormonen haben sie verfilmt; sie warten ja schon auf die Filme. Darin müßte doch die Bestattung von 1875 zu finden sein!
Von Schönbrunn, Kreis Schweidnitz, hat das Staatsarchiv Breslau ev. Kirchenbücher [nur] von 1728 bis 1769. Die Mormonen haben sie verfilmt.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #3  
Alt 14.10.2009, 18:55
Paulchen Paulchen ist offline
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Hallo!

Lorzendorf (Krs. Neumarkt, heute Wawrzeńczyce) hatte ein eigenes Standesamt. Wie schon festgestellt, findet sich davon nur Tote 1874 (also nur Oktober-Dezember!). Auch bei den Verfilmungen ist nur dieser geringe Rest vorhanden.
Nach einem Ortsverzeichnis von 1845 war Lorzendorf erst seit 1830 nach Fürstenau ev. eingepfarrt. Von dieser 1768 erbauten Kirche und ihrer Pfarrei gibt es keine Kirchenbücher mehr (Erstschriften ab 1767, Duplikate im Amtsgericht Kanth seit 1816 bzw. 1834). Weil aber die nun kath. Kirche früher (bis 1656) ev. war, sind in den kath. KB (Verfilmung!) bis zur Mitte des 18. Jhd. auch Ev. eingetragen worden. D.h. man müßte die Heiratsurkunden der beiden Brüder bekommen, um den Namen der Mutter zu erhalten - der Vater ist ja wohl bekannt. Wohin Lorzendorf vor 1830 ev. eingepfarrt war, spielt dann keine Rolle mehr.

Grunwitz gehörte ev. zu Reesewitz im Kreis Oels. KB gab es dort seit 1622, Duplikate ab 1811 im Amtsgericht Bernstadt. Im Staatsarchiv Breslau liegen Tf 1835 bis 1879 und Bg 1834 - 1881.Verfilmung davon ist ja bekannt. In Görlitz liegt noch Tr 1827 bis 1943. Alles andere ist verloren. Wenn der älteste Vorfahre 1875 in Grunwitz starb, sollte man sich seine Sterbeurkunde besorgen. Allerdings sind diese frühen Urkunden oftmals fehlerhaft. D.h. man wußte gar nicht mehr, wann genau und wo der 'alte Auszügler' geboren wurde. Dessen Eltern kannte schon gar keiner mehr. Aber versuchen sollte man es - oder schon geschehen?

Schönbrunn gab es 1840 in den Kreisen: Freistadt, Leobschütz, Lublinitz, Namslau, Sagan, Schweidnitz, Strehlen, Wohlau sowie Ober- Nieder Schönbrunn im Kreis Lauban. Da jetzt zu spekulieren - schwierig. Ist es nicht möglich, ihre Sterbeurkunde oder den Traueintrag aufzutreiben?

Paul
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  #4  
Alt 15.10.2009, 12:28
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hotdiscomix hotdiscomix ist offline
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Hallo,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Jetzt habe ich neue Anhaltspunkt wo und nach was ich suchen kann bzw. muss.
Gestern war ich, wegen andere Filme, in der Mormonen-Forschungsstelle und der Mitarbeiter sagte mir, das Schlesienfilme öfters länger dauern, da sie sehr gefragt sind.
Er stellte aber gleichzeitig fest, das die Nachfrage und Besucheranzahl in den letzten Monaten stark abgenommen hat. Das war mir auch aufgefallen, in den letzten Jahren musste ich immer ein Lesegerät reservieren, jetzt kann man kommen wann man will, es ist immer ein Platz frei.

Vielen Dank,
Steffen
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  #5  
Alt 15.10.2009, 23:03
schmeisdorf schmeisdorf ist offline
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Um Daten von Schönbrunn/Kr. Leobschütz einzusehen, gibt es doch das Ortsfamilienbuch Gröbnig....
http://www.online-ofb.de/gröbnig/
Reinhard
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  #6  
Alt 16.10.2009, 12:14
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hotdiscomix hotdiscomix ist offline
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Zusatzfrage:

Die Eltern meines Großvaters starben 1907 bzw. 1916 in Dobers, Kr. Rothenburg. Dieses gehörte wohl später zu Sänitz. Zwei seine Schwestern lebten noch während des 2. Weltkrieges in Sänitz. Das letzte was mein Großvater von seinen Schwestern gehört hat, das sie im Januar/Februar 1945 in Dresden waren und bald nach Freyburg/U. kommen wollten. Sie sind aber nie angekommen und er hat bis zu seinem Tod nichts herausfinden können.

Die eigentliche Frage, wo könnte man nach Informationen, Standesamtseintragungen etc. von Dobers/Sänitz nachfragen.

Vielen Dank,
Steffen
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  #7  
Alt 16.10.2009, 15:31
GunterN GunterN ist offline männlich
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Hallo hotdiscomix,

im Februar 1945 wurde Dresden bombardiert. Die Verwandtschaft könnte dort umgekommen sein. Vielleicht wäre eine Anfrage in Dresden gut.

Einschönes Wochenende wünscht GunterN
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  #8  
Alt 16.10.2009, 18:37
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Dobers, Kreis Rothenburg/Lausitz, gehörte zum Standesamtsbezirk Rothenburg/Lausitz. Die Sterbeurkunden müssten beim Standesamt Rothenburg/OL, Marktplatz 1, 02929 Rothenburg/OL, erhältlich sein.
Sänitz war eine extra Gemeinde mit eigenem Standesamtsbezirk. Die Standesamtsregister von Sänitz werden vom Standesamt I in Berlin vom 01.10.1874 bis 1943 aufbewahrt.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #9  
Alt 16.10.2009, 20:10
Paulchen Paulchen ist offline
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Das stimmt sicher nicht. Schaut man auf die Karte, sieht man die Orte Görlitz, Rothenburg und Dobers auf einer Line (so in etwa) an der Neiße gelegen. ABER ... Dobers liegt rechts und Rothenburg liegt links der Neiße! Dobers ist also polnisch und Rothenburg deutsch. Außerdem sind es von Dobers bis Rothenburg alleine Luftlinie 12 km - so weit ging damals niemand auf ein Standesamt. Also hat Dobers betref. Standesamt nichts mit Rothenburg zu tun.

Das OV 1901, Seite 48, weist Dobers dem Standesamt und der ev. Pfarrei Leippa zu (früher hielten siche viele ev. Gemeindemitglieder auch nach Sänitz!). Das OV 1913, Seite 44, weist Dobers wieder Leippa zu. Das OV 1941, Seite 58, weist Dobers nun jedoch Sänitz zu (Eingemeindung fand am 1. April 1938 statt). Dobers-Leippa nannte man den Haltpunkt der Kleinbahn.

Demnach war von Okt. 1874 bis April 1938 Leippa (später Selingersruh genannt) und danach bis zum Ende Sänitz das zuständige Standesamt für Dobers.

Ich finde weder Unterlagen zu Leippa noch zu Sänitz - wenn davon etwas in Berlin liegen sollte - wunderbar! In Polen scheint es nichts mehr zu geben. Von den ev. KB läßt sich auch nichts nachweisen.

Paul
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  #10  
Alt 17.10.2009, 02:42
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Sorry: In Müllers Großen Deutschen Ortsbuch von 1936 gibt es zwei Dobers:
Dobbers-Leippa, Bahnhof - siehe Dobers und Leippa
Dobers, Landgemeinde, 234 Einwohner, Post über Horka Oberlausitz, Kreis Finanzamt Amtsgericht Standesamt Rothenburg Lausitz, Niederschlesien [Daher mein Hinweis]
Im 4 Bände umfassenden umfassenden Ortsverzeichnis des Staates Preußen von 1835 ist das Dorf mit 1 Wassermühle und 1 Sägemühle im Kreis Rothenburg mit 84 Häusern und 228 Einwohnern als zum Kirchspiel Podrosche gehörig verzeichnet.
Noch im gleichen Jahrzehnt [1835] wurde es nach Leippa eingepfarrt.
Nachdem - wie von Paulchen festgestellt - auch der zuständige Standesamtsbezirk Leippa war, kann auch der Hinweis erfolgen, das im Standesamt I in Berlin die Standesamtsregister von Leippa vom 01.10.1874 bis 1938 aufbewahrt werden.
Am 01.04.1938 wurde Dobers nach Sänitz eingegliedert.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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