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  #11  
Alt 27.01.2021, 16:44
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Registriert seit: 24.02.2016
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Hallo,
Zeitungen kann ich auch sehr empfehlen. Über periodika.lv und difmoe.eu konnte ich viele interessante zusätzliche Informationen über meine Vorfahren erfahren.
__________________
Dauersuche:

Ökonom, Oberverwalter August Gustav Julius Müller, * 26.9.1819 Bergen auf Rügen, + nach 1897 Studenok Gouvernement Charkow
Ottilie Charlotte v. Twardowsky genannt Hartmann, * 17.5.1825 Riga, + 19.3.1870 Bely Kolodez Gouvernement Charkow
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  #12  
Alt 27.01.2021, 16:51
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo

Zitat:
Zeitungen aus Wien, Prag und Pilsen aus dem 19. Jahrhundert sind bei Anno online einsehbar und durchsuchbar.
https://anno.onb.ac.at/
Diese Zeitungen sind übrigens nicht nur wegen der Todesanzeigen oder offiziellen Geburts-, Heirats- und Sterbemeldungen interessant, sondern auch wegen der Berichte über Unfälle, Verbrechen und Verurteilungen sowie Versetzungen und Beförderungen gewisser Berufsgruppen oder auch wegen der militärischen Berichte. Zur Zeit des 1. Weltkrieges sowie zur Zeit nach dem 2. Weltkrieg gibt es dann noch ganz andere Arten von interessanten Informationen, die man den österreichischen Zeitungen entnehmen kann.

Zitat:
Kirchen- und Schul-Chroniken zu diversen böhmischen Orten im Bezirk Pilsen sind bei portafontium online einsehbar.
https://www.portafontium.eu/contents
Diese Kirchen- und Schul-Chroniken aus Böhmen stammen aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie wurden zur damaligen Zeit geschrieben von Personen, die die beschriebenen Ereignisse meist selbst erlebt haben. Oft wurden auch Zeitungsartikel oder in neuerer Zeit auch Fotos der Schulklassen oder der Kriegsteilnehmer bzw. Gefallenen des 1. Weltkrieges beigefügt. Ich habe durch solch eine Chronik herausgefunden, warum eine Person meines Interesses aus der Kirche ausgeschlossen wurde.

Wer sich für Bayern interessiert sollte mal meine beiden Antworten (vor allem die zweite) in diesem Thread durchlesen:
https://forum.ahnenforschung.net/sho...00#post1332500

Gruss
Svenja
__________________
Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
https://iten-genealogie.jimdofree.com/

Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73

Geändert von Svenja (27.01.2021 um 17:04 Uhr)
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  #13  
Alt 27.01.2021, 18:42
schulkindel schulkindel ist offline
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Hallo Forscher,

ja so geht es mir auch.
Das einfache Leben der (deutschen) Bauern (in meinem Fall in Polen Gebiete um Lodz und Lublin), aber auch meiner Vorfahren in Westpreußen würde mich sehr interessieren.

Zu Deinem Problem:
Das kostet Zeit!
Ich habe z. B. mit großem Genuss von Joseph Roth das Buch „Radetzkymarsch“ gelesen.
Davon gibt es auch eine dreiteilige Verfilmung. Ob es die zur Gänze auf youtube gibt, weiß ich nicht.
Ich habe mir aus dem Online-Buchhandel die DVDs schicken lassen.
Da wird der Vielvölkerstaat auch thematisiert: Slowenien, Böhmen, Galizien Wien.
Das Bäuerliche kommt aber etwas zu kurz.

Gruß
Renate
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  #14  
Alt 27.01.2021, 19:42
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo zusammen!

"Das" Leben "der" einfachen Bauern hat es nicht gegeben. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Gegenden Deutschlands waren enorm. Das lag nicht nur an den natürlichen Voraussetzungen, wie etwa Bodengüte und Klima, sondern vor allem auch an der Agrarverfassung des jeweiligen Staates. Zudem waren die Einkommens' und Vermögensunterschiede zwischen kleinen und großen Bauern selbst innerhalb eines Dorfes teils gewaltig. Das Besitzrecht ihrer Flächen spielte eine Rolle. Und so weiter.

Es gibt einen interessanten Roman, in dem die Unterschiede zwischen den reichen Marschbauern Dithmarschens und ihren armen Kollegen von der Geest thematisiert werden. Vielleicht kennt jemand "Jörn Uhl".

Ich habe mal das äußerst detaillierte Testament meines 5xUrgroßvaters Valentin Klaue (1768-1829) in der Hand gehabt. Seine Frau ist mein Benutzerbild. Valentin Klaue war Ackermann, Posthalter und Pächter der Fürstlich Braunschweig-Lüneburgischen Weinschenke in Hessen. Seinen Wohlstand hätte sich mancher Rittergutsbesitzer in der Nachbarschaft wohl gewünscht. Allein mit dem Mobiliar hätte man heutzutage eine ganze Kunst- und Antiquitätenauktion bestücken können. Aber noch viel mehr wert war der Weinkeller! Und diesen Wohlstand hatten er und seine Vorfahren lange vor der Ablösung der bäuerlichen Lasten geschaffen! Es machte sich eben auch bemerkbar, daß es im Fürstentum Wolfenbüttel schon seit Jahrhunderten keine Leibeigenschaft mehr gab.

Am anderen Ende der Skala habe ich mehr als einen bäuerlichen Vorfahren, dessen Hof zu klein war, um damit eine Familie durchbringen zu können. Man war nebenher Leineweber, Steinmetz oder "Musicus". Oder man "bat das Brot". Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges wirkten mancherorts lange nach und waren teils erst um 1700 überwunden.

Noch schlechter dran war sicherlich der Teil der dörflichen Bevölkerung, der noch unterhalb der kleinsten Bauern angesiedelt war, nämlich der besitzlosen Häuslinge, oder wie auch immer deren Bezeichnung in den verschiedenen Gegenden Deutschlands lautete.

Was ich damit sagen will: Man muß sich mit der Materie schon sehr, sehr intensiv beschäftigen, um ein differenziertes Bild der Lebensverhältnisse auf dem Lande zu erhalten. Populärwissenschaftliche Bücher, die den Eindruck vermitteln wollen, daß "die Bauern früher alle arm waren", kann man getrost in die Tonne treten. Sie werden der damaligen Realität nicht gerecht.

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600

Geändert von consanguineus (27.01.2021 um 19:43 Uhr)
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  #15  
Alt 27.01.2021, 20:04
Benutzerbild von Eva64
Eva64 Eva64 ist offline weiblich
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Hallo an Alle,


ich habe mir von vielen Orten in denen ich forsche die Heimatbücher/-chroniken besorgt, da es mir genauso ging, dass ich nicht nur die Daten meiner Vorfahren sammeln will, sondern auch wissen möchte, was hat sie beeinflusst. Da gibt es ja Krankheiten, Wettereinflüsse, kriegerische Handlungen etc. Die Bücher sind sehr unterschiedlich. Manche eher oberflächlich, andere gehen total ins Detail und man trifft manchmal auch einen Vorfahren in den Beschreibungen.

Manchmal hat man auch Glück und der Pfarrer hat im Kirchenbuch eine Lebensbeschreibung des Verstorbenen hinterlassen. Das sind dann meine Highlights. Leider viel zu selten.



In den vergangenen Jahren habe ich sehr viel über Geschichte gelernt. Viel mehr als ich je in der Schule mitgenommen habe. Geschichte wurde lebendig


Grüße
Eva
__________________

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  #16  
Alt 27.01.2021, 20:37
Benutzerbild von kkhno
kkhno kkhno ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
... kann man getrost in die Tonne treten.
consanguineus
dem kann ich nur beipflichten.
Die Lebensumstände sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig und lassen sich nicht generalisieren, so spielen u.a. Zeitalter, Geschlecht, Stand, Religion, ländlicher u. städtischer Raum, Region, herrschaftlichen (Gewalt-) Verhältnissen und Auswirkungen von Seuchen, Hunger, Krieg etc. eine entscheidende Rolle.

Sicherlich gibt es Sittengemälde literarischer und künstlerischer Natur, nur muss man sich auch hier darüber klar werden, aus welchem Anlass (aktuell, retrospektiv, romantisierend) und Umfeld (Politik, Revanchismus etc.) sie kommen.

Ein guter Einstieg ist immer noch:
Dülmen, Richard von, Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit 3 Bd., Beck (2005), ISBN 9783406539145
__________________
Mfg.

kkhno

FN (Kassel, Münden, Dresden, Schlesien) Aue, Gehrhardt, Grebe, Gördel, Grünewald, Hampen, Hartmann, Hildebrandt, Kempfstädt, Kobbe, Lösekrug, Lüdeke, Noack, Ohse, Schmelz, Uhlendorf, Wehmann

FN (Baden-Württemberg, Hessen, Posen) Beesch, Buckenberger, Göhring, Hermann, Hummel, Jäger, Klingbeil, Klotzbücher, Klump, Lehmke, Leiss, Manthey, Morlock, Mutschler, Papke, Rachau, Racho, Raissle, Rohde, Romann, Schwab, Schwarzrock, Teske, Weiss, Wendtland, Würtz, Zabel, Zorn
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  #17  
Alt 28.01.2021, 17:49
schulkindel schulkindel ist offline
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Beiträge: 339
Standard Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert

Hallo Forscher und Ihr anderen,

consanguineus
hat das Thema sehr umfassend beleuchtet.
Trotzdem noch diesen Hinweis:

Natascha Bär hat dazu eine Arbeit geschrieben „Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert“.
Im 2. Abschnitt beschreibt sie
die Dorfgemeinschaft
die Dorfhierarchie
den Arbeitsalltag
Ländliche Traditionen und Bräuche

Ich finde das sehr aufschlussreich.
Zu finden ist das hier:

http://www.leben-auf-dem-land.de/

Grüße
Renate
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  #18  
Alt 31.01.2021, 11:56
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Bienenkönigin Bienenkönigin ist offline weiblich
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Ort: Oberbayern
Beiträge: 789
Standard

Zitat:
Zitat von kkhno Beitrag anzeigen
Ein guter Einstieg ist immer noch:
Dülmen, Richard von, Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit 3 Bd., Beck (2005), ISBN 9783406539145
Ich habe mir aufgrund deiner Empfehlung mal den ersten Band dieser Reihe gebraucht gekauft.
Ich bin jetzt im zweiten Kapitel, ist interessant. Aber schade finde ich, dass das Lektorat hier wohl zu kurz gekommen ist.
Manches ist sehr redundant geschrieben, einige Wörter doppelt, eine Jahreszahl falsch (bei Geburts- und Todesjahr eines Mannes, das nicht mit der später beschriebenen Lebenszeit übereinstimmt).
Tut hoffentlich der wissenschaftlichen Gründlichkeit keinen Abbruch, ist trotzdem schade.

VG
Bienenkönigin
__________________
Meine Forschungsregionen: München, Pfaffenwinkel (Oberbayern), Franken
Böhmen, Südmähren und Österreich sowie Allgäu
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  #19  
Alt 31.01.2021, 23:19
Benutzerbild von Ursula
Ursula Ursula ist offline
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Registriert seit: 18.01.2007
Ort: BW
Beiträge: 1.114
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Hallo,

abgesehen von Ortschroniken, die ich mir besorge, falls vorhanden, suche ich nach Autoren aus der entsprechenden Landschaft zur entsprechenden Zeit, die für mich gerade relevant ist.
So habe ich einige Bücher des Pfarrers, der meine Großeltern getraut hat, gefunden und einige alte Geschichten aus meiner Heimatstadt.

Interessant finde ich auch Biographien der Persönlichkeiten, nach denen Straßen in einem Ort benannt sind. Dabei suche ich nach alten Biographien, bzw. Romanen, nicht nach neuen.

Es ist oft schwierig, sowas zu finden und kostet viel Zeit, aber ich habe noch nie bereut, diese viele Zeit aufgewendet zu haben, um solch ein Buch zu finden. Alles natürlich antiquarisch.


LG
Uschi
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