#21  
Alt 27.04.2021, 22:28
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Es gibt sogar einen "jüdischen Gotha"! Semigothaisches genealogisches Taschenbuch ari(st)okratisch-jüdischer Heiraten, hier Jg. 1913. Aber auch diese Experten (die Reihe umfasst 2300 Seiten!) wussten nicht, woher der Adel, hier Freiherrn-Klasse, stammte.

MfG
Manni
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  #22  
Alt 28.04.2021, 10:47
Benutzerbild von dirkpeters
dirkpeters dirkpeters ist offline männlich
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Hallo,

ich würde die Adelserhebung bereits um 1854, der Heirat der Tochter Maria suchen. Eine Heirat in ein Fürstenhaus war sicherlich auch finanziell für den Ehemann interessant, aber ohne entsprechende Erhebung der Braut bzw. ihrer Familie in den Adelsstand eher unwahrscheinlich.

Viele Grüße

Dirk
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  #23  
Alt 30.04.2021, 11:28
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Guten Morgen,

Eine verspätete Antwort, ich habe die letzten zwei Tage nochmals viel gesucht und war, sorry, nachher zu müde, zu schreiben. Aber jetzt:
@Manni, dein Fund hat mir recht klar gezeigt, dass an dem Adel nichts dran sein kann. Also wenn die adlige Heirat der Schwester in allen Details bekannt war, dann gab es keinen Grund und keine Erkärung, warum ein Ludwig v. Embden solche Geheimnisse aus seiner Nobilitierung gemacht haben soll. Dennoch habe ich mich durch die österreichischen Datenbanken gekämpft, und nichts gefunden. Hinzu kommt nun, dass meine Adressbuch-Suche im zweiten Anlauf erfolgreicher war. Anfangs hatte ich Mühe, den richtigen Embden in Hamburg zu identifizieren. Es gab mehrere recht große Familien. Heute weiß ich aber die genaue Adresse, und so kann ich es nachverfolgen. Ludwig Heinrich Embden taucht erst 1891 das erste Mal im Adressbuch auf als Baron. Ein " v." ist nie vermerkt bis zu seinem Tode 1904. Der Zeitpunkt 1891 ist brisant. Denn 1892 veröffentlichte Ludwig Embden zahlreiche bis dahn unpublizierte Briefe Heinrich Heines an seine Familie. Im Auftrage seiner Mutter, die immer gesagt hatte, es gebe Schreiben ihres Bruders Heinrich Heines, die nur für die Familie bestimmt seien. Das wirklich Unerwartete an dieser Publikation war aber die Familienidylle, die da in den Briefen zu lesen war. Dabei war eigentlich bekannt, dass Heine nicht das allerbeste Verhältnis hatte zu den seinen, und seine scharfe Zunge war gefürchtet. Ich fragte mich vorher schon, ob das hohe Alter der Mutter, da war Charlotte Embden, geb. Heine, immerhin gute 90 Jahre alt, ihren Geist so getrübt hat, dass der Sohn seine Eitelkeiten offener ausleben konnte. Aber nun, mit dem plötzlichen Baron 1891 und der Veröffentlichung 1892 gefällt mir die Sache immer weniger. Wenn Ludwig Embden tatsächlich, und nun scheint mir das nahezu gesichert, kein Baron war, und der Fälscher Karl v. Gerstenberg sein Wohnungsnachbar, könnten ganz unschöne Kooperationen gelaufen sein.So läuft es nun genau wie bei all den anderen Dichterautographen, wo ich misstrauisch wurde.

@Zita, ja, die Geschichte mit den Memoiren gehört auch zu den skurrilen Auffällligkeiten. Sofort nach Heinrich Heines Tod 1856 ging die Suche nach den Memoiren los, denn es gibt zweifelsfreie Hinweise, er hat welche geschrieben. Gustav Heine v. Geldern in Wien, der Bruder, erklärte, er sei im Besitz des Manuskripts. Heines Schilderungen der Familie seien derart bloßstellend, dass er dafür sorgen werde, dass das Werk nie an die Öffentlichkeit gelange. (Soviel zur Familienidylle, die 1892 auf einmal auftauchte in Ludwigs Buch).
Und dennoch tauchten nach 1880 plötzlich Heines Memoiren auf. Gustav Heine beharrte darauf, es sei eine Fälschung. Das ging damals durch alle Zeitungen. Die Gartenlaube druckte die Memoiren schließlich 1883, und dann fiel noch etwas auf, das Papier hat gar nichts von Geist, Ironie und Sprachgewalt Heines. Es ist so nichtssagend, dass der Cotta-Verlag es sogar abgelehnt hatte, zu kaufen. Auch dieser Fall müsste beunruhigen im Zusammenhang mit meinen Gerstenbergs, nur gibt es einen Stolperstein, der mich zögern lässt. Henri Julia, der das Papier verkauft hatte, konnte kein Deutsch, und meine Gerstenbergs wohl kein Französisch.

@DirkPeters, der Gedanke ist interessant, ich hatte Maria Embdens Lebensweg mit der Heirat in den italienischen Adel bisher kaum Beachtung gegeben. Also sicher ist, dass die Eltern der Braut nie adlig geworden sind. Und der Bruder der Braut, Ludwig Embden, doch vermutlich auch nicht, s. o. .Ich staune gerade schon etwas darüber, weil ich solche Eitelkeiten für die Spezialität meiner Gerstenbergs hielt. Deren " v. " ist übrigens echt, dennoch waren sie nicht adlig, aber stehen im Genealogischen Handbuch des Adels. Frechheit gewinnt oft. Zurück zu Heines:
Ich bin nur nebenbei bei der Familie Embden-Heine gelandet bei meiner Suche. Aber sehr beeindruckt von der Gesamtgeschichte dieser Familie. Es ist wohl so, dass durch den alles überstrahlenden Heinrich Heine die auch dramatischen Lebensbilder anderer Familienmitglieder ausgeblendet wurden. Meine Ahnung, was Maria angeht, ist, sie könnte ein eher trauriges Schicksal erlitten haben als junge Frau aus so reicher und berühmter Familie. Ihre Mutter, Heinrich Heines Schwester, war auch die Cousine des reichsten Mannes von Hamburg, Beer Carl Heine. Maria war 18, als sie von Hamburg nach Neapel heiratete. Ich kann kein Italienisch und weiß gar nichts über die Della Rocca, aber da könnte vielleicht Geld im Spiel gewesen sein?

Hm, nun habe ich die Frage nach dem Adel vermengt mit meiner Suche nach der Fälscherfamilie. Aber die Frage, ob der Ludwig adlig war, hat eben jede Menge damit zu tun. Manchmal kann ich nicht künstlich trennen. Nochmal herzlichsten Dank für die vielen guten Hinweise!

LG Martha
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