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  #11  
Alt 01.02.2007, 19:42
roi roi ist offline
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Ort: Münsterland
Beiträge: 377
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Ich habe etliche Fälle, wo Geschwister andere Geschwister geheiratet haben, das war offensichtlich erlaubt. Allerdings ist es dann später zu weiteren Heiraten innerhalb dieser Familien (auch Cousins/Cousine) gekommen und hat dann manchmal zu einigem Ahnenschwund geführt - wie es sich sonst ausgewirkt hat, weiß ich nicht.
Nach dem Tod eines Ehepartners Geschwister von diesem zu heiraten kommt in meinen Familien auch regelmäßig vor, allerdings häufiger, dass nach dem Tod der Frau eine noch unverheiratete Schwester geheiratet wurde. Meist ging es dabei um die Versorgung kleiner Kinder und die Tanten kannten die Familie mehr oder weniger gut. Da die Wiederverheiratung oft schon nach einem halben Jahr stattfand, war das vermutlich oft die einfachste Lösung.
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  #12  
Alt 02.02.2007, 14:13
schaefera
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Beiträge: n/a
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Zitat:
Original von Hintiberi
Warum ist denn auch eine Verschwägerung verboten?!

Ich habe einige Fälle in meiner Familie, wo jeweils zwei Geschwister je zwei andere Geschwister heirateten.

Die Mutter meiner (angeheirateten) Großtante z.B. war die Frau des Bruders meiner Uroma.
Auch gab es öfter den Fall, daß ein Mann, nachdem seine erste Frau gestorben war, deren Schwester heiratete.
Das gab's einige Male in meiner Familie, nur waren die beiden letzteren Personen doch spätestens nach der Heirat mit der ersten Frau verschwägert... :s

Lieben Gruß
-Jens
Hallo,

warum man dafür einen Dipens brauchte, kann ich auch nicht erklären (evtl. wegen Erbschafsangelegenheiten?).
Diese Art des Ahnenschwundes habe ich auch ein paarmal.
Wir brauchen also einen Fachmann/-frau.


Hier mal einen kurzen Überblick über Heiratsdispense.

Quelle:
Kölnergeneralvikariatsprotokolle
als personengeschichtliche Quelle
Aus der Zeit vor 1700

DvSchw.
Dispens vom Ehehindernis der Schwägerschaft,die besteht zwischen einem verwitweten Eheteil und den Blutsverwandten des verstorbenen Eheteils. Die Grade der Schwägerschaft werden gerechnet nach den Graden der Blutsverwanschaft, die zwischen dem verstorbenen Eheteil und dem für eine neue Ehe in Aussicht genommenen Partner bestand.
Nb. Das Konzil von Trient(1563) hatte dieses Hinderniss auf den 1. und 2. Grad beschränkt; aber mehr als 100 Jahre später wird noch DvSchw. 3 und 4. Grades nachgesucht und vom Kölner GV gewährt.

DgVerw.
Dispens vom Hindernis der "geistlichen Verwandschaft" (Täufer und Taufpaten sind mit dem Täufling- u. damal auch mit dessen Eltern und Geschwistern -gestlich verwandt

DvGel.
Dispens vom Gelübte der Ehelosigkeit

Dwegöffent.Ehrb.
Dispens vom Hindernis wegen "öffentlicher Ehrbarkeit", es bestand zwischen Brautleuten, von denen einer mit nahen Blutverwandten des anderen Teil verlobt war oder auch eine ungültige Ehe gehabt hatte.


DvA
Dispens vom Aufgebot (d.h. von der dreimaligen Ankündigung einer beabsichtigten Ehe in den Pfarrkirchen beider Eheleuten an drei aufeinander folgenden Sonn- oder Feiertagen. Die Begründung der DvA wird nur selten mitgeteilt: z.B.wegen nahe bevorstehender "geschlossener Zeit", in der öffentliche Trauung untersagt war (Advent und Fastenzeit), wegen der Beschämung bei älteren Brautleuten, wegen Furcht vor Intrigen gegen die beabsichtige Ehe u.a.


DvBl.
Dispens vom Ehehindernis der Blutverwandschaft
Der Grad der Bl. richtet sich nach der Zahl der Generationen, die zwischen dem Brautpaar und seinem gemeinsamen Ahnenpaar liegen.
Also.
Im 1. Grade blutsverw. sind Br. und Sr. die niemals dispensiert werden.
Im 2. Grade blutsverw. sind Vetter und Cousine, weil von ihnen bis zum gemeinsamen Großelternpaar (bzw. bis zu einem gemeinsamen Großvater oder einer Großmutter) 2 Generationen liegen.
Im 3. Grade blutsverw. sind Halbvetter und Halbcousine
Im 4. Grade blutsverw. sind Partner, die gemeinsame Ur-Ur-Großeltern haben
Im 3 - 4. Grade blutsverw. heißt: eine Urgroßelter(npaar) für den andern ist zugleich Ur.Ur.Großelter(npaar) für den anderen
Im doppelten 3. Grade blutsverw. sind diejenigen, die zwei verschiedene Urgroßeltern haben.


Astrid
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  #13  
Alt 03.02.2007, 14:18
Marlies
Gast
 
Beiträge: n/a
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Zitat aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 29.Januer 2007:

Im Jahr 2005 hat der Vatikan 69 Ehen von Muttersöhnen annulliert.


..... bleibt ein Ehemann so abhängig von der Mutter, dass er ohne sie keine Entscheidungen fällen kann, ist er also unfähig, selbständig zu leben, so kann das die Nichtigkeit einer Ehe bedeuten, finden die Juristen des Papstes........
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  #14  
Alt 17.06.2014, 14:23
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.841
Standard

Die Dispense mit den niedrigsten Graden, die ich bisher fand, ist eine vom 2. und 3. Grad.

Es stellte sich heraus, daß der Großvater mütterlicherseits des Bräutigams einer der Urgroßväter der Braut war. Die zugehörigen Mütter waren allerdings verschiedene.

Der Verwandtschaftsrechner meint:

Lackenschneider, Joseph ist der Ehemann von Moser, Maria.
Lackenschneider, Joseph ist der Halbonkel zweiten Grades von Moser, Maria. Der gemeinsame Vorfahre ist Waidenperger, Martin.
__________________
Gruß
gki
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